Draußen, barfuß, glücklich

Es ist ja so mit der Inspiration. Sie fragt nicht, ob es einem grad passt. Kommt Euch bekannt vor? Ja, ich weiß, ich wiederhole mich. Aber als ich gestern Abend nach einem sonnigen Tag durch mein Pinterest-Board stöberte (Pinterest ist IMMER AN ALLEM SCHULD) und mir plötzlich nichts anderes als Finger-Food und Picknick-Ideen ins Auge stachen, war die Entscheidung eigentlich schon klar. Das Wetter sollte gut werden, auf dem Terminkalender stand nix, was man nicht hätte verlegen können – ich funkte kurz in den Freundeskreis und die Verwandtschaft und konnte dann vor lauter guter Ideen und Vorfreude fast nicht mehr einschlafen: Das erste Picknick im Garten!

Damit meine Gäste nicht mit knurrenden Mägen herumsitzen, entschied ich mich schweren Herzens für drei Dinge (schweren Herzens, weil ich gern noch viel mehr ausprobiert hätte … ): Nudelsalat, Pizza-Schnecken und Wraps.

Alles lässt sich wunderbar vorbereiten und man könnte es auch in Kisten packen und rausfahren damit (wenn man keinen Garten hätte).

Für die Pizzaschnecken habe ich einen fertigen Pizzateig (ich will ja nicht Hausfrau des Jahres werden, ne?) mit Tomatensoße bestrichen und mit Paprikawürfeln, Zucchinischeibchen und Mozzarella-Würfeln belegt. Der Teig wird dann von der langen Seite her zu einer Wurst aufgerollt und in Scheiben geschnitten. Die habe ich auf ein Backblech (mit Backpapier) gesetzt und mit geriebenem Käse bestreut. 20 Minuten später waren sie goldbraun und knusprig. Mein Tipp: Auf dem Blech soweit abkühlen lassen, dass sie „starr“ werden, sie lassen sich unfallfreier auf einen Teller heben, als wenn sie noch heiß sind. (Von mir für euch gestet. Bitte, gerne.)

Für die Wraps habe ich Maisfladen (ebenfalls fertig gekauft) mit Kräuterfrischkäse bestrichen und mit geriebenem Käse bestreut. Darauf habe ich großzügig Karottenstifte (vorher in der Pfanne ein bisschen mit Olivenöl anschwenken, damit sie nicht mehr ganz roh sind), Gurkenstifte, Paprikastifte und Maiskölbchen verteilt, die obere und untere Rundung zur Mitte hin umgeklappt und dann von einer Seite her aufgewickelt. Bevor ich aus einem Fladen zwei Hälften geschnitten habe, habe ich die Enden jeweils stramm in Alufolie gewickelt, damit nicht alles wieder auseinanderfällt.

Im Nudelsalat habe ich Nudelreis (Kritharaki) verarbeitet. Die kleinen Nudeln werden im Salzwasser gekocht und beiseite gestellt. Währenddessen habe ich Paprikawürfel, Kichererbsen aus der Dose und Zucchinischeibchen in etwas Öl angebraten und in eine Schüssel gegeben. Dazu kamen kleingeschnittene Tomaten und der Rest der Karottenstifte von den Wraps (kleingeschnitten), sowie Schnittlauchröllchen und zwei Knoblauchzehen in feinen Würfelchen. Das Dressing bestand aus Öl, Essig, Salz, Pfeffer, etwas Zucker, Sojasoße und Fondor. Ich habe alles mit den Nudeln in einer großen Schüssel vermischt und dann in ein großes Schraubglas gefüllt. Der Salat zieht gut durch, bevor man ihn endgültig einpackt, sollte man ihn nochmals abschmecken.

Und weil ich nach jedem herzhaften Essen (und eigentlich auch vorher und auch sonst immer) gerne etwas Süßes mag, habe ich aus dem restlichen Pizzateig süße Kissen gebacken. Ich habe den Teig dazu in kleine Quadrate geschnitten und mit einem Löffel Nuss-Nougat-Creme und frischen, kleingeschnittenen Erdbeeren gefüllt. Die Quadrate werden zu Dreiecken zusammen geklappt und mit der Gabel fest an den Rändern aufeinander gedrückt. (Vielleicht versucht ihr mal, die Ränder mit Eigelb zu kleben. Meine sind nämlich ein bisschen aufgegangen und die flüssige Schoki hat sich selbstständig gemacht. Sah komisch aus, war aber lecker.) Ich habe die Kissen mit Eigelb eingepinselt und etwa 15 Minuten bei 200 Grad Ober- und Unterhitze gebacken. Wie bei allem, das gefüllt ist und aus dem Ofen kommt, bitte beim ersten euphorischen Reinbeißen beachten: Vorficht heif!

Besondere Deko gab’s übrigens keine – der erwachende Garten und wir vier Mädels waren Deko genug. Die weiße Tischdecke zierte einen Gartentisch, das Besteck fand sich in einer alten, sauber ausgespülten Blechdose, Getränke standen so auf dem Tisch für alle parat und ein kleiner Beistelltisch sorgte dafür, dass sich keiner weit nach seinem Essen strecken muss.

Eine liebe Freundin sagte am Telefon neulich zu mir „Kinder brauchen gar nicht viel, um glücklich zu sein.“ Ich möchte das gerne aufgreifen und erweitern – niemand braucht wirklich viel, um glücklich zu sein. Nette Gesellschaft, Sonne, ein gemütliches Plätzchen. Wozu auf Anlässe warten, wenn das Leben sich doch jeden Tag feiern lässt? Ich habe mir fest vorgenommen, den Alltag jeden Tag aufzusaugen und nach Leibeskräften glücklich zu sein. Das Kind war happy (auch wenn es einen kleinen, nasskalten Zwischenfall mit der Regentonne gab), die Großen auch. Und wenn dann noch gutes Essen im Spiel ist – wer möchte da bitte immer auf einen Anlass warten.

Ich reihe mich mit diesem kleinen Picknickbuffet ein in den Wettbewerb „Frühlingssause“ des tollen Blogs „Das Küchengeflüster“.

 

Fruehjahrssause_gr

3 Antworten auf „Draußen, barfuß, glücklich“

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