Eva und ich!

Heute morgen war ich beim Frisör. Von zehn bis viertel nach eins. Jaha. Die Farbe sollte nicht mehr so dunkel sein. Blöd nur, dass der Goldton hauptsächlich die Ansätze hat leuchten lassen, so dass ich scheckig aussah. Wir fügten dem ganzen also noch Haubensträhnchen in Blond dazu. Viel besser. Ich bin plötzlich goldbraun! Und nicht nur das, am Ende ritt die Frisörin und mich der Übermut und sie kringelte mir Locken auf die lange Seite meines Haupthaars. So.
Ich ging nach Hause mit wippenden Locken. Zog mich kurz um und einen Lidstrich und beschloss, noch kurz in die Stadt zu gehen. Am Ende dieses Gedankens stand ich mit einem Kleid und einer Kette an einer Kasse. Und meinen aufregenden neuen Haaren. Aus dem Augenwinkeln bemerkte ich einen Herrn im Alter meines Vaters, der mich anstarrte. Ich schüttelte die Goldlöckchen. Er kam auf mich zu und sagte: “Ich sprech Sie jetzt einfach an, ich bewundere schon die ganze Zeit (achtung!) Ihre Schuhe!” Ich guckte wohl etwas verblüfft, bedankte mich aber höflich. Die Schuhe. Na gut. Sind auch ganz hübsch. Dann zog die freundliche Verkäuferin mein Kleid über den Scanner. Lächelte mich an und sagte etwas zu ihrer Kollegin. Und dann zu mir: “hat Ihnen schon mal jemand gesagt, dass Sie ein bisschen aussehen, wie Eva Padberg? Nur Ihre Nase ist schöner!” Mir fiel nichts Passenderes ein als “äh”. Und “äh danke”. Weil es gibt schlimmeres, als mit Eva Padberg verglichen zu werden. Auch wenn das einzige, was mich mit Eva verbindet, der Jahrgang ist.
Wenn Locken also Eva ins Gesicht zaubern und Schuhe betonen, dann kauf ich mir nen Lockenstab. Vielleicht auch ein neues Parfum. Vielleicht bemerkt dann einer, DASS ICH BEIM FRISÖÖÖR WAR!!!

Ich habe hiermit…

…ganz offiziell eine Meise. Eine Putzmeise. Neee, keinen Putzfimmel. Ich finde Hausarbeit nämlich ziemlich ätzend. Nur mag ich es gern sauber. Ihr erkennt die Krux an der Sache, ne? Bevor jemand auf die Idee mit der Putzfrau kommt: ne. Ich weiß genau, dass ich vorher selbst kurz durchwischen würde, damit die Putzfrau nicht der Schlag trifft. Das führte das Engagement einer Putzfrau ad absurdum. Aaaaaber: es gibt einen unfassbar simplen Trick, der immerimmer funktioniert. Ich stelle mir nämlich vor, das hier sei gar nicht mein Haushalt, sondern ich nur die Putzfrau hier. Ja das ist ein bisschen schräg. Ich wische dann aber viel motivierter und auch gründlicher und schneller! Ich mache mir hin und wieder auch kurz mal Gedanken um mein Geisteswohl. Aber nur kurz, weil ich dann auf die Uhr gucke und denke, ach herrjeh, schon zehn vorbei… Und um 12 kommen die gnädigen Herrschaften und kochen muss ich auch noch…

PS: jaaaaaaa… Aber wenn’s doch funktioniert?!

Liebes Kind,

Seit Du da bist, ist nichts mehr wie vorher. Ein paar Monate lang konnte ich nur ahnen, wie Du aussehen wirst. Ich freute mich über nächtliche Rippentritte und lachte, wenn Du mal wieder Schluckauf hattest. Und dann, am 1. November 2012 hast du mein Leben auf den Kopf gestellt. Seither ist kein Tag mehr wie der andere. Und nicht nur in meinem Leben, auch deinen Papa, alle Omas und Opas hast du seither im Griff. Obwohl du nur unverständlich brabbelst und dich überall hintragen lässt, bist du die einflussreichste Person in diesem Haus. Ich stehe auf, wenn Du aufwachst. Ich esse, wenn Du isst. Du musst grundsätzlich groß, nachdem ich gerade Windeln gewechselt habe. Du bist pflegeleicht, wenn ich Zeit habe. Wenn ich es doch mal eilig habe, hast du keine Lust auf Hektik. Deine kleine Patschehand ist immer dann an der Nase, wenn ich mit einem Taschentuch ankomme. Wenn ich dir etwas in die Hand gebe, willst du es meistens nicht. Gelangt allerdings der Breiteller in deinen Aktionsradius, kannst du blitzschnell zulangen. Wenn Du sabberst, dann erst, wenn der Latz weg ist. Auch Stunden nach dem Essen. Du niest herzhaft, wenn du den Mund voller Karotte hast. Wenn ich abends todmüde bin, drehst du nochmal auf. Wenn du einschlafen sollst, hörst du in Australien ein Känguru umfallen. Wenn du wach bleiben sollst, hindert dich nicht einmal Nachbars Rasenmäher am Tiefschlaf. All das macht mein Leben unsagbar kompliziert. Ich brauche eine Oma, wenn ich einkaufen gehen möchte. Ich habe alle Planerei aufgegeben, weil ich von deiner Tageslaune abhängig bin. Ich bin froh, wenn ich um zehn ins Bett darf. Samstagabende verbringen wir daheim. Weggehen heißt ein schneller Kaffee mit Freunden. Ausschlafen heißt im Bett liegen bleiben bis acht Uhr. Wir schlafen aber selten aus. Und wenn ich dann darüber nachdenke, wie Du kleines Persönchen alles Dagewesene nach deinen Spielregeln umgeformt hast, wie sehr du alles, was für mich Gewohnheit war, umgekrempelt hast, dann sitzt du da in deinem kleinen Hochstuhl und knisterst mit voller Hingabe mit der Brötchentüte herum. Und wenn sich unsere Blicke treffen, schaust du mich mit zwei kugelrunden blauen Murmelaugen an. Deine Schnute verzieht sich zu einem breiten Grinsen und du lässt deine zwei Zähnchen blitzen. In diesem winzigen Moment quillt mein Herz fast schmerzhaft über vor Glück. Was auch immer du anstellst, Du bist das Unglaublichste, das Beste und Einzigartigste, was mir je passiert ist. Ich liebe Dich hundert mal zur Sonne und zurück, kleine Hannah!

Deine Mama

Tiere!

Ne, keine Ameisen… Aber lustige Drachen, Fische, Vögel… Oder Schögel? Drische? Schatzen?

Magnetfolie auf der Rückseite macht’s möglich!

Zum Spielen oder als Pinnwand, Zettel halten die Tierchen nämlich auch fest!

Fakten…

… Die spannender nicht sein könnten:

1. ich habe mit Hannah neben mir bei 18 Grad geschlafen. Auf einem komfortablen Luftbett. Im Keller. Aaaach war das toll.
2. bei über 28 Grad habe ich subfontanelle Wackelkontakte. Mein Hirn arbeitet nicht mehr richtig. Ich vergesse noch mehr als sonst.
3. ich hab die Ameisen wieder. Ihr glaubt nicht, wo. Ein Tipp: sie haben sich ein erfrischendes Plätzchen ausgesucht! Na?

Was’n das?

Zunächst: es ist noch nicht fertig! Aber wenn es fertig ist, zeig ich’s euch! Und so lang dürft ihr rätseln, warum Tierteile auf meinem Küchentisch liegen. Noch dazu, wenn vegetarische Woche ist. Tss.