Liebe Eifel, you got me …

Es gibt Orte, an denen ich nicht länger bleiben mag, als unbedingt notwendig. Sie strahlen eine Trostlosigkeit aus, die mich unruhig und trübsinnig macht. Und dann gibt es Orte und Gegenden, die genau das Gegenteil verkörpern. Man entdeckt schöne Ecken, altes Fachwerk und ist sofort angetan. Ein solches Fleckchen haben wir am Wochenende in der Eifel entdeckt. eifel2

Die Fahrt dorthin glich einem kleinen Abenteuertrip. Denn die gute Frau, die in unserem Navi wohnt, schickte uns weit weg von schnöden Autobahnen, die eh umgebaut oder voll stehendem Verkehr waren. Sie jagte uns durch kleine Orte mit malerischen Namen wie Alzey und Flomborn, ließ uns helles Mauerwerk und dunkles Holz bestaunen und öfter mal daran zweifeln, dass die Straße überhaupt noch irgendwo hin führt. 

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Und als wir dann endlich in Mayen angekommen waren, staunten wir über schiefe Kirchtürme (die Legende über den schiefen Zipfel von Sankt Clemens gibt es hier), imposante Burgen, Stadtbefestigungen, über die Schieferdächer und am allermeisten über die tollen Menschen, die dort wohnen und so herzlich und offen sind, dass wir uns sofort wohlgefühlt haben. Meine Eltern, die übers Wochenende den Babysitter für uns mimten, hatten beispielsweise einen hilfsbereiten Busunternehmer am Telefon, der ihnen mal eben versprach, sie mit einer Leerfahrt mitzunehmen, weil die Busse dort auf dem Land nur zweimal am Tag (und nur nach Anruf. Vielleicht.) kommen. Und weil die Fahrt kompliziert zu berechnen, da tarifverbundübergreifend, war, berechnete der Busfahrer, der sich als auskunftsfreudiger Reiseleiter entpuppte, einfach nur die Hälfte. eifel3

Während der Rest der Familie also nach einem gemütlichen Frühstück in altehrwürdigem Gemäuer (Eifeler Barock. Oder so was.) mit dem öffentlich Nahverkehr unterwegs war, ruckelten und kurvten wir mit dem eigenen Auto durch die Eifeldörfer, vorbei an winzigen Kapellen, die in noch winzigeren Häuschen verbaut waren.

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Als wir von unserer Tagung in Sachen Imkerei abends nach Hause fuhren, machten wir Halt in Nierderzissen an der Tankstelle. Der Mann hinter der Kasse stellte uns nach einem verblüfften Blick auf das Fremde Autokennzeichen erstmal den Bürgermeister des Orts vor, der sich hinter uns zum Zahlen angestellt hatte. Dann fragte er, wo wir herkommen und wo wir hinwollten, reichte ein Tablett mit zwei Muffins über die Theke und sagte „Nehmense mal wat zu Essen mit, Sie kriegen hier ja doch nichts mehr um diese Zeit.“

All das zusammen genommen ist ein Garant dafür, dass wir ganz sicher wieder in die Eifel fahren. Da war nämlich noch das Eifelmuseum und der Vulkanexpress und und und …

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