Wie man’s macht …

In Zeiten, in denen Redakteure der Obrigkeitshörigkeit verdächtigt werden, in denen Begriffe wie Lügenpresse fallen, geben wir täglich unser Bestes, den Vorwürfen entgegenzutreten und es besser zu machen. Auch wenn es um banale Dinge geht.

Als ich im Mai angefangen habe, wieder zu arbeiten, ist mir irgendwie ein Thema in den Schoß gefallen. Es geht um einen Streit, der seit Monaten schwelt. Neulich ist ein großer Artikel von mir dazu erschienen, an dem ich tagelang gearbeitet und recherchiert habe. 

Heute morgen rief einer der Beteiligten an (der nicht im Artikel vorkam).

Sinngemäß lief das Gespräch ungefähr so:

Er: „Ihr Artikel war doof! Sie schreiben, dass das Gras grün ist! Wer hat Ihnen das gesagt?“

Ich: „Die zuständige Rasenbehörde!“

Er: „Ach. Und der glauben Sie?“

Ich: „Öh … ja, es ist eine Behörde, sie unterliegt dem Gesetz…“

Er (unterbricht micht): „Gesetze, ha, dass ich nicht lache, die Behörde hält sich doch nicht ans Gesetz! Grünes Gras! Ha! Und Sie glauben das! Sie haben sich das von denen ins Blatt diktieren lassen.“

Ich: „Was ich geschrieben habe, geht aus dem aktuellen Grasfarben-Gutachten hervor!“

Er: „Wo steht das?“

Ich (zitiere aus dem Gutachten): „… so ist abschließend festzustellen, dass das Gras grün ist.“

Er: „Grün! Das muss man doch interpretieren! Gemeint ist, das Gras kann alle Farben haben, aber grün ist die wahrscheinlichste! Verstehen Sie das nicht? Grün! Das hat sich Ihr Informant doch ausgedacht, der legt sich ja alles zurecht wie es ihm passt und beruft sich auf das Gutachten.“

Ich: „Das steht doch aber nicht da!“

Er: „Sie kennen sich in Sachen Grasfarben halt net so gut aus wie ich, ich bin da jetzt schon echt ein Fachmann.“

Ich: „Aber wenn da grün steht, der Fachmann bestätigt, dass da grün steht und ich schreibe, dass der Fachmann sagt, es sei grün … wo ist dann ihr Problem?“

Er (selbstsicher):  „Ich hatte gestern einen anderen Fachmann da. Der sagt, das Gras ist blau!“

Ich: „Oh. Blau? Können Sie das belegen?“

Er: „Ja natürlich, ich habe ein 1000-seitiges Gutachten!“

Ich: „Kann ich das haben?“

Er: „Ja natürlich. Nur ist der Drucker gerade ausgefallen. Aber dann dürfen Sie es durchblättern.“

Ich: „Ich werde es lesen, komplett. Und da steht drin, dass das Gras blau ist?“

Er: „Ich hatte ja nicht gesagt, dass es blau ist.“

ich: „NICHT?“

Er: „Es gibt ja auch sowas dazwischen. Wie … türkis.“

Ich: „Ja was denn jetzt?“

Er: „Ja wissen Sie, wenn viele Menschen zusammenarbeiten, versteht man schon mal was falsch. Und wenn Herr x Ihnen sagte, das Gras sei blau, dann meinte er eventuell auch türkis. Mehr so … grüntürkis. So wie ich das ja von Anfang an gesagt habe.“

Ich: „Sie haben doch vorhin noch …“

Er (redet einfach weiter): „Es war ja nicht alles falsch, was Sie geschrieben haben. Das türkis ist ja sehr grünlastig. Von weiter weg könnte man, bei flacher Sonneneinstrahlung und wenn die Venus im vierten Siloturm steht, auch meinen, es sei grün.“

ich: „Sie sagen jetzt also, das Gras ist grün?“

Er: „Sie verstehen das halt nicht. Es ist ja grün, natürlich ist es grün. So schlecht war Ihr Text ja nicht. Das sagte auch der Experte, der mein Gutachten geschrieben habe. Grün. Sage ich ja schon lange. Mir glaubt ja keiner.“

Ich: „…“

Insofern … morgen ist ein neuer Tag. Ich werde aufstehen und aus dem Fenster linsen und gespannt sein, welche Farbe mein Gras hat. Und morgen Abend verabschiede ich mich für zwei Wochen von Grasgutachtern und Farbwahrnehmungen. 😉

 

 

Kind, Karriere und die Kunst des Glücklichseins

Manchmal gibt es lustige Zufälle. Ich wollte über meine Woche schreiben und darüber, dass ich die drei Tage in der Redaktion echt völlig in der Arbeit versunken war. Da ruft die liebe Sabrina von Mamihelden  zur Blogparade zum Thema Kind und Karriere auf.

Karriere? Ich stolpere über das Wort ein bisschen. Karriere hat für mich immer mit Aufstieg zu tun. Sich alle zwei Jahre zu verbessern und die berühmte Leiter hinauf zu klettern. Es mag unambitioniert klingen – aber ich will nirgends hin steigen. Ich will genau das tun, was ich seit Mai (wieder) tue: Schreiben.

