Mütter – Helden mit sauren Haaren

Mama arbeitet Teilzeit. Klingt ein bisschen staubig. Deswegen sagen wir Frauen von heute, nachdem wir am Latte Macchiato genippt und bevor wir am Granatapfel-Macaron geknuspert haben ganz lässig „ich bin eine working mum“. Das hört sich verdammt nach Powerfrau an. Symbiose aus Mutter des Jahres und Karriere mit links.

Und wenn ich mir überlege, wie der Vormittag einer Working mum so aussieht, entsteht folgendes Bild vor meinem inneren Auge:

Es ist acht Uhr. Ich und mein gut gelauntes, munteres Vorzeigekind sitzen in der Küche. Selbige ist natürlich von mir am Vorabend nach 23 Uhr auf Hochglanz gebracht worden. Wir unterhalten uns über Jahreszeiten, über den Kindergarten oder über philosophische Fragen, die mein Kind gelegentlich in den Raum stellt. („Warum hat der Trockner kein Fenster, die Waschmaschine aber schon?“)Wir löffeln unser vollwertiges und irrsinnig schön angerichtetes Müsli aus selbstgemachtem Joghurt (Thermomix, mach ich selber, geht ganz fix), frischen Früchten (hab ich heute morgen im Garten gepflückt, nachdem ich eine halbe Stunde den Sonnengruß neben den wilden Himbeeren praktiziert habe, entspannt so schön morgens um sechs) und selbstgebackenem Crunchygranola (das back ich immer selbst, man weiß dann wenigstens, was drin ist und meine Familie isst das so gern). Bevor ich den Löffel in das Kunstwerk stecke, halte ich den Anblick natürlich noch für meine Instagram-Crowd fest (#breakfastgoals #foodporn).

In die Kindergarten-Bentobox schnibble ich den Rest des frischgeernteten Obstes, während sich mein Kind selbstständig und freiwillg in genau die Klamotten hüllt, die wir gemeinsam am Abend vorher zu einem hübschen Kleidermännchen drapiert haben. Die Zähne sind natürlich schon geputzt, die Haare zu frechen Zöpfen gebunden und überhaupt – eigentlich muss ich nur noch meinen neuen Herbstmantel überwerfen, die Cabrioschlüssel vom Brett pflücken und los geht es. Für das Kind in einen erfüllten Kindergartentag, für mich in einen erfüllten Arbeitstag.

Und während ich so über hättekönntewäre nachgrüble, holt mich die Realität ein. Mit dem Blick auf die obere rechte Ecke des Handydisplays. Es ist zehn Minuten nach halb neun. Seit einer halben Stunde kauere ich mit angezogenen Beinen und im Schlafanzug auf dem Küchenstuhl. Bei einer Tasse Kaffee habe ich das Internet leergelesen, nachdem ich das nervende Pfeifen der Spülmaschine erfolgreich abgestellt hatte. Wieso ist es jetzt schon so spät? Ich lege das Handy weg und rufe zum dreizehnten Mal mein Kind. Aus dem Kinderzimmer dringt unwilliges Brummen, dem dumpfen Ton nach aus den Tiefen von zwei Schichten Decke und Kopfkissen. Es klang sehr wenig nach „ja Mama, ich komme gleich“ und sehr viel nach „Quälerei! Kindergewerkschaft! Mittenindernacht!“.

Ich beschließe also, das vor sich hinweichende Müsli für das unwillige Kind allein zu lassen (Schokomüsli aus der Packung, ja gut, aber MÜSLI) und informiere den Deckenhaufen im Vorbeigehen, dass ich jetzt ins Bad und das unter Kuscheltieren begrabene  Kind dann eben alleine frühstücken müsse. Im Bad stoße ich auf einen Wäschehaufen, den ich seufzend in Richtung Waschkorb trage. Die rote Null auf der Waschmaschine möchte mir sagen, dass die nasse Wäsche gerne in den Trockner wechseln würde. Warum haben Waschmaschinen eigentlich Fenster und Displays? Ich lege die Schmutzwäsche zu ihresgleichen und beschließe, dass die nasse Wäsche ein bisschen warten kann, meine Dusche indes nicht.

