Freunde – wievielen wird man gerecht…

Vielleicht ist das ein Luxusproblem. Aber auch Luxusprobleme sind im Kern Probleme.
Ein paar enge und gute Freunde um sich zu scharen, tut gut. Ich brauche keine 500 Freunde auf facebook, mit denen mich im echten Leben nicht mehr als eine flüchtige Bekanntschaft über sieben Ecken verbindet. Und trotzdem – es ist auch schön, einen großen Bekanntenkreis zu haben. Aber in letzter Zeit merke ich es immer deutlicher. Ich werde nicht allen gerecht. Ich muss Einladungen zum Kaffee koordinieren, wie ein Manager seine Geschäftstermine plant. Meine Wochenenden sind bis in den April hinein verplant und ich fange schon an, mich unter der Woche abends mit Menschen zu treffen, die mir zu wichtig sind, um sie andauernd zu vertrösten. Die Frage ist nur – wievielen Menschen kann man gerecht werden, um sich selbst noch gerecht zu werden? Ich habe keine Lust, ein schlechtes Gewissen zu haben, weil ich so oft „ein andermal gerne“ sage muss.
Trotzdem kann ich schlecht ein Aufnahmestop verhängen – tut mir leid, Freundesliste ist voll.
Vielleicht hilft ein offenes Wort. Gute Freunde akzeptieren das. Aber ich fühle mich nicht gut dabei, zu sagen, sorry, für Dich habe ich so bis in sechs Wochen dann wieder einen Termin frei.
Was tun? Einen Abend die Woche konsequent zum Ausgehabend machen und reihum alle abklappern?
Wirklich gut fühlt sich das auch nicht an.

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