Biotop Flughafenterminal

Faszinierend. Man sah sie immer wieder durch die sich geschäftig öffnenden, doppelten Schiebetüren am Kofferband auf- und abstöckeln. Wobei stöckeln ihrem Gang nicht wirklich gerecht wird, sie schritt, stolzierte geradezu in perfekter Grazie auf ihren 12 cm – Hacken. Schwarze Strümpfe, grauer Rock, schwarzer Kurzmantel, bunter Schal, die dunkelblonden Haare zu einem akkuraten Knoten gewickelt. Ich sah sie im Stakkato der Türen leider immer nur für wenige Augenblicke, aber sie schien sich am Flughafen zu bewegen wie in ihrem Wohnzimmer. Irgendwann spuckte die Tür die Dame aus und den beiden Türkinnen neben mir entgingen ihre sagenhaften Schuhe ebensowenig wie mir. Zumindest war “Christian Lauboutin” das einzige, was ich in dem Schwall aus Worten verstand, von denen scheinbar keines ohne ö oder ü auszukommen schien.
Aber es gibt auch weniger adrette Menschen auf einem Flughafen. Und welche, die sich offenbar bei der Wahl ihre Garderobe nicht über die voherrschenden Temperaturen im Ankunftsland kundig gemacht hatten. So trabte ein rundlicher, recht glatzköpfiger Herr im himmelblauen Kurzarmhemd mit einem lächerlich winzigen Köfferchen am Stil in Turnschuhen gemütlich in Richtung Caféteria. Der Koffer war so klein, dass eine Jacke, die den ganzen Herrn hätte umschließen können, unmöglich da reingepasst haben konnte. Wo also wollte er hin? Gleich weiterfliegen?
Überhaupt fragte ich mich des Öfteren – wo wollen die hin? Wo kommen die her? Sie stapfen im Trainingsanzug mit einer Bild-Zeitung unterm Arm die Ankunftshalle entlang. Weder sehen sie aus, als wollten sie in dem Aufzug irgendwo hin fliegen, noch kann man sich vorstellen, dass sie nur mit einer Bildzeitung aber ohne jegliches Gepäck gerade angereist sind. Wohnen die da?
Ich ertappe mich immer wieder, wie ich Leute kategorisiere. Manche kommen zielstrebig im schwarzen Anzug mit dem Handy am Ohr durch die Tür und streben auf den Taxistand zu – Geschäftsleute. Andere bummeln gemütlich und orientierungslos in die Freiheit und bleiben genau da stehen, wo die zielstrebigen Anzugträger hinten auflaufen um sie dann genervt zu umkurven. Und wieder andere stöckeln, wie eben jene Dame mit den rotsohligen Pumps mit einem milden Lächeln auf einen Herrn im Anzug zu, der ihnen sofort die Koffer abnimmt, einen Becher Kaffee überreicht und tatsächlich auf das große, schwarze Auto mit der Warnblinkanlage zugeht, das sich hinter den Taxistand geklemmt hat… und während ich ihr noch ein bisschen staunend hinterher komme, spaziert mein Zielobjekt durch die Tür. Jeans, Jacke, Schal, Koffer. Ganz normal. Und irgendwie bin ich fast ein bisschen enttäuscht, das Biotop schon wieder verlassen zu müssen. Ich hätte gern noch weiter mit der inneren Stimme gelästert.

Ein Sonntagnachmittag…

… in K-Bildern…

Kaffee…

Käsekuchen…

Kuhbrunnen…

Kunst…

Kirche…

Kitsch, Krempel, Krimskrams…

Kastenblüher…

Und je

Was für ein Tag…

…und wie sehr habe ich mir einen solchen herbei gesehnt. Gestern Abend und heute morgen standen Termine für die Lokalpresse an und dann war ich sowieso schon in der Stadt und nutzte den Morgen für einen ausgiebigen Stadtbummel in der Sonne. Mein Lieblings-Gedöns-Laden lag natürlich auf meiner Strecke und ich bin fündig geworden, was zu erwarten war. Auch die ersten Weihnachtsgeschenke sind bereits gekauft.

