…so langsam nicht mehr, was ich noch schreiben soll, außer: sie ist immer noch nicht da. Bei Mama muss es super sein. Nachdem ich gestern Abend um acht ganz schön fiese Wehen bekommen habe, standen alle Zeichen auf Baby. Um neun legte ich die Beine hoch, um zehn eine Wärmflasche in den Rücken. Um elf war der Spuk vorbei. Ich wehte noch leise vor mich hin, ging dann aber ins Bett. Heute morgen hat mich dann der Frust gepackt. Anstatt zum Frauenarzt, bei dem ich hätte ewig warten müssen, fuhren wir direkt in die Klinik. Die Hebamme war ganz auf unserer Seite, wenn es dem Kind gut gehe, könnten wir noch warten. Aber entscheiden müsse das der Arzt. Und die junge Ärztin, die den Doppler gemacht hat, war sehr nett und verstand uns vollkommen. Dem Kind gehe es gut, Fruchtwasser und Plazenta wären top, das Kind bewegt sich, die Herztöne sind absolut in der Norm. Sie habe keine Bedenken, uns wieder gehen zu lassen. Wir mögen nur morgen zur Kontrolle wieder kommen. Die Sache mit dem errechneten Termin sei halt auch nur eine Zahl und die sieben Tage, nach denen man einleiten SOLL, hätten rein rechtliche Gründe… Sie persönlich hätte auch nach zehn Tagen noch keine Bedenken, denn nur der liebe Gott wisse, wann ganz genau das Kind entstanden sei.
und so sind wir wieder daheim und total beruhigt, die nächsten Wehen dürfen kommen!
Ihr ahnt es sicher…
…die Kleene ist immer noch nicht da, aaaaber: wir waren gestern zur Kontrolle im Krankenhaus und der Wehenschreiber hat viele kleine und zwei große Kurven gemalt. Also geht was. Und weil nach wie vor alles gut ist mit Mama und Kind, haben wir uns gegen eine Einleitung entschieden und sind wieder heimgefahren. Lang gehen kann’s nicht mehr. Und die Hebamme hat, als die Ärztin weg war, gemeint, Geduld wär heut selten, und Ärzte würden immer am liebsten am errechneten Termin einleiten. Wir warten. Die Kleine packt grad die Koffer, so lange halten wir noch durch!
PS: sie hat ne kleine knubbelige Stupsnase!
Heute Nacht!
Ist rein gar nix passiert. Ich hab geschlafen wie ein Stein. Und die Lütte denkt nicht daran, zur Welt kommen zu wollen. Heut mittag fahren wir in die Klinik. Mal gucken, was die sagen. Falls ihr also nix mehr hört von mir…
Dumdidum…
…wir sind immer noch zwei in einem. Seit gestern Abend habe ich unregelmäßige Wehen, die mich trotzdem heute Nacht vier Stunden haben schlafen lassen. Im Moment ist alles ruhig, bis auf die kleine Hexe, die hin und her muckelt. Ich lasse mich jetzt NICHT irre machen, sondern glaube ganz fest dran, dass weitere Wehen folgen. Ohhmmmmmm…
Aaalso:
Das Kind hat sich wieder ein Stück nach vorn gearbeitet. Der Gebärmutterhals hat sich in zwei Tagen um zwei Drittel verkürzt, das Gewebe ist weich, der Muttermund gut fingerdurchlässig. Die Ärztin hat die Kopfnaht des Kindes ertastet, liegt richtig rum alle übrigen Parameter waren noch sehr gut, allein der Puls der Kleinen war gut hoch, sie hasst das ctg einfach. Sie gab uns noch Zeit bis Samstag, dann sollen wir in die Klinik fahren. Es tut sich also was. Das erleichtert mich und Herrn Venus. Jetzt geht’s voran!
Na mein Kind…?
Heute wär doch ein super Tag! Gib Dir einen Ruck! LOS!
Ein Skorpion…
…wird unsere Tochter. Das ist jetzt wohl sicher. Ist nämlich immer noch alles wie gehabt. Oohhhhmmmmm….