Was zunächst mit zwei ganzen und einem halben Tag begonnen hat, habe ich jetzt auf drei ganze Tage ausgeweitet und noch keinen Tag bereut. Wir haben das Glück, zwei mal zwei Großeltern zu haben, die in der Nähe sind und die Kleine gerne vom Kindergarten holen, bekochen und bespaßen.

Das ermöglicht es mir, am Dienstagmorgen in den Workflow einzutauchen und mich am Donnerstagabend wieder ausspucken zu lassen. Meine Arbeitszeiten sind dabei schlecht kalkulierbar. Ist wenig los und werden wir zügig fertig, ist Feierabend um halb sieben durchaus machbar. Stehen Abendtermine an oder ist sonst eben viel zu tun, dauert es. Wenn Gemeinderatssitzungen sind, über die wir abends noch für die folgende Printausgabe schreiben, wird es hingegen auch mal elf und somit fast halb zwölf bis ich nach Hause komme. In der Regel hat mein Mann dann die Kinderbetreuung längst übernommen und die Kleine ins Bett gebracht. Dafür fange ich dann am anderen Morgen nicht vor halb zehn an und habe so morgens locker Zeit, mit meiner Tochter entspannt zu frühstücken und sie in den Kindergarten oder zu Oma zu bringen. Dazu kommt, dass ich einen Chef habe, der selbst Kinder hat und schon in Teilzeit gearbeitet hat. Er sagte neulich, wenn es mal schwierig würde, könne ich die Kleine auch mal mitbringen. Eine Option, von der ich noch nie Gebrauch machen musste. Aber gut zu wissen, dass es ginge.

Das schlechte Gewissen melde  t sich bei mir so gut wie gar nie. Ich weiß mein Kind gut betreut und bin mir durchaus bewusst, dass ich nicht die einzige Bezugsperson bin, die meinem Kind gut tut. Die Omas und Opas haben großen Teil daran, dass die Kleine vielseitigen Input hat. Die eine Oma tobt gerne im Garten herum, die andere gehört mehr zur Fraktion Bastelfee. Auch im Kindergarten gab es noch nie Probleme. Sie geht vom ersten Tag an gerne und auch der Abschied war noch nie ein Drama.

Schwierig ist es nur, wenn ich zwar spät nach Hause komme, aber die Kleine noch auf ist. Dann will sie bei mir sein und nicht ins Bett. Wenn sie dann bockig ist und mir an den Kopf wirft, ich hätte NIE Zeit für sie, dann ist das schon hart. Andererseits haben wir durch meine drei vollen Arbeitstage ein Ritual entwickelt, das wir beide sehr genießen: Freitags und Montags nehmen wir uns sehr bewusst Zeit füreinander. Wir gehen zusammen einkaufen, sie hilft mir kochen, wir spielen Memory, machen Waldspaziergänge oder basteln zusammen.

Ich habe nicht das Gefühl, nicht zu genügen. Weder im Job noch daheim. Ich habe das große Glück, beides ohne Reibungsfläche unter einen Hut zu bringen und mich jeweils zu 100 Prozent einbringen zu können. Ich lasse mich ganz bewusst mit all meiner Hingabe auf den jeweiligen Tag und seine Aufgaben ein und genieße es sehr sehr sehr, wieder unter Leute zu kommen, den Kopf zu benutzen und meiner Berufung nachgehen zu dürfen. Ich mache beides mit vollem Einsatz und es füllt mich absolut aus. Wenn man das Karriere nennen mag, dann ist es wohl so. Mamakarriere und Jobkarriere – wenn man den goldenen Weg findet, funktioniert beides.

Ich würde jeder Mama raten, ihre Bedürfnisse zu achten und sie nicht völlig dem Kind unterzuordnen. Ein Kind braucht eine Mama, die zufrieden ist. Dafür muss sie ihren eigenen Weg finden und der ist individuell und dann richtig, wenn er sich gut anfühlt. Und noch ein Tipp zum Schluss: Andere Lebensmodelle gelten zu lassen gehört für mich absolut dazu. Die schlimmsten Kritiker von arbeitenden Müttern sind oft andere Mütter, die ihren Vollzeit-Mama-Weg als einzig richtige Lebensform betrachten. Mit Akzeptanz, Toleranz und gegenseitiger Stärkung wäre vielen geholfen.

 

 

Daily business – wie bestellt und nicht abgeholt.

Die meisten meiner Tage sind „Jippieee und yeeeahhh“. Ich stehe motiviert auf, quatsche gut gelaunt ein morgenmuffeliges Kind in frische Klamotten und ringe ihm eine Runde Zähneputzen ab, bringe es in den Kindi oder zu Oma und starte in einen Arbeitstag voller Höhen und … Höhen.

Heute war eher so „Och. Joa.“ Ich stand motiviert auf, bugsierte das muffelige Kind in frische Klamotten, rang ihm das Versprechen ab, aufgrund der fortgeschrittenen Zeit bei Oma die Zähne zu putzen nach dem Frühstück, das ich ihm eingepackt hatte.

Und dann nahm der Tag so seinen Lauf. Ein Artikel, den ich nach Rücksprache mit der zuständigen Behörde geschrieben habe, hat nicht den Vorstellungen der Tippgeberin entsprochen. Ungefähr um 180 Grad nicht.

Beim  nächsten Termin wollte mein Gegenüber eigentlich den Artikel selbst verfassen, mindestens aber alles korrekturlesen dürfen. Nicht weil er an meiner Intelligenz zweifle, sondern weil die Sache halt echt kompliziert sei. Danke auch.

