Fischer Hein, seine Fische und das Dschungelabenteuer, oder: Ausmalbilder für Kleine und Große

„Na, Fischer Hein? Wohin des Wegs?“ „Ich fahr noch n’büschen raus auf die See, Fische fangen!“ „OK, na denn mal Petri Heil!“ „Warst Du nicht gestern erst noch im Dschungel?“ „Jo. Alles voller Vierbeiner. Aber zu wenig Meer für nen ollen Seebären wie mich!“

Nanu? Ah, Euch fehlt die Vorgeschichte. In letzter Zeit kommt es öfter vor, dass das Tochterkind vor mir steht mit diesem typisch quengeligen Gesichtsausdruck einer genervten Vierjährigen. Inmitten von Spielzeug fällt der Satz, den wohl alle Eltern kennen: „Mir ist sooo langweilig, ich hab NICHTS zu spielen.“ Is klar. Wenn ich dann sage, „dann mal doch was“, greift sie zwar manchmal zu Block und Stiften, aber dann tritt das ungeschriebene Kinder-Mal-Gesetz in Kraft. Paragraph 1: „Was soll ich denn malen?“ (Mama schlägt Zeug vor. Viel Zeug.) Paragraph 2: „Das kann ich nicht.“ (Ich könnte auch sagen, mal einen roten Punkt aufs Papier. Sie würde trotzdem erstmal behaupten, das überfordere sie völlig.)

 

Also habe ich mich heute hingesetzt und Ausmalbilder gezeichnet. Da hatte das Tochterkind dann wieder sehr konkrete Vorstellungen. „Ein Elefant muss noch drauf, aber KEIN Affe!“ Ob auf unserem Dschungelbild alles naturgetreu  ist, wage ich zu bezweifeln. Ich hatte heute genug zu tun, philosophische Kinderfragen zu beantworten, während ich Tukans, Fische und Schlangen gemalt habe. („Mama, was für Töne kommen, wo das Klavier keine Tasten mehr hat? Warum gibt es weiße und graue Wolken? Haben Schlangen beim Schlafen echt die Augen zu?“)

Sollte ich also Biologielehrer oder Tierpfleger unter meinen Lesern haben – seid gnädig. Ich bin mir auch nicht sicher, wie häufig Doktorfische mit Seepferdchen und Forellen und Heins Kutter in Wirklichkeit herumwuseln. Aber eigentlich geht es ja nur um den Spaß, den Fischen, Blumen und Tieren immer wieder neue Farben geben zu können. Wir haben die Vorlage schnell auf den Kopierer gelegt und ich freue mich, dass ich wenigstens für … sagen wir … zwei Tage keine Malwünsche mehr erfüllen muss. Und wenn … dann erfinden wir eben schnell ein Waldbild, ein Strandbild, ein Lebensmittelbild … you get the point. (Worauf habe ich mich da jetzt nur eingelassen?)

 

ich bin gerne wieder dabei bei den Kreativen dieser Welt.

Creadienstag

Dienstagsdinge

Außerdem: Wer Lust hat, die Unterwasserwelt und unser Dschungelabenteuer selbst auszumalen, kann sich die Bilder hier und hier herunterladen, natürlich kostenlos.

Viel Spaß!

 

Juni-Sonntag: Vom grünen Klee und den köstlichsten Keksen

Wir hatten gestern ein Problem mit der Uhr. Nicht mit der am Handgelenk, sondern mit der inneren. Denn während ich die Nacht davor sehr spät ins Bett gekommen bin, weil ich an diesem Blog gearbeitet habe – Überraschung, alles ganz neu und viel schöner, GELL??? – lalg ich schon vor acht wieder putzmunter im Bett und konnte nicht mehr schlafen. Also habe ich aufgeräumt und Wäsche gemacht, war beim Bäcker und wir haben gemütlich gefrühstückt. Weil ich dann Lust auf Backen, aber keine Lust auf Kuchen hatte, sind kurzerhand diese sensationellen American-Chocolate-Cookies entstanden. Wunderbar crunchig und grade weich genug. Und herrlich schokoladig. Mit Schokolade kann ein Keks ja nur gewinnen, ne?

