ABC-Update, Teil 4…

A… wie Anti-Agressionstraining. Das brauchte ich gestern. Auf dem Heimweg habe ich im Auto rumgetobt über jeden, der blöd überholt hat oder mir irgendwie in die Quere kam. Und es waren erstaunlicherweise etliche. Sagen wir so, fast niemand hat mich NICHT genervt gestern. War einfach nicht mein Tag. Also habe ich mich um sechs ins Bett gelegt und geschlafen bis neun. Einfach, um meine innere Bombe zu entschärfen.

B… wie bald! Das ist mein am häufigsten zitiertes Wort derzeit. BALD ist nämlich Urlaub und ich entschwinde und kehre relaxt, neu sortiert und wohl ausgeruht zurück.

C… wie Chamäleon. So verhalte ich mich seit zwei Tagen. Möglichst unsichtbar. Meine to-do-Liste ist so kurz wie kaum zuvor und ich versuche einfach zu verhindern, dass sich das gegen Ende der Woche noch ändert.

D… wie Dauerlauf. Das beschreibt am besten die Hektik, die hier in der Zeit vor der Messe herrschte. Nichts gegen Betriebsamkeit, aber dieser Stress war ungesund und hat mein Nervenkostüm mehr mitgenommen, als ich wahrhaben wollte. Im Rückblick – et is noch immer jut jejange.

E… wie Elena Tregubova. Ich höre grade ihr Buch „Die Mutanten des Kreml“ und merke dabei, dass meine Allgemeinbildung nicht ganz grottig ist aber dennoch ausbaufähig. Gorbatschow, Jelzin, Putin, der eiserne Vorhang, der kalte Krieg – klar weiß ich das alles so ungefähr, aber wie spannend die politische Situation in meinem eigenen Land mal war, kann meine Generation kaum noch nachvollziehen.

F… wie Ferienwohnung. Ich weiß. Hab ich schon tausendmal erwähnt. Aber 1001 mal schadet auch nicht – nächsten Dienstag geht’s los ins Münsterland. Wenn ich könnte, würde ich am liebsten sofort loslaufen.

G… wie Gehälter. Am Montag gemacht. Immer noch nicht da. Ich befürchte, dass ich mal wieder irgendwas Katastrophales ausgelöst habe. Die Buchhaltung wundert sich auch schon.

H… wie Hunger. An jenem Magengrummeln bin ich gestern Abend um neun wieder aufgewacht. Hab was gegessen, den Garten gegossen und mich wieder auf die Couch gelegt. Heute hält es sich in Grenzen.

I… wie Internet. Ich erinnerte mich neulich, wie ich zum ersten Mal im Internet war. Damals in der Schule. Und mir vorkam, als hätte ich eben die erste Funkverbindung zu einem Astronauten miterlebt. Heute kann ich mir nicht mehr vorstellen, dass es das Internet nicht mehr gäbe. Die Weltwirtschaft würde von heute auf morgen vermutlich einfach mal stehen bleiben. Ich glaube sogar, die ganze Welt würde stehen bleiben. Wobei… die Vorstellung einer Verlangsamung ist ganz interessant…

J… wie Jauche. Unappettitlich, ich weiß. Wenn das Wetter EINMAL schön ist und ich mein Cabriodach aufmachen kann, dann stinkt die sonnige Landschaft zum Himmel. Muss sein, ich weiß. Trotzdem kann ich keine 50 km die Luft anhalten… da muss ich wohl durch.

K… wie Kreativ. Ich hab Phasen. Dünnhäutig war gestern, Kreativ letzten Samstag. Seither sieht mein Esszimmertisch aus wie eine Kindergartenbastelecke, bei der die Kids nicht aufräumen mussten. Acrylfarben, Buntstifte, Schwämme, Bücher, Skizzen, Papier… alles liegt quer und kreuz. Und ich bin an einem neuen Projekt dran. Vier von zwölf sind schon fertig, also schon ein Drittel!

L… wie Literatur. Und dazu noch geschenkt. Ich habe alte Gutscheine gefunden für meinen Lieblingsbuchladen. Hab immer noch 80 Euro zum Auf-den-Kopf hauen. Lesetipps sind immer willkommen!

M… wie müde. Häufigste Antwort auf die Frage „wie geht’s dir?“ So häufig, dass mich ehemalige Kollegen schon drauf ansprechen und mich fragen, ob ich nicht langsam das Gefühl habe, ich sollte vom Gas gehen. JA doch. Mach ich ja.

