Ich will nicht mehr!

Liebes Leben,

warum bescherst Du mir die heißesten, blauhimmligsten, gewitterlosesten Tage so kurz vor der Prüfung? Das ist ja wohl nicht fair. Wer soll sich denn bei dem Wetter auf BWL konzentrieren können, wenn die ganze Nachbarschaft mit Taschen und Luftmatratzen bewaffnet ihren Abzug ins Freibad ankündigt…? Wenn sogar unsere betagte Nachbarin bräunere Oberarme hat als ich, weil ich ständig in den düsteren Keller pilgere, um mich auf meinen Ordner zu konzentrieren? ICH FINDE DAS NICHT FAIR!!!

Liebes Telefon… ES IST SONNTAG!

Heute sei dieser Blog-Eintrag ausnahmsweise nicht an mein liebes Leben, sondern an unser liebes Telefon gerichtet. Bzw. an unsere lieben Mitmenschen. Ich kann ja verstehen, dass jemand abends zu Hause sitzt und um zehn fällt ihm etwas wirklich Wichtiges ein. Kein Problem, wenn er uns dann anruft. Unter der Woche sind wir sicher noch nicht im Bett, am Wochenende sicher nicht zu Hause. Aber vielleicht geht das in so manchen Kopf, dass man junge Leute nicht am Sonntag VOR NEUN UHR ANRUFT!!!! :: Schon gar nicht, wenn jemand sicher gehen will, dass ich gestern Abend etwas richtig ausgerichtet habe. Ich bin NICHT BLÖDE!!! Vielleicht sollten wir unser Telefon einfach erst um neun wieder einstecken. Aber dann wüssten wir ja erst nicht, wer uns schon vor neun erreichen wollte….

Die Wäsche ist sauber, der Waschkorb ist leer…

da freut sich die Venus, was will sie noch mehr?

Liebes Leben,
nein, ich bin nicht unter die Poeten gegangen. Aber immerhin habe ich noch einen Punkt abhaken können auf meiner ellenlangen Liste. Petra hat sich mächtig über die Gebrauchsanweisung gefreut. Zu irgendwas müssen meine Fremdsprachenkenntnisse ja gut sein. Und die Wäsche ist auch fertig. Werde gleich noch den Trockner ausräumen. Und ich bin auf dem Balkon auf- und abstolziert und habe gegossen. Sehen wieder ganz fesch aus, meine Kästen. Also noch was geschafft. Hab sogar meine Zimmerpflanzen mal wieder in der Dusche abgebraust. Ich glaube, die fanden das auch ganz prima. Was mir gut tut, kann meinen Blümchen ja nicht schaden. Und jetzt gehe ich ins Bett. Morgen nehme ich den Rest der Liste in Angriff und morgen Abend geht’s auf einen Geburtstag… da will ich ja nicht durch unhöfliches Dauer-Gähnen auffallen…*gähn*

Der Grill grillt jetzt auf Deutsch!

Liebes Leben,

ein erstes Erfolgserlebnis: Die Gebrauchsanleitung für den Lava-Grill ist übersetzt.  Fünf Seiten und vier Stunden später ist schon mal ein Punkt auf meiner langen Liste erledigt. Immerhin. Jetzt mache ich mich mal an die Wäsche. Der Bummel mit Mama war nett, hab mir unnötigerweise eine Weste gekauft, die ich demnächst ins Büro anzuziehen gedenke. Hab meinen Eltern heute gesagt, dass sie ein echter Glücksgriff sind. Das hat sie wohl ziemlich gerührt. Sind aber auch zwei tolle Menschen.
Ach ja, Jennilein, die Sache mit dem Oberschulamt war ernst gemeint. Im Zweifelsfall komme ich auf Dich zurück, ja? Muss blos mal in Ruhe über den Inhalt eines solchen Briefes nachdenken. Aber – nach der Prüfung, Du kennst ja meine Liste…*g*

Wer motiviert mich?

Liebes Leben…

Es gibt Phasen im Leben eines jeden, in denen er rein gar nichts zu tun hat. Die Wäsche liegt gebügelt im Schrank, der Waschkorb ist so leer wie Trockner und Wäscheleine. Der Kühlschrank hingegen ist üppig gefüllt und die Fliesen im Bad glänzen in der Morgensonne. Alle Aufgaben sind erledigt und auch die Vorbereitung für die nächste Klausur hat man schon hinter sich. Dann tritt eine gewisse Lethargie ein, ein Gefühl, wie kurz vor dem Einschlafen. Durch den Tag lümmeln, mal hier mal da etwas herumräumen, Schwimmen gehen, Eis essen, lesen. Genauso muss sich ein fetter Kater fühlen, der sich nach dreieinhalb Schalen Sheba auf der Couch zusammenrollt.
Ist ja auch wirklich prima, wenn man eben sonst nix zu tun hat. Leider geht bei meiner Organisation gerade etwas völlig daneben. Das sanfte Herumdämmern, die Leichtigkeit, mit der ich gerade durch den Tag gleite (Mach ich heut’ nicht, mach ich morgen) ist zwar sehr entspannend. Allerdings ist es kein zufriedenes “Das-hab-ich-mir-jetzt-aber-verdient-Gefühl”… denn es rührt nicht von den vielen Häkchen an meiner To-Do-List, sondern schlicht von deren unüberschaubarer Länge. Heute in einer Woche steht die erste von acht schriftlichen Prüfungen an. OK, drei von den Achten sind vielleicht lernbedürftig, aber trotzdem. Wenn ich an das Pensum denke, das noch vor mir liegt, wird mir ein bisschen schlecht. Und dann gucke ich aus dem Fenster und denke “Oh, die Sonne scheint… lernen? Später!”
An sich ja nicht falsch. Nur dass ich “später” eben vom vielen Schwimmen, im Freibad Herumliegen und Einkaufen so kaputt bin, dass ich die Sache mit dem Lernen gerne auf morgen verschiebe. Und morgen? Da scheint doch sicher wieder die Sonne.
Vielleicht verewige ich hier meine Liste. Möge das ein Antrieb sein, endlich loszulegen.

