Leben, um zu arbeiten…

Ich kann ganz schlecht nichts tun. Das konnte ich noch nie gut. In den Tag hineintrödeln macht mich wahnsinnig. Ständig begleitet mich der Gedanke, dass ich etwas verpassen könnte. Früher sagte ich immer, ich müsse etwas „sinnvolles“ mit meiner Zeit anfangen. Heute würde ich anfügen „für mich Sinnvolles“. Sinn ist ja ohnehin relativ. Ich rette keine Menschenleben oder löse das Welthungerproblem. Einem Modeblog beispielsweise Sinn abzugewinnen fällt einer modebegeisterten Frau unter Umständen leichter als einem Baggerführer aus dem Pott. Wohingegen ich mich nicht so recht für das Sammeln seltener Raupen begeistern könnte.
Viele liebe Menschen in meiner Umgebung machen sich des Öfteren Gedanken um mein Pensum. Ob mir das nicht zu viel sei. Mein Job, mein Magazin, die Pressearbeit… Ein sehr großer Teil meines Daseins besteht aus Arbeit, objektiv betrachtet. Aber es fühlt sich für mich nicht danach an. Ich habe mir lange Gedanken gemacht, wie nah ich an mir dran bin, wie gut ich mir zuhöre, ob ich überhaupt auf mich höre, eventuell Bedürfnisse ignoriere und nur noch funktioniere. Man liest ja immer wieder von burnout bei jungen Leuten und ich habs im eigenen Freundeskreis erlebt. Um mich zu schonen, hatte ich mir schon öfter freie Abende regelrecht verordnet. Mit dem Ergebnis, dass ich vorm Fernseher einpenne und mich davor noch über das grottige Programm ärgere. Und mit einem weiteren Resultat – ich war nach solchen Abenden nicht erholter. Sondern bedauerte, nicht das getan zu haben, was ich gerne tue. Layouten, redigieren, schreiben, tüfteln, Bilder schnibbeln.
Das einzige, was mich stresst, ist, wenn der Kühlschrank leer und der Waschkorb voll ist. Das in Ordnung zu bringen, macht mir keinen Spaß und ich empfinde es als Arbeit.
Fazit: wenn ich Arbeit nicht als solche empfinde, ist sie auch kein Stress. Und neue Projekte, die mich kitzeln, machen Spaß, nicht müde. Und um zum Anfang zurück zu kommen – auch vermeintlich völlig Sinnloses hat einen Sinn, denn wenn es Spaß und mich glücklich macht, hat es seinen Zweck ja schon erfüllt. ich, so wie ich es für richtig halte, andere nach deren Gusto. Leben und… Arbeiten lassen.

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