N… wie Natur. Auf die freu ich mich. Man kann rund um die … ja ich sag’s nochmal… FERIENWOHNUNG ganz viel Grün sehen. Und Kühe und Pferde und Ziegen und Gänse und Fischteiche. Ick freu mir.

O… wie Ooooohmmmmmm…. hilft!

P… wie Pressearbeit. Ich hab so viel gute Ideen aber mein Tag hat so wenig Stunden. Ich muss mich in den nächsten zwei Wochen mal wieder hinsetzen und notieren, was ich noch alles schreiben wollte. Nicht dass es verloren geht.

Q… wie quasi. Mit Erschrecken bemerkt, dass ich in jeden fünften Satz „quasi“ einbaue. Das geht ja quasi von alleine und eigentlich mag ich das ja überhaupt nicht… werde mir quasi abgewöhnen. Quasi ab sofort.

R… wie Ringelnatz. Neulich beim Abstauben an seinem Gedichtband hängen geblieben und gekichert. Ist schon sehr amüsant. Unbedingt mal lesen!

S… wie SONNE SATT! Siehe auch W.

T…wie Tonne. Der Oberhauser Blechtonne werde ich noch mal einen Besuch abstatten. Den Mammut-Baum muss ich gesehen haben.

U… wie Urlaub? HA! Falsch gedacht. U wie Ursula. Tut mir leid für alle Ursulas. Aber URSULA ist in meinen Augen der SCHLIMMSTE NAME ÜBERHAUPT. Das musste mal gesagt werden.

V… wie Veränderung, die irgendwie in der Luft liegt. Liegt vielleicht an meinem neuen Aufgabengebiet. Das sich jetzt dann auch mal auf dem Gehaltszettel bemerkbar machen dürfte. Der erste Schritt ist getan, mein Chef kam sogar fast auf mich zu damit. Gleichzeitig trifft’s am besten. Nach der Messe gibt’s ein Gespräch. Und nach dem Urlaub.

W… wie Wetter. Endlich hat es sich mal gedreht. Und Petrus hat den Zeiger von Monsun auf „Mitte August“ gedreht. Knutschblauer Himmel und um die 30 Grad. Hoffentlich hält das noch ne Woche…

Z… wie Zoo. Vielleicht schaff ich’s im Urlaub in einen solchen. War ich schon lang nimmer und hätte mal wieder Lust zu.

ABC-Update, Teil 3…

A wie alte Zeiten. Gestern war ich beim Treffen der freien Mitarbeiter meiner alten Tageszeitung. So sehr ich mich gefreut hab, den Haufen mal wieder zu sehen – es ist nicht mehr dasselbe. Wo früher echter Teamgeist die Leute hat füreinander einstehen lassen, herrscht heute irgendwie missgünstige Stimmung. Die wenigsten scheinen noch mit Freude ihren Job zu machen. Schade. Für mich aber ein Zeichen, dass es damals nicht schlimm war, dass ich mein berufliches Leben neu ausrichten musste.

B wie Buchhaltung. Wow, was man alles falsch machen kann bei so ner Gehaltsabrechnung. Die machen das doch extra, sonst würden die ihre Hotlinemitarbeiter ja entlassen müssen. Aber jetzt passt es endlich. Und die Krankenkasse zahlt brav aus der Umlage 2 den Erstattungsbeitrag fürs Mutterschaftsgeld. Bin n’Vollprofi, merkt man, ne?

C wie Chef. „Denk an Deinen Ausweis. Denk an deinen Boarding-Pass. HAST DU ALLES?“ „Jaha, ich kann selbst denken, bin ja nicht doof.“ Cut. Am nächsten Tag, mein handy klingelt „Kannst du mal an meinen Schreibtisch gehen, ich hab die Adresse vergessen, wo wir hin müssen.“….

D wie Dachs, leider überfahren. Der lag am Straßenrand heute morgen. Ganz schön massig, die Tierchen…

E wie Eiszeit. DAS soll eine Klimaerwärumg sein? Warum trag ich dann einen Schal? Im JULI! Siehe auch T.

F wie Ferienwohnung. In eine solche will ich. Irgendwo aufs flache Land. Nur Herr Schatzi und ich. Bald. Siehe auch U.

G wie gelacht habe die ganze Kirche bei der Fahrzeugsegnung neulich, erzählte mir mein ehemaliger Kollege gestern. Der Pfarrer hatte angekündigt, jedes Auto mit einem Spritzer Weihwasser zu segnen. Worauf der kleine Sohn meines Kollegen ein entsetztes „OH NEIN!“ ausrief.

