Ich bin zur Zeit…

…so faul!
Magazin hat Sommerpause, Haushalt wird morgen gemacht oder so…
Kein Antrieb zu gar nüscht.
Frühsommermüdigkeit? Bin ich die Einzige?

Royaler Zuwachs…

…in meiner Freundesliste! Ein Graf gesellt sich in unsere Runde und zwar der zu Luxemburg!
Willkommen Euer Durchlaucht, auf viele lustige Kommentare!

So viele offene Enden…

… in meinem Fernsehleben. Ich schaffe es einfach nicht. Es ist zum Verzweifeln.
Wenn ich das Ende eines Films wirklich sehen möchte, muss ich zu harten Maßnahmen greifen. Hart im wahrsten Sinn des Wortes.
Ein harter Holzstuhl hilft beispielsweise.
Wenn ich mich darauf platziere und nach einer Stunde kaum mehr weiß, wie ich meine Gliedmaßen bequem ordnen soll, dann wächst die Wahrscheinlichkeit, dass ich das Ende eines Filmes in wachem Zustand erlebe.
Sobald ich mir jedoch erlaube, diverse Muskelgruppen durch deren Ablage auf der Couch zu entspannen, schlafe ich ein.
So wie gestern. Ich wollte Wäsche zusammen legen. Auf dem Bett. Dabei fröstelte mich ein bisschen, ich begann einen äußerst interessant anmutenden Krimi anzugucken und zog die Decke über meine Beine. Das war um halb neun. Als ich aufgeweckt wurde von meinem grinsenden Mann, der meine Schlafgewohnheiten mittlerweile kennt, lag ich eingerollt wie ein Igel unterm Laubhaufen zwischen Decke und Handtüchern, Schlafanzug und Unterwäsche. Ich hab tief und fest geschlafen. Und der Krimi? Reiht sich ein in die Riege der unvollendeten Geschichten in meinem Kopf. Ich wüsste gerne, wie er ausgegangen ist. Ich hoffe also auf eine Wiederholung. Mittags um zwei wenn möglich. Fernab von bequemen Liegemöglichkeiten. Sonst hab ich keine Chance.

