Weihnachten ist in Dir!

Ich war heute Nachmittag in England. Genauer – in der Downtown Abbey. Seriensüchtige wissen vermutlich wovon ich rede . (Ich kannte die Serie davor nur sporadisch, fand allerdings Gefallen daran und freute mich, durch Zufall heute eine halbe Staffel am Stück gucken zu könne.) Und ich habe tatsächlich den gesamten Nachmittag nichts anderes getan. Konsequenz ist quasi mein zweiter Vorname.

Einzige Unterbrechung meines Herumhängens war eine schnelle Bastelaktion mit Fimo: Ich habe, weil meine Weihnachtsanhänger aus Fimo so gut ankamen, zartgraue Sterne ausgestochen und sie mit guten Wünschen fürs neue Jahr beschriftet. An Silvester werden sie schlichter Teil der Tischdeko sein und für unsere Gäste eine kleine Aufmerksamkeit.

So geht’s:

Ihr braucht dazu Fimo-Soft in delphingrau, einen Sternausstecher (am besten gehen die aus Metall), Backpapier und einen Ofen. Ich habe das Fimo in sechs gleichgroße Teile geteilt, auf Backpapier flach ausgewellt, Sterne ausgestochen, ein Loch für die Schleife hinein gemacht und sie bei 110 Grad 30 Minuten gebacken.

Dabei ist mir etwas ganz bewusst geworden – es sind nicht die großen Dinge, die wirklich Freude machen. (Natürlich würde ich mich über einen Porsche oder ein Schwimmbad im Keller auch freuen, just saying) Aber es ist der Gedanke des Schenkens, die Idee, die Freude macht. Wir alle wissen das, aber viele handeln insgeheim dennoch anders.

Gestern ist mein Papa 70 geworden. Ich habe ihm etwas geschenkt, worüber er sich sehr, sehr gefreut hat. Er hat sogar extra gestern Abend nochmal am Telefon gesagt, dass die Idee wirklich toll war. Was es war? Neun Fotos. Ich habe unser Stadtarchiv konsultiert und ein altes Bauwerk heraussuchen lassen, das mein Papa nachbauen möchte. Ich habe die Originalbilder abfotografiert und die Fotos erneut drucken lassen. Kostenpunkt: 2,43 Euro. Freude: Riesig.

Und eigentlich geht es genau darum auch an Weihnachten. Beieinander sein, bewusst Zeit füreinander zu haben, sich eine Freude zu machen, die nichts mit dem tatsächlichen Wert des Verschenkten zu tun hat. Ich freue mich sehr auf Heilig Abend, denn sowohl meine Eltern als auch meine Schwiegereltern versammeln sich mit uns um einen Tisch. Es wird laut und lustig, wir singen und ich spiele Klavier. Zu essen gibt es kein Festmahl – wir essen das ganze Jahr gut. Im Gegenteil: Es geht bescheiden zu bei Würstchen und Kartoffelsalat. Und wisst ihr was? Niemandem hier ist es wichtig, dass sich das ominöse Weihnachtsgefühl einstellt. Jegliche Erwartungshaltung sorgt eigentlich nur dafür, dass am Ende des Abends ein schales Gefühl zurückbleibt. Ich freue mich einfach auf meine Lieben. Die Geschenke sind nettes Zubehör, aber sie machen Weihnachten nicht aus. Und ich mache mein Lebensglück ganz bestimmt nicht abhängig vom Inhalt eines Weihnachtspäckchens oder Ausnahme-Glücksseeligkeit.

Und eigentlich liegt in dieser Nicht-Erwartungshaltung mein Schlüssel zum persönlichen Glück und zu meiner tiefen Zufriednheit: Ich erwarte nämlich grundsätzlich einfach gar nichts, nicht nur an Weihnachten. Um so größer ist meine Freude, wenn mir etwas Nettes wiederfährt.

Euch wünsche ich jetzt das Fest, das Ihr Euch wünscht. Genießt den Abend mit Euren Familien oder – wenn Euch das lieber ist – ganz mit Euch selbst.

Das Blog macht eine kleine Weihnachtspause. Bis bald!

Warum ich mein Pensum im Griff habe und nicht andersrum – Motivation ist eine Haltungsfrage!

“Wie machst du das eigentlich alles?”, fragte mich neulich eine Freundin mit ungläubigem Blick, als wir uns gegenseitig aus unserem Leben erzählten (Frauentagebuchgeplauder, Kinder, Küche, Hausarbeit, Arbeit, wer wann was mit wem, you know). Ich stutzte und dachte kurz nach. Dann sagte ich ihr: “Ich denke nicht, ich mache halt. Und zwar aus Prinzip gerne.” Dank meiner eigenen Motivation.

Die Antwort kam aus dem Bauch heraus und war absolut ehrlich. Aber sie hat mich selbst ein bisschen verblüfft. Denn tatsächlich liebe ich nichts mehr als Produktivität. Am liebsten sinke ich abends in die Kissen mit dem guten Gefühl, den Tag ausgekostet zu haben und Dinge erledigt, geschafft, erschaffen, gewuppt zu haben. Die Königsdisziplin dabei ist: Sich nicht stressen zu lassen. Auch das gelingt mir immer besser.

Ich habe daher beschlossen, das alles mal aufzuschreiben, vielleicht kann ja jemand da draußen einen Nutzen für sich draus ziehen.

1. Zeit sinnvoll nutzen und den Überblick behalten

Grundlage meines Tuns ist eine absolut realistische Zeitplanung. Ich weiß recht genau, wieviel Zeit ich für welches Projekt einplanen muss. Oft sind meine Tage ziemliche Punktlandungen, manchmal gelingt es mir aber auch, Puffer richtig einzuschätzen. An drei Tagen der Woche arbeite ich komplett. Diese Tage sind nur schwer kalkulierbar und ich nehme mir für die Abende nichts weiter vor, weil es grundsätzlich sieben wird, bis ich zu Hause bin, manchmal sitze ich aber auch bis 23 Uhr in der Redaktion, je nachdem, wieviel Abendtermine in der Woche anstehen und wie lange sie dauern.