Am Nachmittag wurde ich zu einem Termin bestellt. Treffpunkt 14.30 Uhr an der Pforte. Ich war zehn Minuten zu früh und wartete auch noch zehn Minuten länger. Trotzdem kam keiner. Ende vom Lied: Ich war bestellt aber nicht abgeholt worden und das Pressegespräch musste nochmal von vorn begonnen werden. So isses dann halt.

Als endlich langsam Ruhe in die Redaktion einkehrte, schrieb ich noch eine Geschichte vom Stapel, die mir keine Ruhe lässt sonst. Dann besorgte ich Brötchen, räumte eine Spülmaschine aus, bezog das Bett frisch und beschloss, dass der morgige Tag eine neue, weiße Seite im Buch ist. Und wehe da sudelt mir jetzt einer drauf rum.

Die rehabilitierte Rabenmutter …

Als Eltern kann man ja irgendwie alles. Beim ersten Kind lernt man, wie eine Windel um den Kinderpopo gehört, wie man diese feinen, scharfen Fingernägelchen schneidet, ohne das Kind seiner Fingerkuppen zu berauben, man lernt Müdigkeit und mitunter auch seinen eigenen Geduldsfaden neu kennen.

Was man ebenfalls schnell feststellt: Man kann ganz schön viel falsch machen. Ein Kind zu erziehen heißt nämlich nicht, alles möglichst richtig zu machen. Es heißt schlicht, tagtäglich abzuwägen, was einem am wenigstens falsch vorkommt in einer Welt voller Möglichkeiten.

Dabei hatten wir, als das Fräulein noch inwendig war, von vielen Dingen eine konkrete Vorstellung: Das Kind schläft nicht im Ehebett. Sie wird um acht Uhr abends im Bett sein. Ich stille mindestens ein halbes Jahr. (Wen es interessiert: Die Nachteule, die wir da produziert haben, hatte keinen Bock auf gestillt werden, wohl aber darauf, den Abend MIT Mama und Papa zu verbringen und dann in deren Bettmitte seelig einzuschlummern. Wir haben das irgendwann als unseren Weg akzeptiert und hatten von heute auf morgen das Drama minimiert.)

Was ich dadurch gelernt habe? Ich habe ein Bauchgefühl, das taugt. Gute Ratschläge kamen von allen Seiten aber ich habe sie getrost ignoriert, wenn ich der Meinung war, es passt für uns nicht. Dazu gehörte auch, Angebote einfach auszuschlagen. Und die kommen auf junge Eltern reichlich zu. Ich erinnere mich daran, dass wir plötzlich Rabattheftchen bekamen für die richtigen Windeln, dass Amazon mir Elternratgeber vorschlug (Kunden, die einen Windeleimer bestellten, kauften auch „Jedes Kind kann schlafen“. Soso.), dass die Sparkasse uns eine spezielle Versicherung anpries und so weiter.

Und auch um meine üppige Freizeit sorgten sich plötzlich alle. Babymassagekurse, Eltern-Kind-Feng-Shui, Musikgarten, Zwergentanz, Rhythmische Gymnastik mit Baby und so weiter. Ich tat, was ich in diesen Situationen immer tue: Ich versuchte mich beim Zwergentanz, beim Babymassieren und beim frühkindlichen Babyschwimmen zu sehen, mir vorzustellen, wie ich im Kreis anderer Mütter mit meinem Kleinkind tanzte, es massierte oder im Wasser umherschwenkte. Und jedesmal sagte die Stimme in mir – och … nö.

Gezwungenermaßen, meiner Überzeugung folgend, musste ich so auch immer wieder Fragen anderer Mütter nach unserer Vor- und Nachmittagsgestaltung beantworten. Ich erlebte viele hochgezogene Augenbrauen („Ach? Kein Elterncafé? Dabei spielen die Kinder so schön miteinander, ist ja so wichtig, der Kontakt mit anderen Einjährigen, dass sie später keine Soziopathen werden“ „Babyschwimmen ist total entspannend, ist zwar immer voll der Stress mit An- und Ausziehen und das Maxicosi ist hinterher feucht, aber Calvin-Finn hat immer so einen Spaß, wenn er nach zwanzig Minuten aufgehört hat zu Schreien…“) und fühlte mich gelegentlich dann wie die Rabenmutter, die ihrem Kind jeglichen Sozialkontakt verwehrt und sich später große Vorwürfe machen wird, weil das arme Mädchen ohne Freunde, ohne Rhythmusgefühl und ohne den Hauch einer Chance auf höhere Bildung aufwachsen musste. NUR WEGEN MIR.

Als das derart ungeförderte Kind dann in den Kindergarten kam, stellte sich nach ungefähr zwei Stunden heraus, dass das mit dem Soziopathentum nicht ganz so schlimm werden wird. Sie fasste im Nu Vertrauen zu der jungen Erzieherin und geht von diesem ersten Tag an mit Freude und ohne jegliches Drama in den Kindergarten. Sie trägt das tiefe und absolute Vertrauen in sich, dass sie nie allein gelassen und immer wieder abgeholt wird. Sobald wir den Kindergarten betreten, sucht sie entweder Kontakt zu ihren Freunden (Sie hat welche! No way!) oder zur Erzieherin. Der Abschied ist an 99 von 100 Tagen überhaupt kein Problem, das Sich-Selbst-Bewusstsein fest  und stabil.

