…ein Kind im Ohr”, erzählt mir die Frau im Radiospot andauernd. Ich habe auch ein Kind. Aber nicht im Ohr, sondern auf dem Arm. Oder auf der Krabbeldecke. Oder – mal wieder – unterm Regal, weil es sich rückwärtsrobbend dorthin verirrt hat. Angenehmer Nebeneffekt: Seit Hannah mobil ist, haben wir keine staubigen Ecken mehr. Ähem. Aber ich habe etwas ganz anderes im Ohr. Mich. Es mag daran liegen, dass die konstruktiven Dialoge mit Hannah eher rar gesät sind in meinem Alltag. Sie antwortet zwar mit Ooo-pah, wenn ich etwas frage, aber nicht auf jede Frage ist Opa eine befriedigende Antwort. Auch ansonsten erzählt sie recht viel, die Mama ist schlicht zu blöd, den Inhalt des Gebrabbelten zu verstehen. Und so rede ich eben mit mir selbst. Nicht laut. Eher so innen drin. Seit einigen Wochen fällt es mir zusehends auf. Mein Alltag ist ein langer Monolog. Die Frau in meinem Ohr hält erst die Klappe, wenn ihre Hülle unter die Bettdecke schlüpft und das Licht ausmacht. Und selbst dann labert sie noch mindestens fünf Minuten weiter.
Morgens fängt es an. “Jetzt erst die Milch für Hannah, dann Kaffee. Den Wasserkocher müsste ich entkalken. Mach ich nachher. Hasse das. Aber ich mach’s. Alles voller Krümel. Dass der seinen Teller auch immer da stehen lässt. Tomaten! Die müssen weg. Was koch ich heute? Was mit Tomaten. Ah, Wasser kocht. Der Pulli ist ihr noch ein bisschen groß. Wie sie da sitzt und gebannt die Brötchentüte fixiert, das kleine Mampfmonster… Das Milchpulver geht auch bald aus. Sonne scheint. Vielleicht gehen wir gleich noch ein halbes Stündchen raus…”
Ihr versteht? Sie quasselt. In einer Tour. Selbst wenn ich mich hinsetze und ein Buch lese, liest sie laut vor. Und sie quatscht dazwischen, Dinge wie “oh, jetzt regnet’s. War das Hannah? Ist die schon wieder wach? Ne, war wohl draußen. Das Bügelbrett könnte ich auch mal aufräumen…”
Wenn mein
Die erstaunlichen…
…Dinge im Leben der Frau Venus.
1. ich BIN gar kein Sommermensch! Nein! Ich mag zwar Sonne, aber alles, was sich den 30 Grad nähert, ist mir zuviel. Stattdessen jetzt: frische Luft, Wind der die Wangen zum Leuchten bringt, kräftige Herbstfarben, Zwiebelkuchen, warmer Kakao… Ich bin ein Herbstfan!
2. ich BIN gar nicht so chaotisch. Nein! Ich mag es sauber und ordentlich! Ich finde nur das Aufräumen mitunter lästig, aber im Grunde meines Herzens bin ich aufgeräumt. So langsam schlagen Mamas Gene deutlich durch.
3. ich BIN gar nicht so unsportlich. Nein! Ich habe mich neulich zur ersten Laufrunde seit Äonen aufgemacht und war hinterher wie neugrboren! Ach guck!
Manchmal lohnt es sich, mal was auszuprobieren. Etwas Gewohntes abzulegen. Routinen auf den Prüfstand zu stellen. Philosophisches zum Mittwoch! Genießt ihn!
Endlich Sonntag…
Ein Kessel Buntes…
…wird der heutige Blogbeitrag, denn zum Erzählen gibt es nicht genug zu sagen, aber zuviel, um nix zu bloggen.
Zunächst: das Kindelein. Die Zähne machen wohl grad wieder Pause mit dem Blagenplagen, jedenfalls ist Hannah seit Sonntag nur noch begründet grantig und nicht mehr einfach immer. Sie hat wohl eine neue Form des Tiefschlafs entdeckt, jedenfalls sind die Windeln morgens leichter und das, obwohl sie Wassermassen in sich hineinsaugt. Na gut. Keine Massen. Aber, und das ist auch neu, Wasser. Ganz ohne Saftschluck drin. Und seit zwei Tagen aus dem Trinklernbecher. Das mit dem Krabbeln würde sie gern können, aber die Koordination bereitet noch Schwierigkeiten, was darin mündet, dass sie sich bäuchlings aufrichtet und nach hinten schiebt und sich dann lautstark und anklagend darüber echauffiert, dass das blöde Spielzeug im Blickfeld trotz größter Anstrengung immer weiter wegrückt.
