macht. mich. irre.
Noch jemand betroffen? Suche Selbsthilfegruppe.
Mein Wochenende…
…ist vorbei. Und auch vier Wochen Essen nach Plan sind vorüber.
Aber eins nach dem anderen.
Die Sache mit dem Essen nach Plan läuft ganz gut. Wir machen Ausnahmen, wir drehen auch mal den Plan um, manchmal fällt was ersatzlos aus.
Aber die Sache mit dem Einkaufen ist entspannter. Ich war in den letzten vier Wochen sechsmal einkaufen. Viermal nach Plan, einmal in der ersten Woche, weil ich etwas vergessen hatte, einmal in der dritten Woche, weil wir Besuch hatten.
Ansonsten: Wir werfen so gut wie nie was weg. Es gibt nämlich genug Aufläufe zwischendurch, in denen man Reste prima verwerten kann.
Außerdem dieses Wochenende: Unspektakuläres. Eine Lesung für die Zeitung. In dem Buch ging es um Möpse. Also um Hunde. Blöd zu formulieren. Beim nächsten Mal möcht’ ich über Dackel schreiben.
Außerdem: Klavier. Es ist so so soooo toll. Und je länger ich dran bin, desto besser laufen manche Sachen schon. Ein echter großer Wunsch, der sich da erfüllt hat. Sagte ich ja schon. Hundertmal etwa.
Und bei Euch so? Rückblick auf zwei Tage Wochenende?
Ich bin so glücklich!
Hier dudelt “Für Elise” in Dauerschleife. Seit heute mittag auch “Jessie” von Joshua Kadison. Er würde vermutlich käseweiß anlaufen und sich allenfalls höflich räuspern. Aber er hört mich ja nicht klimpern.
Auf alle Fälle hab ich SPASS DABEI!
Kann jemand…
…mein Profilbild sehen? Ich nämlich nicht… hm…
EDIT: Doch. Jetzt. Alles gut.
Das Klavier, das Klavier!
Ist noch nicht hier! Kommt aber zu mir! Noch vor halb vier!
Ähem.
Eigentlich sogar schon vor eins. Kind ist bei der Oma verräumt, Möbel sind gerückt, ich bin gespannt und die kräftigen Jungs unterwegs. Sagte mir auf alle Fälle die Dame der Transportfirma am Telefon.
Da das Klavier “zwischen halb elf und eins” bei mir sein soll, KANN ES JEDEN MOMENT KLINGELN!
MACH ICH EINEN AUFGEREGTEN EINDRUCK??? JA??? *hüpfdoinghüpf*
Einmal und nie wieder!
War gestern Thema auf meinem Lieblingssender. Was habt ihr einmal gemacht und danach nie mehr? Also nicht heiraten oder sowas. Sondern Dinge wie Tattoos oder Bungee-Sprünge.
Ich bin einmal im Drahtkorb der Feuerwehrdrehleiter zu einer Kirchturmspitze aufgefahren, um des guten Bildes Willen. Seither kenne ich die Symptome von Höhenangst…
Und ihr so? Einmal und nie wieder?
Ich hab geträumt von…
…von… ja wovon denn? Grade waren die Eindrücke noch ganz lebhaft und kaum werde ich wach – weg. Alles.
Da das Kindelein mich nächtens öfter mal aus dem Schlaf holt, ich mich von meiner warmen Höhle loseise, den Flur entlangstolpere, den muckeligen Knopf wieder auf den Rücken drehe, den Schnuller ins Kind schiebe und wieder zurückwackle, fällt mir das derzeit immer wieder auf: Es hat sich eben noch so gut angefühlt. Der Traum hinterlässt das selbe Gefühl, wie an einer spannenden Stelle aus einem Buch oder einem Film gerissen zu werden. Nur dass man sich danach plötzlich nicht mehr erinnern kann. Es ist einfach nicht mehr greifbar. Kennt das noch jemand? Ich bin ohnehin ein sehr lebhafter Träume, umso mehr ärgert es mich, dass die sicherlich spannende Story einfach weg ist. Und ich irgendwie genau weiß, dass es grade echt nett war, da im Traum. Nur find ich die Tür zur Erinnerung nicht mehr.
Lustig ist auch, dass ich offenbar luzid träume. Ich kann nämlich, wenn mir was unheimlich wird, die Geschichte bewusst so ändern, dass sie mir wieder gefällt. Ich hatte nur als Kind mal hin und wieder Alpträume, aber selbst da war ich mir immer irgendwie bewusst, dass ich gerade träume.