Und während ein BIOS-Update mit Fernwartung des besten Admins der Welt (danke nochmal!) lief, wurde ich plötzlich furchtbar müde. Und so kam es, dass ich das Essen verschlief. Das Kochen übrigens auch. Als ich aufwachte, war es schon zwei. Und bis wir gegessen hatten war es dann nach drei. Weil mein Mann in Arbeit vertieft am Rechner saß, schnappte ich kurzerhand das Tochterkind und wir strolchten ein bisschen über die Wiesen.

Und dabei ist mir was aufgefallen. Ich bin ein Erklärbär. Wir kommen an keiner Blume vorbei, ohne dass ich sage, „Guck mal, das ist roter Klee“, „Das ist Hahnenfuß, der ist giftig“, „das ist Habichtskraut“ und so weiter. Ich erwarte gar nicht, dass Hannah sich das alles sofort merkt. Aber ich gebe weiter, was ich als Kind selbst erfahren habe: Kein Nachmittag verging, ohne dass ich mit meinem Opa im Wald war. Ich kannte alle Bäume und Sträucher mit Namen und noch heute denke ich an meinen Opa, wenn ich Huflattich sehe – er sagte immer, die kleinen gelben Blümchen sind die allerersten Frühjahrsboten. So ist es für mich heute selbstverständlich, zu erklären und zu zeigen, was ich kenne. Ob es Gartenkräuter und Wildblumen sind – Hannah kennt sich schon richtig gut aus und ich freue mich sehr. Ihr kennt Euch selbst nicht gut aus und wüsstet gerne, an welcher Blumenpracht Ihr da grade vorbeispaziert? Ein kleiner Tipp: Das Buch „Was blüht denn da“ aus dem Kosmos-Verlag. Man kann darin anhand der Blütenfarbe bestimmen, was da denn wächst. Uns hat es schon so manchen Aha-Effekt beschert.

American-Chocolate-Cookies

Zutaten: 150 g dunkle Schokolade, 139g Butter in kleinen Stückchen, 200g Zucker (ich habe 100g durch braunen Zucker ersetzt), 1/2 Päckchen Vanillezucker, 1 Ei, 180g Mehl, 1/2 TL Natron, 1 TL Backpulver, etwas Salz

Backofen vorheizen auf 180 Grad. Die Schokolade mit einem Messer in kleine Stücke hacken und beiseite stellen. Butter, Zucker, Vanillezucker und das Ei mit dem Rührgerät vermischen, bis es eine gleichmäßige Masse gibt. Dann das Mehl, das Backpulver, das Salz und das Natron dazugeben und weiter rühren. Zum Schluss hebt ihr die Schokoladensstückchen unter. 

Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. Formt kleine Kugeln aus dem Teig und legt sie mit etwas größerem Abstand zueinander aufs Blech. (Mit klein meine ich etwa Walnussgröße. Irgendwann im Lauf des Prozesses wurden meine Walnüsse eher Tennisbälle und die Cookies dementsprechend eher untertellergroß …) Backt jedes Blech einzeln für etwa 10 Minuten. Beim Herausnehmen beachten: Die Cookies sind sehr weich. Ihr müsst sie samt dem Papier auf ein Kuchengitter ziehen und abkühlen lassen.

Sie lassen sich dann auch gut in einer Vorratsdose aufbewahren. (Wobei … Vorratsdose für Kekse? Welcher Vorrat?)

Weil der Tag sich also irgendwie hinzog, hatten wir dann um sieben abends Lust auf ein Eis und flanierten noch ein bisschen durch die abendlich leere Innenstadt. Um zehn fiel ich dann trotz des Mittagsschlafs mit der Nase voraus ins Bett. Nicht ohne vorher noch einen Keks gegessen zu haben. Auch Große brauchen manchmal ein Betthupfer. Nach dem Eis. Äh … 😉

 

 

 

 

 

Bleibt cool – oder: Wie eine Redakteurin durch den heißen Tag kommt!

