Anstatt …

… mich auf große Dinge wie den nächsten Norwegenurlaub und den Lottogewinn zu freuen (weil eins erstmal wieder in weiter Ferne – und fürs andere müsste man erstmal Lottospielen) habe ich neulich wieder einen sehr inspirierenden Text gelesen, darüber, wie dämlich die Warterei auf das wirklich große Glück ist. Und wieviel schöner das Leben ist, wenn man das kleine, tägliche Glück schätzt.

Ich habe mich die letzten Tage auf das Wesentliche fokussiert, was mich glücklich, was das echte Leben (aus)macht. Deswegen bekommt ihr eine Zusammenfassung der letzten halben Woche: „Anstatt …“ weiterlesen

Mehr Momentchen bitte!

Die dritte Arbeitswoche ist um. Es verging noch kein Tag, auf den ich mich nicht gefreut und den ich nicht am Abend im Rückblick als toll empfunden hätte. Ich habe neben ein paar anderen Dingen einen Monstertext fabriziert, den mein Lieblingskollege mit einem dicken „HÄ???“ versehen, ihn aber insgeheim doch verstanden hat. Auch mein Chef, den ich ums Gegenlesen gebeten hatte, meinte grinsend, ich möge doch in Zukunft etwas anspruchsvollere Texte schreiben. Ironie aus Und dann hat schließlich noch ein Mann vom Fach einen Blick darauf geworfen und mir bestätigt, dass ich die durchaus komplizierte Sachlage „sehr gut auf den Punkt gebracht“ hätte. Also kann man es wohl lassen. 

Und auch sonst lichtete sich das Chaos, das ich zu Beginn der Woche mit verschobenen Arbeitstagen und privaten Terminen selbst geschaffen hatte. „Mehr Momentchen bitte!“ weiterlesen

Es braucht nicht viel …

Ich habe heute einen Satz aus dem Vormittag mitgenommen, der mich unbewusst schon den ganzen Tag begleitet. Ich arbeite an einer Seite zu einem Thema, das mich selbst sehr beschäftigt, auch wenn es noch in weiter Ferne liegt für mich persönlich. Im Rahmen eines Hintergrundrecherche-Termins hat mir heute jemand gesagt „In Deutschland muss niemand verhungern. Viel schlimmer ist die gefühlte Armut.“ Er hat es noch ein bisschen ausgeführt: Sich spontan diese eine Bluse nicht kaufen zu können, den Kinobesuch auf unbestimmt verschieben zu müssen, den Kindern erklären zu müssen, warum das Malbuch oder die CD nicht drin ist. Wenn die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben nicht mehr möglich ist, ist die Armut angekommen. Auch wenn deswegen keiner in Fetzen zur Schule muss und kein Magen knurrt. „Es braucht nicht viel …“ weiterlesen

Warten, warten, warten …

Ich habe Fragen. Viele Fragen. Und nachdem ich am Freitag ein investigatives, konspiratives Non-Gespräch geführt habe („diese Unterhaltung hat nie stattgefunden!“) konnte ich sie auch klar formulieren, weswegen ich am Samstag in der Redaktion aufschlug und sie mir aus den Fingern und ins Postfach der Adressaten tippte. Blöd nur: Außer mir hat es keiner so eilig. Denn die entsprechenden Stellen müssen es „im Haus erst intern klären“, was so viel heißt wie „Frau, nerv nicht, wir haben soviel Zeug an der Backe, jetzt kommst Du noch so neugierig ums Eck“. „Warten, warten, warten …“ weiterlesen

Zwei Überraschungen und die Crux des halben Tages

Mein Job hält oft Überraschungen bereit. Ein bisschen ist es wie in einem Krimi – die spannendste Wendung kommt erst am Schluss. Und so kommt es, dass wir in der Redaktion noch an einer fast fertigen Seite werkeln, wenn sich plötzlich etwas ergibt, das ein Umplanen erfordert. Eine solche Überraschung ist mir gestern vor die Füße gefallen. Wir hatten eine Frage von einem Leser bekommen, der etwas beobachtet hatte. Ich habe bei der entsprechenden Stelle nachgehakt und eine Antwort in hölzernem Behördendeutsch bekommen. Ich hätte mich fast damit zufrieden gegeben, mir aber dann überlegt, dass ich mit dem Begriff nicht wirklich etwas anfangen kann und unsere Leser dann vielleicht auch nicht. Und … „Zwei Überraschungen und die Crux des halben Tages“ weiterlesen