Auch das Fernbleiben aus dem musikalischen Zwergen-Ryhthmus-Tanz-Singspiel-Garten scheint keine bleibenden Schäden hinterlassen zu haben. Die Viereinhalbjährige singt in sehr herzigem Minions-Englisch die Charts rauf und runter, so gut, dass Außenstehende den Titel erkennen. Ihre Begleitung am Klavier ist zwar noch ausbaufähig, Rhythmusgefühl ist aber unverkennbar. Außerdem spielt sie Alle meine Entchen fehlerfrei, ohne dass ich es ihr eingebläut hätte.

Was aber haben wir die letzten gut vier Jahre getan an unseren Vor- und Nachmittagen? Ganz einfach – nur, wozu wir Lust hatten. Wir haben uns nicht von Terminen gängeln lassen (Montags um zehn ist Babyschwimmen, ob das Kind da gerade schläft, interessiert nicht – WAS FÜR EIN KRAMPF!), sondern uns jeden Tag nur genau das vorgenommen, was gut für uns war. Hatten wir Lust, zu malen, haben wir gemalt. Wollten wir etwas entdecken, haben wir uns ins Auto gesetzt und uns Städte in der Umgebung angeguckt. Wir sind Waldlehrpfade entlang gewandert, haben Blumen gepflückt, Fachwerkhäuser bestaunt, Museen besucht.

Neulich nahm mich die Erzieherin beiseite und fragte, ob wir uns schon mal überlegt hätten, die Kleine ein Jahr früher einschulen zu lassen, sie stecke in manchen Dingen die kommenden Erstklässler in den Sack.

Ich atmete laut hörbar auf. Die Rabenmutter, die ihrem Kind jeglichen frühpädagogischen Förderschnickschnack eigenmächtig vorenthalten hat, ist rehabilitiert. Ich stellte fest: Man kann ein helles Köpfchen werden, ganz ohne dass die Mutter die kognitiven, musischen, motorischen Fähigkeiten vom ersten Schrei an zu fördern versucht hat.

Ich habe mich mit meinem Mann ausgetauscht und wir haben beschlossen, dass die Kleine nach Plan in die Schule gehen wird. Sie soll Kind sein, sie soll ihre Freiheit und Freizeit haben, so lange unser System das so vorsieht. Früh genug wird ihr ein Raster angelegt, früh genug wird sie öfter müssen müssen als können dürfen. Und sollte sie sich in der Grundschule tatsächlich langweilen (weil der Opa ihr mittlerweile Englischvokabeln beibringt und sie sie glucksend vor Lachen anwendet, wann immer sie ihr in den Sinn kommen zur Verblüffung aller), dann wird meinem Bauch auch dann etwas einfallen, womit wir das arme Kind aus der völligen Unterforderung retten können. Und bis dahin lassen wir es einfach ruhig angehen und tun, was wir immer tun – das, wozu wir Lust haben.

Da steht ein Hirsch auf der Flur – Ausmalbilder frisch aus dem Wald

„Schuhuuuu-Schuhuuu“ sagt die Eule und schwingt sich in der Abenddämmerung von ihrem Ast. Eichhörnchen Erwin klettert an seinem Buchenstamm empor, um bessere Übersicht zu haben. Hase Hans futtert noch schnell sein Löwenzahnblatt und Maus Mimi versteckt sich hinter einer Wurzel. „Da ist jemand“, flüstert Fuchs Fritzi. „Der will uns ausmalen“, sagt Igel Ingo.

Ich sitze mit einem spitzen Bleistift da und kann nicht aufhören, Tiere zu malen. Hier noch ein paar Pilze, da noch einen Schmetterling flattern lassen … das Kind hat sich nach Fischer Hein und dem Dschungel „Waldtiere“ gewünscht. Es ist pünktlich fertig geworden und wir teilen den Ausmalspaß gerne wieder mit Euch!

Ich habe diesmal ein Blatt selbst coloriert. Das Kind fand letztens Fischer Hein und seine Fische zwar großartig, fragte mich aber ungefähr drölfdutzend mal „Wie soll ich diesen Fisch ausmalen? Welche Farbe hat die Mütze vom Fischer? Und welche sein Boot?“

Jetzt gibt’s also einen Vorschlag, wie die Waldtiere in meiner Fantasie aussehen. ich hatte die Vorlage fertig und ein paar Mal kopiert. Das Versuchskaninchen ist ja immer meine Tochter. Hannah setzte sich mit ihren Stiften und einer blanken Kopie zu mir und betrachtete eine Weile, was ich ausgemalt habe. Dann sagte sie seufzend: „Mama, ich glaub, diesmal mal ich das lieber so an, wie ich will …“ Wie man’s macht, isses falsch. (Also malt wegen mir rosa Hirsche und himmelblaue Eulen – die Freude am kreativen Tun ist das einzige, was zählt!)

Wenn ihr Lust habt, unsere Tiere im Wald anzumalen, dürft ihr sie hier herunterladen. Wer die ausgemalte Version dazu legen möchte, ich habe sie hier für Euch verlinkt.

 

Ich bin auch diesen Dienstag gerne wieder bei den übrigen Kreativen dabei!

