Was für eine Nacht!

Lieber Joe,

ich weiß nicht, ob Dich diese Zeilen jemals erreichen, aber ich muss unsere Geschichte einfach niederschreiben. Was hast Du mit mir gemacht? Was hast Du Dir dabei gedacht? Du bist einfach in mein Leben geplatzt, ungefragt, mit einem kühlen Lächeln. Wir hatten eine einzige gemeinsame Nacht und den berühmten „Morgen danach“. Ich bin stark geblieben, Joe, obwohl Du alles versucht hast. Hast Dich in meine Träume geschlichen. Du hast nach mir gerufen, mich gelockt, um mich gebuhlt, die ganze Nacht, immer wieder… Als wir uns begegnet sind, kamst Du mir sofort nahe. Ich spürte Deinen sanften Atem an meiner Wange. Da wusste ich noch nicht, wie leidenschaftlich Du sein kannst. Wie heftig Dein Werben. Heute morgen aber hast Du mir gezeigt, was Du willst. Deine Leidenschaft hat mir den Atem genommen und meine Lippen verschlossen, Du hast mir fast die Kleider vom Leib gerissen und beinahe hätte ich meinen Widerstand auf- und mich hingegeben in Deinen Strudel…
Aber ich bin stark geblieben und habe mich nicht von meinem Kurs abbringen lassen. Weil ich weiß, Joachim, dass Du kein Mann bist, der bei einer bleibt. Du willst sie alle, spielst mit ihren Körpern, schickst Wellen durch sie hindurch und machst sie nass. Unsere Geschichte endet hier, Joe. Wir werden uns nie wieder sehen und unsere gemeinsame Geschichte ist nur eine von vielen, die Du heute schreibst, Du Verführer. Du ziehst weiter und tobst Dich aus, bis Du Dich satt und zufrieden in Nichts auflöst, treulos, ohne noch einen weiteren Gedanken zu verschwenden an die, die Du so aufgewühlt hast. Und ich? Ich lasse Dich ziehen! Bye bye, Joe,
mach’s gut.

Atemlose Grüße,
Deine Frau Venus

PS: Du hast es unter die Topmeldungen im Radio gebracht, falls Dich das ehrt. Man warnt uns vor Dir!

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