„Du musst am Sonntag arbeiten?“ fragte mich neulich jemand ungläubig, mit dem ich mich übers Wochenende ausgetauscht hatte. „Ja klar“, sagte ich, „Zeitungen erscheinen schließlich auch montags.“ Was für mich völlig selbstverständlich ist, scheint für Außenstehende ein Mysterium zu sein. Mir ist bei dem kurzen Geplauder bewusst geworden, dass viele überhaupt keine Ahnung haben, wie der Alltag einer Redakteurin so aussieht. Also dachte ich, ich trage mal ein paar Fakten zusammen und nehme Euch mit in einen ganz normalen Tag. Habt ihr Lust?

Dann geht’s los. Aber nicht so schnell. Denn während viele Lehrerinnen, Arzthelferinnen, Sekretärinnen schon morgens um sieben am Schreibtisch sitzen, sehen wir dem Tagesgeschehen um diese Zeit noch eher gelassen entgegen. Das meiste, was für den kommenden Tag und die Printausgabe relevant sein wird, passiert einfach erst im Lauf des Tages. Ich habe morgens also Zeit, die Kleine in den Kindergarten zu bringen und noch dreimal zu drücken und mir fünf Küsschen abzuholen. Einmal in der Redaktion angekommen, checke ich erstmal, ob wichtige Mails gekommen sind. War ich am Tag zuvor bei einem Termin und habe noch etwas zu schreiben, dann ist das die beste Zeit: Das Tagesgeschäft hat noch nicht Fahrt aufgenommen und es ist allgemein eher ruhig. Zum morgendlichen Pflichtprogramm gehört auch der Blick ins Werk des Mitbewerbers. Haben wir was verpasst?

Wenn alle Kollegen da sind, beraten wir kurz, wie die Seiten für morgen aussehen könnten. Dann geht jeder seinem Werk nach. Auf Termin zu sein, bedeutet, wir haben einen Termin zum Interview ausgemacht und treffen uns mit Gesprächspartnern, sind zu Pressegesprächen eingeladen worden oder eben sonstwie on a mission.

Manchmal wandere ich dabei auch durch den Wald auf der Suche nach illegalen Müllhalden, auf die uns jemand hingewiesen hat oder fotografiere Baugebiete, die noch nicht erschlossen, aber Thema im Gemeinderat sind. Nicht immer Nie habe ich das passende Schuhwerk an dabei. You know me. 🙂

Nachmittags um zwei schließlich treffen wir uns zur Redaktionskonferenz. Der Tag ist bis dahin planbarer geworden, wir können die Themenlage einigermaßen einschätzen und beraten uns mit Kollegen, was ins Blatt kommt und wo es stehen wird.

Manchmal bleibt es bei dieser Planung, manchmal passiert ein schwerer Unfall, es gibt ein heftiges Unwetter oder – im schlimmsten Fall – es stirbt eine wichtige Person. Dann sind die Pläne über den Haufen geschmissen und wir fangen beinahe von vorne an. Gut, dass wir online schneller sein können – was wichtig ist und fertig ist, wird berichtet.

Und manchmal ist auch schon im Voraus klar, dass der Aufmacher, also der wichtigste Artikel einer Seite, der immer oben steht, erst abends geschrieben werden kann, weil man beispielsweise aus einer Gemeinderatssitzung berichtet, die sich von fünf bis neun hinzieht. In diesem Fall kommt man in die Redaktion zurück uns so gut wie alleine – die Putzfrau kommt manchmal noch vorbei. Die Kollegen haben einem ein Loch auf der Seite übrig gelassen, das es mit Text und Bild zu füllen gilt. Und ebenso klar ist, dass man an Tagen, an denen man am Vorabend bis elf in der Redaktion über einer Überschrift brütete, nicht wieder morgens um acht anfangen mag. Aber das ist dann auch völlig ok.