Wenn ich einigermaßen früh daheim bin, erledige ich Wäsche. Nichts schreckt mich so sehr, wie ein überquellender Waschkorb. Deswegen nehme ich mir an solchen Tagen abends 10 bis 20 Minuten Zeit um eine Waschmaschine zu befüllen und anzustellen, auszuräumen, aufzuhängen, den Trockner auszuräumen etc. Da ich nicht selbst bügle, besteht die einzige logistische Herausforderung darin, die Bügelwäsche rechtzeitig aus dem Haus zu bringen und sie wieder abzuholen. Da ich aber täglich mit dem Auto unterwegs bin, erledige ich das quasi unterwegs. Genauso nebenbei gucke ich täglich mindestens zweimal in den Kühlschrank. Ich habe also ungefähr im Blick, wovon wir noch genug haben und was zur Neige geht. Ich erzähle unserer Alexa vom Notstand im Kühlschrank und sie notiert das brav. Ich könnte aber genau so gut einen Zettel vollschreiben. Wenn ich nach der Arbeit dazu komme, gehe ich Dienstags, Mittwochs oder Donnerstags einkaufen. Wenn nicht, nehme ich es mir für meine beiden freien Tage vor.

2.  Das große Ganze sehen

Ob freier Tag oder Arbeitstag – wer viel auf die Reihe bekommen möchte, muss in erster Linie wollen. Dabei hilft mir (und ich bin erst im Zuge des Grübelns nach dem Gespräch drauf gekommen, ich mache das quasi automatisch) in Bildern zu denken. Ich kenne nur wenige Frauen, die gerne putzen. Auch ich bin nicht unbedingt scharf darauf, an meinen beiden freien Tagen den Putzlappen zu schwingen. Aber kaum habe ich beispielsweise unser Bad betreten, sehe ich es vor meinem inneren Auge – blitzblank und aufgeräumt, einladend, ein richtiger Wellnessraum. Öffne ich die Augen wieder, sehe ich den Unterschied: Herumliegende Klamotten und Kalkränder. In dem Moment ist aber das Bild vor meinem inneren Auge die beste Motivation. Ich fange an zu putzen und weiß, spätestens eine Stunde später ist mein Traumbild Realität.

Das kann ich auf alle Bereiche des Haushalts ausdehnen: Ich habe nicht immer Lust zu kochen, manchmal fehlt mir auch schlicht die Idee. Sollte mir gar nichts einfallen, lasse ich mich im Supermarkt inspirieren. Oft kaufe ich ein Sammelsurium aus Gemüse ein, bis sich das Bild herauszukristallisieren beginnt: Ich sehe meine Familie am Tisch vereint, alle haben ein frischgekochtes und leckeres Essen vor sich. Und plötzlich habe ich nicht nur unbändige Lust zu kochen, die Zutaten fügen sich auch fast von selbst.

Im Prinzip entstehen so auch meine schönsten Geschichten: Ich habe ein Gegenüber vor mir und spüre im Lauf des Gesprächs den Klang, den diese Story hat. Noch während ich mit meinem Interviewpartner rede, beginne ich mich in den Text hineinzudenken. Ich stelle mir einfach vor, dass am Ende des Tages eine einfühlsame, treffende Geschichte steht. Und an diesem Ziel orientiere ich mich.

Diese drei Beispiele zeigen: Ich denke da nicht drüber nach, es ist ein Automatismus. So lange ich schon vor dem ersten Schritt sehen kann, wie das Ergebnis sein wird, so lange fällt es mir nicht schwer, den Weg bis dahin auch zu gehen. Konsequenz ist das Zauberwort.

All das funktioniert allerdings nicht ohne ein bisschen …

3. Disziplin und Fleiß

Wie ich vorhin schon sagte: Wer viel auf die Reihe bekommen will, muss es wollen. Nicht nur von all den Vorhaben sprechen. Am besten gar nicht viel sprechen, lieber machen. Die meisten Dinge sind nämlich schnell erledigt. Mal die Wohnung saugen: 20 Minuten. Die Spülmaschine ausräumen: 10 Minuten. Eine Ladung Wäsche aufhängen: 10 Minuten. Den Trockner ausräumen und Wäsche falten: 15 Minuten. In weniger als einer Stunde lässt sich so eine ordentliche Portion Hausarbeit erledigen. Der Trick dabei ist (neben dem großen Bild) jegliche Ablenkung beiseite zu legen. Kein Instagram, kein Whatsapp, Fernseher aus. Habe ich mal keine Lust auf das Pensum, wäge ich ab. Kann ich es tatsächlich ein bisschen schieben, dann gönne ich mir die Zeit. Aber meistens nehme ich mir einfach vor, es gerne zu tun. Und wie von alleine fängt es dann auch an zu laufen. Ich genieße es sehr, bei relativ einfachen Arbeiten die Gedanken schweifen zu lassen. Dabei lasse ich die Arbeit an sich nicht aus dem Blick: Ich weiß genau, dass mich schiefe Wäschestapel im Schrank nerven, also gebe ich mir beim Zusammenlegen Mühe. Und ehrlich: Ich freue mich beispielsweise jeden Tag über den Blick in meine wirklich ordentliche Wäscheschublade. Denn seid ehrlich:Wäsche schludrig zu falten und sie irgendwie in den Schrank zu stopfen nimmt nur unwesentlich weniger Zeit in Anspruch, als es ordentlich zu tun.

4. Ganz OK ist nicht gut genug

Und wenn ich nun schon Wäsche zusammenlege, dann mache ich es so gut ich kann. Schon aus Prinzip.(A propos Wäsche: Ich werde demnächst den Großteil meiner Wäschesammlung in den Altkleidercontainer bringen. Ich schreibe weiter unten noch, warum) (Ich habe übrigens gehört, dass es Menschen gibt, die ihre Wäsche einfach aus dem Trockner in die Schublade werfen. Diese Menschen und ich sprechen unterschiedliche Sprachen!)

Und im Übrigen: Dieses so-gut-ich-kann hat nichts mit Perfektionismus zu tun. Es ist eine Haltung allem gegenüber, was ich mache. Ganz oder gar nicht. Denn wem ist geholfen, wenn ich Dinge halbherzig erledige? Oft muss ich sie dann ein zweites Mal machen oder ich bin unzufrieden oder mein Chef ist unzufrieden (je nachdem worum es geht). Diese Haltung wirkt sich übrigens ganz konkret auf mein Leben aus: Ich habe nicht nur meinen Traumberuf wieder aufgenommen (und freue mich tatsächlich auch nach sieben Monaten noch jeden einzelnen Morgen wie bekloppt, wenn ich durch die Tür reinkomme), letzte Woche hat auch mein Chefchef völlig überraschend die Befristung meines Arbeitsverhältnisses aufgehoben. Er hätte damit noch fast anderthalb Jahre warten können.

