Happy fourth birthday, kleiner Fliegenpilz!

Kinder zu haben ist das letzte echte Abenteuer der Menschheit. Wir haben letzten Donnerstag den ersten Kindergeburtstag gefeiert, ich weiß also ganz genau, wovon ich spreche. (Fünf kleine Racker auf einem Haufen. Ich, eingehüllt in einem Leintuch als Gruselgespenst, mittendrin. DAS IST ABENTEUER PUR!) Ich war ja der Ansicht, dass wir so viele Kinder einladen, wieviel Kerzen auf dem Kuchen stehen. Das Kind zählte also die potentiellen Gäste an ihren kleinen Fingern ab. Ich sagte vier, sie zählte fünf. „Dann sind’s halt leider fünf“, war das einzige, was sie zu der offensichtlichen Diskrepanz zwischen Ist und Soll sagte. Und so luden wir fünf Kinder ein. Man sieht sehr schön, wer besser verhandeln kann. Schon vor Wochen waren die Kinder mit dem Kindergarten für anderthalb Wochen täglich viele Stunden im Wald. Sie kamen nach Hause mit Taschen voller Stöckchen und Ästchen, Moos und Laub (und Kellerasseln und Ameisen. Fragt nicht.). Scheinbar hat mich das unbewusst zu unserem diesjährigen Geburtstagsthema inspiriert. Ich habe also in einer Nachtaktion Fliegenpilz-Einladungskarten gebastelt. Und je näher der Tag X rückte, desto mehr formierte sich die Geburtstagstafel vor meinem inneren Auge. Und weil die Kleine in letzter Zeit fast jeden Nachmittag nach dem Kindergarten bei der Oma verbracht hat, habe ich die beiden mit einem Auftrag versehen: Bringt von jedem Spaziergang etwas Schönes mit. Natürlich keinen Fliegenpilz. Und während ich in unserer hauseigenen Apfelsaftproduktion eingebunden war, sammelte sich hier Tüte um Tüte mit Tannenzapfen und Ästen.

Das Eregbnis sah dann so aus:

Den kleinen Hirsch im Einmachglas habe ich aus der Schleichtier-Kiste meinter Tochter geklaut. Er hat natürlich neben einem Moosbett auch eine Schleife bekommen, die zum Thema Fliegenpilz passt.

Die beiden Fliegenpilze aus Steingut waren eine Leihgabe unserer Nachbarin. Merci!

Morgensonne im Wald? Fast. Der Fliegenpilz stand auf unserer Geburtstagstafel.

Auch die Muffinförmchen haben sich perfekt ins Thema Fliegenpilz eingefügt.

Die passenden Muffinförmchen fand ich in einer Grabbelkiste bei Edeka, ebenso den grünen Tischläufer. Die Hauptbestandteile der Deko gab es kostenlos im Wald. Einzig das rote Tablett, die beschneiten Bäumchen und die Pilz-Servietten sind neu und von Depot. Das niedliche gepunktete Milchkännchen ist ein Flohmarktfund und die Fliegenpilze zum Festklammern sind Bestandteile der Weihnachtsdeko. Unter dem weißen Fondant versteckt sich übrigens der welteinfachste und weltbeste Schokokuchen, dessen Rezept ich Euch gerne aufschreibe.

Zutaten:

200g dunkle Kuvertüre, 200g gemahlene Mandeln, 200g Zucker, 200g Butter, 4 Eier, 1 Päckchen Vanillezucker, 1/2 Päckchen Backpulver, 1 Prise Salz

Ihr schmelzt die Butter mit der Schokolade im Wasserbad. Rührt die übrigen Zutaten unter und gebt die Masse in eine Springform, deren Boden ihr mit Backpapier ausgelegt habt. Bei 180 Grad backt der Kuchen 45 Minuten. Es ist wirklich der saftigste und schokoladigste Kuchen, den ich je gebacken habe und ich backe eigentlich nur noch diesen.

Der Fliegenpilz durfte auch auf dem Kuchen nicht fehlen. Das hübsche Milchkännchen ist ein Flohmarktfund und passt perfekt zum Motto Fliegenpilz.

Auch Wäscheklammern und Streupilze sind keine wirklichen Kostenfaktoren gewesen, so dass das Thema Wald-Fliegenpilz echt low budget funktioniert. Die beiden großen Keramik-Fliegenpilze übrigens standen vor der Tür unserer Nachbarin (und werden auch dorthin zurückwandern). Ich habe nett gefragt und durfte sie mir für die Geburtstagstafel ausleihen. Wäscheklammern als Namenskärtchen - später haben wir Trinkbecher damit versehen, damit jeder wusste, welcher Becher ihm gehört. Mit ein bisschen Farbe und Streuteilchen versehen, waren sie günstige Accessoires. weiße Punkte auf rotem Grund oder andersrum? Der Fliegenpilz gibt farblich einiges her. Der Fliegenpilz findet sich auf Klammern und Servietten

Im Übrigen, und das dachte ich mir fast im Voraus, haben Kinder keinerlei Sinn für Tischdeko oder Bastelprogramm. Ein fremdes Kinderzimmer mit fremdem Spielzeug sind völlig ausreichend fürs nachmittägliche Entertainment. Ich habe mir, entgegend er landläufigen Erstreaktion, nicht „furchtbar viel Arbeit“ gemacht, sondern meiner Fantasie freien Lauf gelassen. Und selbst wenn ich damit auch den Mamas ein Strahlen ins Gesicht zaubern konnte – es hat mir selbst die allergrößte Freude gemacht.

Trotzdem haben alle fünf Gäste kleine Leinwände mit getrockneten Laubblättern und Kulleraugen beklebt und jeder hat stolz ein kleines Bild mit nach Hause genommen. Und wir haben danach zwei Stunden geputzt und gesaugt, Laubbrösel aus dem Teppich gefriemelt und Ordnung geschaffen. Die strahlenden Augen waren jeden Aufwand aber absolut wert.

 

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