Banausen unterwegs!

Ich verstehe nichts von Kunst. Ich beurteile Werke nicht nach Pinselführung oder Farbgebung sondern in zwei schlichte Kategorien – „mag ich“ und „mag ich nicht“.
Es sollte mir vermutlich peinlich sein, das zuzugeben, isses aber nicht. Ich gehe sogar noch weiter und behaupte, dass zwei Drittel der Damen und Herren im feinen Zwirn, die heute durchs Kunstmuseum der Landeshauptstadt flaniert sind, grade mal soviel Ahnung von Kunst haben wie ich, das aber hinter pseudo-intellektuellem Geblubbere über „Form und Farbe“ verbergen.
Herr Schatzi und Frau Venus also auf Kultur-Tour. Die erste Skulptur war ein beiges Ungetüm in ziemlich leerem Raum, zu dem Schatzi spontan fragte, ob es sich wohl um eine Schiffs-Schraube handle, die irgendwas Großes gehäckselt habe. Leider so laut, dass der, der auf die guten Stücke aufpasst, das mitgekriegt hat und uns fortwährend verfolgt hat, vermutlich, weil er uns für Terroristen mit roter Sprühfarbe hielt, die nichts besseres zu tun hatten, als an einem sonnigen Sonntagmittag das kulturelle Erbe vergangener Generationen zu besudeln. Als wir uns gerade ganz intensiv mit einem Baumstamm auseinandersetzten und uns nicht einig wurden, ob das Innenleben jetzt einfach nur freigelegt oder nachträglich eingesetzt wurde, ermahnte er uns gar, mehr Abstand zum Kunstwerk zu halten. Ja wie ist das Ding denn da hin gekommen?! Geflogen?!
Sei’s drum. Die übrigen … nennen wir es „Dinge“ im Museum waren zum Teil ganz spannend. Otto Dix zum Beispiel. Oder der „Wachsraum“ – für Imker ein bekannter Duft, aber die Installation war ziemlich cool. Insofern hat der Museumsbesuch seinen Zweck absolut erfüllt – ein bisschen das Auge verwirrt, ein bisschen den Geist angeregt. Ich muss ja nicht alles verstehen (Ich sage nur „Blaubeeren in Leim auf Leinwand“ – hinter Glas und völlig schwarz, da seit fast 40 Jahren am Vergammeln). Am besten übrigens hat mir der schwarzgekleidete Herr gefallen, der mit nachdenklichem Blick von einem Bild zum anderen schritt und letztlich fasziniert vor der Ecke des Raums stehen blieb. Dort waren wohl Risse im Putz entstanden und sie waren mit Textilband in beige verklebt worden. Aber wahrscheinlich war auch das Kunst. Nur hab ich’s mal wieder nicht verstanden.

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