Topfgeschichten – Tränen lügen nicht!

Erst war es nur ein leises Jucken. Dann spürte ich, wie die Tränen langsam kamen und ich konnte sie nicht mehr zurückhalten. Wer schon mal zum Zwiebelschneiden verdonnert wurde, weiß, wie tränenreich die Kocherei sein kann. Aber die Zwiebelsuppe, mein heutiger kulinarischer Beitrag zum Herbst, ist die Heulerei allemal wert. Auch wenn meine Tochter besorgt meine Hand nahm und fragte „Mama, was ist denn los?“ Ich wischte mit dem Ärmel über die Augen und erklärte: „Nix Kind, ich muss nur Zwiebelnschneiden!“ „Aaach, das macht doch nix!“, sagte sie tröstend. Hach.

Ich schnibbelte mich also schluchzend durch einen kleinen Berg roter und weißer Zwiebeln (sie heißen Erdperlen, ist das nicht schön?) und war froh, als die Würfelchen endlich in der heißen Butter landeten. (Da kam das Kind übrigens zum zweiten Mal in die Küche, schnuppernd, und fragte: „Ist das da bald fertig?“)

Ich sammle auf instagram ja unter dem hashtag „herbstist“ alles, was Euch und mir zum Herbst einfällt. Dazu gehört auf jeden Fall eine wärmende, deftige Suppe. Das Rezept habe ich der Einfachheit halber für Euch fotografiert. Übrigens – wer sich fragt, wo der Käse auf meinen Croutons geblieben ist – der fragt am besten meinen Mann. Der hat sich das Stück Bergkäse gestern Abend nämlich einverleibt. Und wir mussten heut Croutons ohne Käse essen. Zum Heulen.

Dabei hatte ich mir extra feuerfestes Geschirr besorgt, Original aus den Siebzigern, wo Suppe-im-Ofen-überbacken offensichtlich à la mode war. Aber die Brotwürfelchen sind auch in der Pfanne kross geworden und haben die samtige Suppe prima abgerundet.

Ich habe etwas weniger Zwiebeln als im Rezept genommen, sie in kleine Würfel geschnitten und in einem Esslöffel Butter schön ausgelassen. Dann habe ich sie mit etwa 700ml heißer Gemüsebrühe abgelöscht und die Zwiebeln darin weich gekocht. Mit dem Pürierstab habe ich das ganze etwas kleingemacht, ich wollte aber die Konsistenz der Zwiebelwürfel nicht völlig auflösen. Weil mir die Suppe noch nicht gebunden genug war, habe ich einen Esslöffel Mehl in heißem Wasser verrührt und zur kochenden Suppe gegeben. Außerdem habe ich noch etwas Schmand untergehoben, das ist aber sicher Geschmackssache. Wer statt Butter Olivenöl nimmt und den Schmand weglässt, hat eine vegane Alternative. Das Brot sättigt gut und ich war nach einem Töpfchen Suppe pappsatt. Viel Spaß beim Nachkochen, ich freue mich schon auf viele weitere Suppen, denn … Herbst ist … Suppenzeit!

PS: Das Kind sagte beim Löffeln plötzlich: „Duuhuu… der Bub isst die Suppe nicht! Der sagt immer NEIN NEIN, ich ess gar nicht meine Suppe.“ Auf meine verwunderte Nachfrage, welchen Bub sie denn meine, sagte sie (leicht genervt) „den Buuuhuub. In dem Buch bei der Oma! (die Oma hat den Suppenkasper vorgelesen) … Der mag keine Suppe. Der ist blöd, gell?“

Mein Mädchen. Hach. <3

 

 

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