Wenn ich aufwache und mal noch weiß, was ich geträumt habe, kann ich an der selben Stelle wieder anknüpfen, sollte ich wieder einschlafen. Und manchmal grabe ich Orte und Personen aus, die ich schon zehn Jahre nicht mehr gesehen habe. An die ich schon ewig nicht gedacht habe. In meinem Traum treffen sie aufeinander (völlig zusammenhanglos im echten Leben) und alles ergibt absolut Sinn. Hach.
Bei mir im Bett ist was los. Ich sag’s euch.
Ein Bad ist ein Bad ist ein Bad…
…und allenfalls ein Ort der Körperhygiene oder Entspannung? Weit gefehlt. Unser Bad ist ein abenteuerlicher Ort voller spannender Dinger, voller unbekannter Gebilde und voller erkundungswerter Ritzen und Ecken. Jedenfalls aus Sicht eines kleinen Mädchens, das sich gerade anschickt, laufen zu lernen.
Es ist kurz nach acht, ich setze sie auf den Teppich und lege ihr Spielzeug hin. Der erste Denkfehler meinerseits. Wer würde sich denn für Dinge interessieren, die zum Spielen gemacht sind. Wo doch das ganze Bad voller Spielzeug ist.
Ich gucke also nochmal prüfend auf das kleine, unschuldig blinzelnde Wesen auf der Mitte des Teppichs und schließe die Türen zur Dusche. Das Rauschen des Wassers ist für Hannah eine Art Startschuss. Durch das Milchglas der Dusche beobachte ich, wie pinke Strumpfhosenbeine den Teppich in erstaunlicher Geschwindigkeit verlassen. Ich greife zum Shampoo. Von draußen dringt ein rhythmisches Geräusch an mein Ohr. Ich öffne die Tür der Dusche einen Spalt und linse hinaus. Von meinem Kopf rinnt Shampoobrühe in mein rechtes Auge und ich blinzle angestrengt. Das Geräusch kommt vom Föhn, an dessen Kabel Hannah begeistert ruckelt. Der Föhn seinerseits bewegt sich millimeterweise zur Kante des Regalbretts just über Hannahs Kopf. Gerade will ich rufend und wedelnd eingreifen, da lässt sie vom Kabel ab und krabbelt zurück zum Teppich, wo sie unschlüssig sitzen bleibt und ihr Spielzeug betrachtet. Ich schließe die Tür wieder und beginne, mein Auge zu spülen. Ich höre zufrieden, wie sie auf dem Display der Personenwaage herumklickt. Ob die Waage uns den kindlichen Angriff irgendwann übelnimmt – ich weiß es nicht. Aber ich weiß wenigstens, dass dem Kind in diesem Moment nichts auf den Kopf fallen kann, also lasse ich sie gewähren.
Ich beeile mich mit der Spülung und höre an ihrem begeisterten Quietschen und Plappern, dass sie sich auf den Weg quer durchs Bad gemacht hat. Mein Kopf taucht gerade unter den Brausestrahl, als mich ein kühler Luftzug umweht. Hannah hat die Türen der Dusche aufgedrückt, sitzt vor mir im Sprühregen und zieht amüsiert die Nase kraus. Ich gucke hektisch, ob Finger oder sonstige winzige Körperteile zwischen die Türen geraten könnten und schließe die Tür wieder. Draußen ist die kleine Miss not amused über derartige Restriktionen und patscht erneut mit beiden Händen gegen die Tür. Ich erkläre mir in der Dusche spülenderweise und laut (da Wasser in den Ohren) einen Wolf und renkte mir fast das Kreuz aus, um mit dem linken Knie die Türen am Aufschwingen hindern. Irgendwie scheine ich Spülung in den Mund bekommen zu haben. Schmeckt bitter. Hannah lässt nach einer Weile von der Tür ab und widmet sich der Toilette. Ich höre den Deckel zufallen. Einmal. Zweimal. Als sie die Klobürste aus der Halterung ziehen will und das ganze Gestell umzukippen droht, ertönt mein Gebrüll aus der Dusche – “HANNAH LASS DAS STEHEN, DAS IST PFUI!” Hannah dreht sich erschrocken um, erspäht dann die offenen Türen meiner Dusche und fühlt sich eingeladen, wieder mitzuduschen. In ihrem Geheul schwingt ehrliche Empörung mit, als ich die Tür hektisch vor ihrer Nase wieder zumache.
