Vom Regen…

… einem Kinderwagen im Galopp, einem Notruf und einem Schaf…

…handelt die folgende unzweifelhaft spannende Geschichte aus dem Leben von Frau Venus.
Die gestern mit dem Venuskind das frühlingsähnliche Wetter nutzen wollte, aber warten musste, bis Mademoiselle aus dem Nachmittagsnickerchen erwachte. Es zog sich ein wenig hin und so verließen Frau Schwiegervenus, Frau Venus und Fräulein Minivenus das Haus erst gegen halb vier. Der Himmel war blau. Wir spazierten also aufs freie Feld, das kleine Fräulein Minivenus blinzelte argwöhnisch in die Sonne und die großen Venüsse plauderten. Wir kamen an einer Schafherde vorbei und amüsierten uns köstlich über die hüpfenden, tobenden Lämmer. Der Himmel war leuchtend blau. Doch was war das? Auf der Seite der Weide lag ein Schaf auf der Seite. Rührte sich nicht. Seinem unfassbaren Umfang nach, war es mindestens mit zwei Lämmern schwanger. Nach einer Weile der Beobachtung beschloss Frau Schwiegervenus, sich das Tier genauer anzusehen und kletterte über den Weidezaun. Tatsächlich schien es dem Schaf nicht gut zu gehen. An seinem Bauch bildeten sich zwei riesige Beulen, eine natürliche Geburt sah in unseren Augen anders aus. Außerdem wimmerte das Schaf nur noch leise. Der Himmel war blau und zwei weitere Spaziergängerinnen gesellten sich zu uns. “Was ist mit Schafff?” fragte mich eine der beiden. Ich erklärte, dass ich leider keine Ahnung habe, dass das Schaf(ff) in meinen Augen aber ungesund aussehe und dass wir uns überlegten, was zu tun sei. “Weißt Du nix wem Schafffe gehöre?” fragte mich die andere. Wir unterhielten uns eine Weile über mögliche Schäfer, über Geburtshilfe bei Schafen und beratschlagten, wen man wohl anrufen könnte. Zwei weitere Jogger vergrößerten unseren Gesprächskreis. Frau Schwiegervenus hatte eine ungefähre Vermutung, wem die Herde gehören könnte. Frau Venus war zum ersten Mal froh, ein internetfähiges Smartphone zu besitzen und fand die Telefonnummer. Leider war niemand zu Hause. Der Himmel übrigens… ach ihr wisst schon. Blau. Die Joggerin schlug vor, die Stadtverwaltung anzurufen. Aber Freitagmittags um vier… keiner mehr da. Ich googelte also nach dem Veterinäramt. Das Band ratterte eine Handynummer für Notfälle herunter, die ich mir allerdings nicht merken konnte. Und zu schreiben hatte ich nichts. “Ruffst Du Bolizei an, dafür sinn die da!” beschloss eine der beiden Spaziergängerinnen.
Da mir nach längerem Überlegen nichts besseres einfiel, tat ich das. Vielleicht hatte man dort die Nummer vom Veterinär. Der Beamte war sehr aufgeschlossen und freundlich, riet mir jedoch, einen Notruf über 112 abzusetzen. Da ich noch nie die 112 angerufen hatte, räusperte ich mich zunächst feierlich und hatte dann die Leitstelle am Telefon. Ich erklärte drauf los.
“Ein … Schaf?” sagte der freundliche Mann am anderen Ende.
“Jup”, sagte ich.
“Und das… liegt auf der Weide?” fragte er zurück.
Ich kam mir ein wenig doof vor. “Jaha, aber es liegt ja nicht nur so rum. Es bekommt ein Lamm. Oder zwei oder eben auch nicht. Also es braucht Hilfe!” betonte ich.
“Aha. Ja. Hm. Dann rufen Sie mal das Revier an, die sind für… sowas… am ehesten zuständig”, erklärte er.
“Die haben mir doch eben erklärt, ich solle den Notruf wählen”, gab ich zurück.
Wir besprachen noch eine Weile die Konsultation eines Tierarztes, diskutierten die Kostenübernahme desselbigen (Bürokratie, herrjeh, hier liegt ein leidendes Tier!)und der nette Retter beschloss, selbst die Kollegen bei der Polizei zu informieren.
Frau Venus bimmelte in dieser Zeit nochmal den vermeintlichen Besitzer an und – hatte Glück. Ja es seien seine Schafe, ja, er eile sofort los.

