Medien – Nutzen vs. Risiko

Ich behaupte gerne, ich hätte eine eigene Meinung zu verschiedenen Dingen. Wenn ich das sage, kommt es mir auch wirklich so vor. Ich stelle nur immer wieder und immer öfter fest, dass meine Meinung subjektiv ist und auf einer Informationsschieflage basiert. Ich versuche mich bestmöglich über das zu informieren, was mich interessiert. Die Medienvielfalt ist hilfreich auf der einen Seite. Aber meine Meinung bildet sich nicht nur aus dem, was mir die Medien erzählen, sondern auch aus dem, was sie weglassen Und darin besteht die Gefahr der Einseitigkeit. Es ist erstaunlich, nein, erschreckend eher, wie sehr sich der Blick auf manches verändert, wenn man sich intensiv um mehr Hintergrundwissen bemüht. Die Medien haben Fast-Food-Charakter – schmeckt irgendwie, macht satt irgendwie. Aber ist weder gesund noch trägt es zum Vitaminhaushalt bei. Schlimmer noch – die Geschmacksnerven stumpfen ab.
Die Medien bereiten Nachrichten in schnellverdauliche Häppchen auf. Sensation hier, Skandal da. Wenig Text, der Leser soll nicht überfordert werden. Als Beilage wird eine Statistik serviert, aus der man alles mögliche herauslesen könnte. Und fertig ist das Drei-Gänge-Menü aus „Das ist passiert – der ist schuld – das ist DIE Meinung dazu“.
Und der Leser… schluckt es und freut sich, so gut informiert zu sein. So satt. Das happy meal für den Geist.
Ich will nicht alle Medien über einen Kamm scheren. Es gibt – dank Internet – eine große Auswahl an Informationsquellen. Blogger gehören auch dazu. Aber es ist schade, dass gerade diese Blogs die bezahlbaren Bio-Feinkostläden sind und die Massenmedien übersalzenen, einheitlichen Großküchenfraß servieren.
Wer nicht wirklich Acht auf seine „Ernährung“ gibt, wird sprichwörtlich abgespeist mit Sattmachern.
Und am schlimmsten finde ich, dass ich hier von meinem eigenen Berufsstand rede.

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