Kommt Zeit, kommt vorwärts. Sagen tut sie konsequent alles außer Mama. Es gibt Baba, Dete und Dadada. Nachdem ich am Wochenende schon wieder eine IchhabemeineKinderschoninderSchwangerschaftimKindergartenangemeldet-Mutter getroffen habe, hab ich heut nochmals im Kindergarten der Wahl angerufen. Da heißt es immer noch ganz entspannt – Februar 2015 reicht. Eine frühere Anmeldung sei zwar möglich, ändere aber nichts an den Kriterien der Platzvergabe. Da war er wieder, der Höherschnellerfrüher-Mütter-Irrsinn. Das erste Jahr mit Kind neigt sich schon langsam dem Ende. Ist irre, wie die Zeit fliegt.
So. Das Wetter! Es ist iibäh draußen, sagen alle. Aber ich bin wohl ein heimlicher Herbstfan. Ich liebe die frischgewaschene Luft. Und die Tatsache, dass einem nicht bereits beim bloßen Gedanken ans Verlassen des Kellers der Schweiß ausbricht.
Mein T
Ich konnte nicht anders…
Es war…
…ein tristes Leben, das S1 fristete. Aus seiner Sicht war es gar keines, er vegetierte höchstens einsam vor sich hin. Um sich herum völlige Dunkelheit, die nur ab und zu von dem Monster durchbrochen wurde. Dann drang gleißendes Licht in seine Zelle, das Monster entführte einige von ihnen und brachte andere zurück. S1 blieb unbeachtet. Er hatte sich an den Rand der Zelle zurückgezogen und harrte aus in seinem monotonen Alltag, völlig allein. Warum er vom Monster so bestraft worden war, darüber zu grübeln hatte er längst aufgegeben. Das Monster hatte ihm seinen Bruder einfach entrissen und beide für immer getrennt. Das jedenfalls dachte S1 für lange, lange Zeit. Doch eines Donnerstags geschah das Unfassbare. Das Monster flutete das Gefängnis erneut mit hellem Licht. S1 sah normalerweise nicht einmal mehr auf. Doch an diesem Donnerstag kam ihm die Kralle nahe. Sehr nahe. Das Entsetzen stand S1 ins Gesicht geschrieben, als das Monster ihn packte und in die Luft wirbelte und… Ja und dann spürte er verlorengeglaubte, wollige Oberfläche auf seiner. S2 fiel ihm strahlend um den Hals und beide umarmten, umschlangen sich innig. Fortan lebten S1 und S2 wieder in Harmonie und Glück beisammen. Happy end! Für zwei Socken in der Schublade meines Mannes.
Kinners…
…Hannah hat einen dritten Zahn und Mama Magen-Darm. Montage sind irgendwie doof.
Für Gerald…
Bloggerleben
Ich staune. Über reizend dekorierte Balkone, liebevoll drapierte Salate neben Bruschetta, “mal eben” selbstgenähte Handtäschchen, schillernd bunte Fingernägel und strahlende Gesichter bei Familienausflügen. Bloggen gewährt Einblick in Familienleben, öffnet die Türen zu Wohn- und Kinderzimmern anderer Leute und zeigt Lebensstile fernab jeder Norm und jedes Ikea-Katalogs.
Ich frage mich nur manchmal: lebst du schon oder blogst du noch? Entweder ich bin da echt ein Honk, oder viele Blogs verwenden SEHR viel Zeit auf die bildliche und wortreiche Schilderung ihres Lebens, das dann nur noch zwischen die Postings gequetscht stattfinden kann. Wann machen die das alles? Hier so: aufstehen, wickeln, Frühstück. Kind schläft gnädigerweise weiter, dann Wäscheberge verräumen, auf- und abhängen, und so weiter. Kind wacht auf – entweder selbiges bespielen oder wenn es das alleine kann, Böden saugen, Müll rausbringen, sowas. Dann einkaufen, kochen, Kind füttern. Nachmittags gehen wir raus, besuchen die Oma oder spielen. Der Tag ist meistens ausgefüllt aber unspektakulär. Natürlich könnte ich euch mit der drölften Hannahgeschichte beglücken oder erzählen, dass sie eine eigene kleine Haarbürste mit Eulen drauf bekommen hat. Aber ehrlich… Das fände ich auch bei anderen blogs eher… gähn.
Und weil mein Tag ja nicht der einzig fade aber dennoch lebenswerte sein kann: was macht ihr so? Sagen wir, gestern? (Falls ihr euch noch erinnert, höhö)
Was habt ihr gestern vom Aufstehen bis zum Zubettgehen gemacht? Ich will alles wissen! Jetzt!
(Quasi-)Urlaub mit Kind, Tag 3
Es ist ja nicht so, dass wir ungeduldig wären. Wir passen uns einfach schnell an. Und nein, es vergeht auch so fast kein Tag ohne Bodensee. Gut, dass wir wirklich nicht weit weg sind. Heute übernehmen meine Schwiegereltern das Raumschiff und urlauben für uns fertig. Alle zusammen zuckeln wir gerade nach Konstanz und freuen uns auf einen sonnigen Tag am See. Hannah hat im eigenen Bett geschlafen, als wäre nie etwas passiert. Sie grinst sogar schelmisch von der Rückbank, als freute sie sich auf den Bodensee. Kinder.