Grundsätzlich glaube ich nicht, dass ich etwas kann, was sonst keiner kann. Ich bin aber überzeugt davon, dass viele unter ihren Möglichkeiten bleiben, weil es bequem ist, weil sie es schon immer so gemacht haben, weil Tante Frieda auch immer sagt, das macht man so, warum auch immer. Im Lauf der Jahre und mit zunehmendem Alter (husthust) habe ich aber auch immer mehr herausgefunden, wer ich bin und was ich will. Und ich werde dabei immer klarer. (Fast hätte ich kompromisslos geschrieben, aber das ist irgendwie negativ belegt, wenngleich es gut passt). Ich bin immer weniger gewillt, Abstriche zu machen. Sowohl bei meiner Arbeit, als auch bei den Dingen, mit denen ich mich umgebe. Um nochmal auf die Unterwäsche zurück zu kommen: Welche Frau kennt das nicht. Im Laden hat der BH noch gut gesessen und war bequem. Aber nach ein paar Tragestunden zwickt und rutscht er hier und dort. Und irgendwann landet er hinten in der Wäscheschublade. Bei mir hat sich da einiges angesammelt, denn ich habe mittlerweile einfach DIE Marke für mich entdeckt, die wunderschöne und zugleich perfekt sitzende Wäsche herstellt. Vom Rest werde ich mich leichten Herzens trennen. Und genau wie mit der Unterwäsche bin ich auch mit anderen Dingen. Das Leben ist zu kurz für schlechtes Essen, für ungesunde Beziehungen, für halbherzg erledigte Arbeit und – für kratzige BHs. 

Im Übrigen kann ich auch völlig entspannt schon nachmittags in einem Schaumbad versinken, ein gutes Buch mitnehmen und Wäscheberge ignorieren. Wenn ich nämlich spüre, dass ich die Auszeit brauche, nehme ich mir die Zeit. Auch das gehört dazu, kompromisslos auf sein Bauchgefühl zu hören. Aber selbst nach einem Winterspaziergang oder einem gemütlichen Bad ist der Tag noch immer lang genug für viele unterschiedliche Dinge. Die eigene Haltung ist der Schlüssel dazu.

 

Sherlock Holmes und die süßen Aprikosen

Würde man mich fragen, welche zwei Medien ich in meinem Leben für unabdingbar halte, so fiele meine Antwort eindeutig aus: Das Internet und Bücher aus Papier. So gerne ich mich schon morgens beim Kaffee online quer durch den Klatsch und Tratsch der Welt lese, so sehr liebe ich es, mich abends unter meine Decke zu kuscheln und noch ein paar Seiten in einem richtigen Buch zu lesen.

Nach der Entdeckertour auf dem Dachboden meiner Eltern neulich habe ich mir Sherlock Holmes mit ins Bett genommen (höhö). Ich habe mich spontan in die Sprache und Ausdrucksweise von Arthur Conan Doyle verliebt. Kein bisschen staubig und kompliziert, dafür flüssig und pointiert. Und weil ich am liebsten Dinge verschenke, die ich selbst großartig finde, habe ich meinem besten Freund Sherlocks gesammelte Abenteuer in ein Weihnachtspäckchen gepackt. Ich kann das hier erzählen, weil er das Päckchen schon vorweihnachtlich ausgepackt hat. Und was noch viel großartiger ist: Ich durfte einen der beiden Bände gleich ausleihen. Auf über 800 Seiten fiebere ich jetzt den Erzählungen von Sherlock Holmes entgegen.

Der intelligente Detektiv, der mit einer scharfen Beobachtungsgabe gesegnet ist und mit Dr. Watson, dem Erzähler, einen Komplizen mit Verstand an seiner Seite hat, ist so was von sympathisch! OK, seine Hauptlaster sind Zigarren, Zigaretten, Morphium und Kokain. Meins eher Schokolade. Trotzdem spricht er mir so oft aus der Seele:

Sherlock Holmes war an sich kein Freund gymnastischer Übungen, (…) erschien ihm doch zwecklose körperliche Anstrengung als Kraftvergeudung und er warf sich nur ins Geschirr, wenn ihn ein bestimmtes Ziel lockte.

(aus “Das Gelbe Gesicht”)

Vielleicht sollte ich mir manche Sätze einfach merken? Oft werde ich in meinem Job gefragt, woher ich was weiß. Auf die Frage, wie er zu seinen “merkwürdigen Schlussfolgerungen” gelangte, sagt Holmes beispielsweise (in “Der Mann mit der Schramme”):

Zu den vorliegenden bin ich dadurch gelangt, dass ich mich auf fünf Kissen setzte und eine gute Portion Tabak verrauchte.

Holmes ist Kunstfigur und hat nie wirklich gelebt. Er gehört nicht der Londoner Polizei an, sondern ist nur beratend tätig. Er handelt deswegen öfter nach seiner eigenen Moral und weniger nach Gesetzen und manchmal lenkt er die Geschicke auch ein bisschen mit:

Insofern trage ich zweifellos mittelbar die Schuld an des Doktors Tod, aber ich glaube kaum, dass sie mein Gewissen sonderlich schwer bedrücken wird.

(aus “Das getupfte Band”)

Wer jetzt noch gerne mehr von Sherlock Holmes wissen möchte, dem sei diese Doku ans Herz gelegt.

Ihr seht: Ich und Holmes, wir sind ganz dicke. Sollte ich  mich die nächsten Tage also hier ein bisschen rar machen, dann könnte es folgende Gründe dafür geben:

a) es ist Weihnachten

b) ich muss trotzdem arbeiten, auch zwischen Weihnachten und Silvester

c) wenn ich nicht arbeiten muss, stecke ich mit Holmes unter einer Decke

d) ich habe zuviele dieser köstlichen Schoko-Aprikosen gegessen und bin geplatzt.

Die sind nämlich die einfachste aber mit einer der köstlichsten Weihnachtsleckereien, die es bei uns fast jedes Jahr gibt. Geklaut habe ich das Rezept bei der Mama meiner besten Freundin, die diese Aprikosen jedes Jahr in der Adventszeit zauberte (und uns manchmal helfen ließ). Sie sind eine schöne Kindheitserinnerung und ich trage die Tradition gerne weiter. (Sie schmecken auch einfach verdammt lecker!)

