Der Wurm ist drin. Und der Tag kann weg.

Es hätte alles so schön sein können. So produktiv. So entspannt. Der Plan war auch gut: Einkaufen wollte ich, Blogposts fertig machen, an einer Bastelvorlage feilen, kochen, bloggen und möglichst entspannt sein dabei.

Und dann war da der Wurm. Drin. Ganz tief. Er sorgte dafür, dass das Kind mit angezogener Handbremse aufstand. Und vor dem Frühstück erst eine Runde gemächlich auf dem Flurteppich liegen bleiben musste, während ich schon zunehmend hektisch in der Müslischüssel rührte. Nach mütterlicher Ansprache (mit Engelszungen, is klar) war das Fräulein dann aber doch irgendwann ausgehfein und ich gab sie um halb zehn endlich erleichtert im Kindergarten ab. Und machte mich auf den Weg. Auf dem Parkplatz vor dem ersten Laden stellte ich dann ernüchtert fest, dass ich den Kindergartenrucksack zwar samt Kind in den Kindergarten hineingebracht, ihn aus welchen Gründen auch immer aber wieder ohne Kind mit herausgetragen habe. Er lächelte mich milde vom Beifahrersitz an. Seufzend kaufte ich also schnell Papier, Textilfarbe, Jutetüten. Und vergaß Geschenkpapier. Und das, OBWOHL ich einen Einkaufszettel in der Hand hatte. Das wurde mir aber erst bewusst, als ich mit dem Rucksack auf den Weg in den Kindergarten war. Ich hakte gedanklich das Papier ab und spurtete in den Kindi mit Rucksack. Der Himmel hatte ungefähr genau für diese 200 Meter zum Monsun angesetzt. Ich fand das Kind in der Kindergartenküche sitzend und einen Apfel mampfend. Einen fremden Apfel. Einen Kindergartenapfel. Denn der verlustige Rucksack war zwischenzeitlich bemerkt und das ich-möchte-aber-einen-Apfel-essen-Problem behoben worden. Ich lächelte so entspannt wie möglich, hängte schnaufend den Rucksack an den Haken und machte mich wieder auf durch den Monsuuun zum Auto.

Letzteres klemmte ich schief in eine winzige Parklücke – die mir jedenfalls winzig vorkam – und riss mir anschließend zwei Fingernägel ab. Den ersten, als mir die regennasse Fahrertür aus der Hand glitschte beim Zuschlagen. Den zweiten, als mir die regennasse Beifahrertür … ich hätte mich an dieser Stelle gerne auf das Mäuerchen gesetzt und geheult. Leider war alles nass.

Ich irrte also mit einem aufgeweichten Zettel in der Hand und zwei senkrechten Furchen auf der Stirn durch die Flure und besorgte Zutaten für einen Bulgursalat. Das einzige, was ich vergaß, war Bulgur. Aber das wierdum bemerkte ich erst, als ich daheim den Korb auspackte. Grantelnd und schnaubend beschloss ich, den Rest des Vormittags auf dem Klo zu hocken und in der Nase zu bohren. Der Plan schien mir idiotensicher. Ich bemühte mich, mir die positiven Momente des Vormittags in Erinnerung zu rufen. Die freundlich lächelnde Verkäuferin. Die lächelnde entfernte Bekannte, die ich zwischen Nudeln und Tomatensoße getroffen hatte. In Gedanken versunken machte ich mich auf ins Badezimmer. Und stellte auf dem Weg dorthin beim Blick in den großen Garderobenspiegel fest, dass ich den ganzen Vormittag mit offenem Hosenreißverschluss unterwegs war. Falls mich jemand sucht – ich bin jetzt im Bett und kaue mir die übrigen acht Fingernägel ab.

PS: Möchte mich jemand aufheitern? Bitte?

4 Replies to “Der Wurm ist drin. Und der Tag kann weg.”

  1. Regen reinigt. Monsun, daraus folgernd, bringt alles auf Hochglanz hüstel Wer weiß was alles passiert wäre, wäre alles nach Plan gelaufen. Am Ende hättest du Langeweile gehabt. Oder zu viel eingekauft. Oder hättest den nächsten Sonnenschein gar nicht mehr so toll finden können wie jetzt, nach dem Monsun. Alles wird besser. Jetzt ist das Hosentürle zu und bleibt es auch. Es kann also nur besser werden. Und für die bessere Laune – Konfetti werf

    Liebe Grüße

    Mine

    1. Ach Du Liebe! Ja, das Hosentürle ist jetzt zu. Und das Konfetti nehm ich gern. Und eventuell hilft ja auch gleich ein Kaffee. 🙂 Danke für Deine lieben Worte!

  2. Sieh es positiv, Du dürftest die Gemeinheiten des Alltags für die nächsten Wochen – ach was sage ich: Monate!!! – jetzt schon weghaben!

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