Kaum stehe ich unter dem warmen Wasserstrahl, vernehme ich ein dumpfes Poltern aus der Küche. Der kleine Mensch scheint aufgestanden zu sein. Kurz versuche ich, mir keine Gedanken über die Ursache des scheppernden Geräuschs zu machen. Ein Marder auf dem Dachboden. Ein Erdbeben. Irgendwas belangloses. Jegliche Hoffnung auf ein gutes Ende wird durch ein langgezogenes „Maaamaaaa“ jedoch im Keim erstickt. „Mein Müsli ist runtergefallen“ ruft das Kind.

Ich spüle mir vor Begeisterung Shampoo ins rechte Auge und stolpere halbnass und heftig blinzelnd in die Küche, wo meine Tochter mit einem schiefen Grinsen und achselzuckend barfuß in einem Milchsee steht und gerade versucht, ein Stück Müslibrocken mit dem großen Zeh zu einem Fladen zu drücken. Unfreiwillig (weil impulsiv) ergeht eine gemäßigte Schimpfworttirade in der Küche nieder (man darf als Mutter ja nur Scheibenkleister sagen. Außer im Auto. Im Auto gelten andere Gesetze.) und ich hole einen Lappen, während ich das Kind nur mühsam davon abhalten kann, mit den nassen Milchfüßen über den Flurteppich zu laufen. Ich wische also Küchenboden auf und Kinderfüße ab und äußere zum wiederholten Mal die Bitte, sich anzuziehen. Meine Tochter verschränkt bockig die Arme und skandiert „ich. habe. aber. Hunger.“ während ich anfange zu frieren. Kurz denke ich darüber nach, einfach wieder ins Bett zu gehen. Mit einem tiefen, bedauernden Seufzer begrabe ich den Gedanken. Dann bugsiere ich die Kleine in ihr Zimmer und werfe Socken und Unterwäsche aufs Bett. „Ich will nicht diese Unterhose“ ist das letzte, was ich höre, bevor mein inneres Tsunamiwarnsystem die Melodie von Jeopardy abspielt. Das Wutgeheul ignorierend sorge ich für etwas räumlichen Abstand und ziehe ich mich an. Die Haare stehen mir sprichwörtlich zu Berge, da sie mittlerweile angetrocknet sind. Möglicherweise habe ich aber auch ein bisschen Müslimilch hineingeknetet. Die Uhr zeigt übrigens mittlerweile viertel nach neun. Kuriosität am Rande: Wenn ich mein Kind zur Eile mahne, passiert folgendes: Anweisungen wie „Zieh Dir bitte Deine Schuhe an“, die in Echtzeit in maximal zwei Minuten zu erledigen sind, nehmen allein durch den Hinweis, dass es eile, neue Dimensionen an. Klettverschlüsse machen Schuhe zu unüberwindbaren Hindernissen. Verrutschte Socken gar machen ein mehrmaliges An- und Ausziehen von Fußbekleidung unabdingbar.

Als wir im Kindergarten aufschlagen („wo sind meine Schüssel? Wo ist Dene Jacke? Warum hast Du nur eine Socke an?“) , ist es kurz vor zehn. Die Erzieherin lächelt wissend. Sie weist mich freundlich darauf hin, dass ich meine Bluse falsch geknöpft habe. Dass wir den Kindergartenrucksack mit dem hastig in Stücke gehackten Apfel im Treppenhaus vergessen haben, tut nichts zur Sache – die übrigen Kinder haben alle schon gegessen.

Ich verabschiede mich schweißgebadet von meinem Kind, das sich bester Laune an den Maltisch setzt. Das letzte, was ihre höre, sind die Worte „… und dann hab ich nicht mal ein Müsli gegessen.“

Kinder. Quell der Freude.

Liebe Tochter, solltest Du all das in ein paar Jahren lesen, sei versichert – ich liebe Dich. Von ganzem Herzen. Nicht trotz allem, sondern wegen allem. Weil Du mein Leben zu dem machst, was es ist – manchmal chaotisch und voller Trubel. Aber immer lebenswert und reich. Du lehrst mich Geduld und Langmut, Vertrauen und Dankbarkeit. Und nicht zuletzt, dass Milch in Haaren nach ein paar Stunden einen säuerlichen Geruch verströmt. Aber das ist am Ende unwichtig.

