Mein Leben und ich: Szenen einer Ehe, Folge 4: Die Denkerin

Herr Schatzi und unsere Spülmaschine haben ein gespaltenes Verhältnis zueinander. Zwar liebt er Ordnung, aber nicht meine. Will sagen, sobald er unsere Spülmaschine öffnet und einen Geschirrkorb herauszieht, hört man Laute des Missfallens. Leises Stöhnen. Seufzen. Brummeln manchmal. Dann fängt er geschäftig an, die Dinge, die schon eine gute Seele IN die Spülmaschine geräumt hat (also ich), wieder aus- und dann, mittlerweile lauter vor sich hin sinnierend, wieder einzuräumen. „Das kann hier hin. Das da hin….“
Meine „Unfähigkeit“, die Dinge so einzuräumen, dass man den Waschgang möglichst effektiv nutzt, führe seiner Erklärung nach dazu, dass er gar keine Lust mehr habe, seine Sachen in die Spülmaschine zu räumen. Da habe ja eh nix mehr Platz.
Seine Weigerung, die Dinge einzuräumen und DANN noch an meiner Ordnung rumzukritteln, führt bei mir dazu, dass ich kurzfristig einen Puls jenseits der 300 bekomme und das Geschirr am liebsten durchs geschlossene Fenster entsorgen möchte. Ungespült. Da ich ja aber ein vernünftiger Mensch bin (haha, genau) haben wir uns auf Folgendes geeinigt. Wann immer er die Teller vom Tisch nimmt und sie bis zur Spüle trägt, darf ich NICHTS sagen, denn mein Hinweis, er möge sie bitte gleich IN die Maschine räumen, führe bei ihm zu einer spontanen Lustlosig- und Genervtheit.

Gestern Abend also. Wir essen. Wir sind fertig. Herr Schatzi steht auf und nimmt die Teller. Ich beobachte gespannt, was passiert. Er geht zur Spüle, ich halte brav die Klappe. Er nähert sich der Maschine und – was ist das?! Er stellt sie oben drauf???
„Äh… Schatzi… EINräumen, ich hab doch diesmal GAR nichts gesagt…“

„Stimm

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