Du kriegst das Konto nicht zu…

…oder: vom „Hase-und-Igel-Spiel einer Bank gegen ihre Kunden“

Einer unserer Mitarbeiter hat die Firma verlassen und ist mit Frau und Sohnemann nach Schweden gezogen. Weil noch diverse Reparaturen und Rechnungen offen waren, schrieb er mir, ich möge ihm bitte helfen, sein Mietkautionssparbuch aufzulösen und das Geld dem Vermieter zugänglich zu machen. Soweit so einfach.

Ich gab ihm Bescheid, er solle sein Sparbuch und die Verpfändungsurkunde an mich schicken, ich würde den Vermieter um dessen Urkunde bitten und alles zusammen zur Bank tragen.

Nach ein paar Tagen schrieb er zurück, er finde das Sparbuch beim besten Willen nicht mehr, womöglich sei es im Umzugsstress abhanden gekommen. Ich informierte also die Bank. Die Bank erklärte, er möge bitte den Verlust in einem formlosen Schreiben darlegen und den Brief an die Bank schicken. Ich gab das dem ehemaligen Kollegen weiter.
Der Kollege bat mangels Deutschkenntnissen kleinlaut nochmals um Hilfe. Also setzte ich einen kurzen „ich habe das Sparbuch verloren“-Text auf, den ich ihm per mail schickte.
Seine Verpfändungs-Urkunde trudelte wie abgemacht bei mir ein, ich schickte sie an meine Ansprechpartnerin des Geldinstituts. Der Kollege bedankte sich und versprach, der Bank sofort einen Brief zu schicken und den Verlust des Sparbuchs kundzutun.
Eigentlich, so dachte ich blauäugig, sei die Sache damit erledigt.

Kurze Zeit später rief mich der Vermieter an. Auch er hatte seine Urkunde an die Bank geschickt, diese jedoch zurück bekommen.
Ich rief die Bank an und erfuhr: Die Unterlagen seien nicht vollständig gewesen und man habe zur eigenen Erleichterung alles zurück geschickt.
Ich informierte also den Kollegen in Schweden, dass und warum er seine Urkunde in den nächsten Tagen zurückbekommen würde. Dieser schrieb freudig zurück, er habe stattdessen das Sparbuch wiedergefunden. Ich freute mich mit ihm und bat ihn, es der Bank zukommen zu lassen.

Eine Woche später schrieb diese mir zurück, die Unterlagen seien unvollständig. Man habe jetzt ein Sparbuch vorliegen aber keine Urkunden. Ich telefonierte also wieder mit dem Vermieter. Er möge bitte die Urkunde wieder zur Bank schicken. Dem Schweden schrieb ich, dass er seine Urkunde, sobald er sie bekomme, wieder zurückschicken solle. Der Bank schrieb ich, dass sie das Sparbuch bitte zur Seite legen sollten, bis die Urkunden einträfen. Aber die Urkunde kam nie an. Sie war auf dem Weg von Deutschland nach Schweden verschütt gegangen. Ich informierte die Bank. Die Bank erklärte, der Mieter solle eine Verlustanzeige schicken. Schriftlich natürlich. Ich schickte eine „ich-habe-die-Urkunde-verloren“-Mailvorlage nach Schweden. Der Mitarbeiter schickte einen Brief identischen Inhalts an die Bank.

Dann rief mich der Vermieter an. Er habe seine Urkunde schon wieder zurück bekommen, außerdem ein Sparbuch, das er noch nie zuvor gesehen hatte. Ich war einigermaßen verzweifelt und rief die Bank an. Und die erklärte mir – „Die Unterlagen waren leider nicht vollständig. Da fehlt noch eine Verpfändungsurkunde.“ Ich schrieb dem Mitarbeiter, ob er denn den Brief mit der Verlustanzeige… doch, hatte er.
Ich fragte bei der Bank nach. Ach so? Verloren? Man habe keine Verlustanzeige vorliegen. Und die übrigen Unterlagen hätte man dem Vermieter geschickt.
Ich rang nach Luft. Da sagte die nette Dame bei der Bank „Außerdem hat uns ihr ehemaliger Mitarbeiter informiert, dass er sein Girokonto schließen möchte und jetzt eine postalische Anschrift in Schweden hat. Das hat er per e-Mail getan, was grundsätzlich nicht möglich ist. Können Sie ihm bitte ausrichten, dass wir ihm einen Brief schicken mit der Bitte, seine postalische Anschrift zu bestätigen?“
„Wo schicken Sie denn den Brief hin?“ „Na an die postalische Adresse, die er uns per mail geschickt hat.“

Ich le

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