Wie ich das weltschönste Kochbuch fand und einen Frisurentrend schuf in nur 24 Stunden!

Manchmal behaupte ich, kein Laster zu haben. Ich trinke nicht, rauche nicht, bin nicht solarium- oder spielsüchtig. Schuhe zu kaufen KÖNNTE man allenfalls auf meine ansonsten blanke Liste der Lasterhaftigkeiten setzen. Und seit meiner Kindheit – Bücher. Weil die Anziehungskraft einer jeden Buchhandlung mich willenlos macht, weil ich den Duft nach bedrucktem Papier liebe, weil ich die Haptik des Umblätterns mag … es gibt tausend gute Gründe dafür, ein Buch zu kaufen. Und mein Gewissen, dass mich wegdrückt vom Bestsellerregal mit dem (blöderweise guten) Argument, dass ich noch stapelweise ungelesener Bücher daheim und proportional umgekehrt dazu wenig Zeit zu lesen habe. Nur bei einem Regal zieht das Gewissen den Kürzeren. Wer kann schon genug Kochbücher besitzen?

Ich habe schon oft aussortiert, umsortiert, weggegeben, neu gekauft. Nicht jedes Buch hielt, was Titel oder Cover versprachen. Manche Rezepte waren ungeahnt zeitintensiv oder einfach nicht lecker. Oder – und das ist ein wichtiges Argument – die Bilder im Buch waren lieblos und nicht sahen nicht nach Nachkochen aus. Bis ich gestern dieses Buch in die Finger bekam.

Im Knesebeck-Verlag erschienen, ist „Ein Fest im Grünen“ in Wahrheit ein Fest für die Sinne. Das Buch ist ausnehmend schön gestaltet und die Bildsprache ist einfach nur mächtig und fesselnd. Außerdem stellt sich die Autorin in einem langen, sympathischen Vorwort vor und ich bin immer noch geflasht von der Aussicht ihrer Terrasse mitten im Wald. (Und neidisch auf ihr Küchenfenster). In dem Buch finden sich ausschließlich vegetarische Gerichte, die aber so ausgewogen, bunt und abwechslungsreich sind, dass überhaupt nicht auffällt, dass sie fleischlos sind. Cocktails und Süßspeisen sind ebenso dabei.

Ich habe mich heute spontan vom Buch dazu inspirieren lassen, Spaghetti mit Zucchini und Karottenfäden zu kochen. Ich habe das Rezept ein wenig variiert, weil Hannah keinen Thymian mag und war auch sonst ein bisschen kreativ.

Meine Variante:

Ich habe 2 Karotten geschält und dann genau so wie eine Zucchini mit dem Sparschäler in lange, dünne Scheibchen geschält. Ich habe eine große Knoblauchzehe und zwei Zweige Rosmarin ganz klein geschnitten und zusammen mit einem Esslöffel Butter und etwas Olivenöl in der Pfanne angehen lassen. (Der Duft haut einen um!) In diese Mischung habe ich die Gemüsescheibchen gegeben und sie mit etwas Brühe und Sahne abgelöscht und die Flüssigkeit einkochen lassen. Dazu habe ich einfach knapp 300g Spaghetti gekocht, abschließend alles vermischt und mit etwas geriebenem Käse bestreut. Kind und Mann haben die Schüssel leergemacht, ich habe zwischen dem leisen Schmatzen herausgehört, dass es sehr lecker war. 😉

Den Rest des Tages habe ich übrigens auf einem Gerüst in schwindelnder Höhe verbracht (mindestens 2 Meter! Uah!) und habe einen Dachvorsprung gestrichen. Etwa auf der Hälfte angekommen war mein Farbeimer leer und ich fuhr ins Fachgeschäft, um Nachschub zu besorgen. Just in dem Moment, als ich der Dame erklären wollte, welche Farbe ich brauche, hatte ich den Namen vergessen. „Holzlasur, ganz dunkelbraun“, sagte ich und deutete auf meine völlig gesprenkelte Jeans. „In dem Ton wie auf meiner Hose!“ fügte ich an. Die Dame nickte wissend und ging lächelnd zum Regal. „Palisander“, sagte sie. „Haben Sie übrigens auch in den Haaren!“

Falls ihr also demnächst zum Frisör geht und mal was Pfiffiges wollt (Hände weg von jedem Frisör, der Worte benutzt wie fetzig oder pfiffig im Bezug auf einen Haarschnitt, geht schief. Für Euch getestet vor Jahren.), dann wählt blond mit Palisandersträhnchen. Wenn das kein Trend wird, weiß ich auch nicht.

 

 

All you need for picknick #2 – Schnelles Fingerfood

Das Picknick kann losgehen!

„Essen Sie das alles alleine?“ fragte mich eine Stimme von hinten. Ich drehte mich um und guckte in das fragende Gesicht eines älteren Herrn, der mit Rucksack und Wanderstock wohl grade auf dem Weg in die Natur war, als die Fotos für diesen Post entstanden. „Nein, ich fotografiere das nur. Gegessen wird’s erst später!“ meinte ich. Und wusste im selben Moment, dass das noch weitere Fragen aufwerfen würde. Er fragte aber nicht. Er guckte bloß fragend und blieb wie angewurzelt stehen. Also erklärte ich ein bisschen, was bloggen ist und warum ich einen ganzen Korb voller Schnickschnack in die Natur schleppe und Wanderparkplätze in helle Aufruhr versetze. Und weil er den Blick dann noch immer nicht vom Essen lassen konnte, bot ich ihm eine Blätterteigschnecke an … „All you need for picknick #2 – Schnelles Fingerfood“ weiterlesen

Topfgeschichten – Tränen lügen nicht!

