Magischer Zeit-Booster fürs Wochenende

Ich habe eine Zeitschleuse gefunden! Während sonst nach Freitag ruckzuck Sonntagabend ist und ich mich regelmäßig frage, wo das Wochenende hin verschwunden ist, hatten wir die letzten drei Tage eine ganz besonders intensive Familienzeit – wir haben recht spontan die Koffer gepackt und sind übers Wochenende weggefahren. Kriterien waren – nicht zu lange Autofahrt, möglichst allwettertauglich und kindertauglich. Da mir bei der Vorstellung von Kinderhotel mit Rundumbespaßung graut, mein Mann kein Flugzeug betritt und ich keine Lust auf Camping hatte, fiel die Wahl auf einen Städtekurztrip – wir waren in Augsburg (was der geneigte Blogleser natürlich längst weiß, ich redete ja tagelang von nix anderem.)

Für Hannah war es der erste Hotelaufenthalt (und für uns der erste mit Kind) und es hat wunderbar geklappt. Nicht nur, dass Hotels offenbar sehr begeistert von kleinen Gästen sind (wir haben gleich beim Einchecken einen Teddy, Malvorlagen und Stifte abgestaubt), auch Hannah hat sich mit dem Konzept wir-schlafen-woanders-und-sind-den-ganzen-Tag-unterwegs sofort arrangiert.

Als wir am Freitag also kurz die Koffer ausgepackt haben und die wichtigsten Fragen wie „Mama, wo ist hier die Küche?“, „Wer schläft im kleinen Beistellbett?“ und „Warum haben wir einen Kühlschrank aber keinen Herd?“ geklärt waren, ging’s los in die Stadt. Zu Fuß. Das einzige Mal übrigens. Dann entdeckten wir nämlich die Straßenbahn.

Bei einem ersten Erkundungsausflug sind wir eher zufällig in die Markthalle geraten und haben uns von den Düften und Farben mitreißen lassen. Ohne zu wissen, dass wir damit das erste Highlight der Stadt quasi aus Versehen schon abgehakt hatten. Aber derer gab’s noch mehr.

Die Innenstadt und Altstadt von Augsburg ist ein richtiges Schmuckschächtelchen. Restaurierte, schöne Stadthäuser, bunte Fassaden, tolle Giebel, man kommt zu Fuß überall hin, und wenn nicht, gibt es wie gesagt eine super getaktete Straßenbahn. Während man im oberen Teil der Stadt zwischen Königsplatz, Moritzplatz und Maximilianstraße in vielen großen und bekannten Geschäften stöbern kann, findet man in der unteren Altstadt wirklich originelle und kleine Lädchen. Die freigelegten Kanäle geben der Altstadt ganz besonderen Charme. Und mit der lieben Wendy hatten wir eine ortskundige Reiseführerin. Davor hatten wir großen Spaß beim Kaffee am Samstagmorgen im Annahof mit ihr und der lieben Sternenkratzer. Es war so toll, Euch mal „in echt“ zu sehen! Wenn wir wieder nach Augsburg kommen, dann sicherlich nicht nur, wegen der Stadt selbst! 🙂

Und was tut man natürlich mit Kind in Augsburg? Man besucht die Puppenkiste. Ich hatte einen absoluten flashback in meine Kindheit, habe Jim Knopf und Frau Waas guten Tag gesagt und den Schlupp vom grünen Stern besucht.

Nachdem wir ausgiebig durch die schön gestalteten, historischen Räume geschlendert sind, haben wir uns wieder auf den Weg in die obere Hälfte der Stadt gemacht. Hannah ist zwischendurch auf Papas Schultern eingepennt, so hat sie nicht bemerkt, dass wir, ebenfalls zufällig, auf den Mannschaftsbus von Bayer Leverkusen trafen und die Spieler beim Verlassen des Hotels sehen konnten. Teile der kleinen Reisegesellschaft fanden das eher mittelmäßig spannend, aber Herr Venus guckte ganz interessiert. 😉

Die Kleine ist dann wieder wach geworden, als wir den goldenen Saal im Augsburger Rathaus bestaunten. Offensichtlich sehen Rathäuser in ihrer Vorstellung ganz anders aus, also nannte sie den Saal „das Prinzessinnenzimmer“ und ist seither nicht davon abzubringen. Ein bisschen Recht hat sie ja auch damit. Nach einer Kaffeepause, in der wir über das fußballbedingte Polizeiaufgebot staunten, machten wir uns mit der Straßenbahn auf in die Fuggerei, der ältestens Sozialbausiedlung der Welt. Noch heute wohnen dort bedürftige Menschen für die symbolische Kaltmiete von 88 Cent im Jahr. WENN sie Augsburger sind und katholisch. Und täglich für den Stiftungsgründer Fugger drei Gebete sprechen. Dass Letzteres allerdings geprüft wird, bezweifle ich.

Während wir den ganzen Freitag und Samstag trockenes, mildes und teilweise sogar sonniges Wetter hatten, zog es gegen Samstagabend dann zu und als wir auf dem Weg zum Abendessen waren, wurde aus Nieselregen langsam Schnee.

Am Sonntag haben wir den Vormittag mit Frühstücken verbracht und uns dann langsam wieder auf den Weg nach Hause gemacht.

Uns Großen kam das Wochenende irre lang vor, die neuen Eindrücke haben immens zur Erholung beigetragen und die intensiven Stunden als Familie haben uns allen gut getan. Jetzt hab ich dann auch wieder Lust auf Camping. In drei Wochen geht’s los. 🙂

 

2 Antworten auf „Magischer Zeit-Booster fürs Wochenende“

  1. Es war soooo schön, Euch kennenzulernen – und wer sagt es denn – so habe ich Sternenkratzer auch mal in persona getroffen – wir wohnen ja schließlich auch nur ein paar Fahrminuten voneinander entfernt – ohne Euch hätte das wahrscheinlich nie geklappt!
    Ich hab ja schon geschrieben – Eure Tochter ist anbetungswürdig – grins – von ihren Luftküssen bin ich immer noch hingerissen. Die wickelt jeden um den kleinen Finger. Ohne jede Anstrengung.

    Schön, daß es Euch bei uns gefallen hat. Und seid uns immer wieder herzlich willkommen!

    1. Wir kommen sicher auch mal wieder. Hannah hat heut im Kindergarten ganz begeistert von der Puppenkiste erzählt. Das Wochenende hat uns richtig gut getan. (Und ja, um den FInger wickeln kann sie schon erschreckend gut. Wie wird das erst in zehn Jahren sein… )

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