ABC-Update, Teil 3…

A wie alte Zeiten. Gestern war ich beim Treffen der freien Mitarbeiter meiner alten Tageszeitung. So sehr ich mich gefreut hab, den Haufen mal wieder zu sehen – es ist nicht mehr dasselbe. Wo früher echter Teamgeist die Leute hat füreinander einstehen lassen, herrscht heute irgendwie missgünstige Stimmung. Die wenigsten scheinen noch mit Freude ihren Job zu machen. Schade. Für mich aber ein Zeichen, dass es damals nicht schlimm war, dass ich mein berufliches Leben neu ausrichten musste.

B wie Buchhaltung. Wow, was man alles falsch machen kann bei so ner Gehaltsabrechnung. Die machen das doch extra, sonst würden die ihre Hotlinemitarbeiter ja entlassen müssen. Aber jetzt passt es endlich. Und die Krankenkasse zahlt brav aus der Umlage 2 den Erstattungsbeitrag fürs Mutterschaftsgeld. Bin n’Vollprofi, merkt man, ne?

C wie Chef. „Denk an Deinen Ausweis. Denk an deinen Boarding-Pass. HAST DU ALLES?“ „Jaha, ich kann selbst denken, bin ja nicht doof.“ Cut. Am nächsten Tag, mein handy klingelt „Kannst du mal an meinen Schreibtisch gehen, ich hab die Adresse vergessen, wo wir hin müssen.“….

D wie Dachs, leider überfahren. Der lag am Straßenrand heute morgen. Ganz schön massig, die Tierchen…

E wie Eiszeit. DAS soll eine Klimaerwärumg sein? Warum trag ich dann einen Schal? Im JULI! Siehe auch T.

F wie Ferienwohnung. In eine solche will ich. Irgendwo aufs flache Land. Nur Herr Schatzi und ich. Bald. Siehe auch U.

G wie gelacht habe die ganze Kirche bei der Fahrzeugsegnung neulich, erzählte mir mein ehemaliger Kollege gestern. Der Pfarrer hatte angekündigt, jedes Auto mit einem Spritzer Weihwasser zu segnen. Worauf der kleine Sohn meines Kollegen ein entsetztes „OH NEIN!“ ausrief.

H wie Hunger. Was da in Ostafrika passiert, ist unfassbar. Wieso sperrt eine Regierung die eigenen Leute ein und lässt sie elend verrecken. An Hunger. Und weigert sich, Hilfe anzunehmen. Hat jemand ne Idee wie man helfen kann?

I wie immens. Immens ist mein Arbeitspensum, seit meine Chefin nicht mehr da ist. Aber seit einigen Tagen merke ich, wie ich anfange, andere Dinge als vorher zu überwachen. Die Angst zu verlieren, irgendwas wichtiges zu vergessen. Es läuft. Ich denke. Noch ist nichts verschütt gegangen oder vergessen worden.

J wie Jahrestag. Am 6. August sind es schon vier Jahre in diesem irren Laden. Hammer wie die Zeit vergeht.

K wie Klamotten. Ich hab mal wieder was gekauft. Seit meinem shopping-Embargo kaufe ich viel weniger und viel bewusster. Hatte also was Gutes.

L wie Lachfalten. Ich hab welche. Sind mir just heute morgen wieder aufgefallen, als ich zerknitterterweise in den Spiegel sah. Aber sind das nicht die schönsten Zeugen eines gelebten und gelachten Lebens?

M wie Manieren. Ist es denn zu viel verlangt, wenn man in einer Tiefgarage Leuten begegnet, die offensichtlich im selben Gebäude arbeiten, wenigstens zuzunicken? Oder gar Hallo zu sagen? Oder wenigstens auf ein Hallo zu antworten? Das selbe ist mir im Aufzug passiert. Ich wurde zwar angstarrt, mein Gruß blieb aber unerwidert. Also bitte. Ein bisschen Manieren schaden nie.

N wie Norwegen. Ich habe keine Worte für sowas. Aber es beschäftigt mich, wie vermutlich viele. Junger Mann aus gutem Hause, nie auffällig. Was bringt einen Menschen nur zu so einer Gräueltat.

O wie Ordner, können ganz schön schwer sein. Wurde wieder mal bestätigt neulich, als mir das Regalbrett voller Ordner entgegen kam und ich den Sturz des mittigsten Ordners nur unter Einsatz meiner Stirn verhindern konnte. Autsch!

P wie Parktickets. Ich ärgere mich jedesmal über diese geldgierige Stadt, in der ich arbeite. Als stille Verweigerung gegen Wucherei und JA(!) Wegelagerei löse ich nie ein Parkticket. Seit vier Jahren bin ich glimpflich davon gekommen.

Q wie Quark. Steht seit geraumer Zeit in meinem Kühlschrank, ich weiß nicht so recht, was ich daraus machen wollte. Ideen?

R wie Respekt, den mir unser Geschäftsführer abverlangt. Der Mann wird 88, fährt mit seinem dicken Benz morgens um viertel vor sieben (!) im gestärkten weißen Hemd und im Anzug recht zügig über dunkelgelbe Ampeln und arbeitet jetzt „nur noch“ halbtags. Sein Sohn ist mit Mitte 60 halt blöderweise sowas wie der Prinz Charles der Firmengeschichte. Aber unser Seniorchef ist echt ein erstaunlicher Mann.

S wie Schokolade. Chilli-Granatapfel ist keine geeignete Füllung für Schokolade. Rindsrouladen mit Vanilleeis auf Fruchtspiegel isst ja auch keiner.

T wie Temperatur. Hallo! Es ist Juli! JULI! Das ist NICHT Herbst!

U wie Urlaub. Noch drei Wochen und einen Tag. Mach dass es schnell geht.

V wie Verkehrsunfall. Erinnert ihr Euch an mein Gemotze von neulich wegen der gesperrten Straße? Ich nehm’s zurück. Es hat einen Unfall gegeben, bei dem ein 24-Jähriger ums Leben kam. Er ist unter Alkoholeinfluss mit nem gestohlenen Auto ohne Führerschein im Dunkeln geflüchtet und frontal mit einem Lkw kollidiert. Er war sofort tot. Siehe auch Z.

W wie Weihnachtskarten. Neulich kam der Katalog ins Büro. Wir sollten uns den Frühbucherrabatt sichern. Im Juli. Alles was Recht ist. Auch wenn’s von den Temperaturen her passen könnte.

XY sind eh keine Buchstaben.

Z wie

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