Warum ich keine lästigen Pflichten habe.

Ich saß gestern Abend in der Redaktion an meinem Schreibtisch, hatte rote Wangen und in meinem Kopf ratterte es. Den ganzen Nachmittag hatte ich telefonisch quer durch Behörden und Gerichte recherchiert, um ein möglichst aktuelles Bild eines aktuellen Rechtsstreits wiederzugeben. Mit dem Text, den zwei Kollgen gegengelesen hatten, war ich zufrieden. Runder würde ich ihn nicht hinkriegen. Allein der zweizeilige Vorspann wollte und wollte nicht gelingen. Zu wenig Platz, zu viele und komplizierte Worte, die Sachlage zu komplex. Ich schrieb und löschte, hirnte und verwarf.

Bis ich schließlich bei meinem Chef um kreativen Input bat. Und froh war, dass der auch keine perfekte Lösung mal eben so aus dem Ärmel schüttelte, sondern durchaus verstand, wo meine Schwierigkeiten lagen. Wir hirnten also zusammen. Und fanden schließlich eine Lösung, mit der wir beide zufrieden waren. Kurz danach stand der Verleger in der Redaktion und fragte nach einem Kollegen. Wir kamen ins Plaudern und er fragte mich, ob ich zufrieden sei und ob ich mich wohlfühlte. Als ich eine Weile später nach Hause fuhr und den Tag an mir vorbeiziehen ließ, fiel mir eines auf. Ich fühlte mich unfassbar zufrieden. „Warum ich keine lästigen Pflichten habe.“ weiterlesen

Für den einen sind es 25 Cent …

Heute morgen beim Einkaufen. Ich schlendere in den Supermarkt und mein Blick fällt gerade noch rechtzeitig auf die leere Dose, die in meinem Korb hin und her kullert. Bei einem Geburtstagsgeschenk war eine Dose San Pellegrino Aranciata dabei gewesen, sonst haben wir eigentlich nie Dosen im Haus. Ich steckte sie in den Pfandautomaten und lauschte andächtig dem Häckselgeräusch. Als das Gerät meine Dose gefressen hatte, spuckte es ordnungsgemäß einen Pfandbon aus – 25 Cent. „Ganz schön viel, für so ne popelige Dose“, dachte ich mir. Und ging einkaufen. „Für den einen sind es 25 Cent …“ weiterlesen