Veränderungen…

…in meinem Leben…

Kaffee ist super. Wo er früher heiß sein musste und morgens um halb sieben dringend gebraucht wurde, bin ich heute froh, wenn ich überhaupt eine Tasse davon kriege. Zu welcher Zeit, ist egal. Kalt geht auch.

Wo früher sie Instyle und die Glamour neben meinem Kopfkissen lagen, liegen heut Nachtlicht und Schnuller.

Ein Ausflug zur Krankenkasse wäre früher ein lästiger Gang gewesen, heute ist er das reinste Abenteuer.

Mindestens genauso wichtig, wie die Frage, was ICH anziehe, ist die Frage, was Hannah heut anhat.

Und wi

Rückblick…

…auf die wohl aufregendste Zeit meines Lebens…

Geburtsberichte sind meist voller Pathos, Pein und Peinlichkeit. Daher diese Episode nur in wenigen Worten, für alle, die wissen wollten, wie’s denn jetzt war. Wir hatten am Mittwoch, 31. Oktober, den Termin zum Einleiten morgens um halb neun. Ich war seltsamerweise die Ruhe in Person. Auch noch, als wir bis um elf warten mussten, weil etliche Notfälle dazwischen gekommen waren. Nach einer Eingangsuntersuchung bekam ich um zwanzig vor zwölf eine wehenauslösende Tablette, die um zwölf bereits anschlug. Soweit so gut. Dann erwies sich mein Muttermund allerdings als störrisch und wollte sich nicht um alles in der Welt von den zwei Zentimetern, die er bereits offen war, trennen. Ich badete mit Jasminöl, bekam Zäpfchen, aber nichts half. Als es nach über vier Stunden hieß, wir seien etwa bei zweieinhalb Zentimetern, war das der erste Dämpfer. Die Wehen nahmen Fahrt auf und ich blieb hoffnungsfroh und veratmete brav, was ich konnte. Als es aber nach neun Stunden mittlerweile recht knackiger Wehen hieß, wir seien jetzt bei knapp drei Zentimetern, brach meine anfängliche Zuversicht zusammen und ich begann mich zu verkeampfen. Und plötzlich waren die Wehen nicht mehr zu veratmen. Mir wurde speiübel und ich hatte Mühe, den Würgereiz zu unterdrücken. Die Hebamme hängte mich an eine Glukoseinfusion und piepte den Anästhesisten an, weil ich um eine PDA gebeten hatte, ohne die ich es eigentlich schaffen wollte… Was dann kam, war eine Stunde, die ich heute wie einen Film in Erinnerung habe. Weil meine Wirbelsäule krumm und in sich verdreht ist, musste sich das erste Anästhesistenteam nach etwa zwanzig Minuten geschlagen geben. Ich hing in dieser Zeit auf dem Rand des Kreißbettes und konnte den Wehen nichts mehr entgegenhalten. Hinterher erklärte mir die Ärztin, dass ich einen Wehensturm hatte, denn ich hatte keine Pausen mehr, sondern eine Dauerkontraktion. Der Oberarzt wurde dann aus dem Bett geholt und auch der machte mir wenig Hoffnung, dass das klappen würde, immerhin muss der Katheter zwischen den Wirbeln durch und meine sind wohl stark verknöchert. Gefühlte zehn Einstiche später atmete es hinter mir dann aber hörbar auf. Der Oberarzt hatte eine winzige Lücke gefunden und die PDA wirkte. Ich durfte mich eine Stunde lang ausruhen und spürte ab Bauchnabel abwärts meinen Körper kaum noch, was zwar gruselig war, aber auch wieder ganz angenehm. Um drei Uhr nachts setzten Presswehen ein, um zehn vor vier war unser Kind dann endlich da. Eine kurze Schrecksekunde gab es für mich nur noch. Als mein Mann, die Ärztin und die Hebamme gleichzeitig sagten, oh, die Hand! Unser Kind hatte nämlich die Hand auf einer Wange liegen und kam zur Welt, wie Superman fliegt…
Die folgenden Tage in der Klinik waren geprägt von einem absoluten Glücksgefühl, von Erschöpfung, manchmal Unsicherheit und Verzweiflung, aber meistens von riesigem Stolz. Und von der Erkenntnis, dass Hebammen eine Mischung aus Engel und Feldwebel sind. Das beste war, endlich nach Hause zu dürfen mit dem kleinen Wesen, das die Kinderärztin als fitten, vitalen Säugling bezeichnete. Der kleine Wurm liegt jetzt neben mir, schläft seelig mit erhobenen Armen und ist wohl die beste Entscheidung unseres Lebens.
Danke Euch, für die vielen lieben Wünsche!