Frau Prof. …
Dr. Dr. Venus hat in tagelanger Selbststudie eine neue Wehenart erforscht, die sie beim nächsten Gynäkologenkongress in Hinterkuchen erstmals vorstellen wird. Neben Geburts-, Senkungs-, Übungs- und Reifewehen gebe es laut Frau Prof. Dr. Dr. Venus noch eine bisher unbekannte Art: die Veralberungswehe. Sie tritt bei ungeduldigen Frauen plötzlich auf, lässt auf ein nahes Geburtsereignis schließen, fühlt sich an wie eine Eröffnungswehe und verschwindet wieder sang- und klanglos. Gerne geht sie auch mit Rückenschmerzen und plötzlichem Harndrang des nächtens hervor. Die Gynäkologenwelt darf gespannt sein.
…
Waaaaaaaaaaah…..
Tag X +1
Ich hatte Wehen! Gestern! Dreimal! Leider schreibe ich hatte, weil sie ebenso plötzlich wieder weg waren. Aber es gibt ja Mittel und Wege, ebendiese zu locken. So war ich heute morgen wieder bei der Akupunktur und habe mir fiese Nadeln in den kleinen Zeh bohren lassen. Das Kind nahm regen Anteil und verbog meinen Bauch in alle Richtungen. Passiert ist sonst nichts. Beim Mittagessen schien es hocherfreut über die mütterliche Nahrungszufuhr und streckte das Kreuz derart vehement durch, dass ein aufrechtes Sitzen fast unmöglich war. Wehen? Fehlanzeige. Auch ein Spaziergang kann Wehen fördern. Und so spazierte ich in mütterlicher Gesellschaft um den Block. Schnaufte Steigungen hoch und hüpfte Treppen runter. Das Kind genoss das Geschaukel offenbar, denn es verfiel in einen genüsslichen Mittagsschlaf. Kaum daheim angekommen, wurde mein Bauch hart wie eine Kegelkugel. Es begann zu ziehen und ich holte erfreut tief Luft. Mein Papa ergriff ergriffen meine Hand und meinte, das sei sicher gleich vorbei. Blöderweise hatte er Recht. Also spazierte ich weiter, trank Wasser und aß Äpfel dazu, denn eine aktive Verdauung kann Wehen fördern. Wer sagt das meinem Kind? Ich badete heiß, trank Himbeerblättertee und redete dem Zwerg gut zu. Aber… KEINE WEHEN! Kleiner Sturzwerg! Womit kann ich dich nur locken? Wenn du da bist, ist Dir alles verziehen, das weißt du ganz genau. Also gib dir einen Ruck… Ich warte schon so lang auf dich!
Tag x…
…ist heute. Unsere Kleine kann das nicht wissen, sie hat ja keinen Kalender. Sie schluckauft gerade munter vor sich hin. Eben waren wir zur Kontrolle in der Klinik, alles ist in bester Ordnung. Nocheinmal haben wir die Mininieren, den Minimagen und die Miniblase bewundert am Ultraschall. Der Arzt meinte, das Köpfchen sei recht gut unten, aber da erzählt mir auch jeder Doc was anderes. Allein die Tatsache, dass alles superduper ist, von unterschiedlichen Ärzten bestätigt zu bekommen, das ist schon toll Die Hebamme war sehr nett, gesprächig und vor allem gelassen und verständnisvoll. Sie hat unsere Einstellung gelobt, dass wir geduldig warten, bis sich die Kleine auf den Weg macht, so selbstverständlich sei das in unserer durchgetakteten Welt heute nicht.
Für mich ist es noch immer ganz weit weg, dass ich in den nächsten sieben Tagen ein Kind zur Welt bringen werde.
Das beste beim Warten vor dem Kreißsaal war übrigens, den ersten Schrei eines Neugeborenen zu hören. Ich hätte fast geheult. Laut, quäkig, protestierend. Noch maximal eine Woche, dann schreit es hoffentlich wieder so energisch! Also ihr Lieben, ich weiß nicht, wie oft ich noch zum Bloggen komme, es wird jetzt echt spannend. Sollten wir uns nicht mehr lesen vorher, passt auf euch auf und bis bald!
