Was für eine Nacht!

Lieber Joe,

ich weiß nicht, ob Dich diese Zeilen jemals erreichen, aber ich muss unsere Geschichte einfach niederschreiben. Was hast Du mit mir gemacht? Was hast Du Dir dabei gedacht? Du bist einfach in mein Leben geplatzt, ungefragt, mit einem kühlen Lächeln. Wir hatten eine einzige gemeinsame Nacht und den berühmten “Morgen danach”. Ich bin stark geblieben, Joe, obwohl Du alles versucht hast. Hast Dich in meine Träume geschlichen. Du hast nach mir gerufen, mich gelockt, um mich gebuhlt, die ganze Nacht, immer wieder… Als wir uns begegnet sind, kamst Du mir sofort nahe. Ich spürte Deinen sanften Atem an meiner Wange. Da wusste ich noch nicht, wie leidenschaftlich Du sein kannst. Wie heftig Dein Werben. Heute morgen aber hast Du mir gezeigt, was Du willst. Deine Leidenschaft hat mir den Atem genommen und meine Lippen verschlossen, Du hast mir fast die Kleider vom Leib gerissen und beinahe hätte ich meinen Widerstand auf- und mich hingegeben in Deinen Strudel…
Aber ich bin stark geblieben und habe mich nicht von meinem Kurs abbringen lassen. Weil ich weiß, Joachim, dass Du kein Mann bist, der bei einer bleibt. Du willst sie alle, spielst mit ihren Körpern, schickst Wellen durch sie hindurch und machst sie nass. Unsere Geschichte endet hier, Joe. Wir werden uns nie wieder sehen und unsere gemeinsame Geschichte ist nur eine von vielen, die Du heute schreibst, Du Verführer. Du ziehst weiter und tobst Dich aus, bis Du Dich satt und zufrieden in Nichts auflöst, treulos, ohne noch einen weiteren Gedanken zu verschwenden an die, die Du so aufgewühlt hast. Und ich? Ich lasse Dich ziehen! Bye bye, Joe,
mach’s gut.

Atemlose Grüße,
Deine Frau Venus

PS: Du hast es unter die Topmeldungen im Radio gebracht, falls Dich das ehrt. Man warnt uns vor Dir!

Storchenbeine…

…hatte ich heute, als ich noch ohne Stiefel daheim rumrannte auf der Suche nach meinem gesamten Equipment. (Schlüssel, Jacke, Handy, Tasche…) Dabei sind die roten Socken äußerst kuschlig. Eigentlich sind es overknees, aber ich schieb sie gern unters Knie. Und nur wegen der Socken hat der rote Pulli heute mal wieder Ausgang.

Rock: edc, Pulli: Esprit, Strümpfe: Hudson, Stiefel: ?, Schal: Bijou Brigitte, Gürtel: Pimkie

“Hamwernich!”

Heute mittag im Bürobedarfsladen.

Ich: “Ich suche doppelseitiges Klebeband”
Verkäuferin: “Tesa? das auf beiden Seiten klebt?”
Ich erspähe eine Rolle braunes Klebeband mit dem Aufdruck “doppelseitiges Klebeband” und sage: “Nein, braunes Klebeband, so wie…”
Die Verkäuferin unterbricht mich: “Hamwernicht.”
Ich: “Doch.”
Verkäuferin, verdutzt: “Äh… nein!”
Ich: “Aber da liegt’s doch!!!”
Die Verkäuferin folgt meinem ausgestreckten Finger und hebt die Rolle misstrauisch hoch, lüpft die Brille und begutachtet den Aufdruck.
Völlig baff meint sie: “Tatsächlich. Aber das ist hier falsch. Wir haben sowas nämlich nicht. Dann ist das falsch bestellt worden!”
Ich: “ABER KAUFEN DARF ICH ES TROTZDEM, JA?”
Verkäuferin zögert ein wenig…: “Äh.. ja. Ja klar. Ja also… sicher.”

VIELEN DANK!

Ausgetrickst….

…hab ich mich. Ich trinke viel zu wenig. Nicht, weil ich keine Lust habe, ich vergesse es einfach.
Seit es aber so nasskalt ist, ist mir nach Tee zumute. Und weil ich zu faul bin, wegen einer einzigen Tasse in die Büroküche zu latschen, mach ich mir morgens eine ganze Kanne. Mit dem positiven Nebeneffekt, dass die bis zum Mittagessen leer ist. Da hab dann also schon mehr als einen Liter Tee intus. Es spült mich durch. Muss auch mal sein.
Einzig mit den Sorten muss ich abwechseln. Immer nur Winter-Apfel-Punsch-Zimt-Weihnachtstee lässt meinen Weihnachtspegel zu sehr in die Höhe schnellen. Heute gibt’s Honig-Minze stattdessen.
Irgendwelche Tee-Tipps?

G9 – wir Schwaben sind ganz weit vorn…

Es ist erstmal nur ein Test. Keiner weiß, was dabei herauskommt. Ob es überhaupt funktioniert. Funktionieren KANN. Schließlich ist die Idee unglaublich innovativ.

Abitur nach neun Jahren!

Ja, ihr habt schon richtig gehört! NEUN! Klingt zwar zunächst total befremdlich, aber es gibt ein mutiges Bundesland, das den Schritt wagt und probehalber Schüler neun Jahre lang durchs Gymnasium mäandern lässt bis zum Abitur – nämlich Ba-Wü! Die tapferen Schwaben wollen doch mal sehen, ob die Schüler sich damit leichter tun, ob mehr Wissen vermittelt werden kann oder ob das Wissen besser hängen bleibt. Sie nennen es vorsorglich “Modellprojekt” und führen es erstmal nur an 44 Schulen ein. Niemand soll verunsichert werden durch den womöglich zukunftsweisenden Vorstoß des Südens.
Ich staune. Wir sind schon verrückte Hunde, wir Schwaben.