Wischen impossible -2. Akt

Ein leichtes, unmotiviertes Zucken rechts, Schweigen im Walde rechts. Mehr waren meine Scheibenwischer am Samstag nicht mehr willens zu leisten. Mal WIEDER.
Aber von Anfang an. Ich hab mich recht früh aus den Federn klingeln lassen, weil ich noch einkaufen und trotzdem pünktlich bei der lieben Jenny aufschlagen wollte – wenn wir uns doch schon so lange nicht gesehen haben. Ich flitze also relativ pünktlich los und ärgere mich das erste mal, als ich einer Schweizer Oldtimer-Ausfahrt mit 60 hinterhergurken muss. Wenn die eh nicht schneller fahren können, sollen sie doch in der Schweiz bleiben….
Irgendwann biegt die fröhliche Zuckeltruppe aber ab und ich komme meinem Ziel bedeutend schneller näher. Und hätte mich dann nicht die Fliege an der Wand, bzw. sprichwörtlich jene auf meiner Frontscheibe gestört, hätte ich den Schweibenwische nicht betätigt, hätte ich nicht festgestellt, dass dieser wieder einmal ein Eigenleben entwickelt, hätte ich nicht alle Eigentümer und Angestellten der örtlichen Autoreparatur-Einrichtungen kennen lernen müssen.
Ich wusste ja aber leider nicht, was ich mit dem leichten Zug am “bitte-wasch-die-Scheibe”-Hebel anrichten würde.
Zwar spritzte schaumige Flüssigkeit aus zwei Düsen wie durch Zauberhand in mein Blickfeld, das flotte “Wusch-susch” allerdings, das ich von meinen Scheibenwischern direkt danach erwartet hätte, blieb aus. Stattdessen “Bubbubbubbubbubbubb-knöööörz”. Meine Wischer ruckeln in Zeitlupentempo über die Scheibe. Der Fahrtwind malt mit dem Schaum lustige Kringel auf die Scheibe, meine Stirn faltet sich in höchst unlustige Streifen. Sofort habe ich die Stimme des Mechanikermeisters meines Vertrauens im Ohr, der letztes Mal sagte “Einfach mal aus- und anmachen, hilft oft.”
Relativ gelassen steure ich also den nächsten Parkplatz an und folge diesem Tipp. Auto aus, Auto an. Scheibenwischer an. “Bubbubbubbubbubb-knö…bubbubb….” nichts. Nichts. Die Scheibenwischer stehen senkrecht auf meiner Scheibe und bewegen sich rein gar nicht mehr. Auto aus, Auto an, diesmal mit weniger Hoffnung verbunden. Hebel hoch, Hebel runter, nichts. Ich steige aus, ziehe, zerre, bitte und fluche. Nichts. Wie festzementiert stehen beide Wischerblätter senkrecht und bewegen sich keinen Millimeter mehr. Nö.
Ich atme also einmal tief durch und rufe meine Werkstatt an. “Kommen Sie am Montag vorbei. Ach senkrecht stehen die? Ja, regnet es denn? Nein? Na dann… Mechaniker sind eh keine mehr da, ist ja schließlich Samstag umd halb zwölf.” Auf meinen Hinweis, dass ich aber, sollten die grauen Wolken die Menge an Wasser vom Himmel schütten, nach der sie aussehen, nicht weiterfahren kann und nicht willens bin, bis Montag in meinem Auto zu nächtigen, bekomme ich die Nummer von einem Autohaus mit Werkstatt am Ort. Und rufe dort an. Und bin froh zu hören, dass man auch dort, 50 Kilometer von zu Hause, auf den Kalender geschaut hat. “Es ist aber Samstag heute.” Ist nicht wahr. Mechaniker sind keine da, kommen Sie aber trotzdem mal vorbei. Ich ahnte eigentlich, dass der Weg vergebens ist, aber immerhin WOLLTE mir ja einer helfen. Ich fahre auf den Hof, Verkäufer in feinem Zwirn öffnet die Motorhaube, hm, ohje, alles verbaut, Scheibenwischer, aha-aha. Nein. Leider nichts zu machen. Ist ja halt auch Samstag. Man könne mir aber eine andere Werkstatt am Ort empfehlen, die müssten noch offen haben.
Mittlerweile ist Jenny, mit der ich zwischendurch telefoniert habe, auch im Autohaus angekommen. Wir fallen uns also dort um den Hals und die Blümchen werden zwischen Neu- und Gebrauchtwagen übergeben. Alles nicht so geplant. Aber gut. Eine richtige Werkstatt, so denke ich hoffnungsfroh, wird ja wohl auch richtige Mechaniker beschäftigen. Tut sie auch. Nur nicht, wenn ich sie brauche. Es ist ja Samstag übrigens. Als die Chefin hinter ihrem Tresen auftaucht und ich ihr mein Problem schildere und mit den Worten ende “… die müsste man jetzt wieder zum Laufen bringen” guckt sie mich an, als hätte ich ihr einen Heiratsantrag gemacht und sagt “…Jetzt???” Am liebsten hätte ich gesagt, nein, ich komme Mitte August wieder in der Hoffnung, dass sie es bis dahin geschafft haben, aber mir war nicht mehr zum Spaßen zumute. Vor allem nicht, als sie mir erklärte, warum sie das jetzt ihrem Mann nicht mehr zumuten könne. Die Mechaniker seien nämlich schon im Feierabend und überhaupt habe sie die ganze Woche bis abends um zehn arbeiten müssen. Sie wolle jetzt Wochenende machen.” Es lag mir auf der Zunge zu fragen, warum in aller Welt sie dann einen Dienstleistungsbetrieb aufgemacht habe, aber ich verkneife es mir. Immerhin schickt sie mich zu einem größeren Autoteile-Verkäufer am Ort. Und den kenne ich ja schließlich noch nicht, also was hält mich noch. Dort hört man sich mein Problem ebenso schweigend an und erklärt mir, man habe zwar Mechaniker da (nein!) obwohl es Samstag sei (NEIN!) aber man habe den Terminkalender schon voll. Tiefer Seufzer meinerseits. Also gut, man frage mal den Chef. Ich kann mein Glück kaum fassen. Ungefähr eine Minute lang. Dann kommt der nette Mann zurück mit den Worten “Der Chef sagt, wir haben das Teil nicht da.” Ich staune über die prophetische Gabe der Werkstatt, denn keiner hat sich mein Auto überhaupt angeguckt (könnte ja auch nur ein Schräubchen locker sein?!). Und beschließe, die Scheibenwischer jetzt einfach zu ignorieren. Der Himmel hat sich nämlich während der Wischer-Odyssee einsichtig gezeigt und die Wolken beiseite gepustet.
Mit unrythmisch zuckenden Scheibenwischern vor den Augen stelle ich das Auto also schließlich in ein Parkhaus und genieße danach einen großen Teller Nudeln (hilft immer), einen Erdbeershake, ganz viel Sonne, ein bisschen geocaching und die Gesellschaft von Jenny. Ich komme auch tatsächlich noch trocken nach Hause. Und beschließe, in meinem nächsten Leben mit Jenny eine Autowerkstatt aufzumachen, die ausdrücklich NUR SAMSTAGS UND SONNTAGS UND NACHTS geöffnet hat. Für all die armen Schweine, die am Samstag in der Servicewüste im Regen stehen.

Philosophie am Morgen

Warum tu ich mir das an? – Kennt ihr diese Frage ans eigene Spiegelbild? Man übernimmt Aufgaben, halst sich Arbeit auf, steigt in Projekte ein, reißt Baustellen auf. Warum?
Ich kenne viele Menschen, die einen ganz anderen Weg gehen. Büro, dann nach Hause, essen, fernsehen, Füße hoch legen. Tagein, tagaus.