Creadienstag  

Dienstagsdinge

Handmade on Tuesday

 

Und Euch wünsche ich viel Vergnügen beim Waldspaziergang. Schuhuuuu!

Wie ich das weltschönste Kochbuch fand und einen Frisurentrend schuf in nur 24 Stunden!

Manchmal behaupte ich, kein Laster zu haben. Ich trinke nicht, rauche nicht, bin nicht solarium- oder spielsüchtig. Schuhe zu kaufen KÖNNTE man allenfalls auf meine ansonsten blanke Liste der Lasterhaftigkeiten setzen. Und seit meiner Kindheit – Bücher. Weil die Anziehungskraft einer jeden Buchhandlung mich willenlos macht, weil ich den Duft nach bedrucktem Papier liebe, weil ich die Haptik des Umblätterns mag … es gibt tausend gute Gründe dafür, ein Buch zu kaufen. Und mein Gewissen, dass mich wegdrückt vom Bestsellerregal mit dem (blöderweise guten) Argument, dass ich noch stapelweise ungelesener Bücher daheim und proportional umgekehrt dazu wenig Zeit zu lesen habe. Nur bei einem Regal zieht das Gewissen den Kürzeren. Wer kann schon genug Kochbücher besitzen?

Ich habe schon oft aussortiert, umsortiert, weggegeben, neu gekauft. Nicht jedes Buch hielt, was Titel oder Cover versprachen. Manche Rezepte waren ungeahnt zeitintensiv oder einfach nicht lecker. Oder – und das ist ein wichtiges Argument – die Bilder im Buch waren lieblos und nicht sahen nicht nach Nachkochen aus. Bis ich gestern dieses Buch in die Finger bekam.

Im Knesebeck-Verlag erschienen, ist „Ein Fest im Grünen“ in Wahrheit ein Fest für die Sinne. Das Buch ist ausnehmend schön gestaltet und die Bildsprache ist einfach nur mächtig und fesselnd. Außerdem stellt sich die Autorin in einem langen, sympathischen Vorwort vor und ich bin immer noch geflasht von der Aussicht ihrer Terrasse mitten im Wald. (Und neidisch auf ihr Küchenfenster). In dem Buch finden sich ausschließlich vegetarische Gerichte, die aber so ausgewogen, bunt und abwechslungsreich sind, dass überhaupt nicht auffällt, dass sie fleischlos sind. Cocktails und Süßspeisen sind ebenso dabei.

Ich habe mich heute spontan vom Buch dazu inspirieren lassen, Spaghetti mit Zucchini und Karottenfäden zu kochen. Ich habe das Rezept ein wenig variiert, weil Hannah keinen Thymian mag und war auch sonst ein bisschen kreativ.

Meine Variante:

Ich habe 2 Karotten geschält und dann genau so wie eine Zucchini mit dem Sparschäler in lange, dünne Scheibchen geschält. Ich habe eine große Knoblauchzehe und zwei Zweige Rosmarin ganz klein geschnitten und zusammen mit einem Esslöffel Butter und etwas Olivenöl in der Pfanne angehen lassen. (Der Duft haut einen um!) In diese Mischung habe ich die Gemüsescheibchen gegeben und sie mit etwas Brühe und Sahne abgelöscht und die Flüssigkeit einkochen lassen. Dazu habe ich einfach knapp 300g Spaghetti gekocht, abschließend alles vermischt und mit etwas geriebenem Käse bestreut. Kind und Mann haben die Schüssel leergemacht, ich habe zwischen dem leisen Schmatzen herausgehört, dass es sehr lecker war. 😉

Den Rest des Tages habe ich übrigens auf einem Gerüst in schwindelnder Höhe verbracht (mindestens 2 Meter! Uah!) und habe einen Dachvorsprung gestrichen. Etwa auf der Hälfte angekommen war mein Farbeimer leer und ich fuhr ins Fachgeschäft, um Nachschub zu besorgen. Just in dem Moment, als ich der Dame erklären wollte, welche Farbe ich brauche, hatte ich den Namen vergessen. „Holzlasur, ganz dunkelbraun“, sagte ich und deutete auf meine völlig gesprenkelte Jeans. „In dem Ton wie auf meiner Hose!“ fügte ich an. Die Dame nickte wissend und ging lächelnd zum Regal. „Palisander“, sagte sie. „Haben Sie übrigens auch in den Haaren!“

Falls ihr also demnächst zum Frisör geht und mal was Pfiffiges wollt (Hände weg von jedem Frisör, der Worte benutzt wie fetzig oder pfiffig im Bezug auf einen Haarschnitt, geht schief. Für Euch getestet vor Jahren.), dann wählt blond mit Palisandersträhnchen. Wenn das kein Trend wird, weiß ich auch nicht.

