Ich schlich ein ganzes Jahr fast um sie herum. Rosé. Und groß. Und mit Glitzer. Ich suchte Alternativen. Und landete wieder bei ihr. Und da hatte Herr Venus genug gehört und schenkte sie mir kurzerhand zu Hannahs erstem Geburtstag. Der ist zwar noch ein bisschen hin, aber tragen darf ich sie jetzt schon. Und euch zeigen auch!
Erst verblüfft, …
… dann ratlos und zuletzt fuchsteufelswild stand ich grade vor meiner Kaffeebrüheinrichtung. Der Wassertank passte plötzlich nicht mehr an seine vorgesehene Stelle. Auch mit Kontaktlinsen ließ sich das Problem nicht orten. Der Wassertank musste auf dem Rückweg vom Wasserhahn gewachsen sein. Ich schob und zerrte, drückte und fluchte. Das Wasser schwappte auf meine Zehen. Das Venuskind begann lautstarker nach der Frühstücksmilch zu verlangen. Der Tank weigerte sich beharrlich den Kopf einzuziehen und an seinen Arbeitsplatz zu verschwinden. Ich rief meinen Mann im Büro an. Beim ersten Tuten solidarisierte sich der Telefonakku mit dem Wassertank und quittierte seinen Dienst. Ich schnaubte. Das Venuskind greinte, stand doch die Milch beteits gefühlte Stunden im kalten Wasser… Auf dem Weg zum Handy patschten meine Füße durch Kaffeemaschinentankwasser. Ich implodierte mehrmals. Das Ende vom Lied: die Bodenklappe muss schräg stehen, dann klappt’s auch mit dem Tank. Die Küche ist trocken, das Kind satt. Ich denke über Koffeinsucht nach und spüre meine rechte Mandel anschwellen und meine Nase läuft. Und es ist gerade mal acht vorbei.
Wünsch euch nen schönen Dienstag. Unfallfrei und voller erquicklicher Überraschungen.
Und weil…
Bisher…
…hielt ich mich handarbeitstechnisch ja eher für … sagen wie nicht talentfrei, aber geduldsarm. So kam es, dass ich vor vielen Jahren sieben Knäuel Merinowolle erstand, die ich zum Schal verstricken wollte. Stricken, das sei erwähnt, müsste ich erst noch lernen. Mit meinen marginalen Kenntnissen also startete ich das Unterfangen Schal. Seit Jahren dümpeln 15 cm Schal im Schrank herum. Ich hatte zwischendurch keine rechte Lust mehr. Nun aber, beschäftigt mit des Kindes und des Heimes Pflege, bleibt ab und an Zeit für kreative Dinge. Und so entstand aus der verschmähten Merinowolle ein Schal für Hannah. Aufgehübscht mit Häkelblümchen. Und ja, ich bin ein bisschen gamz schön stolz auf mein Werk.
“Ich habe…
…ein Kind im Ohr”, erzählt mir die Frau im Radiospot andauernd. Ich habe auch ein Kind. Aber nicht im Ohr, sondern auf dem Arm. Oder auf der Krabbeldecke. Oder – mal wieder – unterm Regal, weil es sich rückwärtsrobbend dorthin verirrt hat. Angenehmer Nebeneffekt: Seit Hannah mobil ist, haben wir keine staubigen Ecken mehr. Ähem. Aber ich habe etwas ganz anderes im Ohr. Mich. Es mag daran liegen, dass die konstruktiven Dialoge mit Hannah eher rar gesät sind in meinem Alltag. Sie antwortet zwar mit Ooo-pah, wenn ich etwas frage, aber nicht auf jede Frage ist Opa eine befriedigende Antwort. Auch ansonsten erzählt sie recht viel, die Mama ist schlicht zu blöd, den Inhalt des Gebrabbelten zu verstehen. Und so rede ich eben mit mir selbst. Nicht laut. Eher so innen drin. Seit einigen Wochen fällt es mir zusehends auf. Mein Alltag ist ein langer Monolog. Die Frau in meinem Ohr hält erst die Klappe, wenn ihre Hülle unter die Bettdecke schlüpft und das Licht ausmacht. Und selbst dann labert sie noch mindestens fünf Minuten weiter.
Morgens fängt es an. “Jetzt erst die Milch für Hannah, dann Kaffee. Den Wasserkocher müsste ich entkalken. Mach ich nachher. Hasse das. Aber ich mach’s. Alles voller Krümel. Dass der seinen Teller auch immer da stehen lässt. Tomaten! Die müssen weg. Was koch ich heute? Was mit Tomaten. Ah, Wasser kocht. Der Pulli ist ihr noch ein bisschen groß. Wie sie da sitzt und gebannt die Brötchentüte fixiert, das kleine Mampfmonster… Das Milchpulver geht auch bald aus. Sonne scheint. Vielleicht gehen wir gleich noch ein halbes Stündchen raus…”
Ihr versteht? Sie quasselt. In einer Tour. Selbst wenn ich mich hinsetze und ein Buch lese, liest sie laut vor. Und sie quatscht dazwischen, Dinge wie “oh, jetzt regnet’s. War das Hannah? Ist die schon wieder wach? Ne, war wohl draußen. Das Bügelbrett könnte ich auch mal aufräumen…”
Wenn mein
Die erstaunlichen…
…Dinge im Leben der Frau Venus.