Ich erlaube mir gar kein Urteil darüber, jedem wie er es mag.
Vielmehr frage ich mich, warum kann ich mir das für mein Leben nicht vorstellen? Sobald ich auch nur darüber nachdenke, formiert sich in Bauch und Hirn sofort Protest. Mir fallen Sätze ein, die beginnen mit “Man kann doch nicht…” oder “Was sollte ich denn dann den ganzen Tag…”
Aber warum bin ich so wuselig? Vielleicht weil ich etwas hinterlassen möchte. Weil ich mein Leben nicht als “bloße Anwesenheit” auf der Welt sehen mag. Kommen, sich ruhig und angepasst verhalten, alt werden, wieder gehen. Ohne mehr Spuren zu hinterlassen, als meinen Namen in behördlichen Registern und einen Stein mit meinen Lebenszahlen. Ist das Eitelkeit? Warum glaube ich, die Welt interessiere sich überhaupt für mich? Keine Ahnung. Ich weiß nur – ich kann nicht anders. Der rosarote Hase in mir trommelt schon wieder und scheucht mich zur Arbeit. Und ich folge.

Ober er das bedacht hat…

“Vergabe von Ehrenurkunden:
Ehrenurkunden mit der Unterschrift des Bundespräsidenten a.D. Horst Köhler können nicht mehr vergeben werden. Neue Ehrenurkunden können voraussichtlich ab Mitte September 2010 geordert und an die Teilnehmenden nachgereicht werden. Sieger- und Teilnahmeurkunden können weiterhin ausgegeben werden.”

Wir haben Sorgen.

Küssendes Dynamit an Bord…

Heute morgen. Rote Ampel. Das Auto vor mir bremst, ich tue es ihm gleich. Die Ampel lässt sich Zeit und ich nutze selbige, um die vielen Aufkleber auf dem Auto vor mir zu studieren. Ein Fisch klebt rechts unten, ein Hinweis auf Religiosität. Oben links und oben rechts kleben rote Warndreiecke. “Sarah an Bord”, “Hannah an Bord”. Unten links klebt der Europapark, daneben ein “D”, daneben eine wie eine Ballerina geformte Insel.
Fazit: Eine religiöse Familie, die ihren beiden Töchtern biblische Namen gibt und aus Sorge um deren Wohlergehen Warnschilder anbringt, damit auf der Fahrt in den Europapark oder in den Urlaub nach Sylt jeder der wertvollen Fracht gewahr wird und Rücksicht nehmen möge.
Ich stelle mir ein Paar vor, Mitte oder Ende 30, er ist auf einer Behörde tätig, sie ist Lehrerin. Die vier leben in einem Holzhaus, ernähren sich gesund, kaufen beim Biobauern auf dem Wochenmarkt und beten vor dem Essen.

Grüne Ampel. Der Verkehr rollt wieder an, der Gegenverkehr auch. Ein LkW zischt und brummt langsam vom Haltestrich los. zwei Nummernschilder und die Aufschrift auf der Plane verraten – “Juri” und “Moppelchen” sind für DHL unterwegs.
Dieses Paar ist ein bisschen fülliger, hat in meiner Vorstellung zwei Katzen daheim, sein Hobby ist Angeln, ihres ist Handarbeit und Katzenpflege.

Kurz vor der Firma. Noch ne rote Ampel. Vor mir steht ein roter Kleinwagen. Getönte Heckscheibe. Darauf prangt ein weißer Schriftzug “Kissing dynamite”. Ich stelle mir augenblicklich eine wasserstoffgetunte Blondine vor, die ihr Top eine Nummer zu klein und somit einen Babyspeckring zur Schau trägt und am liebsten “mit Freunden chillt” und sich die Nägel macht.

Der rote Kleinwagen blinkt rechts in die Einfahrt einer Apotheke.
Die Tür geht auf. Das erste, was ich von Kissing dynamite sehe ist eine Hand, die sich am Türrahmen stützt.
Das küssende Dynamit ist zwischen 70 und 80 Jahre alt, trägt silbergrau oben und beige und altrosa unten und hat Probleme beim Gehen.
Meine Ampe

Aufgeschoben kann aufgehoben sein

Das Leben ist endlich. Kann jeden Augenblick vorbei sein. Natürlich ist es schön, von der Zukunft zu träumen und sich die vielen tollen Dinge auszumalen, die man irgendwann mal machen möchte. Aber… warum eigentlich warten auf irgendwann mal?
Wie oft habe ich schon zu ehemaligen Klassenkameraden gesagt, wir müssen uns UNBEDINGT mal wieder treffen? Da war’s wieder, dieses schwammige mal wieder.
Was man erlebt hat, kann einem keiner mehr nehmen.
Ich bin dann jetzt mal weg, ich treffe mich mit einer alten Freundin zum Abendessen. Und am Samstag habe ich ein ähnliches Date am Bodensee!
Ich freue mich riesig drauf.