H wie Hunger. Was da in Ostafrika passiert, ist unfassbar. Wieso sperrt eine Regierung die eigenen Leute ein und lässt sie elend verrecken. An Hunger. Und weigert sich, Hilfe anzunehmen. Hat jemand ne Idee wie man helfen kann?

I wie immens. Immens ist mein Arbeitspensum, seit meine Chefin nicht mehr da ist. Aber seit einigen Tagen merke ich, wie ich anfange, andere Dinge als vorher zu überwachen. Die Angst zu verlieren, irgendwas wichtiges zu vergessen. Es läuft. Ich denke. Noch ist nichts verschütt gegangen oder vergessen worden.

J wie Jahrestag. Am 6. August sind es schon vier Jahre in diesem irren Laden. Hammer wie die Zeit vergeht.

K wie Klamotten. Ich hab mal wieder was gekauft. Seit meinem shopping-Embargo kaufe ich viel weniger und viel bewusster. Hatte also was Gutes.

L wie Lachfalten. Ich hab welche. Sind mir just heute morgen wieder aufgefallen, als ich zerknitterterweise in den Spiegel sah. Aber sind das nicht die schönsten Zeugen eines gelebten und gelachten Lebens?

M wie Manieren. Ist es denn zu viel verlangt, wenn man in einer Tiefgarage Leuten begegnet, die offensichtlich im selben Gebäude arbeiten, wenigstens zuzunicken? Oder gar Hallo zu sagen? Oder wenigstens auf ein Hallo zu antworten? Das selbe ist mir im Aufzug passiert. Ich wurde zwar angstarrt, mein Gruß blieb aber unerwidert. Also bitte. Ein bisschen Manieren schaden nie.

N wie Norwegen. Ich habe keine Worte für sowas. Aber es beschäftigt mich, wie vermutlich viele. Junger Mann aus gutem Hause, nie auffällig. Was bringt einen Menschen nur zu so einer Gräueltat.

O wie Ordner, können ganz schön schwer sein. Wurde wieder mal bestätigt neulich, als mir das Regalbrett voller Ordner entgegen kam und ich den Sturz des mittigsten Ordners nur unter Einsatz meiner Stirn verhindern konnte. Autsch!

P wie Parktickets. Ich ärgere mich jedesmal über diese geldgierige Stadt, in der ich arbeite. Als stille Verweigerung gegen Wucherei und JA(!) Wegelagerei löse ich nie ein Parkticket. Seit vier Jahren bin ich glimpflich davon gekommen.

Q wie Quark. Steht seit geraumer Zeit in meinem Kühlschrank, ich weiß nicht so recht, was ich daraus machen wollte. Ideen?

R wie Respekt, den mir unser Geschäftsführer abverlangt. Der Mann wird 88, fährt mit seinem dicken Benz morgens um viertel vor sieben (!) im gestärkten weißen Hemd und im Anzug recht zügig über dunkelgelbe Ampeln und arbeitet jetzt „nur noch“ halbtags. Sein Sohn ist mit Mitte 60 halt blöderweise sowas wie der Prinz Charles der Firmengeschichte. Aber unser Seniorchef ist echt ein erstaunlicher Mann.

S wie Schokolade. Chilli-Granatapfel ist keine geeignete Füllung für Schokolade. Rindsrouladen mit Vanilleeis auf Fruchtspiegel isst ja auch keiner.

T wie Temperatur. Hallo! Es ist Juli! JULI! Das ist NICHT Herbst!

U wie Urlaub. Noch drei Wochen und einen Tag. Mach dass es schnell geht.

V wie Verkehrsunfall. Erinnert ihr Euch an mein Gemotze von neulich wegen der gesperrten Straße? Ich nehm’s zurück. Es hat einen Unfall gegeben, bei dem ein 24-Jähriger ums Leben kam. Er ist unter Alkoholeinfluss mit nem gestohlenen Auto ohne Führerschein im Dunkeln geflüchtet und frontal mit einem Lkw kollidiert. Er war sofort tot. Siehe auch Z.

W wie Weihnachtskarten. Neulich kam der Katalog ins Büro. Wir sollten uns den Frühbucherrabatt sichern. Im Juli. Alles was Recht ist. Auch wenn’s von den Temperaturen her passen könnte.

XY sind eh keine Buchstaben.

Z wie