…ist meine Mama jetzt unterwegs. Die ganze Woche schon habe ich sie aufgezogen damit. “Es ist viereckig, aber eigentlich nur außen. Du kannst es umtauschen, wenn Du es nicht magst. Du hast mal darüber gesprochen und geäußert, dass Du so etwas gerne hättest, aber Du hast es nie gekauft”… meine Mama hatte gestern Geburtstag und ich habe mir einen Spaß daraus gemacht, wilde Hinweise im Vorfeld zu streuen, weil ich genau weiß, wie neugierig sie ist.
Gestern Abend also durfte sie das Päckchen endlich in Empfang nehmen und öffnen. Als sie das Papier an der einen Seite aufgerissen hatte, fing sie an zu lachen. Es war – eine Schuhschachtel, ich hab ihr endlich Chucks besorgt. Ihr wisst schon, die Kult-Converse-Treter, die man aller-allerspätestens mit 59 endlich tragen sollte. It’s now or never. Sie meinte, ich sei ein ziemlicher Spinner, aber gefallen haben sie ihr.
Einen kleinen Wehmutstropfen gab es dann doch. In der Schachtel war zwar die richtige Farbe, allerdings die falsche Größe. Ich hatte mich auf das Etikett verlassen und nicht überprüft, ob die richtige Größe eingepackt ist. Ich werde also nochmal in den Schuhladen wackeln und eine Größe größer besorgen. Und das Fiese ist – die Schuhe passen mir! Und sie gefallen mir! Und ich werde sie behalten! Und jetzt glaubt mir keine Sau, dass das keine Absicht war.
Oranje!

Vielleicht hat mich das Holland-Spiel gestern beeinflusst. Ich mag die orange-roten Trikots ganz gern und meine bereits vorgestellte “Oberkörperstrumpfhose” hat eine ähnliche Farbe. Heute morgen hatte ich Lust drauf. Dazu ein schwarzes T-Shirt, damit ich nicht gar so sehr nach Straßenbau aussehe und die gute alte Feincordhose. Ein bisschen Leo peppt die Mischung auf. Roaarrr… ![]()

Schuhe: kmb, Hose: Esprit, T-Shirt: H&M, Rollkragenpulli: Benetton, Schmuck: Bijou Brigitte, Gürtel: Vive Maria
![]() |
![]() |
![]() |

Krräääh! Ein Update!
Schuppen!
Aber nicht auf dem Kopf, sondern auf den Wangen! Ich scheine extrem trockene Haut zu haben, es mag auch an der Kälte liegen, aber jeden Morgen, wenn ich mich nach dem Duschen abtrockne und in den Spiegel gucke, habe ich richtige Hautschüppchen auf den Wangen. Die Haut spannt und fühlt sich richtig trocken an.
Was tun? Klatscht man sich da nen Löffel Quark ins Gesicht? Oder schmier ich mich einmal die Woche mit Honig ein? Oder gibt’s die ultimative Anti-Trocken-Gesichtscreme?
Mädels! Hilfe! Kennt ihr das auch?
Gülden!

OK, ich mag eigentlich kein beige. Aber dieser Blazer ist auch eher gülden als beige. Er glänzte mir vom Bügel entgegen und ich wollte ihm nicht widerstehen. Damit ich nicht zu sehr nach Weihnachtsgala aussehe, habe ich eine simple Jeans mit Schlag dazu kombiniert und ein weißes Top. Die Kette mit den schwarzen Perlen greift das Schwarz des Gürtels und der Schuhe nochmal auf. Und Blazer gehen im Büro eigentlich immer.

Hose: Pimkie, Schuhe: Buffalo, Gürtel: Esprit, Top: Benetton, Blazer: Esprit Collection, Kette: Bijou Brigitte
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |

Krräääh!
Kleines Vogelupdate: Wir sind mit dem Sperber in einer Schachtel im Kofferraum also zum Tierarzt gefahren. Dort habe ich gelernt, dass Sperber absolute Flugkünstler sind und er vermutlich bei der Jagd gegen unsere Scheibe gedonnert ist. Der Tierarzt lupfte ihn aus der Schachtel und drehte in auf die Beine. Der Vogel guckte verdutzt von einem zum anderen. Er nahm ihn hoch und tastete die Flügel ab, gebrochen war erstaunlicherweise nichts. Als er sich mit dem Handschuhfinger dem Schnabel näherte, pickte der Vogel los. Die Reflexe, so meinte der Fachmann, seien also in Ordnung.
Wenn er allerdings eine Blutung habe oder ein Blutgerinsel, dann sterbe er im Lauf des Tages. Das könne man nicht sagen.
Aber die Chancen stehen gut, dass wir ihn morgen – tata – wieder abholen können!
Denn er soll in seinem gewohnten Jagdgebiet ausgesetzt werden. Wenn er also noch ein bisschen mehr Glück hat, dann ist er morgen wieder ein freier Vogel. Und ich könnte wetten, er wird vor den Augen der gesamten Firma in die Freiheit entlassen.
Die Geschichte könnte also ein happy end haben…
stay tuned!
Unverhofft kommt oft…
Es gibt so Tage…
…an denen ich meine Motivation nicht finde. Gestern war so einer. Heute klingt er noch ein bisschen nach. Alles zerrt an mir, jeder will was von mir, die Gehälter müssen gemacht werden, das sprichwörtliche Mädchen für alles wird mit allem zugemüllt, was sich hier so anstaut.
Motivation also. Wo ist sie? Ich hab schon in den Schubladen geguckt… jetzt geh ich mal in die Küche und schau, ob sie bei der Kaffeemaschine rumlungert…
Hat sie einer von Euch…. zufällig irgendwo…. gesehen?
Vorhang auf…
…für meine erste Filmkritik live aus der Badewanne…
Die Wanne hab ich mir nach dem Tag echt verdient, bin mehr als 300 km gefahren, war am Flughafen und habe zwei Häuser besichtigt. Der übliche Wahnsinn türmt sich jetzt in Form von todolisten und Notizzetteln auf meinem Schreibtisch. Aber egal. Zum eigentlichen Thema: Kino.
Wir haben gestern Abend “Anonymous” gesehen. Wir, das sind Herr Venus und ich und sieben andere. Im gesamten Kinosaal. Ich bin unschlüssig. Der Film besticht einerseits durch opulente Kostüme und viel Pompom. Typisch Emmerich halt. Andererseits waren die Zeitsprünge nervig und nicht durchschaubar, jedenfalls nicht von Anfang an. Im Groben stellt der Film die Frage, ob Shakespeare seine Stücke selbst geschrieben hat, ob es also überhaupt seine Werke sind. Der Film beantwortet die Frage klar mit nein und erzählt die Geschichte eines scheuen Genies, eines raffgierigen Strohmanns und eines verzweifelten Vermittlers. Gebettet ist die Schummelei ins viktorianische England, das von Kriegen und Revolten erschüttert wird. Lügen und Intrigen kosten einige das Leben, am Ende bedroht ein riesiges Feuer das Werk des Ghostwriters…
Wenn besagte verwirrende Zeitsprünge nicht gewesen wären, hätte der Film einen Spannungsbogen aufbauen können, so aber war man immer wieder gezwungen, sich zusammenzureimen, wer wessen Sohn ist und folglich später wessen Enkel zeugt.
Vielleicht kenne ich mich aber auch nicht gut genug aus mit Shakespeare und dem mittelalterlichen England…
Hat ihn sonst noch jemand gesehen und fand ihn gut? Sigrun vielleicht?
Biotop Flughafenterminal
Faszinierend. Man sah sie immer wieder durch die sich geschäftig öffnenden, doppelten Schiebetüren am Kofferband auf- und abstöckeln. Wobei stöckeln ihrem Gang nicht wirklich gerecht wird, sie schritt, stolzierte geradezu in perfekter Grazie auf ihren 12 cm – Hacken. Schwarze Strümpfe, grauer Rock, schwarzer Kurzmantel, bunter Schal, die dunkelblonden Haare zu einem akkuraten Knoten gewickelt. Ich sah sie im Stakkato der Türen leider immer nur für wenige Augenblicke, aber sie schien sich am Flughafen zu bewegen wie in ihrem Wohnzimmer. Irgendwann spuckte die Tür die Dame aus und den beiden Türkinnen neben mir entgingen ihre sagenhaften Schuhe ebensowenig wie mir. Zumindest war “Christian Lauboutin” das einzige, was ich in dem Schwall aus Worten verstand, von denen scheinbar keines ohne ö oder ü auszukommen schien.
Aber es gibt auch weniger adrette Menschen auf einem Flughafen. Und welche, die sich offenbar bei der Wahl ihre Garderobe nicht über die voherrschenden Temperaturen im Ankunftsland kundig gemacht hatten. So trabte ein rundlicher, recht glatzköpfiger Herr im himmelblauen Kurzarmhemd mit einem lächerlich winzigen Köfferchen am Stil in Turnschuhen gemütlich in Richtung Caféteria. Der Koffer war so klein, dass eine Jacke, die den ganzen Herrn hätte umschließen können, unmöglich da reingepasst haben konnte. Wo also wollte er hin? Gleich weiterfliegen?
Überhaupt fragte ich mich des Öfteren – wo wollen die hin? Wo kommen die her? Sie stapfen im Trainingsanzug mit einer Bild-Zeitung unterm Arm die Ankunftshalle entlang. Weder sehen sie aus, als wollten sie in dem Aufzug irgendwo hin fliegen, noch kann man sich vorstellen, dass sie nur mit einer Bildzeitung aber ohne jegliches Gepäck gerade angereist sind. Wohnen die da?
Ich ertappe mich immer wieder, wie ich Leute kategorisiere. Manche kommen zielstrebig im schwarzen Anzug mit dem Handy am Ohr durch die Tür und streben auf den Taxistand zu – Geschäftsleute. Andere bummeln gemütlich und orientierungslos in die Freiheit und bleiben genau da stehen, wo die zielstrebigen Anzugträger hinten auflaufen um sie dann genervt zu umkurven. Und wieder andere stöckeln, wie eben jene Dame mit den rotsohligen Pumps mit einem milden Lächeln auf einen Herrn im Anzug zu, der ihnen sofort die Koffer abnimmt, einen Becher Kaffee überreicht und tatsächlich auf das große, schwarze Auto mit der Warnblinkanlage zugeht, das sich hinter den Taxistand geklemmt hat… und während ich ihr noch ein bisschen staunend hinterher komme, spaziert mein Zielobjekt durch die Tür. Jeans, Jacke, Schal, Koffer. Ganz normal. Und irgendwie bin ich fast ein bisschen enttäuscht, das Biotop schon wieder verlassen zu müssen. Ich hätte gern noch weiter mit der inneren Stimme gelästert.







