Topfgeschichten – den Sorten auf der Spur

Die Auswahl in unserem hiesigen großen Supermarkt erschien mir bisher immer riesig. Bis ich letzte Woche eine interessante Reportage auf dem Dritten gesehen habe. Tatort-Kommissar Andreas Hoppe machte sich auf die Suche nach alten Obst- und Gemüsesorten, die kaum noch angebaut werden. Wer gucken möchte: Hier. Er wurde in der Reportage auch fündig, bei regionalen Bauern, in Hofläden oder in spezialisierten Gärtnereien. Aber im Supermarkt? Fehlanzeige.

Wieviele Tomaten, Gurken, Kartoffeln bietet mein Lieblingsladen, überlegte ich? Die positive Überraschung kam am nächsten Morgen beim Einkauf – ich fand neben Fingermöhren und Bundmöhren mit Grün dran auch wunderschöne Urkarotten in violett. Weil sie uns besonders gut schmeckten, beschloss ich heute, nach einem Tipp, einen etwas weiter entfernteren Markt unter die Lupe zu nehmen. Und wurde auch dort fündig – Karotten der Sorte „Purple Haze“ und ein blaues Kohlrabi wanderten unter anderem in meinem Einkaufskorb.

Das Angebot wird letztlich von der Nachfrage bestimmt. Also haben wir reichlich zugegriffen.

Heute möchte ich Euch zeigen, was ich aus dem Kohlrabi gezaubert habe. Die violette Variante schmeckt ein bisschen würziger als die zartgrüne. Deswegen habe ich mich für eine Gemüsebeilage entschieden:

Cremiges Kohlrabigemüse mit Koriander und frischem Dill.

Ihr braucht dafür ein bis zwei Kohlrabi (grün oder violett), einen halben Becher Schmand, Gemüsebrühe, Koriander, Dill, Salz und Pfeffer sowie Olivenöl.

Den Kohlrabi habe ich geschält und in kleine Würfelchen geschnitten. Diese habe ich in Olivenöl angebraten und als sie rundherum ein bisschen angegangen sind, mit Gemüsebrühe abgelöscht. (Wenn ihr zuviel Brühe habt, schüttet ihr sie am Schluss einfach ab.) Ich habe die Würfel so lange ziehen lassen, bis sie bissfest waren. Die Brühe war dann auch fast weggekocht. Ich habe einen halben Becher Schmand untergezogen und das Gemüe gut mit Salz, Pfeffer und Koriander abgeschmeckt. Wer mag – Muskat passt auch gut dazu. Am Schluss habe ich frischen, kleingehackten Dill darunter gemischt. Fertig. Bei uns gibt es das Gemüse simpel als Beilage zu Kartoffelbratlingen oder (mit etwas mehr heller Soße) zur Pasta. Wer nicht vegetarisch lebt, kann es auch gut zu Geschnetzeltem kombinieren.

Aus den Karotten haben wir Vorratsgemüse gemacht – die Karotten waschen, schälen und mit dem Küchenhobel in feine Scheiben schneiden. Ich habe die bunten Scheibchen ebenfalls kurz in Olivenöl angebraten und vom Herd genommen. Als sie kühl waren, habe ich sie möglichst ohne Luft in einen Beutel gegeben und eingefroren. So haben wir demnächst eine schnelle Beilage, die wir auf den Punkt fertiggaren können – praktisch, wenn’s mit dem Kind mal wieder länger dauert.

Welche alten oder außergewöhnlichen Sorten gibt’s bei Euch so? Und was schmeckt wem am  besten? Erzählt’s mir!

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