Für das Kinderzimmer des Sohns einer lieben Freundin sind mir diese niedlichen Haken über den Weg gelaufen:

…und künftig sitzt dieser kleine Nager auf unserer Couch:

Doch kein Karton…

Ich hab gestern in meiner Mittagspause den Inhalt für den Schuhkarton für die Weihnachtsaktion gekauft. Dann nochmal genau gelesen, wie das Ganze funktioniert. Und dabei über google allerhand links gefunden, die die Aktion Weihnachten im Schuhkarton kritisieren. Die Kinder sollen auf diese Weise mit christlichen Missionaren in Kontakt kommen und wenn möglich Bibelhefte mitnehmen. Auch ihre Eltern würden auf diese Weise angesprochen und es wird versucht, sie für Missionskurse zu gewinnen. Die Geschenke gehen auch in Länder, in denen die Mehrheit der Menschen dem Islam, dem Buddhismus oder anderen Religionen angehören.
Ich finde, Religion ist etwas sehr persönliches und jeder soll glauben können, woran er möchte, so lange er es friedlich tut und ohne jemandem dadurch zu schaden. Was ich nicht mag, sind Menschen, die ihren Glauben anderen unterjubeln und aufschwatzen wollen. Und Kinder mit Geschenken zu ködern, ist perfide.
Zumal für jeden Karton noch 6 Euro zusätzlich gespendet werden müssen für Verwaltungsaufwand, Transport, Maut etc.
Im vergangenen Jahr sind laut Angaben des Vereins über 8 Millionen Schachteln verschickt worden. Das macht 48 Millionen Euro, die mindestens gespendet wurden… Ich habe einfach kein gutes Gefühl dabei.

So. Ich habe jetzt also einen Karton voll Krimskrams für ein Mädchen zwischen 5 und 10 Jahren übrig.
Was mach ich jetzt damit?

Warum…

…geht alles morgens wesentlich schneller, wenn man verpennt hat? Ich hab heute mal locker 25 Minuten gespart! Wieso brauch ist sonst immer so lang?! Trotzem ist verpennen… ARGH…
Guten Morgen erstmal!

Mein Leben und ich: Topfgeschichten: Brokkoli-Massaker-Suppe

Der Herbst ist für mich die perfekte Jahreszeit für dicke Gemüsesuppen. Ich bin ohnehin kein Suppenkasper und selbstgemacht ist eh immer am besten. Heute gab’s Brokkolicremesuppe.

Zutaten:

1 ganzen Brokkoli (Kopf? Staude? Bund? Wie nennt man das denn?)
1 Zwiebel
1 Becher Sahne
1 Glas Gemüsefond
Öl, Salz, Pfeffer, Paprika, Curry, Koriander… Was die Küche hergibt zum Abschmecken

Den Brokkoli waschen und in möglichst kleine Röschen zerteilen. Strunk entweder nicht verwenden oder in kleine Würfel schnibbeln. Zwiebeln würfeln und in einem Topf mit Öl glasig dünsten, Brokkoli dazu geben und das ganze unter Rühren ein bisschen brutzeln lassen. Dann Ablöschen mit dem Gemüsefond. Sahne dazugeben und bei halbgeschlossenem Deckel köcheln lassen, hin und wieder rühren. Nach ca. 10 Minuten dem Brokkoli mit dem Stabmixer den Garaus machen, die Suppe mit den Gewürzen abschmecken und nochmal aufkochen lassen.
Dazu passt Weißbrot.

Variation: man kann zu der Gemüsebrühe auch mit einem Schuss Weißwein ablöschen, man kann noch einen Löffel Schmand hinzugeben und andere Gemüsearten wie Karotten oder Zucchini mitverwenden.

Guten

Kitsch-Alarm!

