Im Alter…

…werde ich in der Tat ein wenig schrullig. Alter bitte ich nicht ernstzunehmen, sondern als kokette aber maßlose Übertreibung zu sehen. Ich bin schließlich blutjunge 33.
Und trotzdem stelle ich ernstzunehmende Entwicklungen an mir fest, die sich nicht leugnen lassen.

Hier ein kleiner Ausschnitt davon:

Während ich früher an Supermarktkassen einen passenden Schein zückte und das Wechselgeld einfach irgendwie zurück ins Portemonnaie beförderte, suche ich tatsächlich jetzt nach Kleingeld beim bezahlen. „Warten Sie, 28 Cent habe ich.“ Noch zittern meine Finger nicht so, dass die Schlange hinter mir entnervt aufstöhnt, aber ich fürchte, das kommt dann später.

Kommen wir hier gleich zur zweiten Sonderlichkeit (für mich). Ich habe irgendwann damit begonnen, meine Geldscheine dem Wert nach zu ordnen. Während ich früher ein (gelegentlich knittriges) Durcheinander mit mir herumtrug, glätte ich die Banknoten jetzt, bevor ich sie einsortiere. Die Großen hinten, die Kleinen vorne.

Ich trage auch keine S-Bahn-Karten aus Ulm von vor acht Jahren mehr mit mir rum. Keinen Babysitterausweis und keinen Tanzpass. Keine Rabattcoupons von 2002 von Kinokarten von kurz vorher. Mein Geldbeutel ist so etwas wie… eine Sammlung von Münzen und geordneten Banknoten plus wichtiger Karten. Man könnte sagen – andere Menschen haben exakt denselben Geldbeutel, weil ein solcher eben dafür genutzt wird. Wer mich kennt, wird allerdings wissen, dass der Status Quo für meine Verhältnisse fast als Pedanterie zu werten ist.

Mein Auto ist keine Garderobe mehr. Ich habe tatsächlich derzeit 0 Kleidungsstücke in meinem Auto. Und allerhöchstens 3 CDs. Die Ablage hinterm Sitz ist leer. Bis auf einen Eiskratzer. Im Handschuhfach kleben keine geschmolzenen Bonbons mehr. Stattdessen liegen dort Fahrzeugschein und Scheckheft. Fragen nach dem Wackdeldackel oder der Klorolle werde ich im Übrigen ignorieren. (Isch ‚abe nämlisch gar kein…e Heckablage)(Wer schon lange liest, weiß, dass ich mal gaaaanz anders drauf war. Guckst Du http://dievenus.blog.de/2007/07/31/ich_bin_chaotisch~2734650/

Ungeputzte Fenster fangen an, mich zu stören. Wenn sich mein Ablagehäufchen türmt, verspüre ich das Bedürfnis, alles in Ordnern zu verstauen. Beim zweiten Kaffee des Tages gucke ich zuerst auf die Uhr. Ist es nach 16 Uhr, verkneife ich mir den Druck auf den Brühbutton. Ich könnte ja sonst nicht schlafen können.

Wisst

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