Eigentlich darf sich das Prozedere nicht mal Rezept nennen, weil es zu simpel ist, aber trotzdem:

Ihr braucht eine Tüte getrocknete, geschwefelte Aprikosen, weiße, blanchierte Mandeln (ohne Haut) und dunkle Kuvertüre. Die Mandel drückt ihr fest in die Aprikose und tunkt das Ganze bis zur Hälfte in Kuvertüre. Auf einem Backpapier kann man warten, bis die Leckereien getrocknet sind, muss man aber nicht. 🙂

Die restlichen Mandeln habe ich einfach in der Kuvertüre gewälzt, mit ein bisschen Zimt bestäubt und ebenfalls trocknen lassen.

Ich werde mich jetzt notgedrungen von Sherlocks Geschichten losreißen und mich ein wenig um so weltliche Dinge wie Wäsche kümmern. Holmes hatte übrigens eine Haushälterin in der Baker Street. Die Welt ist einfach nicht gerecht.

Ein Herz für Kuhfladen! Oder: Warum ich heute fast jedes Weihnachtsklischee erfüllt hätte.

Der Countdown läuft – noch acht Tage bis Weihnachten. Naaa, wer hat seine Päckchen schon fertig eingepackt? Ich habe heute zumindest mal damit angefangen, während mein Mann mit Hannah einen Christbaum aussuchen gefahren ist. Und erfüllte dabei fast jedes Klischee (ich hatte nur keine weiße, gestärkte Schürze an mit Spitzenrändern, kennt man ja). Aber ansonsten gab ich mich völlig dem Flow aus Papier und Bändern und Aufklebern und Gedöns hin, während im Hintergrund Dean Martin von weißer Weihnacht träumte und ein verführerischer Duft nach frischen Plätzchen durchs Haus waberte.

Das mit dem Klischee fand allerdings ein jähes Ende, als ich entdeckte, was aus meinem neuen Rezept geworden ist: Braune, unansehliche Fladen, die verdächtig an die Hinterlassenschaften einer durchfallgeplagten Kuh erinnerten. Großes Kino. Zuerst war ich drauf und dran, das ganze Blech dem Biomüll zuzuführen. Dann besann ich mich eines besseren und stach schnell Herzen aus dem noch warmen Teig aus. Schmecken tun sie nämlich. Ich habe sie mit einem Guss aus dunkler Kuvertüre verziert, zerstoßene Zuckerstangen sorgen für einen Farbklecks. Das Rezept teile ich trotzdem nicht mit Euch, das Ergebnis rechtfertigt den Aufwand nicht.

Dafür ist mir die zweite Sorte gut gelungen und sie ist genau das Richtige für alle, die nach lauter Zuckerzeug Lust auf etwas Herberes haben: Die kleinen Runden Erdnusskekse sind wunderbar mürb aber nicht zu süß, sondern ein klein wenig salzig. Wer salziges Karamell in verbindung mit süß mag, wird sie lieben! Für mich sind sie definitiv meine Cookie-Highlights 2017.

Salty Peanut Butter Rounds

100g weiche Butter, 120g stückige Erdnussbutter, 100g braunen Zucker, 1 Päckchen Bourbon-Vanillezucker, 1 Ei, 220g Mehl, 2 TL Backpulver, gesalzene Erdnüsse

Vermengt die Butter, die Erdnussbutter, den braunen und den Vanillezucker zu einem cremigen Teig mit dem Handrührgerät. Dann rührt das Ei unter. Mischt das Mehl und das Backpulver und rührt es etappenweise unter, bis ein geschmeidiger Teig entsteht.

Formt aus diesem walnussgroße Kugeln, die ihr mit einer Seite in zerstoßenen Erdnüssen wälzt und leicht flach drückt. Im Ofen backen die Kekse auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech etwa 15 Minuten bei 180 Grad.

Für die Mädchen, die einfach eine nette Kleinigkeit bekommen, habe ich mir in diesem Jahr Rosa ausgesucht, wohl wissend, dass nicht ALLE Mädchen auf Rosa stehen. Aber vielleicht auf Schneemänner. Die habe ich einfach aus weißem Karton ausgeschnitten und auf das Packpapier geklebt. Ich packe gerne mit Packpapier ein, weil es eine neutrale Grundlage für alle möglichen Verzierungen bietet. Aber an dem wunderschönen, fein gepunkteten, kupferfarbigen Papier kam ich trotzdem nicht vorbei.

 

Mit dem Schneeflockenstanzer habe ich ein paar Flöckchen gestanzt, die übers eine oder andere Paket rieseln. Die Sterne und die Merry-Christmas-Fahnen sind einfach aus einer Vorlage von Word ausgedruckt, farblich angepasst.

Noch ein paar Worte zum Thema Schenken. Es mag Menschen geben, die hellseherische Fähigkeiten haben. Womöglich können diese Menschen Gedanken lesen und verschenken immer genau das, was der Beschenkte sich insgeheim wünscht. Zwar würde ich mich durchaus als empathische Person beschreiben, aber es ist mir tausendmal lieber, jemand sagt mir, ich wünsche mir dieses Buch, jenen Tee, dieses Parfum zu Weihnachten. Ich weiß, dass ich damit zu 100 Prozent einen Treffer lande und derjenige, der das Päckchen auspackt, freut sich über genau das, was er haben wollte.

Wer findet, die Spannung fehlt dabei, dem erzähle ich jetzt noch was: Ich habe mir zwar seit Herbst schon ungefähr täglich (sagt er) von meinem Mann etwas ganz Konkretes zu Weihnachten gewünscht und ihm auch gleich die Links dazu geschickt. Nur leider kann ich mich nicht mehr erinnern, was das war. Und es kommt noch besser: Mein Mann erinnert sich auch nicht mehr, wo er diese Geschenke versteckt hat. Vorweihnachtlicher Spannungsbogen: Können wir.

Ich wünsche Euch ein wunderschönes drittes Adventswochenende. Ich werde morgen in der Redaktion für die Montagsausgabe sorgen. Aber alles halb so schlimm, denn ICH! HABE! KEKSE!

Schubladen zu!