1. BWL lernen
2. WIRKLICH BWL lernen
3. BM lernen
4. HK lernen
5. Dringend Wäsche waschen (oder dritten Waschkorb kaufen… )
6. Dringend Wäsche bügeln
7. Küche sauber machen
8. Die ganze Wohnung saugen
9. Für Petra eine Lava-Grill-Gebrauchsanweisung aus dem Spanischen ins Deutsche übersetzen
10. Für Franks Geburtstagsfeier morgen Abend eine Schachtel fürs Geschenk basteln
11. Schreibtisch aufräumen (Sollte vielleicht ganz oben stehen…)
12. Balkonkästen auszupfen (Wer hat das Unkraut da gepflanzt??? )
13. Das Wort “Morgen” aus meinem Wortschatz streichen

Mir würde noch viel mehr einfallen… aber für den Anfang reicht’s. Außerdem treffe ich mich um halb zehn mit meiner Mama zum Mutter-Tochter-Endlich-Mal-Daheim-Bummel. Hab ja sonst nix vor.

Mich bringt ja nix aus der Ruhe…

Liebes Leben, am Freitag in einer Woche steht die erste von acht schriftlichen Prüfungen vor der Tür. Und ich habe weder Panikattacken noch irgendwie sonst Lust zu lernen. Stattdessen betrachte ich die Sonne, freue mich aufs Freibad, dödle den ganzen Tag herum, esse Eis und lasse es mir gut gehen. Bin mal gespannt, wann ich die große Krise kriege und mich ans Wiederholen mache… Kann ja nicht mehr so lange dauern…:>>

Gestern habe ich übrigens richtig mit den Tränen gekämpft. Wir hatten die letzte Französischstunde und unsere Lehrerin hat uns gesagt, wie gerne sie mit uns gearbeitet hat und dass wir immer eine sehr angenehme Klasse gewesen seien, dass sie uns alles Glück der Welt wünsche und hoffe, dass wir alle unseren Weg fänden. Schluck. Heute steht die letzte Englisch-Stunde an bei Herrn Jacobi. Vielleicht hole ich gleich mal Taschentücher.

Ich wollte mich ja nicht mehr ärgern…

…aber manchmal kann selbst ich nicht anders.
Liebes Leben,

Du has

Ein letzter Sprung ins kühle Nass der Freiheit…

Liebes Leben,

gestern war ein schöner Tag. OK, Deutschland ist im Halbfinale hängen geblieben und ich war zugegebenermaßen ein bisschen enttäuscht, obwohl ich den ganzen Tag schon behauptet habe, dass Italien gewinnen wird und mir deswegen viele böse Kommentare eingehandelt habe. Leider hatte ich ja dann recht. Aber egal. Sonst war der Tag rundum prima. Meine Mädels und ich waren im Freibad und haben uns die Sonne auf den Bauch brennen lassen. Beim Volleyball auf dem Sandplatz haben wir sofort Mitspieler gefunden aber aufgrund von heißen Fußsohlen schnell das Feld geräumt, Julia hat einen neuen Schwimmstil kreiert und fleißig geübt, Maggie ist eingeschlafen und hat so ziemlich den ganzen Mittag verpennt und Sandra und ich haben uns einfach nur hin und wieder eingecremt, in die Sonne gegrinst und den Tag in vollen Zügen genossen. Und heute? Heute mittag ist um drei Feierabend. Die Sonne sticht jetzt schon vom Himmel und die Klausuren sind alle geschrieben. Natürlich könnte ich in meinem verdunkelten WG-Zimmer sitzen und Vokabeln für die Prüfung lernen.  Aber wäre es nicht viel besser, im Freibad zu liegen und das Buch einfach dort aufzuschlagen? Abgesehen davon beginnt in vier Wochen der Ernst des Lebens (wieder) und ich werde acht Stunden täglich in einer Redaktion sitzen…
All diese Umstände lassen doch nur einen Schluss zu: Ich MUSS ins Freibad, so oft es noch geht. Oder?

Gemüse-Flash…

Liebes Leben,

ich weiß ja, dass Gemüse gesund ist. Und ich esse auch wirklich gerne Gemüse. Aber zur Zeit mutiere ich offenbar zum Vegetarier. Ich kann mich im Supermarkt schon nicht sattsehen an der frischen, grünen, appetitlichen Auslage, sehe die violetten Auberginen glänzen, die Wassertröpfchen auf den prallen, leuchtend roten Tomaten und das satte Grün der Selleriestangen. Und was mache ich? Kaufen, kaufen, kaufen. Gemüse satt. Gestern gab’s Curryreispfanne mit Karotten, Lauch, Zuckerschoten und Staudensellerie. Heute wird’s Spaghetti mit dem Rest Sellerie und der übrigen Karotte geben. Und Tomatensauce dazu. Mjam. Und nicht nur Gemüse wandert in meinen Magen: Obst gibt’s auch in rauen Mengen. Wahrscheinlich sind Maggie und ich die gesündeste WG Deutschlands. Von A wie Aubergine bis Z wie Zucchini. Wir essen uns quer durchs Beet. Und jetzt werde ich meine Frühstückspause einläuten. Was es gibt? Birne und Melone… seufz!