Regenbogen-Einhorn … hier wird’s bunt

Ihr Lieben, ich mache mich hier derzeit etwas sehr rar. Das ist zum einen unserem Familienurlaub geschuldet, in dem wir intensiv Zeit miteinander verbracht haben. Leben mal ganz analog. Wir haben tolle und sonnige Tage im schönen Nürnberg verbracht, haben meine beste Freundin in ihrem neuen Zuhause besucht, waren schwimmen, haben imposante Albbüffel besucht, waren in Gengenbach im Schwarzwald, haben Deko und Geschirr gekauft, viel miteinander gelacht, gekocht und die Zeit genossen. Hin und wieder hat sich auch ein echter Regenbogen am Himmel gezeigt. 🙂

Zum anderen hat mich seit zwei Wochen der Arbeitsalltag schon wieder fest im Griff. Es ist tatsächlich so, dass ich zwar „nur“ drei volle Tage arbeite, aber vieles ist dadurch strenger durchgetaktet. Montags steht der Großeinkauf an, Freitags der Hausputz. Von Dienstag bis Donnerstag tauche ich in der Welt der Tasten und Termine ab. Der Samstag gehört meinen zwei Liebsten. Gestern beispielsweise haben wir ein Drachenfest besucht.

Und jetzt lasst mich elegant die Kurve kriegen – weil wir dadurch mittlerweile ganz gut organisiert sind, weiß ich jetzt schon, dass ich kurz vor Hannahs Geburtstag am 1. November wieder null Zeit und tausend Ideen habe. Und weil Hannah sich absolut sicher ist, aus ihrem Kindergeburtstag eine Regenbogen-Einhorn-Party zu machen, bereiten wir schon jetzt vor, was vorzubereiten ist. Und genießen tatsächlich wertvolle Mutter-Tochter-Zeit bei Bastelaktionen wie der heutigen.

Schon zu Sommeranfang haben wir am Bodenseestrand viele flache Kiesel gesammelt. Für eines dieser „Schaumermal-Projekte“. Neulich hatte ich die zündende Idee – die Kiesel werden Platzsteine für die Geburtstagsgäste.

Während Hannah also heute eifrig die Steine mit weißer Acrylfarbe grundiert hat, habe ich anschließend den etwas filigraneren Regenbogen aufgemalt, ebenfalls mit Acrylfarbe und einem sehr feinen Pinsel.

Sobald die Gästeliste feststeht, werden wir die Namen ergänzen. Allein das Geburtstagskind selbst ist ja schon mal sicher. 🙂

Unseren letzten Kindergeburtstag findet ihr hier. Das Thema war „Wald“.

Auch heute bin ich gerne wieder in der Runde der Kreativen dabei:

Creadienstag  

Dienstagsdinge

Handmade on Tuesday

Die rehabilitierte Rabenmutter …

Als Eltern kann man ja irgendwie alles. Beim ersten Kind lernt man, wie eine Windel um den Kinderpopo gehört, wie man diese feinen, scharfen Fingernägelchen schneidet, ohne das Kind seiner Fingerkuppen zu berauben, man lernt Müdigkeit und mitunter auch seinen eigenen Geduldsfaden neu kennen.

Was man ebenfalls schnell feststellt: Man kann ganz schön viel falsch machen. Ein Kind zu erziehen heißt nämlich nicht, alles möglichst richtig zu machen. Es heißt schlicht, tagtäglich abzuwägen, was einem am wenigstens falsch vorkommt in einer Welt voller Möglichkeiten.

Dabei hatten wir, als das Fräulein noch inwendig war, von vielen Dingen eine konkrete Vorstellung: Das Kind schläft nicht im Ehebett. Sie wird um acht Uhr abends im Bett sein. Ich stille mindestens ein halbes Jahr. (Wen es interessiert: Die Nachteule, die wir da produziert haben, hatte keinen Bock auf gestillt werden, wohl aber darauf, den Abend MIT Mama und Papa zu verbringen und dann in deren Bettmitte seelig einzuschlummern. Wir haben das irgendwann als unseren Weg akzeptiert und hatten von heute auf morgen das Drama minimiert.)

Was ich dadurch gelernt habe? Ich habe ein Bauchgefühl, das taugt. Gute Ratschläge kamen von allen Seiten aber ich habe sie getrost ignoriert, wenn ich der Meinung war, es passt für uns nicht. Dazu gehörte auch, Angebote einfach auszuschlagen. Und die kommen auf junge Eltern reichlich zu. Ich erinnere mich daran, dass wir plötzlich Rabattheftchen bekamen für die richtigen Windeln, dass Amazon mir Elternratgeber vorschlug (Kunden, die einen Windeleimer bestellten, kauften auch „Jedes Kind kann schlafen“. Soso.), dass die Sparkasse uns eine spezielle Versicherung anpries und so weiter.