Donnerstagmittag, Anfang November in einer Fußgängerzone im Schwarzwald – die Sonne scheint, der Himmel ist knutschblau, es weht ein beinahe warmer Wind und die Straßencafés sind gut gefüllt. Die Eisdielen machen ordentlich Umsatz und es könnte auch ein später Septembertag sein… würde man nicht im erstbesten Kaufhaus VOM KITSCH ERSCHLAGEN!
Weil es so warm draußen ist, stehen die Eingangs-Glas-Türen weit offen, doch die Temperaturen sollen den Kunden nicht darüber hinwegtäuschen, dass eigentlich gleich Weihnachten ist! Um jeden Zweifel daran auszuräumen, haben emsige Dekorateure eine heimelige Winterlandschaft mit Schneespray auf die Türen fabriziert. Wenn man eben jene schon mit einem Stirnrunzeln bedacht hat, haut einen der Rest des Geschäfts erst recht vom Hocker – güldene Lametta-Girlanden hängen in üppigen Bögen von der Decke, jedes Regal ist gekrönt von einem rot-gold-bekugelten Plastiktannenbaum, in der Süßwarenabteilung muss man sich durch glitzerbunte Pappaufsteller voll Schokonikoläusen, Spekulatius und Dominosteinen arbeiten, auf Weihnachtsdekorationsartikel gibt es bereits Rabatt und aus den Lautsprechern dudelt – Achtung – süßer die Glocken nie klingen. Und wer genau zuhört, hört auch, wie der Text weiter geht – “aaahals zur WEIHEINACHTSZEIIIIT!”

… UND WEIHNACHTEN… IST ENDE DEZEMBER VERDAMMT NOCHMAL!

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Mein Leben und ich: Topfgeschichten: im 7. Burger-Himmel…

…schwebten wir gestern Abend. Hausgemacht schmecken sie einfach am besten.

Und dabei geht das doch so einfach!

Zutaten:
400g Rinderhack
5 Brötchen (je nach Gusto mit Körnern oder ohne oder Lauge oder oder oder, bei mir waren es normale weiße Brötchen)
Salat (Eisbergsalat zum Beispiel)
2 Tomaten
1 Zwiebel
Käse in Scheiben
Steaksoße (Oder Ketchup oder was Euch sonst so schmeckt)
Salz, Pfeffer, Öl

Das Rinderhack mit Salz und Pfeffer würzen, zu fünf gleich großen Kugeln Formen, platt drücken und in Öl anbraten. Wer die Scheiben dicker macht, braucht mehr Geduld.
Zwiebel in Ringe schneiden und zum Fleisch in die Pfanne geben und mitdünsten.
Nebenbei Brötchen aufschneiden, Steaksoße auf beide Hälften verteilen, Salat drauf legen, darauf die fertigen Fleischfladen, Tomaten und Zwiebeln darauf verteilen und mit einer Käsescheibe zudecken. Ich habe den fertigen Burger bis auf die obere Brötchenhälfte (damit die knusprig bleibt) nochmal in die Mikrowelle gegeben, damit der Käse schön schmilzt. Sobald der Käse nachgibt, Burger rausholen, Deckel druff, reinbeißen, yummie! 🙂

Das Bi

Könnte man einen Abend…

…ausschneiden, so würde ich den gestrigen ausschneiden und ins Album kleben unter der Überschrift – “Wie ich mir einen perfekten freien Abend vorstelle”.
Direkt nach dem Büro war ich einkaufen, fuhr nach Hause und stellte mich in die Küche. Da Herr Venus eine dicke Erkältung mit sich herumträgt und zu Hause herumeiert, beschloss ich, ihm was Gutes zu tun und ihn zu überraschen. Ich stellte mich also flugs und geheimnisvoll hinter verschlossener Küchentür an den Herd, um aus frischem Rinderhack etwas unförmige Taler zu braten und meinem Mann selbstgemachte Burger zu kredenzen. Ich wollte ja ein Bild machen, ehrlich, aber die Kamera war im Auto und fünf verschmatzte Minuten nach dem Servieren war leider nix mehr da, was man hätte fotografieren können.
Wir räumten zusammen auf und guckten zusammen fern und ein bisschen klingt das jetzt nach altem Ehepaar. Aber wisst ihr was – is mir wurscht!