Das hab ich mir verdient!

Heute ist Mittwoch. (Falls das einer bisher völlig außer Acht gelassen hatte – Ja, heute ist Mittwoch. Bittegerne.) Mittwochs ist bei uns Omatag. Das heißt, ich bringe mein Kind morgens gegen halb zehn zu meiner Mama und hole sie gegen sechs wieder ab. (Ich beeil mich mit tippen.)

Wir handhaben das seit zwei Jahren so und ich habe den Mittwoch noch nie so geliebt wie in diesen zwei Jahren. Was nicht heißen soll, dass ich mein Kind nicht mögen würde oder die Zeit mit ihm nicht schätzen. Aber einen Tag lang, oder wenigstens ein paar Stunden davon, wirklich nur nach mir gucken zu müssen, die Verantwortung für den Gnom einmal abgeben zu dürfen, das ist wirklich unfassbar wertvoll.

Omatage eigenen sich daher hervorragend für Frisörbesuche, Shoppingtrips, Frühstückstreffen mit Freundinnen, Galerie- und Museumsbesuche … und für ausgedehnte Nickerchen, Schokoladentafeln, die auf dem Tisch herumliegen dürfen ohne dass jemand alle zwei Minuten sagt „ich will nochmal Schokolade BITTEBITTE“, für Staubsaugerrunden durch die Wohnung und für Lesestunden. Bevor es jemand wissen will – ich habe heute leider kein Badregalfoto für Euch. Denn das Regal hat in meiner Vorstellung nochmal ganz andere Formen angenommen (wird immer komplexer). Eine Vorortbesichtigung mit dem Gatten hat noch mannigfache weitere Möglichkeiten und Fragen aufgeworfen (Konstrukteur halt) und so hoffe ich, dass ich durch tägliches Nerven höfliches Bitten bald das gewünschte Konstrukt über und neben meiner Waschmaschine stehen habe. (Schleifen und Streichen kann ich ja selbst. Aber das mit dem Zusammenbauen, das überlasse ich dem Mann im Haus. Ich hatte ja eigentlich erwartet, dass er aus den zwei Quadratmetern so etwas baut, aber wenn das schon nicht geht, dann wenigstens bis Sonntag oder so.)

Weil ich es hasse, wenn ich ein Projekt bis ins kleinste Detail im Kopf habe, aber nicht damit anfangen kann, habe ich eben Schnickeldi woanders erledigt. Irgendwo muss das Aufräum-Ordnungs-Orga-Karma ja hin. Während das Auto in der Werkstatt mit neuer Software ausgestattet wurde (ich hätte erwartet, dass es jetzt Tragflächen und Turbinen hat, es fährt aber immer noch auf Rädern. Pfh.) habe ich in der Küche herumgeräumt. Wo einst Essig und Öl auf der Ablage herumstanden und immer wieder fettige Spuren auf jener hinterließen, habe ich die Flaschen jetzt auf ein Edelstahltablett gestellt. Es hat ungefähr ewig gedauert, bis ich ein kleines Tablettchen ohne Kaffeetassen-Kakteen-Have-a-break-Aufdruck gefunden habe, aber jetzt sieht es fein aus. Auch das Kinderzuberhör hat jetzt ein Körbchen bekommen und steht nicht mehr so verloren und ramschig im Eck.

Und während ich diese letzten Zeilen tippe, wandert mein Blick zur Uhr. Es ist Zeit, das Kurze abzuholen. Ein weiterer Omatag geht zu Ende, den ich auf gar keinen Fall missen möchte. Erst gestern hörte ich von einer anderen Mutter folgendes: „Ich glaube, ich muss das jetzt mal probieren, wie manch andere zwinkerzwinker mit so einem Omatag. Bisher habe ich mich nicht getraut, weil ich dachte, ich arbeite ja nix, dann muss ich für die Kinder da sein.“ Großer Denkfehler. Für das Kind oder die Kinder da zu sein, ist mehr als ein Acht-Stunden-Job mit Mittagspause. Er verlangt die volle Aufmerksamkeit von Aufstehen bis Zubettgehen, er verlangt Disziplin und Konsequenz und kennt weder Sonntag noch Feiertag. Da sind sechssiebenacht Stunden Pause in der Woche eigentlich gar nix. Und erst recht nichts, wofür man sich schämen oder sich selbst egoistisch finden müsste. Ein Hoch auf die Omas und Babysitter und Tagesmütter und Kinderbetreuer (und Papas natürlich), ihr macht das Mamasein manchmal so viel schöner und einfacher!

Jetzt muss ich aber echt los. Der kleine Chef erwartet Pünktlichkeit. Sonst werd ich womöglich gefeuert. 😉

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