Ernsthaft. Das ist keine Bildungspolitik, sondern die gute alte Try-and-Error-Methode. Gut, wir wollten junge Erwachsene schnellstmöglich auf den Arbeitsmarkt bringen. Also kürzen wir die gymnasiale Laufbahn um ein Jahr. Lehrpläne kürzen und anpassen? Wozu das denn? Dümmer werden sollen die Kinder ja nicht, nur schneller. Wer nicht auf ein komplettes Schuljahr verzichten kann, ist eben zu doof fürs Abitur.
Und es gibt ja tatsächlich Kinder, die ohne Probleme in acht Jahren einen Abschluss zustande bringen. Dass etliche Schüler ihr Wissen in zusätzlichen Nachhilfestunden festigen müssen – das Leben ist halt kein Ponyhof und Freizeit wird ohnehin überbewertet.

Und we

Schmucklos

…gibt’s mich heute. Außer Ehering ist nix besonders Zierendes an mir heute. Allein die Bluse schimmert ein wenig. Und das reicht manchmal auch. Ich hab das Stück vor etwa 4 Jahren gekauft und es war ein relativ spontaner Kauf. Dieselbe Variante gab es, trügt mich meine Erinnerung nicht, noch in einem Caramel-Ton (BEIGE!) und ich sah darin sterbenskrank aus. Klar, dass ich mich für anthrazit entschieden habe. Je länger ich DailyDress bestücke mit neuen Bildern, desto mehr fällt mir auf – ich habe seit Beginn noch kein outfit zweimal genau so getragen. Mal sehen, wie lange ich noch mischen kann. :)

Hose: Esprit, Bluse: Esprit, langärmliges Shirt: H&M, Gürtel: Vive Maria, Ballerinas: Buffalo

KT …

…ist sowas wie der Dieter Bohlen der Politik. Keiner kann ihn leiden, sein Mitteilungsdrang ist so lästig wie ein Kaugummi unterm Schuh und ein bisschen ist seine Medienpräsenz wie ein blinde-Kuh-Spiel: Alle merken, dass sich einer zum Affen macht. Nur der Affe selbst nicht.

Aber mal ehrlich. Was soll der Ex-Verteidigungsminister, Ex-Wirtschaftsminister und Ex-Doktorwürdenträger denn sonst machen? Zwar beteuert er gebetsmühlenartig, seine Funktion als Internetberater bei der EU sei keinesfalls ein Rücktritt auf die politische Bühne. Aber so wirklich dezent im Hintergrund hält er sich ja auch nicht gerade. Noch nicht mal am anderen Ende der Welt ist man vor ihm sicher.

Was ist von ihm geblieben außer ein paar Vornamen und ein Adelstitel, ein paar Ex-Posten und einer neuen Frisur? Ein verbrannter Schönling, gestrandet im Auffangbecken EU. Als INTERNETBERATER. Er, den das Internet den Doktor-Titel gekostet hat, sagt heute, ganz geläutert: “Ich erkenne und schätze dessen Fähigkeit, die Mächtigen zur Verantwortung zu ziehen”.
Wer folgt seinem Beispiel wohl als Erster? Wird Stefan Mappus Berater für bürgernahe Polizeiarbeit? Gibt Edmund Stoiber Rhetorik-Seminare? Wird Günther Oettinger Fachberater für Anglistik und interkulturelle Beziehungen? (Immerhin spricht er fließend Englisch und weiß, dass westlich von Paris keine Menschen mehr leben)… Und werden wir Frau Koch-Mehrin als Schuldnerberaterin zur besten Fernsehzeit begegnen?
Irgendwie bleibt mir das Lachen trotzdem im Hals stecken. Vorerst gescheitert. Ich fürchte, nur “vorerst”.

Murphy fährt mit…

Jeden Morgen das selbe Spiel. Ich fahre vom Autobahnzubringer ab, rechts auf die Abbiegespur. Die ist relativ lang, wenn ich dort also einen LKW vor mir sehe, kann ich ihn gegebenenfalls noch überholen. Es gibt zwei Szenarien.

a) Ich überhole. Schlängle mich vor dem Laster wieder auf die Abbiegespur. Was passiert: Im folgenden Kreisverkehr biegt der Laster in eine andere Richtung ab als ich und verschwindet.

b) Ich überhole nicht. Schleiche brav hinter dem Laster her. Was passiert: Im folgenden Kreisverkehr biegt der Laster zuverlässig vor mir in meine Richtung ab. Und kann nicht mehr überholt werden.

Danach

KT hat Humor…

…anders kann man sich das nicht erklären:

“Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) absolviert an diesem Montag den ersten politischen Auftritt in Europa seit seinem Rücktritt vor neun Monaten. Gemeinsam mit EU-Vizepräsidentin Neelie Kroes will Guttenberg im Brüsseler Kommissionsgebäude für Internetfreiheit werben.”

Es gibt keine dummen Fragen…

…sagt man. Gut. Kann man drüber denken, wie man mag.
Heute belauschte ich zufällig das Gespräch zwischen einer Kundin und der Verkäuferin im Spielzeugladen.

Kundin: “Was kann denn dieser CD-Player für Kinder?”
Verkäuferin: “Der kann CDs abspielen!”
Kundin: “Ah! OK. Und diese CDs hier… sind das spezielle Kinder-CDs?”
Verkäuferin: “Ja, da sind Märchen dabei oder Detektiv-Geschichten…”
Kundin: “Ah! OK. Ja und passen die Kinder-CDs dann später auch in einen normalen CD-Player?”
Verkäuferin: “…