Und auch um meine üppige Freizeit sorgten sich plötzlich alle. Babymassagekurse, Eltern-Kind-Feng-Shui, Musikgarten, Zwergentanz, Rhythmische Gymnastik mit Baby und so weiter. Ich tat, was ich in diesen Situationen immer tue: Ich versuchte mich beim Zwergentanz, beim Babymassieren und beim frühkindlichen Babyschwimmen zu sehen, mir vorzustellen, wie ich im Kreis anderer Mütter mit meinem Kleinkind tanzte, es massierte oder im Wasser umherschwenkte. Und jedesmal sagte die Stimme in mir – och … nö.

Gezwungenermaßen, meiner Überzeugung folgend, musste ich so auch immer wieder Fragen anderer Mütter nach unserer Vor- und Nachmittagsgestaltung beantworten. Ich erlebte viele hochgezogene Augenbrauen („Ach? Kein Elterncafé? Dabei spielen die Kinder so schön miteinander, ist ja so wichtig, der Kontakt mit anderen Einjährigen, dass sie später keine Soziopathen werden“ „Babyschwimmen ist total entspannend, ist zwar immer voll der Stress mit An- und Ausziehen und das Maxicosi ist hinterher feucht, aber Calvin-Finn hat immer so einen Spaß, wenn er nach zwanzig Minuten aufgehört hat zu Schreien…“) und fühlte mich gelegentlich dann wie die Rabenmutter, die ihrem Kind jeglichen Sozialkontakt verwehrt und sich später große Vorwürfe machen wird, weil das arme Mädchen ohne Freunde, ohne Rhythmusgefühl und ohne den Hauch einer Chance auf höhere Bildung aufwachsen musste. NUR WEGEN MIR.

Als das derart ungeförderte Kind dann in den Kindergarten kam, stellte sich nach ungefähr zwei Stunden heraus, dass das mit dem Soziopathentum nicht ganz so schlimm werden wird. Sie fasste im Nu Vertrauen zu der jungen Erzieherin und geht von diesem ersten Tag an mit Freude und ohne jegliches Drama in den Kindergarten. Sie trägt das tiefe und absolute Vertrauen in sich, dass sie nie allein gelassen und immer wieder abgeholt wird. Sobald wir den Kindergarten betreten, sucht sie entweder Kontakt zu ihren Freunden (Sie hat welche! No way!) oder zur Erzieherin. Der Abschied ist an 99 von 100 Tagen überhaupt kein Problem, das Sich-Selbst-Bewusstsein fest  und stabil.

Auch das Fernbleiben aus dem musikalischen Zwergen-Ryhthmus-Tanz-Singspiel-Garten scheint keine bleibenden Schäden hinterlassen zu haben. Die Viereinhalbjährige singt in sehr herzigem Minions-Englisch die Charts rauf und runter, so gut, dass Außenstehende den Titel erkennen. Ihre Begleitung am Klavier ist zwar noch ausbaufähig, Rhythmusgefühl ist aber unverkennbar. Außerdem spielt sie Alle meine Entchen fehlerfrei, ohne dass ich es ihr eingebläut hätte.

Was aber haben wir die letzten gut vier Jahre getan an unseren Vor- und Nachmittagen? Ganz einfach – nur, wozu wir Lust hatten. Wir haben uns nicht von Terminen gängeln lassen (Montags um zehn ist Babyschwimmen, ob das Kind da gerade schläft, interessiert nicht – WAS FÜR EIN KRAMPF!), sondern uns jeden Tag nur genau das vorgenommen, was gut für uns war. Hatten wir Lust, zu malen, haben wir gemalt. Wollten wir etwas entdecken, haben wir uns ins Auto gesetzt und uns Städte in der Umgebung angeguckt. Wir sind Waldlehrpfade entlang gewandert, haben Blumen gepflückt, Fachwerkhäuser bestaunt, Museen besucht.

Neulich nahm mich die Erzieherin beiseite und fragte, ob wir uns schon mal überlegt hätten, die Kleine ein Jahr früher einschulen zu lassen, sie stecke in manchen Dingen die kommenden Erstklässler in den Sack.

Ich atmete laut hörbar auf. Die Rabenmutter, die ihrem Kind jeglichen frühpädagogischen Förderschnickschnack eigenmächtig vorenthalten hat, ist rehabilitiert. Ich stellte fest: Man kann ein helles Köpfchen werden, ganz ohne dass die Mutter die kognitiven, musischen, motorischen Fähigkeiten vom ersten Schrei an zu fördern versucht hat.

