Mehr Momentchen bitte!

Die dritte Arbeitswoche ist um. Es verging noch kein Tag, auf den ich mich nicht gefreut und den ich nicht am Abend im Rückblick als toll empfunden hätte. Ich habe neben ein paar anderen Dingen einen Monstertext fabriziert, den mein Lieblingskollege mit einem dicken „HÄ???“ versehen, ihn aber insgeheim doch verstanden hat. Auch mein Chef, den ich ums Gegenlesen gebeten hatte, meinte grinsend, ich möge doch in Zukunft etwas anspruchsvollere Texte schreiben. Ironie aus Und dann hat schließlich noch ein Mann vom Fach einen Blick darauf geworfen und mir bestätigt, dass ich die durchaus komplizierte Sachlage „sehr gut auf den Punkt gebracht“ hätte. Also kann man es wohl lassen. 

Und auch sonst lichtete sich das Chaos, das ich zu Beginn der Woche mit verschobenen Arbeitstagen und privaten Terminen selbst geschaffen hatte. Weiterlesen

Sechs Wörter und der Krimi, der daraus wurde

Sich Geschichten auszudenken, der Fantasie freien Lauf zu lassen und dann loszuerzählen – schon immer war das etwas, was aus mir herausmusste. Schreiben ist für mich, wie atmen für andere. (Ich atme auch, keine Sorge.) Besonders habe ich früher Aufsätze geliebt, die mit Reizworten arbeiteten. Ein paar Worte, anhand derer man sich eine Geschichte ausdenken musste. Meine Tochter (womöglich habe ich das Talent vererbt) liebt ihre Erzählsteine auch sehr, das Prinzip ist das selbe, nur visualisiert, weil sie noch nicht lesen kann.

Und jetzt? Jetzt hat sich Anja von der Kellerbande eine tolle Blogparade ausgedacht – sechs Worte, aus denen eine Geschichte werden soll. Liebe Anja, die Geschichten sind alle in meinem Kopf. Ich erzähle Dir (und allen anderen) jetzt einfach eine davon. Los geht’s!

„Bär – Schiff – Haus – Schirm – Baum – Telefon“. Kommissar Rudi Hartmann las die Worte laut vor. Als er seinen Blick von dem kleinen, zerknüllten Zettel hob, sah er in die Gesichter seiner Kollegen, die ihn mit großen Augen schweigend ansahen. Ganz hinten räusperte sich einer. „Ja bitte?“ fragte Hartmann und machte eine einladende Geste. In der hintersten Reihe erhob sich ein junger Polizist. „Vielleicht … sind das … Hinweise?“ stammelte er. Irgendjemand in dem grauen Raum, der nach Bodenpolitur, Akten und Feierabend roch, kicherte. Weiterlesen

Schreibschrift, Grundschrift, Sauklaue?

Gestern habe ich mit einem halben Ohr gehört, dass darüber diskutiert wird, die Schreibschrift an Grundschulen abzuschaffen. Stattdessen soll die so genannte Grundschrift gelehrt werden, eine Form der Druckschrift, bei der die Kinder die Buchstaben nach eigenem Gefühl miteinander verbinden sollen. An einigen Schulen würden die Grundschrift bereits angewendet, nun sollen andere nachziehen. Begründung der Befürworter war unter anderem, dass es die Kinder leichter haben sollen.

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Ganz schön medienaffin…

…bin ich wohl. Das ist mir gestern mal wieder bewusst geworden. Ich beschäftige mich nicht nur in  meiner Freizeit mit Medien (herrlich sinnloses Rumsurfen in den Weiten des Netzes z.B.) sondern eigentlich immer. Mein Leben besteht zu einem sehr großen Teil aus Medien. Ich arbeite für eine Firma, die ein Online-Produkt entwickelt. Ich schreibe für Printmedien. Konzipiere ein Print-Magazin. Blogge seit Jahren mit wachsender Begeisterung. Natürlich ist das eine Generationssache, ich habe das Internet „aufkommen sehen“ und kann mir ein Leben heute nicht mehr ohne vorstellen.

Würde man mir verbieten, zu schreiben, zu bloggen und das Internet zu nutzen, mein ganzer Tag würde komplett anders aussehen. Medien sind für mich ein absolutes Neigungsfeld. Ich bleibe in jedem Urlaubsort vor dem Aushang der örtlichen Tageszeitung stehen und studiere die Artikel. Kaufe Tageszeitungen, die ich noch nie gelesen habe. Einfach weil ich spannend finde, was so passiert in anderer Leute Leben und Gegend.
Auf der Frankfurter Buchmesse, so hieß es im Radio, sei die Nachfrage nach E-Readern enorm. Ich dagegen kann mir nicht vorstellen, meine Bücher auf einem Bildschirm zu lesen, so augenfreundlich der auch sein mag. Natürlich lese ich viele Nachrichten online, aber nichts geht über das Geraschel von Zeitungsseiten beim Frühstück und die schwarze Farbe auf den Fingern. Früher oder später wird uns vermutlich die Entwicklung überrollen und papierhaftes Lesen wird immer mehr verschwinden. Dann werde ich in meiner kleinen Bibliothek sitzen und wehmütig über Buchdeckel streichen und Lesebändchen grade ziehen.
Ich gebe z