Wir Redakteure sind gehalten, allen Sachverhalten neutral gegenüber zu stehen. Wir werten nicht, wenn wir berichten, wir spiegeln die Tatsachen möglichst eins zu eins, suchen uns vertrauenswürdige Quellen und gleichen Schilderungen miteinander ab, um der Wahrheit auf die Schliche zu kommen. Das ist der Idealfall. Und trotzdem sind wir Menschen. Die über Dinge empört sind, die sich ärgern über andere. Und Menschen, die sich aus dem Gefühl heraus eine Meinung über andere bilden, ob wir das wollen oder nicht. Vielleicht sind wir sogar besonders empathisch, weil wir es jeden Tag mit Menschen zu tun haben, die entweder unbedingt in unsere Zeitung möchten oder eben lieber überhaupt nicht. Wir lesen unser Gegenüber und auch wenn wir uns an unsere Grundsätze halten, bleibt ein Gefühl, das er in uns auslöst.

Vor ein paar Tagen lief mir eine Geschichte über den Weg, die mich zum Nachdenken gebracht hat. Ein Gerücht zunächst, das sich im Laufe eines Vormittags als wahr herausstellte. Zwar nicht so blutrünstig, wie es erzählt wurde, aber doch so ähnlich. Ich klapperte verschiedene Informanten ab, fügte Puzzelteilchen zusammen, fragte hier nach, hakte dort nach. Anhand der Erzählungen schließlich hatte ich ein Bild des Hauptbeteiligten vorm inneren Auge, an dem es fast nichts zu zweifeln gab. Bis ich ihn anrief, um ihm selbst die Gelegenheit zu geben, sich zu äußern. Der Mann, den ich am Telefon erlebte, war ungefähr das Gegenteil von dem, was ich mir vorgestellt hatte.

Ich hatte das getan, was die meisten Menschen tun: Ich hatte eine Schublade gefunden, in die der fremde Mensch zu passen schien. Glücklicherweise hatte ich ihm die Möglichkeit eingeräumt, sich zu erklären.

Wenn ich diese Woche etwas gelernt habe (außer das mit der Rinderhaltung), dann auf alle Fälle, dass Vorurteile menschlich sind. Sich zunächst nur auf gesicherte Fakten zu verlassen und jedem Menschen offen zu begegnen, ist manchmal gar nicht so selbstverständlich. Aber wichtig. Nicht nur für Zeitungsleute.

Und sonst so? War die Woche irgendwie verdammt lang und anstrengend. Unvorhergesehene Termine, Tage, die früh anfangen und spät aufhören, Geschichten, die sich in die Länge ziehen, Gemeinderatssitzungen, Ortschaftsratssitzungen (man kann über 5 Tagesordnungspunkte über zwei Stunden sprechen!), 32 Arbeitsstunden in 3 Tagen. Trotzdem und immer noch: Ich habe den weltschönsten Beruf. Nicht trotz allem, sondern wegen allem.

Und die Weihnachtsgeschenkefront? Während ich letztes Jahr ungefähr am 1. Dezember fein säuberlich beschriftete Päckchen stapelte, hake ich heute immer noch to-buy-Listen ab. Merke: Eine Arbeitswoche verkürzt meinen Spielraum um 32 Stunden. Nicht immer, aber manchmal. Umso mehr sollte ich eigentlich zufrieden sein, dass niemand hier nackt ins Büro muss oder verhungert, dass irgendwie fast alle Weihnachtsgeschenke im Haus sind und dass bis Weihnachten ja auch noch 9 Tage Zeit ist. Ganz spontan habe ich mir übrigens überlegt, jemandem eine kleine Freude zu machen, der ganz sicher nicht damit rechnet: Jeden Abend in dieser Woche, an dem ich ermattet am Schreibtisch saß und in den Monitor hineinblinzelte, kam Rita vorbei. Rita ist die Reinigungsfee in der Redaktion, Mama zweier Mädchen und ein wunderbarer Mensch. Ich habe sie vom ersten Tag an ins Herz geschlossen, als sie mir kopfschüttelnd wie eine Mama eben meinen Mülleimer vor die Nase hielt mit den Worten: “Das muss besser werden, Sie müssen da ordentlich trennen!” (Ich hatte eine Plastikumverpackung in den Papierkorb getan!)

Weil ich sehe, wieviel sie leistet und ahne, dass sie auch nicht immer die Anerkennung dafür bekommt, die sie verdient, habe ich ihr ein klitzekleines Päckchen geschnürt. Einziges Risiko: Sie hasst Baden oder hat gar keine Badewanne. Aber das Risiko gehe ich ein in der Hoffnung, dass sie die Geste zu schätzen weiß. 

Wenn mich übrigens jemand fragen würde, was er mir zu Weihnachten schenken könnte, würde ich sagen: Rita. Aber mich fragt ja keiner. 🙂

Wie Looping Louie zu einem Berliner kam

Heute war ich Looping Louie. Kennt ihr den kleinen Kerl aus dem Brettspiel, der in einem Flugzeug hockt und immer wieder wegkatapultiert wird, bevor er landen kann? Der Tag war so randvoll gepackt mit “das noch” und “könntest du noch?” und “nicht vergessen”, dass ich mittendrin das dringende Bedürfnis hatte, mich unter den Schreibtisch zu setzen und am Daumen zu lutschen. Aus mehreren Gründen tat ich es nicht. Unter anderem, um meine Kollegen auch weiterhin in dem Glauben zu lassen, ich sei völlig normal. 🙂

Eigentlich begann der Tag ganz entspannt. Zwar verdammt früh für Redaktionsverhältnisse (8:30 Uhr!) aber entspannt. Und zwar vor Gericht. Nur soviel: Ich habe heute viel über Rinderhaltung gelernt, weiß, woran man in einer Kuhherde einen Kümmerer erkennt und wann ein Kalb vom Saugkalb zum Fresser wird. Auch deshalb liebeliebeliebe ich meinen Beruf so sehr.

Als ich dann in der Redaktion ankam, legte jemand den Hebel um und Looping Louie begann seine Runden zu drehen. Erst machte ich mich an den Gerichtsbericht, dann begann ich, Seitenlücken zu füllen, nahm gefühlt 384465 mal das Telefon ab, baute einen Aufmacher nochmal komplett um mit einem Text, der mich eine Stunde Zeit kostete, organisierte Termine von Kollegen, machte eigene aus, räumte das vollgelaufene Postfach auf, bekam Wind von einer großen Geschichte, sah zu, wie sie einen Anruf später zum Gerücht zerbröselte und baute schließlich nochmal alles um, weil ich noch etwas Wichtiges in die Finger bekam. Irgendwann war ich an dem Punkt angekommen, an dem ich neue do’s nur noch mit einem milden Lächeln auf die to-Liste schaufelte. Das mit dem Daumenlutschen war ja keine Option.

