Häuptling Plattfuß…

Wir haben einen neuen Mitarbeiter, der nicht gerade den besten Start hatte. Er nahm den weiten Weg von Großbritannien ins Ländle auf sich – mit dem Auto. Völlig ermattet erreichte er seine zukünftige Wirkungsstätte, stellte sein Auto gegenüber vom Hotel ab und fiel in einen sanften Schlummer. Tags drauf erklärte ich ihm, dass der städtische Ordnungsdienst zwar weder der cleverste noch der schnellste ist, dass ich das Auto aber nicht ohne Parkticket länger als einen Tag dort stehen ließe. Ich bot ihm also an, ihm den Weg zu einem kostenlosen Parkplatz zu weisen und wir verabredeten uns an der Ecke des Hotels. Ich war da. Er nicht. Ich wartete also eine Weile zu und machte mich schließlich auf die Suche nach ihm. Er hatte sich – haha, sehr witzig – hinter seinem Auto versteckt und kauerte am Boden. Sein Gesichtsausdruck verriet indes schnell, dass er nicht vorgehabt hatte, mit mir Verstecken zu spielen – sein rechter Hinterreifen war schlicht platt und das Auto stand windschief auf der Felge. Zunächst schenkte ich dem armen Mann einen Euro, damit er sich überhaupt ein Parkticket holen konnte. Dann ließ ich mir eben dieses aushändigen und machte eine Notiz für den Ordnungsdienst, dass es sich um ein Pannenfahrzeug handle, das nicht sofort vom Platz bewegt werden kann, wenn das Parkticket seine Gültigkeit verliert. In der Hoffnung, es möge ein Uniformierter mit gesundem Menschenverstand auf das Dreirad treffen und einen guten Tag haben.
Der arme Engländer indes war völlig verzweifelt. Er müsse doch das Auto hier wegbewegen. Und es bräuchte ohnehin Winterreifen. 215/55/17“ – so die Maße der gewünschten Bereifung. Ich tat also, was eine gute Seele tut – ich telefonierte mich durch alle örtlichen Reifendienste, erst die billigen, am Schluss alle übrigen. Innerhalb von drei Stunden traf ich auf alle möglichen Kombinationen ungünstiger Lösungen.

1. Das gewünschte Modell muss bestellt werden, dies daure zwei Wochen, aber den Abschlepper müssen wir selbst organisieren.
2. Man hätte einen mobilen Service, der uns abschleppen wollte, aber der Reifen sei nicht lieferbar.
3. Man hätte den Reifen da, allerdings nur drei davon.

Es war zum Haareraufen. Und dann, als ich ein Autohaus gefunden hatte, der den Reifen bis Freitag in vierfacher Ausfertigung bestellen wollte UND einen befreundeten Abschleppdienst organisieren könnte und ich NUR NOCH ABKLÄREN WOLLTE, was das Komplettpaket kostet – kam der Engländer aus seiner Besprechung zurück und meinte – ach, wenn das so ein großer Aufwand ist, dann mach ich einfach DAS ERSATZRAD DRAUF!

„DU HAST EIN ERSATZRAD IM AUTO???? WIESO SAGST DU DAS JETZT ERST???“
Der Gute wollte sich einfach vorm Reifenwechseln drücken. Ich legte sofort Hörer und Telefonbuch zur Seite und schickte ihn zum Reifenwechseln. Das Auto steht jetzt auf unserem Firmenparkplatz und das mit den Winterreifen ist jetzt keine SO dringende Angelegenheit mehr.
Aber Haupt

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