Dabei wären vor allem in den letzten Tagen die Morgenstunden vermutlich die angenehmsten im Büro, denn die Hitze macht die Konzentration am Mittag zur Herausforderung. Ich habe Euch deswegen heute ein paar Tipps aufgeschrieben, wie ihr die Hitze im Büro besser übersteht.

Tipp Nummer eins, der natürlich jedem bewusst ist: Trinken! Viel! Das Problem ist – ich vergesse es oft vor lauter Stress und Konzentration. Mir hilft dabei, die Wasserflasche immer vor meiner Nase stehen zu haben. Der Ästhet in mir findet die Sprudelflasche aus der Kiste zwar sehr praktisch, aber nicht so hübsch.

Deswegen steht Zuhause neben meinem Rechner eine kleine Karaffe, die eigentlich dazu dient, Saft einzukochen. Ich finde die Form so hübsch und vor allem den Glasdeckel sehr praktisch: So muss ich nicht aufpassen, dass mir eine Biene, Wespe oder Mücke in mein Getränk fällt. Weil Wasser allein auf Dauer ein bisschen fad ist, habe ich gerne Zitronenschnitze oder Minzblätter im Wasser. 

Ein anderer Trick, wie der Flüssigkeitshaushalt ausgeglichen bleibt: Obst und Gemüse naschen, das viel Wasser enthält. Ich habe oft Lust auf Wassermelone im Sommer, weil sie ein süßer Wasserspender ist.

Auch Trauben lassen sich bei der Arbeit nebenbei gut essen, weil man sich, anders als bei der Wassermelone, keine klebrigen Finger holt. Wenn ich genug Obst gegessen habe und keine Lust mehr auf Süßes habe, schneide ich mir oft ein paar Scheiben Salatgurke – sie lässt sich gut knabbern und schmeckt schön frisch.

Gegen Abend lässt an heißen Tagen meine Konzentration meistens nach. Trotz Obst und Wasser geht irgendwann nichts mehr und ich habe das Gefühl, mein Hirn schmilzt ein bisschen. Oft hilft es mir dann, eine Hand voll Nüsse zu knabbern.

Zur Zeit greife ich gerne zu gesalzenen Mandeln oder Macadamia-Nüssen. Sie sättigen, wenn sich der Hunger gegen Abend bemerkbar macht und liefern wichtige Inhaltsstoffe fürs Hirn.

Und nicht nur beim Essen, auch sonst lässt sich der Sommer erträglicher machen. Seit wenigen Tagen steht ein Thermalwasserspray auf meinem Schreibtisch. Der Zerstäuber verteilt feinen Nebel auf Beine, Arme und das Gesicht und es kühlt herrlich ab. Der Effekt ist zwar von kurzer Dauer, aber es tut wirklich gut.

Auch der Fußbalsam von Weleda tut bei großer Hitze unheimlich gut. Rosmarin und Lavendel duften herrlich frisch, der Balsam ist überhaupt nicht fettig, sondern zieht sofort ein. Und das Beste: Der Balsam macht die Füße angenehm trocken und hinterlässt ein frisches Gefühl auf der Haut.

Der angenehmste Ort ist übrigens zur Zeit unser Keller. Und da bei der Hitzewelle noch kein Ende in Sicht ist, könnte es sein, dass ich die Melone ganz einfach zwei Stockwerke tiefer verputze. Bei 18 Grad und in langen Ärmeln.

Picknick im Gartenpavillon – draußen ist es am Schönsten!