Erst war es nur ein leises Jucken. Dann spürte ich, wie die Tränen langsam kamen und ich konnte sie nicht mehr zurückhalten. Wer schon mal zum Zwiebelschneiden verdonnert wurde, weiß, wie tränenreich die Kocherei sein kann. Aber die Zwiebelsuppe, mein heutiger kulinarischer Beitrag zum Herbst, ist die Heulerei allemal wert. Auch wenn meine Tochter besorgt meine Hand nahm und fragte „Mama, was ist denn los?“ Ich wischte mit dem Ärmel über die Augen und erklärte: „Nix Kind, ich muss nur Zwiebelnschneiden!“ „Aaach, das macht doch nix!“, sagte sie tröstend. Hach. „Topfgeschichten – Tränen lügen nicht!“ weiterlesen

Topfgeschichten – „Krrrrrmmmmkrkkkk…“

Klemmt bei Frau Venus ne Taste? Nee. Ich wollte Euch lautmalerisch verdeutlichen, wie sich das Brot beim Reinbeißen anhört. Das Brot, das ich heute gebacken habe. Bereits zum dritten Mal innerhalb von fünf Tagen.

Und zwar mit einem Plastikhelferlein, das bis dato ein ziemlich einsames Dasein in einem Küchenschrank fristete. (Das wird keine Tupper-Werbeveranstaltung, aber der Tupper UltraPro ist wirklich ein cooles Ding, weil man damit Brot backen kann. Hab ich vor fünf Tagen rausgefunden. Als letzte Person auf diesem Planeten.) „Topfgeschichten – „Krrrrrmmmmkrkkkk…““ weiterlesen

Knusperknusperknäuschen…

… ich genieße mal ein Päuschen. Abends, wenn das Kind sich müde von einem abenteuerlichen Tag an mich kuschelt auf der Couch, mich aus seinen blauen Murmelaugen müde angrinst und ich sie die ganze Zeit anknabbern könnte. Weil sie meine Leidenschaft für Letzteres nicht unbedingt teilt, musste ich mir etwas anderes zum abendlichen Knuspern suchen. (Was für ne Überleitung!) „Knusperknusperknäuschen…“ weiterlesen

Topfgeschichten – Käsecracker für die Zeitreise gefällig?

Bevor mein Mann nach Hause kommt, kontrolliere ich ein paar wichtige Punkte: Sitzt meine Frisur? Bin ich adrett angezogen? Stehen seine Pantoffeln da, wo sie hingehören? Ist das Abendessen fertig? „Topfgeschichten – Käsecracker für die Zeitreise gefällig?“ weiterlesen

Topfgeschichten – Das Kartofflige muss auf das Runde

(Eines Tages wird mir der Orden für die absurdeste Überschrift verliehen, ich schwöre.)

Willkommen liebe Freunde der Singvögel zu einer neuen Ausgabe der beliebten Sendereihe – ich habe Hunger, aber es ist noch nicht Essenszeit. Bei mir mag es daran liegen, dass ich beim Essen hundert andere Dinge erledige, die hauptsächlich mit der parallelen Nahrungsaufnahme des Tochterkinds zu tun haben. Mund abwischen, Gabel reichen, Löffel wegnehmen, vom Boden aufheben, Tisch abwischen, zusammenschieben im Teller, schöpfen, schimpfen, loben, Becher anreichen UND SO WEITER. Irgendwie vergesse ich dabei manchmal den eigenen Nachschlag. Und so kommt es, dass mir mittags gegen halb vier öfter mal der Magen knurrt. So richtig Essenszeit ist das ja nicht. Aber nur Süßkram? Hm. Gut, dass es Alternativen gibt. „Topfgeschichten – Das Kartofflige muss auf das Runde“ weiterlesen

Topfgeschichten – von Knödeln, Röstlauch und Spongebob in der Brühe

Es gibt ja Tage, an denen man mit dem falschen Fuß aufsteht. Braucht keiner. Aber dann gibt es noch Tage, an denen man aufgestanden wird. Wie ich gestern. Um 6:51 klingelte das Telefon und ein leicht seniler älterer Herr verlangte nach meinem Mann, der schon aus dem Haus war. WER RUFT BITTE ZEHN VOR SIEBEN BEI FREMDEN LEUTEN AN? Meiner guten Erziehung war es geschuldet, dass ich ihn nicht fernmündlich einen Kopf kürzer gemacht habe. Aber an Schlaf war danach nicht mehr zu denken, weil das Kind bei meiner Rückkehr ins Schlafzimmer interessiert im Bett saß und fragte „wer war denn das?“. „Topfgeschichten – von Knödeln, Röstlauch und Spongebob in der Brühe“ weiterlesen

Wenn der kleine Hunger kommt…Think PINK!

Ich kaufe ja oft ein bisschen planlos ein. Manchmal bekomme ich spontan Lust auf etwas und greife zu. Und dann guckt es mich tagelang vorwurfsvoll aus dem Kühlschrank an und ich bin ratlos, was ich damit machen soll. So ging es mir neulich mit roter Bete. Als Kind habe ich rote Bete geliebt und es gab oft rote-Bete-Salat.

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