Als ich heute Abend nach acht immer noch in der Redaktion war, hatte ich noch ein ganz produktives Gespräch mit dem Chefchef. Allerdings sprudelte nichts Kreatives mehr aus mir heraus. Der Bauch war zu leer und der Kopf zu voll. Als ich das Auto schließlich in die Garage manövrierte, wurde mir bewusst, dass ich es ziemlich genau 12 Stunden vorher dort rückwärts ausgeparkt hatte und in diesen Tag gestartet bin. In einen Tag, der rückblickend nicht zu denen gehört, die ich zu den Top-Ten zählen würde. Eigentlich.

Denn gerade vorhin, als ich neben Hannah im Bett lag und ihre kleine warme Hand hielt, wurde mir etwas sehr bewusst: Der Tag war vollgepackt mit Aufgaben. Aber da waren Menschen um mich herum, die mir die Aufgaben zugewiesen, abgenommen, erledigen geholfen haben. Und je länger ich darüber nachdachte, desto mehr Momente fielen mir heuten ein, die wie kleine Sterne über den Tag verteilt zu leuchten begannen. Das nette Gespräch heute morgen mit dem Kollegen vom Mitbewerber, den ich wirklich mag, wenngleich wir unterschiedliche Chefs haben. Die liebe Mail von einem anderen Redakteur, der sich heute bedankt hat, weil ich ihm einen Packen Arbeit abgenommen habe. Der Kollege von schräg übern Gang, der heute mittag ohne Anlass eine große Tüte Berliner für alle mitbrachte und meine Lieblingskollegin gegenüber, die mich eine Weile durch den Bürobenjamini beobachtete bei meinem Kampf mit der quellenden Marmelade und dem bröselnden Zucker und schließlich kopfschüttelnd mit den Worten “ich hol dir jetzt ne Serviette” aufstand. (Man kann sich an Berlinermarmelade verschlucken, wenn man versucht, sie lachend zu inhalieren, nur so als Tipp) (Wer bitte kann Berliner würdevoll essen? Berliner sind die Döner der Gebäckabteilung!)

Ich hätte mich also heute Abend mit einem wenig eleganten Grunzen auf die Couch fallen lassen und mich darüber auslassen können, wie furchtbar mein Tag war. Hätte ich nicht ein Weilchen an meiner Perspektive geschraubt und mir die vielen schönen Augenblicke des Tages ganz bewusst gemacht. Unter die Top-Ten kommt er zwar immer noch nicht. Aber vom Schlusslicht ist er ganz weit abgerückt.

Und eigentlich ist dieses Ergebnis gar nicht überraschend. Denn im Grunde bin ich konditioniert darauf, aus schlechten Tagen gute zu machen. Auch mir wollen manche Dinge nicht immer so gelingen, wie ich sie geplant habe. Etwas kommt dazwischen, die Arbeit wird mehr, der Arbeitstag immer länger.

Aber all das sind Umstände. Und ganz ehrlich – wozu sollte ich Energie verpulvern für etwas, das ich nicht beeinflussen kann? Würde ich mich vor eine Mauer stellen und jammern, wenn ein paar Meter weiter eine offene Tür ist? Ich würde einfach ein paar Meter Umweg in Kauf nehmen und mich dorthin bewegen. Stillstand und Jammern machen die Umstände nur schlimmer. Ich kann die Gegebenheiten nicht immer ändern, wohl aber meine innere Haltung. Und die ist grundsätzlich positiv, bejahend und willensstark. Die Umstände mögen mir einreden wollen, der Tag würde mich die letzte Kraft kosten, der Haufen Arbeit nie kleiner und das Telefon gar nicht mehr stillstehen. Aber wenn die Umstände so sind, dann vertraue ich aus dem Bauch heraus darauf, dass ich Ihnen gewachsen bin. Und in dem Moment, in dem ich das tue, geben die meisten Umstände klein bei. Plötzlich kommt alles wieder ins Fließen und der Berg löst sich in Häkchen auf der Liste auf. Was ich meine: Fokussiert bleiben, das Pensum ignorieren, anfangen. Was ich nicht meine: Sich täglich selbst zu geißeln und ständig die eigenen Grenzen zu missachten. Wer sich ausbeutet auf Dauer wird das nicht lange schaffen. Sich Hilfe von Kollegen zu holen und die eigene Belastbarkeit zu kennen ist maßgeblich wichtig. Und trotzdem: Wer auf seine Fähigkeiten vertraut und weiß, dass er den Berg bewältigen wird, bevor er überhaupt erst angefangen hat, tut sich viel leichter mit dem ersten Schritt.

Am allerbesten funktioniert das mit dem Selbstvertrauen übrigens, wenn man Berlinermarmelade in den Nasenlöchern hat. Das ist aber kein Muss.

Butter bei die Brote!

Erinnert Ihr Euch noch, dass ich vor ein paar Tagen von der köstlichen Butter erzählt habe, die ich in einem kleinen Lädchen gekauft hatte? Es hat mir keine Ruhe gelasen. Wozu steht ein Thermomix in meiner Küche? Und so ließ ich heute unsere Alexa allerhand Zutaten auf meine Einkaufsliste quatschen, verwarf einen Teil davon beim Einkaufen wieder und wich von meinem ursprünglichen Plan ab, zehn verschiedene Buttersorten à 250g auszuprobieren. Weil unser Haushalt zweieinhalb Personen umfasst, die nicht bis nach Silvester ausschließlich Butterbrote essen möchten, seien sie auch noch so lecker.

Weil ich eine fixe Idee im Kopf hatte und trotzdem nicht auf die klassische Kräuterbutter verzichten wollte, habe ich mich in meiner grenzenlosen Bescheidenheit auf ZWEI Sorten festgelegt.

Vermutlich eignet sich jede Küchenmaschine, die etwas Stängel und auch festere Zutaten kleinkriegt, ich habe den Thermomix TM5 bemüht. Vermutlich könnte man die Zutaten auch ganz fein hacken und unter weiche Butter ziehen, so dass die Rezepte in jeder Küche nachgemacht werden können. Einziges Ausschlusskriterium: Wer keine Butter mag, sollte jetzt nicht weiterlesen. Er sollte vielleicht sowieso gar nichts mehr hier lesen, wir kommen offenbar von anderen Planeten. 🙂 (Früher, als ich noch Wurst und Fleisch gegessen habe, war Butter UNTER TEEWURST für mich das Größte. By the way: Warum heißt die eigentlich Teewurst? Oder heißt die nur bei mir so?)