Vielleicht muss man ein bisschen bescheuert sein, bei 31 Grad draußen und gefühlten 50 Grad in der Dachwohnungsküche den Backofen anzuwerfen. Vielleicht oder ziemlich sicher. Wisst ihr was? Ich bin es gern. Für eine verrückte Idee braucht es bei mir keine großen Pläne oder Auslöser. Ich war neulich mit dem Tochterkind in der Stadt, die Sonne brannte auf unsere Haut, der Asphalt reflektierte die Hitze unbarmherzig und die Luft schwirrte. Aus einem Schnickeldi-Geschäft kam erlösende kühle Luft und wir sagten beide gleichzeitig „aaaah“. Und beschlossen, dass wir sicher ganz dringend noch solches Schnickeldi brauchen. Allein der Klimaanlage wegen. Und als ich Einweg-Holzbesteck in die Finger kam, passierte, was mir oft passiert. Ich hatte plötzlich Bilder von einer Sommerwiese vor Augen, von Fingerfood und von einem frischen Salat, den wir gemütlich und ganz einfach draußen auf dem Boden essen würden. Sehr vorsichtig erwähnte ich das Wort Picknick meiner Tochter gegenüber. Hannahs Augen strahlten und uns war klar – wir würden auf dem Heimweg noch einkaufen.

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Pixiekörbchen für erdbeernaschende Leseratten

Das Tochterkind hat einige Dinge von mir geerbt. Ihren Mitteilungsdrang wohl ebenso wie ihre Kreativität und ihren mitunter absurden Humor (heute haben wir beide so getan, als wären wir schwerhörig. Sie so: „Hör mal, ein Hubschrauber!“ und ich „Waaas sagst Du, ein Pupsschrauber?“ Sie hat sich eine halbe Stunde lang nicht wieder eingekriegt. Und ich auch nicht. Und als in der Stadt beim Einkaufen kurz drauf ein Pu…hubschrauber über uns flog, fing das Gegackere wieder an. Wir haben sogar widlfremde Passanten mit unserem Gekicher angesteckt. Also auch für was gut.). In letzter Zeit versinkt sie ganz mamagleich auch immer wieder in Bilderbüchern und blättert und liest sich selbst vor. Nacherzählt natürlich. Beliebt sind hier die kleinen Pixiebüchlein, die man überall hin mitnehmen kann und die nicht viel Platz in Mamas Handtasche brauchen. Auch als Mitbringsel bekommen wir viele der kleinen Büchlein geschenkt. Wir hatten sie immer in einem kleinen Holzkistchen von IKEA, aber mittlerweile ist unser Sortiment so umfangreich, dass wir uns nach einer neuen Aufbewahrungsmöglichkeit umsehen mussten. Und wie der Zufall so will, schneite uns die ganz unverhofft umsonst ins Haus. Ein Pixiekörbchen. „Pixiekörbchen für erdbeernaschende Leseratten“ weiterlesen

Pizza, Pasta, Klopapier – Dinge, die uns glücklich machen!

Hand hoch, wer hat schon mal im Restaurant einen Espresso aufs Haus bekommen? Kennt ihr? OK, und wer hat schon mal einen Grappa bei seinem Lieblingsitaliener nach dem Essen als nette Geste des Chefs serviert bekommen? Nix Ungewöhnliches?
Na schön. Dann jetzt die Einhunderttausend-Euro-Frage: Wer hat schon mal nach dem Genuss von Pizza und Pasta eine Rolle Klopapier mit nach Hause bekommen von der Chefin des Hauses? Na? NA?

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Warum ich keine lästigen Pflichten habe.

Ich saß gestern Abend in der Redaktion an meinem Schreibtisch, hatte rote Wangen und in meinem Kopf ratterte es. Den ganzen Nachmittag hatte ich telefonisch quer durch Behörden und Gerichte recherchiert, um ein möglichst aktuelles Bild eines aktuellen Rechtsstreits wiederzugeben. Mit dem Text, den zwei Kollgen gegengelesen hatten, war ich zufrieden. Runder würde ich ihn nicht hinkriegen. Allein der zweizeilige Vorspann wollte und wollte nicht gelingen. Zu wenig Platz, zu viele und komplizierte Worte, die Sachlage zu komplex. Ich schrieb und löschte, hirnte und verwarf.