1. ich BIN gar kein Sommermensch! Nein! Ich mag zwar Sonne, aber alles, was sich den 30 Grad nähert, ist mir zuviel. Stattdessen jetzt: frische Luft, Wind der die Wangen zum Leuchten bringt, kräftige Herbstfarben, Zwiebelkuchen, warmer Kakao… Ich bin ein Herbstfan!
2. ich BIN gar nicht so chaotisch. Nein! Ich mag es sauber und ordentlich! Ich finde nur das Aufräumen mitunter lästig, aber im Grunde meines Herzens bin ich aufgeräumt. So langsam schlagen Mamas Gene deutlich durch.
3. ich BIN gar nicht so unsportlich. Nein! Ich habe mich neulich zur ersten Laufrunde seit Äonen aufgemacht und war hinterher wie neugrboren! Ach guck!
Manchmal lohnt es sich, mal was auszuprobieren. Etwas Gewohntes abzulegen. Routinen auf den Prüfstand zu stellen. Philosophisches zum Mittwoch! Genießt ihn!
Endlich Sonntag…
Ein Kessel Buntes…
…wird der heutige Blogbeitrag, denn zum Erzählen gibt es nicht genug zu sagen, aber zuviel, um nix zu bloggen.
Zunächst: das Kindelein. Die Zähne machen wohl grad wieder Pause mit dem Blagenplagen, jedenfalls ist Hannah seit Sonntag nur noch begründet grantig und nicht mehr einfach immer. Sie hat wohl eine neue Form des Tiefschlafs entdeckt, jedenfalls sind die Windeln morgens leichter und das, obwohl sie Wassermassen in sich hineinsaugt. Na gut. Keine Massen. Aber, und das ist auch neu, Wasser. Ganz ohne Saftschluck drin. Und seit zwei Tagen aus dem Trinklernbecher. Das mit dem Krabbeln würde sie gern können, aber die Koordination bereitet noch Schwierigkeiten, was darin mündet, dass sie sich bäuchlings aufrichtet und nach hinten schiebt und sich dann lautstark und anklagend darüber echauffiert, dass das blöde Spielzeug im Blickfeld trotz größter Anstrengung immer weiter wegrückt.
Kommt Zeit, kommt vorwärts. Sagen tut sie konsequent alles außer Mama. Es gibt Baba, Dete und Dadada. Nachdem ich am Wochenende schon wieder eine IchhabemeineKinderschoninderSchwangerschaftimKindergartenangemeldet-Mutter getroffen habe, hab ich heut nochmals im Kindergarten der Wahl angerufen. Da heißt es immer noch ganz entspannt – Februar 2015 reicht. Eine frühere Anmeldung sei zwar möglich, ändere aber nichts an den Kriterien der Platzvergabe. Da war er wieder, der Höherschnellerfrüher-Mütter-Irrsinn. Das erste Jahr mit Kind neigt sich schon langsam dem Ende. Ist irre, wie die Zeit fliegt.
So. Das Wetter! Es ist iibäh draußen, sagen alle. Aber ich bin wohl ein heimlicher Herbstfan. Ich liebe die frischgewaschene Luft. Und die Tatsache, dass einem nicht bereits beim bloßen Gedanken ans Verlassen des Kellers der Schweiß ausbricht.
Mein T
Ich konnte nicht anders…
Es war…
…ein tristes Leben, das S1 fristete. Aus seiner Sicht war es gar keines, er vegetierte höchstens einsam vor sich hin. Um sich herum völlige Dunkelheit, die nur ab und zu von dem Monster durchbrochen wurde. Dann drang gleißendes Licht in seine Zelle, das Monster entführte einige von ihnen und brachte andere zurück. S1 blieb unbeachtet. Er hatte sich an den Rand der Zelle zurückgezogen und harrte aus in seinem monotonen Alltag, völlig allein. Warum er vom Monster so bestraft worden war, darüber zu grübeln hatte er längst aufgegeben. Das Monster hatte ihm seinen Bruder einfach entrissen und beide für immer getrennt. Das jedenfalls dachte S1 für lange, lange Zeit. Doch eines Donnerstags geschah das Unfassbare. Das Monster flutete das Gefängnis erneut mit hellem Licht. S1 sah normalerweise nicht einmal mehr auf. Doch an diesem Donnerstag kam ihm die Kralle nahe. Sehr nahe. Das Entsetzen stand S1 ins Gesicht geschrieben, als das Monster ihn packte und in die Luft wirbelte und… Ja und dann spürte er verlorengeglaubte, wollige Oberfläche auf seiner. S2 fiel ihm strahlend um den Hals und beide umarmten, umschlangen sich innig. Fortan lebten S1 und S2 wieder in Harmonie und Glück beisammen. Happy end! Für zwei Socken in der Schublade meines Mannes.
