Wie ich einmal spät dran war, ein Brot vergaß und so Schlimmeres verhindern konnte

Liebes Tagebuch,

manche Tage plätschern ja echt seicht dahin. An manchen Tagen machen wir nichts als Ausflüge und genießen das Leben. An anderen, so wie heute, kommen wir dagegen fast in Hektik. Indem wir (also das Tochterkind und ich) fast ein bisschen verschlafen. Weil der Wecker nach nur hundert Versuchen aufgibt. Weil es am Wochenende schon wieder spät geworden ist und wir nicht mehr die Jüngsten sind (also nur ich) und offensichtlich ein Schlafdefizit haben.

Wo der Plan, das Kind entspannt um halb zehn bei Oma abzugeben, einen Kaffee zu trinken und dann den Arzttermin um viertel nach zehn wahrzunehmen, eine spontane Änderung erfuhr. Nämlich das Kind um fünf nach zehn der Oma noch auf dem Gartenweg in die Arme zu drücken, auf dem Absatz kehrt zu machen, hektisch vor dem Postauto in quasi zweiter Reihe beim Arzt zu parken und zu beten, schnell dran zu kommen, mit 122:75 Blutdruck von der Sprechstundenhilfe gelobt und der Ärztin in die Arme gedrückt zu werden und um 10:32 glücklich wieder auf dem Heimweg zu sein.

So glücklich, (weil alles völlig ok) dass ich vergaß, ein Brot vom Bäcker der Wahl meiner Mutter zu besorgen. Und mich auch gegen einen Stadtbummel entschied. Und stattdessen nach Hause fuhr. Wo der Schwiegerpaps plaudernd mit Besuch im Garten stand und den komischen Geruch nach brennendem Plastik nicht wahrnahm. Und erst mobil wurde, als ich komische graue Rauchschwaden aus der Haustür ziehen sah und an ihm vorbei mit lautstarken Anweisungen in die Wohnung meiner Schwiegereltern stürmte. (Da stand ein Wasserkocher auf dem Herd. Was nicht so schlimm gewesen wäre, wenn die Platte darunter nicht eingeschaltet worden wäre und das Töpfchen mit Wasser daneben völlig unbeeindruckt kalt blieb.) Wir haben gemeinsam gelüftet, den Rauchmelder beruhigt (er tut), das Ceranfeld mit Reiniger so lange bearbeitet, bis der letzte schwarze Kunststoff davon abgerubbelt war und den Wasserkocher diskret entsorgt. Das Brot übrigens habe ich dann heute nachmittag besorgt. Einzig ein müffeliger, dumpfer Geruch zeugt jetzt noch von dem Malheur.

Also liebe Kinder – Wasser im Wasserkocher kann man warm machen, in dem man den Wasserkocher einsteckt. Man kann Wasser auch in einem Topf auf einem Herd warm machen. Beide Methoden zu kombinieren kann ich jedoch nicht empfehlen.

Und Euer Wochenstart so?

 

Eine Antwort auf „Wie ich einmal spät dran war, ein Brot vergaß und so Schlimmeres verhindern konnte“

  1. Am Wochenende war ökonom… ne, ökumenischer Kirchentag! Obwohl Agnostiker, habe ich mich als Auf- und Abbauhelfer (=Muskel) verdingt. Dummerweise brauchte es in dem Chaos auch ein bisl Brain. Aber auch damit konnte ich leidlich dienen. Sobald in dieser Situation einer auch nur einen Hauch von Kompetenz heuchelt, ist er dran und alles stürzt sich mit Fragen auf ihn! Fazit: Ne Menge Leute kennen gelernt, ein leichter Sonnenbrand, ein veritabler Muskelkater und buchstäblich jeden Biertisch und jede Bierbank min. einmal in der Hand gehabt! Das alles ohne Bier, aber mit Hektoliter Schweiß im Tuch! Puh…Leider konnte ich nur einen Vortrag besuchen. Nachhaltigkeitsforscher Prof. Niko Paech sprach über sein Buch „Befreiung vom Überfluss – Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie“. Sehr interessant. Obwohl ich mit vielem Übereinstimme, hätte ich mich gern ein bissl mit ihm gestritten! Leider fehlte die Zeit! Damn… Dafür konnte ich mir das Enthauptungsgemälde Johannes des Täufers in einer Benediktiner Kirche ansehen. Kannte ich noch nicht. Krass!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.