Bis ich schließlich bei meinem Chef um kreativen Input bat. Und froh war, dass der auch keine perfekte Lösung mal eben so aus dem Ärmel schüttelte, sondern durchaus verstand, wo meine Schwierigkeiten lagen. Wir hirnten also zusammen. Und fanden schließlich eine Lösung, mit der wir beide zufrieden waren. Kurz danach stand der Verleger in der Redaktion und fragte nach einem Kollegen. Wir kamen ins Plaudern und er fragte mich, ob ich zufrieden sei und ob ich mich wohlfühlte. Als ich eine Weile später nach Hause fuhr und den Tag an mir vorbeiziehen ließ, fiel mir eines auf. Ich fühlte mich unfassbar zufrieden. „Warum ich keine lästigen Pflichten habe.“ weiterlesen

Das Geldgeschenk, das der Himmel geschickt hat. Per Elefantenbote.

Kennt ihr die Leute, die alles haben und sich nichts wünschen? Die zu Geburtstagen einladen und einen vor schier unlösbare Rätsel stellen? Jeder kennt die. (Und wie sehr liebe ich da kleine Kinder, die unbescheiden das Lego-Prospekt aufblättern und ankreuzen, was sie sich wünschen. Alles, halt.) Wir waren am Wochenende zu einem vierzigsten Geburtstag eingeladen und das Geburtstagskind wünschte sich einen Beitrag zur Haushaltskasse. Bei dem Gedanken, Geld in einen Umschlag zu stecken, schluckte ich trocken.

Und dann hirnte ich kurz und hatte die Idee, ein Papierschiff auf eine Landkarte zu kleben, gefolgt von kleinen Booten aus Geldscheinen. Also machte ich mich auf in die Bastelabteilung des hiesigen Gartenmarkts. „Das Geldgeschenk, das der Himmel geschickt hat. Per Elefantenbote.“ weiterlesen

Working-mom-Studie: Das Märchen der Vereinbarkeit

Heute ist die Working-Mom-Studie veröffentlicht worden, nach der sich jede dritte Mutter trotz Partner als alleinerziehend wahrnimmt. Ich habe im Radio davon gehört, als ich – Achtung Klischee – in meiner Mittagspause unterwegs war zwischen Job und Supermarkt. Frauen würden sich entgegen besseren Wissens aufreiben, um möglichst an allen Fronten mehr als hundert Prozent Leistung zu bringen. Und sich dabei nicht nur selbst verlieren, sondern auch ein schlechtes Gewissen bekommen, weil sie keiner ihrer Aufgaben zu hundert Prozent gerecht würden.

Ich habe daraufhin eine Weile überlegt, wie ich das sehe. Das hörte sich in meinem Kopf ungefähr so an: „Working-mom-Studie: Das Märchen der Vereinbarkeit“ weiterlesen

„Pizza Heureka“, oder: Geschichtsunterricht und Kulinarisches aus dem Hause Dailydress

Wenn ich mir bei der ganzen Hausarbeit ein Ding aussuchen müsste, das ich wirklich gerne tue, dann wäre das auf alle Fälle Kochen. (Leider fragt mich niemand, ob ich den Rest ab sofort einfach weglassen möchte. Man kann halt nicht alles haben, wa?) Beim Einkaufen verlasse ich mich dabei absolut auf meine Intuition. Ich überlege im Vorfeld ungefähr, wann wir alle zusammen am Tisch sitzen, wer was gerne mag und welches Gemüse sich wie lange hält. Und dann fülle ich den Kühlschrank und zwar so, dass ich möglichst wenig Zeit im Supermarkt verschenke, es sei denn, ich habe absolut Lust dazu. Gestern kam ich zum Beispiel nur mit frischen Rosen und anderen Blumen nach Hause, weil der Kühlschrank zwar ziemlich leer, der Laden aber mehr als voll war und ich beim Blick auf die Schlangen an der Kasse nach dem Besuch des vorgelagerten Gärtners einfach wieder umkehrte. So schnell verhungern wir nicht und hey – wenn, dann stilvoll mit Rosen auf dem Tisch. „„Pizza Heureka“, oder: Geschichtsunterricht und Kulinarisches aus dem Hause Dailydress“ weiterlesen