Leserbriefschreiber…

…können richtig lästig sein. Da ich lange Redakteurin einer Tageszeitung war, kann ich ein Lied von so manchem Schreiberling singen.
Und jetzt? Zähl ich mich selbst dazu.
Ich prangere an! Den Zustand der hiesigen Straßen.

Mal sehen, ob sie’s drucken.

„Welch malerisches Bild: Es ist Winter. Schnee verzuckert das pitoreske Städtchen XY und die Sonne zaubert ein Glitzern auf gefrorene Bäume und vereiste Dächer. Und während die Kamine morgens dicke Rauchschwaden in den Morgenhimmel pusten, sieht man auf den Gehwegen dick vermummte Hausbesitzer und Mieter mit Schippen und Streukies-Säckchen vor ihren Häusern emsig die Gehwege räumen und streuen. Bis sieben Uhr spätestens müssen diese nach Streupflichtsatzung der Stadt „gefahrlos benutzt“ werden können. Wer dieser Pflicht nicht nachkommt, begeht eine Ordnungswidrigkeit.
So ist also ganz XY-Stadt eine malerische und gefahrlose Winterlandschaft. Ganz XY-Stadt? Nein! Denn Eis und Schnee haben ein sicheres Refugium, wo ihnen keiner mit Schippe oder gar Salz auf die Pelle rückt – die Straßen! Wo die vielen hundert Fahrzeuge morgens beispielsweise über die ABC-Straße in Richtung Innenstadt schleichen und vorsichtig die unangetastete Schneedecke platt fahren, bildet sich spätestens kurz vor acht Uhr eine schwarz-weiß (gegen später dann grau-braun) gestreifte Rutschbahn. Spannend wird es meistens, wenn die Ampel auf Höhe DEF-straße auf Rot schaltet und die Kolonne am Berg bremsen muss. Es ähnelt einer Ballett-Choreographie, wenn sich die vorderen Fahrzeuge bei Grün sachte hin- und herschwänzelnd vom Fleck bewegen. Ebenso naturbelassen bleibt auch die Brücke zur GHI-straße, wer nicht genug Schwung mitbringt, schafft es nicht auf die andere Seite, wer zuviel Schwung mitbringt, verlässt die Brücke in unbeabsichtigter Richtung.
Böse Zungen würden nun behaupten, die Räum- und Streupflicht gelte nur für Bürger und nur für Gehwege nicht aber für die Stadt und ihre Straßen.
In Wirklic

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