90 – 65 – 20

Keine Sorge, das sind nicht meine Maße. Aber es sind die Maße, die das Regal haben sollte, das ich mir neben meiner Waschmaschine seit gestern plötzlich bildlich vorstellen kann. Ich habe ja nicht viel zu verwahren. Aber so ein paar Wäschenetze, Waschmittelvorräte und Putzutensilien sind da schon. Bisher fanden sie ihren Platz immer auf dem Trockner, neben dem Korb mit der Dreckwäsche. Allerdings habe ich mir jetzt in den Kopf gesetzt, auf der Fläche, die Trockner und Waschmaschine bilden, ab sofort Wäsche zusammen zu legen. Seit Jahren schleppe ich trockene Wäsche durch die Wohnung, lege sie auf dem Bett zusammen oder auf dem Esstisch. Dabei könnte ich das auf der Waschmaschine prima erledigen. Deswegen muss jetzt ein Regal her. Wer mich kennt, weiß, dass ich bei solch glorreichen Ideen JETZT meine, wenn ich jetzt sage. Deswegen war ich heute mit dem Kind im Möbelhaus. Regale, so erfuhr ich, sind in der Regel 30 Zentimeter tief. Höchstens der Baumarkt habe „günstige Kleinmöbel“, die vielleicht passend wären. Also machten wir uns auf den Baumarkt und erfuhren dort, dass Regale in der Regel 30 Zentimeter tief sind. Dass es aber Leimholz in allen Größen und Breiten gibt. Für Selbermacher. Ich habe den Gatten jetzt also mit einer Zeichnung ausgestattet und mit den Maßen des Wunschregals. 90 – 65 – 20. Und weiß soll es sein. Mit JETZT SOFORT wird es wohl nix. Es sei denn, ich entdecke morgen die Heimwerkerqueen in mir und baue mir das Traumregal einfach selbst. Immerhin habe ich aufgrund überschüssiger Alles-neu-Energie das Waschpulver aus der hässlichen Plastikpackung geholt und in ein ehemaliges Bonbonglas mit Korkdeckel gefüllt. Viel hübscher.

Und weil heute Abend immer noch so viel kreative Energie übrig war und das Kind in der Krabbelgruppe heute morgen zum großen Erstaunen aller in einem Tierbuch auf einen Vogel zeigte mit den Worten „Das ist ein Dompfaff“ (UND RECHT HATTE!) beschloss ich, ihre ornithologische Begabung ein bisschen zu fördern mit einem Tiermobile fürs Fenster. Um die Sache ein bisschen zu relativieren – sie beobachtet die Vögel mit Oma am Futterhäuschen und besonders viel Aufmerksamkeit bekommt dabei jedesmal der Dompfaff. Als wir im Tierpark neulich vor einem Pfau standen, bekundete sie ebenso überzeugt „Das ist ein Dompfaff“. Aber heute war’s halt ein Treffer. Wo war ich? Ach so. Ich habe eine Kohlmeise und einen Dompfaff auf Aquarellpapier gebannt und ausgeschnitten. Die Vögel sollen später an einem feinen Schnürchen von einem Naturast baumeln und als Fenstermobile im Kinderzimmer dienen. Jetzt fehlt uns noch ein Kleiber und ein Eichelhäher, eine Goldammer und ein Rotschwänzchen. Aber morgen ist ja auch noch ein Tag. Es sei denn, ich baue ein Badregal.

 

Mit den Vögelchen hüpfe ich noch schnell zum Creadienstag zu Pamelopee und zum Kiddiekram. Schlaft schön!

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