So.

Jetzt steht das Ultimatum. Morgen früh um halb neun müssen wir zum Einleiten anrücken. Die Kleine ist fidel und munter, will aber nicht geboren werden… Bin also ab morgen wech, denkt ganz fest an mich!

Nö…

Nein, ne, niente, non, nada. Um elf ist der nächste Check. Wenn man mal die Vorteile sehen will: ich kenne dort jetzt schon vier Hebammen und drei Ärzte. Viel Überraschungen kann es da nicht mehr geben. Wir werden schon wie alte Bekannte begrüßt.

Ich weiß…

…so langsam nicht mehr, was ich noch schreiben soll, außer: sie ist immer noch nicht da. Bei Mama muss es super sein. Nachdem ich gestern Abend um acht ganz schön fiese Wehen bekommen habe, standen alle Zeichen auf Baby. Um neun legte ich die Beine hoch, um zehn eine Wärmflasche in den Rücken. Um elf war der Spuk vorbei. Ich wehte noch leise vor mich hin, ging dann aber ins Bett. Heute morgen hat mich dann der Frust gepackt. Anstatt zum Frauenarzt, bei dem ich hätte ewig warten müssen, fuhren wir direkt in die Klinik. Die Hebamme war ganz auf unserer Seite, wenn es dem Kind gut gehe, könnten wir noch warten. Aber entscheiden müsse das der Arzt. Und die junge Ärztin, die den Doppler gemacht hat, war sehr nett und verstand uns vollkommen. Dem Kind gehe es gut, Fruchtwasser und Plazenta wären top, das Kind bewegt sich, die Herztöne sind absolut in der Norm. Sie habe keine Bedenken, uns wieder gehen zu lassen. Wir mögen nur morgen zur Kontrolle wieder kommen. Die Sache mit dem errechneten Termin sei halt auch nur eine Zahl und die sieben Tage, nach denen man einleiten SOLL, hätten rein rechtliche Gründe… Sie persönlich hätte auch nach zehn Tagen noch keine Bedenken, denn nur der liebe Gott wisse, wann ganz genau das Kind entstanden sei. und so sind wir wieder daheim und total beruhigt, die nächsten Wehen dürfen kommen!

Ihr ahnt es sicher…

…die Kleene ist immer noch nicht da, aaaaber: wir waren gestern zur Kontrolle im Krankenhaus und der Wehenschreiber hat viele kleine und zwei große Kurven gemalt. Also geht was. Und weil nach wie vor alles gut ist mit Mama und Kind, haben wir uns gegen eine Einleitung entschieden und sind wieder heimgefahren. Lang gehen kann’s nicht mehr. Und die Hebamme hat, als die Ärztin weg war, gemeint, Geduld wär heut selten, und Ärzte würden immer am liebsten am errechneten Termin einleiten. Wir warten. Die Kleine packt grad die Koffer, so lange halten wir noch durch!

PS: sie hat ne kleine knubbelige Stupsnase!

Heute Nacht!

Ist rein gar nix passiert. Ich hab geschlafen wie ein Stein. Und die Lütte denkt nicht daran, zur Welt kommen zu wollen. Heut mittag fahren wir in die Klinik. Mal gucken, was die sagen. Falls ihr also nix mehr hört von mir…

Dumdidum…

…wir sind immer noch zwei in einem. Seit gestern Abend habe ich unregelmäßige Wehen, die mich trotzdem heute Nacht vier Stunden haben schlafen lassen. Im Moment ist alles ruhig, bis auf die kleine Hexe, die hin und her muckelt. Ich lasse mich jetzt NICHT irre machen, sondern glaube ganz fest dran, dass weitere Wehen folgen. Ohhmmmmmm…

Aaalso:

Das Kind hat sich wieder ein Stück nach vorn gearbeitet. Der Gebärmutterhals hat sich in zwei Tagen um zwei Drittel verkürzt, das Gewebe ist weich, der Muttermund gut fingerdurchlässig. Die Ärztin hat die Kopfnaht des Kindes ertastet, liegt richtig rum alle übrigen Parameter waren noch sehr gut, allein der Puls der Kleinen war gut hoch, sie hasst das ctg einfach. Sie gab uns noch Zeit bis Samstag, dann sollen wir in die Klinik fahren. Es tut sich also was. Das erleichtert mich und Herrn Venus. Jetzt geht’s voran!