Für das Schafff war Rettung unterwegs. Die beiden Fußgängerinnen wollten noch so lange dort bleiben, bis der Schäfer kommt. Und Frau Schwiegervenus und ich guckten zum Himmel. Der war urplötzlich schwarz geworden. Aus einem warmen Lüftchen war ein veritabler Sturm geworden und wir waren keine 50 Meter vom lammenden Schaf entfernt, da begann es zu schütten. Es regnete von links und rechts und oben. Ich konnte den Kinderwagen kaum noch geradeaus schieben, weil Böen daran rüttelten, als sei es Spielzeug. Die Nässe kroch durch meine Jeans und machte sich sogar langsam unter meiner Daunenjacke bemerkbar. Meine Haare klebten innerhalb von zwei Minuten am Kopf, meine Nase tropfte unaufhörlich. Wir verfielen in einen lockeren Lauf und wurden gefühlt noch viel schneller nass. Ich versuchte meinen Mann anzurufen, aber ich verstand kaum, was er sagte. Nur “Auto voll” und “kann nicht”. Zum Glück hatte er jedoch meinen Schwiegervater erreichen können, der uns nach weiteren fünf Minuten entgegengefahren kam.

Der Schäfer war uns übrigens ebenso winkend entgegen gekommen. Er hatte das arme Schaf in den Hänger geladen und in den heimischen Stall gebracht.

Frau M

Ich lebe noch!

Ich hoffe, das beruhigt euch. Jaja, ich bin da. Ich lese hier und da mit, aber ich sag’s euch – das Leben ist grad zu schnell für mich. Für Pausen im Blogland jedenfalls. Die letzten zwei Wochen in Kurzform – Kind war ein zweites Mal fies verstopft und wir fuhren ein zweites Mal in die Kinderklinik. Nach Tipp vom dortigen Kinderarzt klappt es jetzt aber bisher ganz gut, ich klopfe auf Holz, dass das so bleibt. Wir hatten Taufe! Am Ostersonntag, draußen Usselwetter, aber drin sonniges Kind. Großes Fest mit ca. 60 Gästen, danach leider Halsweh und Schnupfen. Wird aber wieder. Gestern gab’s den ersten Brei! Ok, ein Löffelchen Zucchinibrei ist im Kind gelandet, der Rest auf dem Latz. Aber hey, wir üben ja noch. Ansonsten ist Frau Venus eingespannt zwischen Kamera und Kinderkacke, zwischen Pressearbeit und Pürierstab und ganz und gar mit Alltagsbewältigung beschäftigt. Kurzum – es gibt nüscht spektakuläres zu vermelden. Außer – mich gibt’s noch. Und so spektakulär ist das nu nich.

Dankeeee!

Ihr Lieben! Vielen herzlichen Dank für die Geburtstagsgrüße! Verzeiht mir, wenn ich nicht alle kommentieren konnte, mein Geburtstag war schön und von vielen Gästen und Kuchenstücken und Blümchen noch schöner gemacht worden! Am Dienstag hatte Herr Venus höchstselbst Geburtstag und wir aßen erneut Kuchen und der Tag war sehr entspannt, bis, ja bis das Kind plötzlich einen sich steigernden Schreianfall bekam und sich abends kurz vor zehn nur noch brüllend gewunden und um sich geschlagen hat. Nach ergebnislosen Telefonaten mit nicht erreichbaren Bereitschaftsdiensten, Hebammen und Kinderärzten hat uns die Ersatzhebamme um viertel nach zehn darin bestärkt, das Kind in die nächste Klinik zu bringen. Dort sind wir viertel nach elf auch aufgelaufen, das Kind bekam Glycerinöl in den Bobbes und legte kleine Ostereier. Um viertel nach eins waren wir wieder daheim. Die Verdauung macht ihr immer noch zu schaffen, aber heut morgen gings dann wieder von alleine. Uff. Kinder, ich sag’s euch, sind das reinste Abenteuer.

Mit dem Patenonkel…

…stellt man sich gut! Geht am besten mit Schokokuchen. Dass der nach Kindergeburtstag aussieht, liegt am Mamahormon. Ehrlich. Ausserdem haben Männer eine gewisse Infantilität bis ins hohe Alter.

Das wäre Ihr Plan gewesen…

Geplant war folgendes:
Aufstehen gegen acht, Kind wickeln und anziehen und füttern. Kaffee trinken und Zeitung lesen. Gegen neun duschen und fertig machen, bis elf putzen und staubsaugen. Von elf bis halb zwölf einkaufen, essen, Geschenk für Gatten verpacken. Gegen halb drei kann dann der liebe Mittwochnachmittagskaffeebesuch kommen.

