Drei Monate Kindergarten – ein Zwischenbericht

Ihr Lieben, gestern war so ein Tag, an dem ich mir gerne einen Gehörschutz besorgt hätte. Nicht, dass ich meinem Kind nicht gerne zuhörte. Ich liebe es, wenn sie mir morgens erzählt, was sie im Kindergarten alles basteln wird. Ich bin jeden Tag aufs Neue gespannt, welche Splitter aus dem Kindergartenvormittag sie mit mir teilt und was ich erst Tage später (von anderen Mamas) erfahre. Wir singen gerne zusammen, wir lachen und kichern und lesen uns gegenseitig (!) vor. (Ich das was da steht, sie das, was sie glaubt, was da steht.)

Kind fertig für den Kindergarten

Ad eins: Das Kind ist eine Laberbacke

Aber zur Zeit, mag es dem Kindergarten oder einfach der Entwicklungsphase geschuldet sein, finde ich die Dauerbeschallung mitunter sehr anstrengend. Denn sie redet ja nicht nur mit mir, sondern auch mit ihren imaginären Geschwistern. Der unsichtbare Bruder und die Schwester sitzen nämlich immer noch bei uns am Tisch. (Und manchmal belegen sie auch unsere beiden Toiletten. Gleichzeitig. Ein Dilemma!) Sie redet auch mit ihren Kuscheltieren und Puppen. Sie singt ihnen vor und erfindet dabei Kunstwörter, die sie so lange wiederholt – garniert mit „Mama, weißt Du was … ist“, bis ich reagiere. Und wenn sie nicht neben mir steht, unterrichtet sie mich von der Ferne aus dem Kinderzimmer etwas lauter darüber, was sie gerade tut.

Wenn ich dann irgendwann versuche, die Dauerbeschallung abzustellen und frage, ob sie bitte, BITTE mal fünf Minuten lautlos spielen könne, sagt sie Dinge wie „Das kann ich mahaaachen, das mach ich doch, klaaaar…“ Auf die Melodie von „Alle meine Entchen“ gesungen. Ihr erkennt das Problem. Vielleicht finden wir ja bald wieder einen Mittelweg zwischen „Was hast Du im Kindergarten gemacht? Nix.“ und „Also Mama, der Phillipp ausm Kindergarten, deeheer, hat heute gesaahaagt … Mama … deeeer Phillipp, der Wilde, der hat heute … also Mama, und die Anna-Lena…“

Kind unterwegs zum Kindi

Ad zwei – meine Oma/mein Papa/meine Erzieherin im Kindergarten gehören MIR!

Der zweite Punkt, der mir zunehmend auffällt – Hannah hat kein Problem damit, Spielzeug oder Besitztümer zu teilen. Bekommen wir Besuch, spielen die Kinder gemeinsam mit ihren Spielsachen, Eifersucht und Haben-wollen sehe ich kaum bei ihr. Es sei denn, es geht um Personen. Wenn mein Mann mich in den Arm nimmt, schiebt sie beleidigt ihre Unterlippe vor und schmollt. „Mein Papa, geh weg“, sagt sie dann zu mir. Auch die Oma ist natürlich IHRE Oma und wenn sie mit Oma spielt, soll ich mich da bitte raushalten, Omazeit ist IHRE Zeit.

Neulich gab es wohl auch Tränen im Kindergarten. Sie hatte von Anfang an ein sehr gutes Verhältnis zu einer jungen Erzieherin. Sie hat Vertrauen zu ihr und mag sie sehr. Im Morgenkreis neulich wollte sich nun wohl ein Junge neben die Erzieherin setzen. Mein Kind ist in Tränen ausgebrochen und hat so lange nicht mitgemacht, bis der Junge seinen Platz räumte und sie neben der Erzieherin sitzen durfte. Bücher und Puppen kann man vielleicht teilen, Personen aber nicht. Auch das halte ich für eine Phase, die mir im Moment wenig Sorgen macht. Ich stelle nur fest. Im Juli wird die Erzieherin verabschiedet. Erinnert mich dann bitte notfalls an meine heutigen Zeilen. Vielleicht sieht die Sache dann ganz anders aus.

Mehr über den Kindergarten und unsere ersten Erfahrungen lest ihr hier.

Wie lief oder läuft das denn bei Euch? Beobachtet ihr Veränderungen seit dem Kindergarten? Positive oder negative? Freue mich auf einen Austausch!

 

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