Buchhaltung – eine Welt für sich.

Heute war ich bei einem Seminar. Anwesend waren alle, die sich mit Gehältern und Lohnbuchhaltung auseinandersetzen. Also nicht weltweit alle, haha, aber eben alle, die der Einladung gefolgt waren. Ort des Geschehens: Ein hübsches, modernes kleines Hotel in der Nachbarstadt. Konferenzraum. Seminarleiter – zwei wahnsinnig eloquente und schnieke Herren vom Typ Nobelkarossen-Verkäufer. Geschult. Redegewandt. Einer davon redete ohne Unterlass, der andere saß hinten und beobachtete, ob jemand Blödsinn machte. Das Publikum – glich einem Treffen der Landfrauenvereinigung. OK, das ist mein fieses Klischeedenken. Aber ich darf das, das hier ist mein Blog. Also die Landfrauen – Altersdurchschnitt 50. Haare – blond-getönt-graumeliert-dauergewellt. Bluse, Stoffhose, Strickjacke. Perlenkette. Klassisch. Bieder.
Ich kam aus dem Aufzug des Parkhauses und wurde begrüßt – „Das hier ist das Arbeitgeberseminar der…“ „Jap, dann bin ich hier richtig!“
Der Autoverkäufer guckte mich überrascht an. „Ja dann… nur herein spaziert!“
Ich war zehn Minuten vor Seminarbeginn da und damit vorletzte. Als Buchhalterin schätzt man wohl Pünktlichkeit. Ich saß in der letzten Reihe und kritzelte inspiriert mit. Schräg vor mir saß eine der ganz hellgrauen Fraktion, nennen wir sie Hermine. Sie wusste alles. Der Autoverkäufer stellte hin und wieder eine Frage, die wohl eher rhetorisch gemeint war, „Wer von Ihnen hatte denn schon mal… und weiß, was…“, und Hermines Finger schnellte in die Höhe, bevor die Frage überhaupt im Raum stand. Noch bevor ICH überhaupt begriffen hatte, was der Frager wissen will, hatte Hermine die Antwort parat. Und wenn sie sprach, klang es wie abgelesen. Und so, als ob das eine völlig banale Frage gewesen sei, die zu beantworten reine Zeitverschwendung sei. Das brachte selbst seine eloquente Wenigkeit vor uns ein bisschen ins Staucheln. Das Seminar selbst war interessant. Ich hab ein paar wichtige Sachen mitgenommen. Die Wichtigste vielleicht – ich bin so was von untypisch was mein Aufgabengebiet angeht – und das ist verdammt gut so.

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