Egal. Jetzt aber Butter bei die Fische. Höhö.

Für die Kräuterbutter braucht ihr:

250 g Butter, 3 Stängel frischen Dill, 10 Stängel frischen Schnittlauch, 5 Stängel frische, glatte Petersilie, Salz, Pfeffer, eine Knoblauchzehe, ein Esslöffel Olivenöl.

Ich habe die grob gewürfelte Butter und die übrigen Zutaten 10 Sekunden bei Stufe 6 gemixt. Herausgekommen ist eine wunderschön grüne Kräuterbutter.

Für die Tomaten-Zimt-Butter habe ich folgendes verwendet:

125 g Butter, 4 getrocknete, marinierte (in Öl) Tomaten, 1/2 Teelöffel Zimt, 1/2 Teelöffel rote, scharfe Paprika, etwas Salz und etwas Pfeffer. Die Mengenangaben sind Etwa-Angaben.

Auch hier habe ich auf Stufe 6 10 Sekunden gemixt. Wem die Tomatenstücke noch zu groß sind, der hängt ein bisschen Zeit an.

Die Butter lässt sich im Kühlschrank wunderbar aufbewahren, wer also nicht jeden Tag Lust auf Butterbrot hat, kann sich etwas Zeit lassen. Die beiden Buttersorten passen als Topping gut zu dunklem Fleisch, ich kann mir aber auch vorstellen, dass sie Gemüseaufläufe verfeinern. Oder eben Butterbrote.

Lasst es Euch schmecken!

PS: Kleiner Hausfrauentipp: Wäsche wird wesentlich effizienter und schneller sauber, wenn man die Waschmaschine nach Befüllen der Trommel auch anschaltet. Für Euch getestet.  

 

Winterwonderland, oder: Unser Sonntag mit Professor Donnerhagel

“Priiiimaaaa, das hast Du gut gemacht!” Diesen Satz hören wir in Dauerschleife. Er kommt von Professor Donnerhagel und der wiederum wohnt im Tiptoispiel “Die verrückte Wettermaschine”. Wir haben das Spiel als Dreingabe in meinem Lieblingsspielzeugladen geschenkt bekommen. Und so kommt es, dass Professor Donnerhagel auch diesen Sonntagnachmittag mit uns genossen hat. Sein PRIIIIIMAAA ist zwar ein bisschen nervig (nach einer Weile), aber dafür isst er uns schon kein Früchtebrot weg. Das stand nämlich heute nachmittag auf dem Tisch, als wir uns alle zusammen um den Ofen versammelt haben und uns ein bisschen vorkamen, wie eine skandinavische Familie direkt aus Lindgrens Fantasie.

Draußen fielen wahre Schneemassen vom Himmel. (Ich bin mir ziemlich sicher, dass Professor Donnerhagel seine Finger im Spiel hatte.) Heute morgen haben wir uns trotzdem zu einem der schönsten kleinen Weihnachtsmärkte aufgemacht. Im Hof der Ruine Hornstein gab es Holzarbeiten, Socken, Filzsachen, Töpferwaren, Seifen und allerhand anderes Kunsthandwerk zu kaufen. Ich habe mir eine wunderschöne, schlichte und große Schneeflocke aus Holz gekauft, die an unserem Fenster im Esszimmer baumelt.

Wir waren kaum im Auto, als die anfangs fusseligen Schneeflöckchen zu dicken Flocken anwuchsen und die Landschaft in Nullkommanix in eine weiße Winterdecke hüllten. An der Ruine angekommen mussten wir uns dick einmummeln. Ich hatte ständig Angst, dass mir jemand eine Karotte ins Gesicht drücken könnte, weil er mich für einen (schlanken, ey!) Schneemann hielt. Und rot war meine Nase nach kurzer Zeit sowieso.

 

Wir haben uns jetzt ein zweites Kerzlein angezündet und diskutieren noch ein bisschen, ob ich mich in die Küche verziehe oder ob wir jemand anderen kochen lassen für uns. Der Schnee hat sich nämlich mittlerweile in Regen und die Landschaft draußen in eine Matschwelt verwandelt.

Ich könnte ja mal den aufgedrehten Professor Donnerhagel bitten, seine seltsame Wettermaschine zu bemühen. Aber vermutlich hat der dann plötzlich keine Lust mehr. Kennt man ja. 

Lesen bildet! Meine liebsten Klassiker für Kleine und Große

Ich liebe diesen Moment des Tages: Meine Tochter kuschelt sich an meine rechte Schulter und schaut mit mir in das Buch, aus dem ich ihr vorlese. Aktuell liegen bei uns die Kinder aus Bullerbü auf dem Nachttisch. Während ich von Lasse und Bosse und den Mädchen erzählte, fiel mit plötzlich etwas ein: Madita war mein Lieblingsbuch als Kind, allerdings konnte ich das schon selbst lesen. Ich erzählte also Hannah von Madita und sie sagte: “Ich will die Geschichte auch hören!” Wir googelten also kurz nach dem Klassiker von Astrid Lindgren und wurden auch fündig. Aber als ich das Cover sah, wusste ich, dass genau dieses Buch noch irgendwo in einer Kiste auf dem Dachboden meiner Eltern liegen muss.

Zwei Tage später: Ich hatte mich bei meiner Mama angemeldet mit meinem Ansinnen, meine Bücherkisten durchstöbern zu wollen. Ihr könnt Euch vermutlich denken, was passiert ist. Irgendwann saß ich schmökernd inmitten meiner Kindheitserinnerungen. “Das hatte ich ja auch! Und dieses! Und Erich Kästner! Und Enid Blyton! Und JA ICH KOMM GLEICH, NUR NOCH DIESES EINE…” Ich bin mit einer großen Kiste Bücher nach Hause gekommen und suche seither verzweifelt einen freien Platz im Regal dafür und freue mich unendlich, meiner Tochter MEINE Bücher vorlesen zu können. Diese Erfahrung ist wirklich wunderschön und sehr besonders für mich.

Weil ich unmöglich alle Bücher mitnehmen konnte und sie für manche auch noch zu klein ist (aber ich bin mir sicher, dass sie alle spannenden Bücher von Enid Blyton so lieben wird wie ich! Geheimnis um … Tina und Tini … hach!), habe ich einfach eine Auswahl mitgebracht, die sich gut vorlesen lassen.

