Kitsch-Alarm!

Donnerstagmittag, Anfang November in einer Fußgängerzone im Schwarzwald – die Sonne scheint, der Himmel ist knutschblau, es weht ein beinahe warmer Wind und die Straßencafés sind gut gefüllt. Die Eisdielen machen ordentlich Umsatz und es könnte auch ein später Septembertag sein… würde man nicht im erstbesten Kaufhaus VOM KITSCH ERSCHLAGEN!
Weil es so warm draußen ist, stehen die Eingangs-Glas-Türen weit offen, doch die Temperaturen sollen den Kunden nicht darüber hinwegtäuschen, dass eigentlich gleich Weihnachten ist! Um jeden Zweifel daran auszuräumen, haben emsige Dekorateure eine heimelige Winterlandschaft mit Schneespray auf die Türen fabriziert. Wenn man eben jene schon mit einem Stirnrunzeln bedacht hat, haut einen der Rest des Geschäfts erst recht vom Hocker – güldene Lametta-Girlanden hängen in üppigen Bögen von der Decke, jedes Regal ist gekrönt von einem rot-gold-bekugelten Plastiktannenbaum, in der Süßwarenabteilung muss man sich durch glitzerbunte Pappaufsteller voll Schokonikoläusen, Spekulatius und Dominosteinen arbeiten, auf Weihnachtsdekorationsartikel gibt es bereits Rabatt und aus den Lautsprechern dudelt – Achtung – süßer die Glocken nie klingen. Und wer genau zuhört, hört auch, wie der Text weiter geht – „aaahals zur WEIHEINACHTSZEIIIIT!“

… UND WEIHNACHTEN… IST ENDE DEZEMBER VERDAMMT NOCHMAL!

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