Ich habe mich mit meinem Mann ausgetauscht und wir haben beschlossen, dass die Kleine nach Plan in die Schule gehen wird. Sie soll Kind sein, sie soll ihre Freiheit und Freizeit haben, so lange unser System das so vorsieht. Früh genug wird ihr ein Raster angelegt, früh genug wird sie öfter müssen müssen als können dürfen. Und sollte sie sich in der Grundschule tatsächlich langweilen (weil der Opa ihr mittlerweile Englischvokabeln beibringt und sie sie glucksend vor Lachen anwendet, wann immer sie ihr in den Sinn kommen zur Verblüffung aller), dann wird meinem Bauch auch dann etwas einfallen, womit wir das arme Kind aus der völligen Unterforderung retten können. Und bis dahin lassen wir es einfach ruhig angehen und tun, was wir immer tun – das, wozu wir Lust haben.

Da steht ein Hirsch auf der Flur – Ausmalbilder frisch aus dem Wald

„Schuhuuuu-Schuhuuu“ sagt die Eule und schwingt sich in der Abenddämmerung von ihrem Ast. Eichhörnchen Erwin klettert an seinem Buchenstamm empor, um bessere Übersicht zu haben. Hase Hans futtert noch schnell sein Löwenzahnblatt und Maus Mimi versteckt sich hinter einer Wurzel. „Da ist jemand“, flüstert Fuchs Fritzi. „Der will uns ausmalen“, sagt Igel Ingo.

Ich sitze mit einem spitzen Bleistift da und kann nicht aufhören, Tiere zu malen. Hier noch ein paar Pilze, da noch einen Schmetterling flattern lassen … das Kind hat sich nach Fischer Hein und dem Dschungel „Waldtiere“ gewünscht. Es ist pünktlich fertig geworden und wir teilen den Ausmalspaß gerne wieder mit Euch!

Ich habe diesmal ein Blatt selbst coloriert. Das Kind fand letztens Fischer Hein und seine Fische zwar großartig, fragte mich aber ungefähr drölfdutzend mal „Wie soll ich diesen Fisch ausmalen? Welche Farbe hat die Mütze vom Fischer? Und welche sein Boot?“

Jetzt gibt’s also einen Vorschlag, wie die Waldtiere in meiner Fantasie aussehen. ich hatte die Vorlage fertig und ein paar Mal kopiert. Das Versuchskaninchen ist ja immer meine Tochter. Hannah setzte sich mit ihren Stiften und einer blanken Kopie zu mir und betrachtete eine Weile, was ich ausgemalt habe. Dann sagte sie seufzend: „Mama, ich glaub, diesmal mal ich das lieber so an, wie ich will …“ Wie man’s macht, isses falsch. (Also malt wegen mir rosa Hirsche und himmelblaue Eulen – die Freude am kreativen Tun ist das einzige, was zählt!)

Wenn ihr Lust habt, unsere Tiere im Wald anzumalen, dürft ihr sie hier herunterladen. Wer die ausgemalte Version dazu legen möchte, ich habe sie hier für Euch verlinkt.

 

Ich bin auch diesen Dienstag gerne wieder bei den übrigen Kreativen dabei!

Creadienstag  

Dienstagsdinge

Handmade on Tuesday

 

Und Euch wünsche ich viel Vergnügen beim Waldspaziergang. Schuhuuuu!

Pizza, Pasta, Klopapier – Dinge, die uns glücklich machen!

Hand hoch, wer hat schon mal im Restaurant einen Espresso aufs Haus bekommen? Kennt ihr? OK, und wer hat schon mal einen Grappa bei seinem Lieblingsitaliener nach dem Essen als nette Geste des Chefs serviert bekommen? Nix Ungewöhnliches?
Na schön. Dann jetzt die Einhunderttausend-Euro-Frage: Wer hat schon mal nach dem Genuss von Pizza und Pasta eine Rolle Klopapier mit nach Hause bekommen von der Chefin des Hauses? Na? NA?

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Working-mom-Studie: Das Märchen der Vereinbarkeit

Heute ist die Working-Mom-Studie veröffentlicht worden, nach der sich jede dritte Mutter trotz Partner als alleinerziehend wahrnimmt. Ich habe im Radio davon gehört, als ich – Achtung Klischee – in meiner Mittagspause unterwegs war zwischen Job und Supermarkt. Frauen würden sich entgegen besseren Wissens aufreiben, um möglichst an allen Fronten mehr als hundert Prozent Leistung zu bringen. Und sich dabei nicht nur selbst verlieren, sondern auch ein schlechtes Gewissen bekommen, weil sie keiner ihrer Aufgaben zu hundert Prozent gerecht würden.