Passiert ist dann folgendes.
Aufgestanden gegen acht, Kind gewickelt, angezogen und gefüttert. Kaffee getrunken und Zeitung gelesen. Das Telefon klingelt. Eine Mitmutter, die neu in der Stadt ist und Anschluss sucht. Wir unterhalten uns über Gläschen und selbstgekochten Brei, über Gemüsekisten-Abos und über Babytee. Worüber ich niemals mit anderen Müttern sprechen wollte man so spricht halt mit anderen Müttern. Es klopft in meiner Leitung. Ich würge die Mitmutter ab und habe eine alte Freundin am Ohr. Sie ist grade mit dem zweiten Kind schwanger und wir reden über selbstgekochten Brei, Babytee und die bevorstehende Taufe. Wir legen auf und ich gucke auf die Uhr. KURZ VOR ELF! Ich sitze noch im Schlafanzug vorm kalten Kaffee. Das Kind guckt mich interessiert an. Ich flitze unter die Dusche. Gerade als ich nass bin klingelt das Telefon. Ich dusche zu Ende, föhne meine Föhnfrisur und schiele auf das Telefondisplay. Meine Mama. Ich rufe zurück. Sie wollte nur mal hören, wie’s mir so geht. Gut geht’s mir, ich komme leider zu nix. Nein, ich bin nicht gereizt. Ja, dem Kind geht es gut. Es ist halb zwölf. Ich nehme das Kind mit ins Bad und fange an, die Dusche zu putzen. Ich habe gerade nasse Füße und wienere mich über die Fliesen, als das Kind diesen sinnierenden Gesichtsausdruck bekommt. Ich ahne das Schlimmste und tatsächlich wabern unschöne Düfte durchs Bad. Das Kind fängt an zu jammern. Ich trockne mich ab und eile zum Wickeltisch. Ich habe Hunger. Von gestern ist noch was übrig, was mir meine mama liebevoll verpackt mitgegeben hatte. Das Essen ist aber nirgends. Jedenfalls nicht im Kühlschrank. Genaugenommen kann ich mich auch nicht entsinnen, es dort hineingestellt zu haben. Aber wo ist es dann? Richtig. Es steht noch im Auto. Das Kind ist maulig und kündigt ebenfalls Hunger an. Ich mache also ein Fläschchen. Mein Bauch knurrt vorwurfsvoll. Dann endlich ist das Kind zufrieden und schläft ein. Ich eile zum Auto. Hole mein Essen, esse es leise ein Zimmer weiter. Aus dem Topf. Einen Teller aus dem Schrank neben dem Kind zu holen, würde unnötig Krach machen. Zwei Minuten später ruft meine Tante an. Es ist gleich zwei. Um halb drei kommt der liebe Mittwochnachmittagskaffeebesuch. Ich habe weder eingekauft noch geputzt. Das Kind ist zwei Stunden lang maulig, bis der Besuch wieder geht. Jetzt ist alles gut. Aber ich habe keine Lust mehr, zu putzen. Leben mit Kind. Vergiss Pläne.

Leben Totgesagte länger?

Klassischer Fall von “Redaktion hat geschlafen”: Unsere Tageszeitung titelt heute auf dem Mantel:

Eine Seite weiter heißt es dagegen:

Das gi

Radio!

Ich liebe mein Autoradio. Keine Fahrt ohne Wetterbericht, Nachrichten, Musik. Daheim allerdings läuft das Radio eher selten. Vielleicht ändert sich das ja jetzt, denn seit gestern ist die große weite Welt bei uns eingezogen. Sie kam in einer üppigen Schachtel in Form eines Internetradios zu uns und nahm im Esszimmer Platz. Bis zu 18.000 Internet-Radiosender können wir jetzt also hören. Ich mache mir ein wenig Sorgen. Wie lange werde ich wohl benötigen, mich unter 18.000 Sendern zurecht zu finden? Werde ich einen Lieblingssender finden? Und wenn ja, wird dies womöglich mein Haus- und Hofsender sein? Der, der auch in meinem kleinen, popeligen Küchenradio läuft? Und wird die große weite Welt dann enttäuscht sein, dass ich sie auch stereo-internet-aufgeplüscht trotz elegant glänzender Frontblende ignoriere? Immerhin verspricht die Schachtel auch ein “durchdachtes Bedienkonzept”. Das kann man von der großen weiten Welt ja nicht immer erwarten. Ich bin also radiomedial gespannt. Wie ein Radiokabel. Ach ne. Is ja W-LAN.

Die Kehrseite…

Frau Venus war einkaufen. Unspektakuläre Lebensmittel. Jeansshorts, blickdichte schwarze Strümpfe, hohe Stiefel, Pulli, Daunenweste. Vor dem Laden steht eine Gruppe Handwerker, offensichtlich in der Mittagspause. Frau Venus erntet vielsagende Blicke. Ich meine, sogar einen Pfiff gehört zu haben.
20 Minuten später. Ich verlasse den Laden wieder. Die Handwerker stehen noch da. Ihr Blick fällt auf den großen Pack Windeln, der an meiner linken Hand baumelt. Betretene Gesichter. DAS war also mit dem Satz : “dein Leben wird sich mit Kind völlig ändern.” gemeint. Na toll.