Danke, bitte, gut gemacht

Bei uns Schwaben gilt ja der Grundsatz „It gscholta isch gnuag globt“, was für den Rest der Welt übersetzt heißt „Nicht gescholten ist Lob genug“. Vielleicht entspricht es unserer kargen schwäbischen Seele, dass man nicht mehr Worte macht, als unbedingt nötig. Ich finde diese Mentalität leider grottig. Und so hatte ich heute ein Momentchen der besonderen Art. Ich war aufgrund von diversen* Fehldiagnosen** den ganzen Tag und über den Landkreis hinaus unterwegs, unser Auto wieder abzuholen und – weil Kühlschrank schon wieder leer, gefräßige Bande – kaufte in einem völlig fremden E-center ein. Ich flanierte durch aufgeräumte Regalreihen und staunte echt Bauklötzchen über die wunderhübsch angerichtete und fantastisch bestückte Gemüseauslage, ich fand das Vollsortiment verschiedener Lieblingsmarken und geriet so in Verzückung, dass mein Korb ruckzuck voll war. „Danke, bitte, gut gemacht“ weiterlesen

Kurze Wochen, lange Wochen, Bienen, Bügelperlen – und ein kleiner Nachklapp

Jede Woche hat unbestreitbar 7 Tage. Und jeder Tag davon ist in etwa gleich lang. Als ich gestern beim Bäcker 30 Brezeln für eine Veranstaltung bestellte und mich die Dame hinterm Tresen fragte, für wann, sagte ich „erst für Samstag“. Sie daraufhin etwas verdutzt „Samstag, also morgen? Oder erst nächste Woche?“ Was für den Rest der Welt gestern nämlich Freitag war, war für mich gefühlt höchstens Mittwoch. Die Woche kam mir wahnsinnig kurz und auf der anderen Seite auch wahnsinnig lang vor. Der neue alte Job hat mich zweieinhalb Tage lang in einer Art Raumkapsel durch die Zeit katapultiert, der Donnerstagmittag war der Bremsstreifen und am Freitag waberte ich irgendwie unschlüssig durch den Tag, kaufte spontan teure Farbe und turnte auf Gerüsten rum. Aber das wisst ihr ja schon. Heute morgen bin ich dann aber endgültig im Samstag angekommen und musste lachen, als ich in meiner Instagram-Timeline ganz viele „Es-ist-Samstag-heute-putzen-wir-das-Haus“-Einträge fand. Überall das selbe. „Kurze Wochen, lange Wochen, Bienen, Bügelperlen – und ein kleiner Nachklapp“ weiterlesen

Erste Woche vorbei – Mama macht das schon

Wenn man von fünf Werktagen zweieinhalb arbeitet, bleiben rein rechnerisch zweieinhalb übrig. Da mir mein Mathelehrer in der fünften Klasse schon mal erklärt hat, dass Mathematik nicht interpretierbar ist, wird das wohl schon so sein.

Nur in echt … in echt ist das nicht so. Denn die zweieinhalb Tage Freizeit, die diese Woche hätte ausspucken sollen, die sind bei mir nicht angekommen. „Erste Woche vorbei – Mama macht das schon“ weiterlesen

Tag 1 – von matschigen Pfaden und massig Input

Schreibtisch

Geschafft. Tag eins, Woche eins – ich hab dich gewuppt. Ich war gestern ziemlich angeknipst und fand keine rechte Ablenkung vom „morgengehtslosogottogott“.

Irgendwie hat sich das auch auf das Tochterkind übertragen, das heute morgen, Punkt sieben Uhr, auf der Badematte stand. „Du hast doch gesagt, wir müssen heut pünktlich aufstehen“, sagte die Kleine vorwurfsvoll. Ohne Wecken. Das gab’s so auch noch nie. Tolles Kind.

Also habe ich uns beide angezogen und wir waren rekordverdächtig früh im Kindergarten, was dazu führte, dass ich rekordverdächtig viel zu früh in der Redaktion aufschlug. „Tag 1 – von matschigen Pfaden und massig Input“ weiterlesen

Puh … jetzt geht’s los

Wie angekündigt – ab morgen gehöre ich dann auch zur Kategorie „working mum“.

Es fühlt sich gut an. Und richtig. Ich freue mich, aus dem Trott zwischen Wäsche, Wachsmalstiften und Wischmopp rauszukommen. Auch wenn das eine Illusion ist, denn Wäsche, Wachsmaler und Wischmopp bleiben, der Rest kommt einfach dazu.

Ich habe vorbereitet, was ich konnte. Die Klamotten für mich und das kleine Mädchen liegen bereit. Die Spülmaschine ist ausgeräumt, die Handtasche gepackt. Heute mittag war ich spontan den Schreibtisch in der Redaktion streicheln, der ab morgen meiner ist.

Also gehe ich jetzt entspannt ins Bett, damit ich morgen fit bin. Ha. Ha. 🙂

Schlaft schön!