Ich spüle mir die Spülung aus Haaren, Augen und Mund und angle seufzend die Waschlotion aus dem Körbchen. Meine Gedanken schweifen gerade ab und kreisen ums Mittagessen, um den Artikel, den ich noch schreiben sollte und um den Abend, als mich die Erkenntnis wie eine eiskalte Hand umklammert. Draußen ist es still. Wer Kinder hat, weiß: Plötzliche Stille ist nie gut. Ich reiße also die Tür wieder auf und sehe gerade noch, wie der komplette Deckel des Babyöls in Hannahs Mund verschwindet. Nun. Bio-Mandelöl hört sich offenbar leckerer an, als es schmeckt und das Kind gibt die Flasche freiwillig wieder her. Nur die Finger scheinen ölig geworden zu sein, wie die Abdrücke der kleinen Hände auf den weißen Fliesen im Morgenlicht beweisen. Nur gut, dass meine Kleidung in Reichweite ist (Moment, hab ICH die auf den Boden gelegt?) und dankbar das Mandelöl von Hannahs Fingern aufnimmt. Als ich endlich fertig bin und aus der Dusche steige, sitzt sie in der Mitte des Teppichs mit dem Hosenbein meiner Jeans als Stola und betrachtet gedankenverloren den grünen Plastikfrosch, der zur Kategorie Spielzeug zählt. Ich föhne meine Haare halb trocken, klaube den fehlenden Teil meine frischen Klamotten unter dem Badschrank hervor, wo ich auch ein vermisstes Schlafanzugoberteil finde, räume das Spielzeug wieder ein und nehme das Kind auf den Arm. “So Hannah, jetzt hab ich Zeit für Dich. Spielen wir jetzt was?” Hannah guckt mich ausdruckslos an. Dann zeigt sie auf die Wohnungstür und sagt sehr bestimmt: “OPA”. Vielen Dank auch.
Der alte Mann…
…und der Supermarkt. Und ich mitten drin und etwas ratlos.
Gestern morgen hatte ich einen Termin im Auftrag der hiesigen Presse. Auf dem Rückweg zum Auto beschloss ich spontan, für Besuch heute Abend Winzerbrötchen zu machen und stoppte noch kurz (ganz entgegen meines Plans
)am Ede*a. Während ich meine fünf Habseligkeiten aufs Band legte, beobachtete ich einen älteren Mann, der mit raschem Schritt und seinen paar Dingen in einem Joghurtkarton durch die Obstabteilung marschierte. Er hielt kurz an, erspähte dann die Kassen und steuerte auf sie zu. Durch Zufall kam ihm jemand aus dem Vorraum entgegen, so dass sich die Schwingtür öffnete und er passieren konnte. Wie selbtverständlich trug er seine Sachen also von der falschen Seite her zur Kasse. Er guckte ein bisschen hin und her und bemerkte offenbar, dass er am verkehrten Ende stand. Er machte kehrt und verschwand wieder im Laden.
Ich bezahlte währenddessen und setzte mich draußen ins Auto. Weil ich noch kurz mit meinem smarten Smartphone beschäftigt war (wichtiges Zeug, echt), hatte der Mann seinen Bezahlvorgang offenbar ebenfalls abgeschlossen. Und lief an meinem Auto vorbei. Erst von rechts nach links. Dann zurück. Dann stand er einfach da mit dem Karton in der Hand und einem hilflos suchenden Blick. Offenbar suchte er sein Auto.
Und jetzt die alles entscheidende Frage: Hätte ich aussteigen sollen und ihm Hilfe anbieten? Ich nehm’s vorneweg: Der Mann ist weitergegangen, ich bin sitzengeblieben. Aber ich hatte ein bisschen ein schlechtes Gewissen. Gut, kann natürlich sein, dass seine Frau draußen das Auto parken wollte und er nicht wusste, wo es steht. Kann auch sein, dass er nur mal eben am Ende des Parkplatzes sehen wollte, wie weit die Baustelle dort fortgeschritten ist. Oder aber er hatte schlicht vergessen, wo das Auto steht.
Ich hoffe, dass ich mein Gedächtnis noch lange nutzen und behalten darf. Dass ich nicht vergesse, wo die Schlüssel hängen und wo ich meine Schuhe abgestellt habe.
Was hättet ihr gemacht?
Bambi!
Nach einer Vorlage, die ich von Pinterest geklaut habe (PINTEREST! SCHLIMMER SUCHTFAKTOR!), ist hier ein Bambi in Hannahs Zimmer eingezogen.
Hier mal der status quo. Kann sein, ich änder noch ein bisschen was dran.