 

 

Fischer Hein, seine Fische und das Dschungelabenteuer, oder: Ausmalbilder für Kleine und Große

„Na, Fischer Hein? Wohin des Wegs?“ „Ich fahr noch n’büschen raus auf die See, Fische fangen!“ „OK, na denn mal Petri Heil!“ „Warst Du nicht gestern erst noch im Dschungel?“ „Jo. Alles voller Vierbeiner. Aber zu wenig Meer für nen ollen Seebären wie mich!“

Nanu? Ah, Euch fehlt die Vorgeschichte. In letzter Zeit kommt es öfter vor, dass das Tochterkind vor mir steht mit diesem typisch quengeligen Gesichtsausdruck einer genervten Vierjährigen. Inmitten von Spielzeug fällt der Satz, den wohl alle Eltern kennen: „Mir ist sooo langweilig, ich hab NICHTS zu spielen.“ Is klar. Wenn ich dann sage, „dann mal doch was“, greift sie zwar manchmal zu Block und Stiften, aber dann tritt das ungeschriebene Kinder-Mal-Gesetz in Kraft. Paragraph 1: „Was soll ich denn malen?“ (Mama schlägt Zeug vor. Viel Zeug.) Paragraph 2: „Das kann ich nicht.“ (Ich könnte auch sagen, mal einen roten Punkt aufs Papier. Sie würde trotzdem erstmal behaupten, das überfordere sie völlig.)

 

Also habe ich mich heute hingesetzt und Ausmalbilder gezeichnet. Da hatte das Tochterkind dann wieder sehr konkrete Vorstellungen. „Ein Elefant muss noch drauf, aber KEIN Affe!“ Ob auf unserem Dschungelbild alles naturgetreu  ist, wage ich zu bezweifeln. Ich hatte heute genug zu tun, philosophische Kinderfragen zu beantworten, während ich Tukans, Fische und Schlangen gemalt habe. („Mama, was für Töne kommen, wo das Klavier keine Tasten mehr hat? Warum gibt es weiße und graue Wolken? Haben Schlangen beim Schlafen echt die Augen zu?“)

Sollte ich also Biologielehrer oder Tierpfleger unter meinen Lesern haben – seid gnädig. Ich bin mir auch nicht sicher, wie häufig Doktorfische mit Seepferdchen und Forellen und Heins Kutter in Wirklichkeit herumwuseln. Aber eigentlich geht es ja nur um den Spaß, den Fischen, Blumen und Tieren immer wieder neue Farben geben zu können. Wir haben die Vorlage schnell auf den Kopierer gelegt und ich freue mich, dass ich wenigstens für … sagen wir … zwei Tage keine Malwünsche mehr erfüllen muss. Und wenn … dann erfinden wir eben schnell ein Waldbild, ein Strandbild, ein Lebensmittelbild … you get the point. (Worauf habe ich mich da jetzt nur eingelassen?)

 

ich bin gerne wieder dabei bei den Kreativen dieser Welt.

Creadienstag

Dienstagsdinge

Außerdem: Wer Lust hat, die Unterwasserwelt und unser Dschungelabenteuer selbst auszumalen, kann sich die Bilder hier und hier herunterladen, natürlich kostenlos.

Viel Spaß!

 

Juni-Sonntag: Vom grünen Klee und den köstlichsten Keksen

Wir hatten gestern ein Problem mit der Uhr. Nicht mit der am Handgelenk, sondern mit der inneren. Denn während ich die Nacht davor sehr spät ins Bett gekommen bin, weil ich an diesem Blog gearbeitet habe – Überraschung, alles ganz neu und viel schöner, GELL??? – lalg ich schon vor acht wieder putzmunter im Bett und konnte nicht mehr schlafen. Also habe ich aufgeräumt und Wäsche gemacht, war beim Bäcker und wir haben gemütlich gefrühstückt. Weil ich dann Lust auf Backen, aber keine Lust auf Kuchen hatte, sind kurzerhand diese sensationellen American-Chocolate-Cookies entstanden. Wunderbar crunchig und grade weich genug. Und herrlich schokoladig. Mit Schokolade kann ein Keks ja nur gewinnen, ne?

Und während ein BIOS-Update mit Fernwartung des besten Admins der Welt (danke nochmal!) lief, wurde ich plötzlich furchtbar müde. Und so kam es, dass ich das Essen verschlief. Das Kochen übrigens auch. Als ich aufwachte, war es schon zwei. Und bis wir gegessen hatten war es dann nach drei. Weil mein Mann in Arbeit vertieft am Rechner saß, schnappte ich kurzerhand das Tochterkind und wir strolchten ein bisschen über die Wiesen.

Und dabei ist mir was aufgefallen. Ich bin ein Erklärbär. Wir kommen an keiner Blume vorbei, ohne dass ich sage, „Guck mal, das ist roter Klee“, „Das ist Hahnenfuß, der ist giftig“, „das ist Habichtskraut“ und so weiter. Ich erwarte gar nicht, dass Hannah sich das alles sofort merkt. Aber ich gebe weiter, was ich als Kind selbst erfahren habe: Kein Nachmittag verging, ohne dass ich mit meinem Opa im Wald war. Ich kannte alle Bäume und Sträucher mit Namen und noch heute denke ich an meinen Opa, wenn ich Huflattich sehe – er sagte immer, die kleinen gelben Blümchen sind die allerersten Frühjahrsboten. So ist es für mich heute selbstverständlich, zu erklären und zu zeigen, was ich kenne. Ob es Gartenkräuter und Wildblumen sind – Hannah kennt sich schon richtig gut aus und ich freue mich sehr. Ihr kennt Euch selbst nicht gut aus und wüsstet gerne, an welcher Blumenpracht Ihr da grade vorbeispaziert? Ein kleiner Tipp: Das Buch „Was blüht denn da“ aus dem Kosmos-Verlag. Man kann darin anhand der Blütenfarbe bestimmen, was da denn wächst. Uns hat es schon so manchen Aha-Effekt beschert.