Ich habe daraufhin eine Weile überlegt, wie ich das sehe. Das hörte sich in meinem Kopf ungefähr so an: „Working-mom-Studie: Das Märchen der Vereinbarkeit“ weiterlesen

Warten, warten, warten …

Ich habe Fragen. Viele Fragen. Und nachdem ich am Freitag ein investigatives, konspiratives Non-Gespräch geführt habe („diese Unterhaltung hat nie stattgefunden!“) konnte ich sie auch klar formulieren, weswegen ich am Samstag in der Redaktion aufschlug und sie mir aus den Fingern und ins Postfach der Adressaten tippte. Blöd nur: Außer mir hat es keiner so eilig. Denn die entsprechenden Stellen müssen es „im Haus erst intern klären“, was so viel heißt wie „Frau, nerv nicht, wir haben soviel Zeug an der Backe, jetzt kommst Du noch so neugierig ums Eck“. „Warten, warten, warten …“ weiterlesen

Kurze Wochen, lange Wochen, Bienen, Bügelperlen – und ein kleiner Nachklapp

Jede Woche hat unbestreitbar 7 Tage. Und jeder Tag davon ist in etwa gleich lang. Als ich gestern beim Bäcker 30 Brezeln für eine Veranstaltung bestellte und mich die Dame hinterm Tresen fragte, für wann, sagte ich „erst für Samstag“. Sie daraufhin etwas verdutzt „Samstag, also morgen? Oder erst nächste Woche?“ Was für den Rest der Welt gestern nämlich Freitag war, war für mich gefühlt höchstens Mittwoch. Die Woche kam mir wahnsinnig kurz und auf der anderen Seite auch wahnsinnig lang vor. Der neue alte Job hat mich zweieinhalb Tage lang in einer Art Raumkapsel durch die Zeit katapultiert, der Donnerstagmittag war der Bremsstreifen und am Freitag waberte ich irgendwie unschlüssig durch den Tag, kaufte spontan teure Farbe und turnte auf Gerüsten rum. Aber das wisst ihr ja schon. Heute morgen bin ich dann aber endgültig im Samstag angekommen und musste lachen, als ich in meiner Instagram-Timeline ganz viele „Es-ist-Samstag-heute-putzen-wir-das-Haus“-Einträge fand. Überall das selbe. „Kurze Wochen, lange Wochen, Bienen, Bügelperlen – und ein kleiner Nachklapp“ weiterlesen

Erste Woche vorbei – Mama macht das schon

Wenn man von fünf Werktagen zweieinhalb arbeitet, bleiben rein rechnerisch zweieinhalb übrig. Da mir mein Mathelehrer in der fünften Klasse schon mal erklärt hat, dass Mathematik nicht interpretierbar ist, wird das wohl schon so sein.

Nur in echt … in echt ist das nicht so. Denn die zweieinhalb Tage Freizeit, die diese Woche hätte ausspucken sollen, die sind bei mir nicht angekommen. „Erste Woche vorbei – Mama macht das schon“ weiterlesen

Geliebte kleine Gewitterwolke … Teil 2

Teil 1 gab es hier.

Du bist wieder da. So zuverlässig wie das Aprilwetter, das unser Haus und unseren Garten gerade in eine dicke Schneeschicht hüllt, so bist auch Du wieder mal zu Gast. In wenigen Stunden hast Du aus unserem kleinen großen Mädchen einen garstigen Seeigel gemacht, der die Stacheln ausfährt, sobald er Gefahr wittert. Oder Unbill jeder anderen Art. Oder … manchmal auch einfach so. Der Orangensaft ist alle? Scheißkackablöd. Du sollst Deine Schuhe selbst aus der Garderobe holen? „Oooaar Mama, ich KANN DAS NICHT.“ (Scheißkackablöd!) Den Schlafanzug anziehen, ausziehen, die Jacke aufräumen, den Teller aus der Schublade holen – was auch immer ich von Dir möchte, Du rollst mit den Augen und es fehlt nicht mehr viel zur Klage wegen Kinderausbeutung. Ich werde mich hüten, Dir zu erklären, was das bedeutet. „Geliebte kleine Gewitterwolke … Teil 2“ weiterlesen