Sexy Mama?

Die liebe Bea beantwortet auf ihrem Blog immer wieder spannende Fragen von Müttern, Bald-Mamas, von Eltern allgemein. Ich lese gerne schweigend mit, bis ich letzte Woche an der aktuellen Frage förmlich kleben blieb, grübelte, und der Antwort darauf jetzt einen ganzen Blogbeitrag widmen mag.

„Darf man sich als Mutter sexy fühlen?“

wollte eine Leserin wissen. Meine innere Stimme, die grundsätzlich kein Blatt vor den Mund nimmt, aber ich kenne sie schon so lange, da darf die das, sagte beim ersten Lesen laut und deutlich „HÄ?“

Was für eine Frage sollte das denn sein? Na klar darf man. Eigentlich könnte das meine Antwort darauf sein. Aber irgendwas an der Fragestellung triggerte mich. Und dann begann ich darüber nachzudenken.

Die Frage, ob man etwas darf oder nicht, geht grundsätzlich davon aus, dass es für das Erfragte eine Regel gibt. So würde man selbstverständlich mit nein antworten, wenn jemand fragen würde, ob man über eine rote Ampel fahren dürfe. Dafür gibt es schließlich sogar ein Gesetz. Wer aber könnte mir wohl verbindend sagen, ob ich etwas fühlen darf? Die Frage ist also eher an die Moralvorstellung einer Gesellschaft allgemein gerichtet – oder schlicht an den Fragenden selbst. Wer sonst sollte die Instanz wohl sein, die ein Urteil darüber fällen könnte, ob man sich als Mama sexy fühlen darf? Ein bisschen höre ich aus der Frage heraus „Ich schäme mich ein bisschen, weil ich mich sexy finde. Denn ich bin ja jetzt schließlich Mutter. Möchte bitte jemand dieses komische Gefühl zerstreuen?“

Und damit kommt die zweite Komponente ins Spiel: Denn zu klären ist nicht, ob man sich als Frau, Mann oder Eichhörnchen sexy fühlen darf. Sondern eben als Mutter. Was aber ist an einer Mutter anders, als an jeder anderen Frau? Sie hat ein oder mehrere Kinder ausgetragen, sie hat mit ihrem Körper Leben geschenkt, sie liebt und kümmert sich um kleine Menschen. Aber gibt es wirklich den Moment, an dem sich eine Frau in eine Mutter verändert, nicht nur durch eine Geburt, sondern komplett als Mensch? Die Frage allein impliziert, dass eine Mutter eine Art Sonderfrau ist. Keine normale mehr, die halt Kurven hat oder auch nicht, aber ungefragt ihrem Spiegelbild hinterherpfeifen darf. Sondern eine Mutter. Eine Art Heilige, deren Körper dazu diente, Leben auszutragen und jetzt für immer mit dem Stempel Ich-war-mal-sexy-jetzt-bin-ich-Mutti gebrandmarkt ist.

Und nicht zuletzt: Definiert nicht jeder den Begriff sexy völlig anders? Für die eine sind die neuen blonden Strähnchen der Ego-Schub schlechthin, die andere trägt enge Jeans und wippt mit dem Hintern beim Gehen. Ob uns jemand anders sexy findet, liegt in seinen Augen. Aber ob wir uns sexy fühlen, liegt in uns. Und dass ein Körper, der durch Sex ein Kind produziert hat nach dessen Geburt nicht mehr sexy sein DARF … allein die Fragestellung ist für mich nicht nachvollziehbar. (Außerdem würde das bedeuten, dass eine Frau vor dem ersten Kind sexy sein darf und das zweite und dritte dann irgendwie aus einem Pflichterfüllungsgedanken heraus entsteht, jedenfalls aber ohne Spaß, der Mutti-Stempel und so.)

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p style=“text-align: left;“>Also ihr Mamas da draußen. Wenn ihr Euch sexy fühlt – yay! Es ist Euer Körper, Euer Selbstwertgefühl, Euer Leben. Schämt Euch nicht, sondern steht zu Euren Gefühlen, Eurem Körper, Euren Streifen und Dellen. Und gebt ein gesundes Körpergefühl an Eure Kinder weiter.

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