American-Chocolate-Cookies

Zutaten: 150 g dunkle Schokolade, 139g Butter in kleinen Stückchen, 200g Zucker (ich habe 100g durch braunen Zucker ersetzt), 1/2 Päckchen Vanillezucker, 1 Ei, 180g Mehl, 1/2 TL Natron, 1 TL Backpulver, etwas Salz

Backofen vorheizen auf 180 Grad. Die Schokolade mit einem Messer in kleine Stücke hacken und beiseite stellen. Butter, Zucker, Vanillezucker und das Ei mit dem Rührgerät vermischen, bis es eine gleichmäßige Masse gibt. Dann das Mehl, das Backpulver, das Salz und das Natron dazugeben und weiter rühren. Zum Schluss hebt ihr die Schokoladensstückchen unter. 

Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. Formt kleine Kugeln aus dem Teig und legt sie mit etwas größerem Abstand zueinander aufs Blech. (Mit klein meine ich etwa Walnussgröße. Irgendwann im Lauf des Prozesses wurden meine Walnüsse eher Tennisbälle und die Cookies dementsprechend eher untertellergroß …) Backt jedes Blech einzeln für etwa 10 Minuten. Beim Herausnehmen beachten: Die Cookies sind sehr weich. Ihr müsst sie samt dem Papier auf ein Kuchengitter ziehen und abkühlen lassen.

Sie lassen sich dann auch gut in einer Vorratsdose aufbewahren. (Wobei … Vorratsdose für Kekse? Welcher Vorrat?)

Weil der Tag sich also irgendwie hinzog, hatten wir dann um sieben abends Lust auf ein Eis und flanierten noch ein bisschen durch die abendlich leere Innenstadt. Um zehn fiel ich dann trotz des Mittagsschlafs mit der Nase voraus ins Bett. Nicht ohne vorher noch einen Keks gegessen zu haben. Auch Große brauchen manchmal ein Betthupfer. Nach dem Eis. Äh … 😉

 

 

 

 

 

Bleibt cool – oder: Wie eine Redakteurin durch den heißen Tag kommt!

„Du musst am Sonntag arbeiten?“ fragte mich neulich jemand ungläubig, mit dem ich mich übers Wochenende ausgetauscht hatte. „Ja klar“, sagte ich, „Zeitungen erscheinen schließlich auch montags.“ Was für mich völlig selbstverständlich ist, scheint für Außenstehende ein Mysterium zu sein. Mir ist bei dem kurzen Geplauder bewusst geworden, dass viele überhaupt keine Ahnung haben, wie der Alltag einer Redakteurin so aussieht. Also dachte ich, ich trage mal ein paar Fakten zusammen und nehme Euch mit in einen ganz normalen Tag. Habt ihr Lust?

Dann geht’s los. Aber nicht so schnell. Denn während viele Lehrerinnen, Arzthelferinnen, Sekretärinnen schon morgens um sieben am Schreibtisch sitzen, sehen wir dem Tagesgeschehen um diese Zeit noch eher gelassen entgegen. Das meiste, was für den kommenden Tag und die Printausgabe relevant sein wird, passiert einfach erst im Lauf des Tages. Ich habe morgens also Zeit, die Kleine in den Kindergarten zu bringen und noch dreimal zu drücken und mir fünf Küsschen abzuholen. Einmal in der Redaktion angekommen, checke ich erstmal, ob wichtige Mails gekommen sind. War ich am Tag zuvor bei einem Termin und habe noch etwas zu schreiben, dann ist das die beste Zeit: Das Tagesgeschäft hat noch nicht Fahrt aufgenommen und es ist allgemein eher ruhig. Zum morgendlichen Pflichtprogramm gehört auch der Blick ins Werk des Mitbewerbers. Haben wir was verpasst?

Wenn alle Kollegen da sind, beraten wir kurz, wie die Seiten für morgen aussehen könnten. Dann geht jeder seinem Werk nach. Auf Termin zu sein, bedeutet, wir haben einen Termin zum Interview ausgemacht und treffen uns mit Gesprächspartnern, sind zu Pressegesprächen eingeladen worden oder eben sonstwie on a mission.

Manchmal wandere ich dabei auch durch den Wald auf der Suche nach illegalen Müllhalden, auf die uns jemand hingewiesen hat oder fotografiere Baugebiete, die noch nicht erschlossen, aber Thema im Gemeinderat sind. Nicht immer Nie habe ich das passende Schuhwerk an dabei. You know me. 🙂

Nachmittags um zwei schließlich treffen wir uns zur Redaktionskonferenz. Der Tag ist bis dahin planbarer geworden, wir können die Themenlage einigermaßen einschätzen und beraten uns mit Kollegen, was ins Blatt kommt und wo es stehen wird.

Manchmal bleibt es bei dieser Planung, manchmal passiert ein schwerer Unfall, es gibt ein heftiges Unwetter oder – im schlimmsten Fall – es stirbt eine wichtige Person. Dann sind die Pläne über den Haufen geschmissen und wir fangen beinahe von vorne an. Gut, dass wir online schneller sein können – was wichtig ist und fertig ist, wird berichtet.