Zu meinen absolut liebsten Klassikern gehören alle Bücher von Astrid Lindgren. Allerdings ist die Sprache für heutige Kinderohren etwas antiquiert, aber ich erkläre dann eben beim Lesen, was Wäsche mangeln bedeutet, beispielsweise.

Bis wir Pippi Langstrumpf, die Abenteuer von Michel aus Lönneberga und Madita durchhaben, ist das Kind noch mal ein paar Monde älter. Vielleicht warten wir trotzdem mit Erich Kästner noch ein bisschen. Ich freue mich aber jetzt schon auf die Stunden mit dem doppelten Lottchen, Gullivers Reisen und dem fliegenden Klassenzimmer.

Ganz sicher noch zu klein ist die Maus für die Geschichten um Gretchen von Christine Nöstlinger. Ich erinnere mich gut daran, dass ich beim Lesen laut lachen musste und meine Mama oft schmunzelnd im Türrahmen auftauchte und guckte, was mich so amüsiert. Aber auch die werden sie garantiert mal begeistern. Ein bissche schade ist natürlich, dass die Rechtschreibung nicht mehr korrekt ist. Allerdings stört das beim Vorlesen zumindest nicht.

Und während ich mich so durch die Kisten stöberte, fand ich noch ganz andere Dinge. Die Bücher wurden nicht unbedingt nach Altersstufen, sondern nach Dicke und Größe in die Kisten gestapelt. Ein paar davon habe ich mit nach Hause genommen, weil man für Klassiker eigentlich nie zu alt oder zu jung sein kann.

Viele dieser Klassiker habe ich gelesen, nicht alle sind hohe Literatur. Aber für mich gibt es nichts Schöneres, als mich nach einer stressigen Woche in ein Schaumbad gleiten zu lassen und dabei ein Buch zu lesen, das mich die Hektik vergessen lässt und mich in eine andere Welt katapultiert. Ja, ich bade mit Sherlock Holmes. Kann ja auch nicht jeder von sich behaupten.

 

Einige der Bücher sind übrigens aus dem Jugendbestand meines Papas, also aus den Sechzigern. So praktisch ein E-Reader auch sein mag, für mich geht nichts über den Duft von altem, bedrucktem, vergilbtem Papier.

Kleiner Weihnachtstipp: Wenn ihr jemanden beschenken möchtet, der gerne liest, greift doch mal zu einem Klassiker. Bestsellerlisten rauf und runter kann ja jeder! Ich muss jetzt aber leider Schluss machen. Die Wanne ist voll. Ihr versteht schon.

Pizza multicolori! Buntes Essen gegen das Dezembergrau

Wie der aufmerksame Blogleser ja weiß, sind Regenbogen und Einhörner beim Tochterkind ja grad der heiße Sch… also eben total angesagt. Ich hatte ja die sehr leise Hoffnung, dass der Hype um das gehörnte Fabelwesen nach einer Regenbogeneinhorn-Overkilll-Geburtstagsparty etwas abflaut. Aber so richtig spürbar ist das bisher noch nicht. Und so habe ich mich heute einfach anstecken lassen und bin in der Küche kreativ geworden. Bevor jemand aufschreit: Es gab kein Einhornsteak. Aber dafür Regenbogenpizza.

Und während vor meinem Küchenfenster die Welt immer dunkler zu werden schien und der Schnee in Sturmböen quer übers Land fegte, schnibbelte ich meditativ Gemüse in kleine Würfel und schaute dem Pizzateig beim Gehen zu.

Wer Lust auf Regenbogenpizza hat (die man auch bei Sonne, Gewitter oder Monsun essen kann), braucht dazu folgendes:

Für den Teig

400g Mehl, 30ml Olivenöl, 220ml Wasser, 20g frische Hefe

Hefe im Wasser zerbröseln und auflösen, Mehl und Öl zügig unterkneten und den Teig abgedeckt eine Stunde gehen lassen.

Für den Belag

1 Dose Pizzasoße, 1 rote und 1 orange Paprika, eine Dose Mais, eine Hand voll Brokkoli-Röschen, 100g Salami (wer es komplett vegetarisch mag, nimmt hier einfach blaue Zwiebeln, ebenso kann man eine Reihe Champignons oder Mozzarellawürfel einfügen. Ich habe den Salamistreifen einfach abgeschnitten und meiner hungrigen Familie verfüttert.)

Der Teig reicht für ein Blech. Zuerst die Pizzasoße, danach den Reibekäse darauf verteilen. Italiener überbacken ihren Pizzabelag nicht mit dem Käse, sondern geben ihn als Schicht über die Tomatensoße, erst dann kommen die übrigen Zutaten. Ich habe es der Optik wegen genau so gemacht und nur am Ende noch ein bisschen Käse obenauf gestreut.

Bei 220 Grad backt die Pizza etwa 15 Minuten.

Ich wünsche Euch viel Freude beim Essen!

Und a propos Essen: Ich kann schon auch mal einen Tag überleben, an dem es “irgendwas” gibt. Ihr wisst schon, ein belegtes Brötchen vom Bäcker, eine überbackene Seele auf die Hand. Was Schnelles. Aber grundsätzlich finde ich es für mein Seelenwohl notwendig, EINMAL am Tag etwas Richtiges zu essen. Es muss nicht immer selbstgekocht sein, auch wenn ich wirklich gerne koche. Aber es muss eine vollständige Mahlzeit sein, ich mag mich dabei an einen Tisch setzen und Besteck haben. Neulich war ich mit einer lieben Kollegin Salat essen. Auch nichts Warmes, aber gilt für mich als richtiges Essen. Abends reicht mir dann ein Brötchen, etwas Käse, manchmal ein paar frische Zutaten wie Gurkenscheiben oder im Sommer Tomaten, ansonsten gerne eingelegte Oliven oder Kapernäpfel oder gefüllte Pepperoni oder oder oder. Besonderes Highlight für mich zur Zeit: Die Meerrettich-Orangen-Butter und die Elsässer-Kräuterbutter, die ich mir in einem kleinen italienischen Lädchen besorgt habe. Sollte ich jemals herausfinden, wie man sie selbst macht, werde ich  Euch das Rezept verraten. Und damit die Weltherrschaft an mich reißen. 

Bis dahin begnügt ihr Euch einfach mit bunter Pizza. Ich kann ja nicht überall sein.

PS: Die Verspätung dieses Freitagsposts wurde Euch präsentiert mit freundlicher Unterstützung von Mittagsschlaf. Fragt nicht.