Philosophie am Morgen

Warum tu ich mir das an? – Kennt ihr diese Frage ans eigene Spiegelbild? Man übernimmt Aufgaben, halst sich Arbeit auf, steigt in Projekte ein, reißt Baustellen auf. Warum?
Ich kenne viele Menschen, die einen ganz anderen Weg gehen. Büro, dann nach Hause, essen, fernsehen, Füße hoch legen. Tagein, tagaus.

Ich erlaube mir gar kein Urteil darüber, jedem wie er es mag.
Vielmehr frage ich mich, warum kann ich mir das für mein Leben nicht vorstellen? Sobald ich auch nur darüber nachdenke, formiert sich in Bauch und Hirn sofort Protest. Mir fallen Sätze ein, die beginnen mit „Man kann doch nicht…“ oder „Was sollte ich denn dann den ganzen Tag…“
Aber warum bin ich so wuselig? Vielleicht weil ich etwas hinterlassen möchte. Weil ich mein Leben nicht als „bloße Anwesenheit“ auf der Welt sehen mag. Kommen, sich ruhig und angepasst verhalten, alt werden, wieder gehen. Ohne mehr Spuren zu hinterlassen, als meinen Namen in behördlichen Registern und einen Stein mit meinen Lebenszahlen. Ist das Eitelkeit? Warum glaube ich, die Welt interessiere sich überhaupt für mich? Keine Ahnung. Ich weiß nur – ich kann nicht anders. Der rosarote Hase in mir trommelt schon wieder und scheucht mich zur Arbeit. Und ich folge.

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