…des Tages: wer sich bei einem völlig verkackten Kleinkind nebst verkacktem Body, verkackter Wickelauflage und dank der töchterlichen Euphorie beim großen Geschäft auch noch verkackter Tischplatte nebst Teppich (!) vor Begeisterung abklatscht und gemeinsam trällernd warme Waschlappen organisiert und gegenseitig Feuchttüchlein und frische Windeln anreicht… Der ist entweder völlig neben der Spur oder eben vor Kurzem Mama respektive Papa geworden und freut sich einfach wie Bolle über den entspannten Gesichtsausdruck seines Säuglings, der da sagt: eeendlich ist es raus. Hach.
Wollte keiner so explizit wissen? Seid froh, dass ihr es nicht saubermachen musstet!
Zu!
Sie geht zu! Ha! Ich vermelde: 26 Tage nach der Entbindung passen meine alten Jeans wieder! Alle!
Erkenntnis…
…des Tages:
Ein Kind zu haben macht albern.
Meine Mama war neulich da und staubsaugte den Flur, während ich mit Hannah auf dem Sofa saß. Sie hörte das Geräusch des Staubsaugers und guckte mich groß und fragend an. Und ich erklärte:
“ja was macht da draußen brummbrumm? Ja was maaacht da so brummbrumm? Ist das die Omi mit dem Sauger? Macht die Omi brummbrumm mit dem Sauger? Ja ist das eine feiiine Omi?”
Mein Kind guckte mich ausdruckslos an. Sie fragte sich vermutlich, warum ausgerechnet sie an eine grenzdebile Mami geraten musste… Aber was hätte ich sagen sollen? “lausche mein Kind, Deine gütige Großmutter reinigt geräuschvoll den Flur?!”
Erkenntnis…
…des Tages:
Würde sich jeder bei Blähungen so äußern, wie unser Kind, wäre diese Welt ein sehr lauter Ort.
Ein Kind zu haben…
…macht sehr dankbar und uneigennützig. Aber kühlschrankkalter Quark auf nackter Haut ist schon ne Überwindung… Aber was tut man nicht alles.
Erkenntnis des gestrigen Abends: Quarwickel sind uuuuuaaaaaahhhhh….. (helfen aber)
Veränderungen…
…in meinem Leben…
Kaffee ist super. Wo er früher heiß sein musste und morgens um halb sieben dringend gebraucht wurde, bin ich heute froh, wenn ich überhaupt eine Tasse davon kriege. Zu welcher Zeit, ist egal. Kalt geht auch.
Wo früher sie Instyle und die Glamour neben meinem Kopfkissen lagen, liegen heut Nachtlicht und Schnuller.
Ein Ausflug zur Krankenkasse wäre früher ein lästiger Gang gewesen, heute ist er das reinste Abenteuer.
Mindestens genauso wichtig, wie die Frage, was ICH anziehe, ist die Frage, was Hannah heut anhat.
Und wi
Rückblick…
…auf die wohl aufregendste Zeit meines Lebens…
Geburtsberichte sind meist voller Pathos, Pein und Peinlichkeit. Daher diese Episode nur in wenigen Worten, für alle, die wissen wollten, wie’s denn jetzt war. Wir hatten am Mittwoch, 31. Oktober, den Termin zum Einleiten morgens um halb neun. Ich war seltsamerweise die Ruhe in Person. Auch noch, als wir bis um elf warten mussten, weil etliche Notfälle dazwischen gekommen waren. Nach einer Eingangsuntersuchung bekam ich um zwanzig vor zwölf eine wehenauslösende Tablette, die um zwölf bereits anschlug. Soweit so gut. Dann erwies sich mein Muttermund allerdings als störrisch und wollte sich nicht um alles in der Welt von den zwei Zentimetern, die er bereits offen war, trennen. Ich badete mit Jasminöl, bekam Zäpfchen, aber nichts half. Als es nach über vier Stunden hieß, wir seien etwa bei zweieinhalb Zentimetern, war das der erste Dämpfer. Die Wehen nahmen Fahrt auf und ich blieb hoffnungsfroh und veratmete brav, was ich konnte. Als es aber nach neun Stunden mittlerweile recht knackiger Wehen hieß, wir seien jetzt bei knapp drei Zentimetern, brach meine anfängliche Zuversicht zusammen und ich begann mich zu verkeampfen. Und plötzlich waren die Wehen nicht mehr zu veratmen. Mir wurde speiübel und ich hatte Mühe, den Würgereiz zu unterdrücken. Die Hebamme hängte mich an eine Glukoseinfusion und piepte den Anästhesisten an, weil ich um eine PDA gebeten hatte, ohne die ich es eigentlich schaffen wollte… Was dann kam, war eine Stunde, die ich heute wie einen Film in Erinnerung habe. Weil meine Wirbelsäule krumm und in sich verdreht ist, musste sich das erste Anästhesistenteam nach etwa zwanzig Minuten geschlagen geben. Ich hing in dieser Zeit auf dem Rand des Kreißbettes und konnte den Wehen nichts mehr entgegenhalten. Hinterher erklärte mir die Ärztin, dass ich einen Wehensturm hatte, denn ich hatte keine Pausen mehr, sondern eine Dauerkontraktion. Der Oberarzt wurde dann aus dem Bett geholt und auch der machte mir wenig Hoffnung, dass das klappen würde, immerhin muss der Katheter zwischen den Wirbeln durch und meine sind wohl stark verknöchert. Gefühlte zehn Einstiche später atmete es hinter mir dann aber hörbar auf. Der Oberarzt hatte eine winzige Lücke gefunden und die PDA wirkte. Ich durfte mich eine Stunde lang ausruhen und spürte ab Bauchnabel abwärts meinen Körper kaum noch, was zwar gruselig war, aber auch wieder ganz angenehm. Um drei Uhr nachts setzten Presswehen ein, um zehn vor vier war unser Kind dann endlich da. Eine kurze Schrecksekunde gab es für mich nur noch. Als mein Mann, die Ärztin und die Hebamme gleichzeitig sagten, oh, die Hand! Unser Kind hatte nämlich die Hand auf einer Wange liegen und kam zur Welt, wie Superman fliegt…
Die folgenden Tage in der Klinik waren geprägt von einem absoluten Glücksgefühl, von Erschöpfung, manchmal Unsicherheit und Verzweiflung, aber meistens von riesigem Stolz. Und von der Erkenntnis, dass Hebammen eine Mischung aus Engel und Feldwebel sind. Das beste war, endlich nach Hause zu dürfen mit dem kleinen Wesen, das die Kinderärztin als fitten, vitalen Säugling bezeichnete. Der kleine Wurm liegt jetzt neben mir, schläft seelig mit erhobenen Armen und ist wohl die beste Entscheidung unseres Lebens.
Danke Euch, für die vielen lieben Wünsche!
Endlich!
Heute Nacht um 3:50 Uhr kam unsere Hannah Magdalena zur Welt. 3110 Gramm schwer und 49 cm groß. Und wir sind super froh, dass alles geklappt hat!
So.
Jetzt steht das Ultimatum. Morgen früh um halb neun müssen wir zum Einleiten anrücken. Die Kleine ist fidel und munter, will aber nicht geboren werden… Bin also ab morgen wech, denkt ganz fest an mich!
Nö…
Nein, ne, niente, non, nada. Um elf ist der nächste Check. Wenn man mal die Vorteile sehen will: ich kenne dort jetzt schon vier Hebammen und drei Ärzte. Viel Überraschungen kann es da nicht mehr geben. Wir werden schon wie alte Bekannte begrüßt.