Und manchmal ist auch schon im Voraus klar, dass der Aufmacher, also der wichtigste Artikel einer Seite, der immer oben steht, erst abends geschrieben werden kann, weil man beispielsweise aus einer Gemeinderatssitzung berichtet, die sich von fünf bis neun hinzieht. In diesem Fall kommt man in die Redaktion zurück uns so gut wie alleine – die Putzfrau kommt manchmal noch vorbei. Die Kollegen haben einem ein Loch auf der Seite übrig gelassen, das es mit Text und Bild zu füllen gilt. Und ebenso klar ist, dass man an Tagen, an denen man am Vorabend bis elf in der Redaktion über einer Überschrift brütete, nicht wieder morgens um acht anfangen mag. Aber das ist dann auch völlig ok.

Dabei wären vor allem in den letzten Tagen die Morgenstunden vermutlich die angenehmsten im Büro, denn die Hitze macht die Konzentration am Mittag zur Herausforderung. Ich habe Euch deswegen heute ein paar Tipps aufgeschrieben, wie ihr die Hitze im Büro besser übersteht.

Tipp Nummer eins, der natürlich jedem bewusst ist: Trinken! Viel! Das Problem ist – ich vergesse es oft vor lauter Stress und Konzentration. Mir hilft dabei, die Wasserflasche immer vor meiner Nase stehen zu haben. Der Ästhet in mir findet die Sprudelflasche aus der Kiste zwar sehr praktisch, aber nicht so hübsch.

Deswegen steht Zuhause neben meinem Rechner eine kleine Karaffe, die eigentlich dazu dient, Saft einzukochen. Ich finde die Form so hübsch und vor allem den Glasdeckel sehr praktisch: So muss ich nicht aufpassen, dass mir eine Biene, Wespe oder Mücke in mein Getränk fällt. Weil Wasser allein auf Dauer ein bisschen fad ist, habe ich gerne Zitronenschnitze oder Minzblätter im Wasser. 

Ein anderer Trick, wie der Flüssigkeitshaushalt ausgeglichen bleibt: Obst und Gemüse naschen, das viel Wasser enthält. Ich habe oft Lust auf Wassermelone im Sommer, weil sie ein süßer Wasserspender ist.

Auch Trauben lassen sich bei der Arbeit nebenbei gut essen, weil man sich, anders als bei der Wassermelone, keine klebrigen Finger holt. Wenn ich genug Obst gegessen habe und keine Lust mehr auf Süßes habe, schneide ich mir oft ein paar Scheiben Salatgurke – sie lässt sich gut knabbern und schmeckt schön frisch.

Gegen Abend lässt an heißen Tagen meine Konzentration meistens nach. Trotz Obst und Wasser geht irgendwann nichts mehr und ich habe das Gefühl, mein Hirn schmilzt ein bisschen. Oft hilft es mir dann, eine Hand voll Nüsse zu knabbern.

Zur Zeit greife ich gerne zu gesalzenen Mandeln oder Macadamia-Nüssen. Sie sättigen, wenn sich der Hunger gegen Abend bemerkbar macht und liefern wichtige Inhaltsstoffe fürs Hirn.

Und nicht nur beim Essen, auch sonst lässt sich der Sommer erträglicher machen. Seit wenigen Tagen steht ein Thermalwasserspray auf meinem Schreibtisch. Der Zerstäuber verteilt feinen Nebel auf Beine, Arme und das Gesicht und es kühlt herrlich ab. Der Effekt ist zwar von kurzer Dauer, aber es tut wirklich gut.

Auch der Fußbalsam von Weleda tut bei großer Hitze unheimlich gut. Rosmarin und Lavendel duften herrlich frisch, der Balsam ist überhaupt nicht fettig, sondern zieht sofort ein. Und das Beste: Der Balsam macht die Füße angenehm trocken und hinterlässt ein frisches Gefühl auf der Haut.

Der angenehmste Ort ist übrigens zur Zeit unser Keller. Und da bei der Hitzewelle noch kein Ende in Sicht ist, könnte es sein, dass ich die Melone ganz einfach zwei Stockwerke tiefer verputze. Bei 18 Grad und in langen Ärmeln.

Picknick im Gartenpavillon – draußen ist es am Schönsten!

Vielleicht muss man ein bisschen bescheuert sein, bei 31 Grad draußen und gefühlten 50 Grad in der Dachwohnungsküche den Backofen anzuwerfen. Vielleicht oder ziemlich sicher. Wisst ihr was? Ich bin es gern. Für eine verrückte Idee braucht es bei mir keine großen Pläne oder Auslöser. Ich war neulich mit dem Tochterkind in der Stadt, die Sonne brannte auf unsere Haut, der Asphalt reflektierte die Hitze unbarmherzig und die Luft schwirrte. Aus einem Schnickeldi-Geschäft kam erlösende kühle Luft und wir sagten beide gleichzeitig „aaaah“. Und beschlossen, dass wir sicher ganz dringend noch solches Schnickeldi brauchen. Allein der Klimaanlage wegen. Und als ich Einweg-Holzbesteck in die Finger kam, passierte, was mir oft passiert. Ich hatte plötzlich Bilder von einer Sommerwiese vor Augen, von Fingerfood und von einem frischen Salat, den wir gemütlich und ganz einfach draußen auf dem Boden essen würden. Sehr vorsichtig erwähnte ich das Wort Picknick meiner Tochter gegenüber. Hannahs Augen strahlten und uns war klar – wir würden auf dem Heimweg noch einkaufen.

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