Über den Sinn und die Sinnlosigkeit von To-do-lists…

Liebes Leben!

Sonntag. Klingt nach Sonnenschein, Ausschlafen, weißer Bluse, Kaffee und Kuchen und Spazierengehen. Aber meistens kommt es doch ganz anders. Ausschlafen, ja ok. Aber dann Aufwachen mit einer Liste im Kopf, die so gar nicht sonntäglich scheint. Ich stelle mir mein Hirn vor, wie einen mürrischen Hausmeister. Morgens, wenn ich am Aufwachen bin, schlüpft er in seinen grauen Arbeitsmantel, schlurft in sein Arbeitszimmerchen (irgendwo unten im Keller zwischen staubigen Leitungsrohren) und knipst verschlafen blinzelnd das Licht an. Da steht er dann vor einem Schreibtisch voller Akten und eben dieser besagten To-do-list und kriegt erst einmal einen mittleren Herzkasper. Dann bin ich wach. Fünf Minuten noch drehe ich mich hin und her und versuche nochmal an den Traum von eben anzuknüpfen. Dann gebe und stehe ich doch auf. Irgendwann muss man ja anfangen mit den vielen Dingen, die locker in einen 24-Stunden-Sonntag reinpassen. Das Problem ist nur: Richtig. Der 1. FC Schweinehund spielt auch am Sonntag.

So wird aus dem geplant frühen Aufstehen (7 bis 9) ein mittelspätes (9 bis 11), das Frühstück fällt gemächlicher und üppiger aus – dafür ersetzt es das Mittagessen. Die ersten Arbeiten gehen einem nicht so recht von der Hand, aber – hey, es ist ja auch Sonntag. Und je später es wird, desto flexibler werden die Prioritäten verschoben. Schon zwei? Ach, dann schreib ich das noch schnell fertig und lass den Rest. Ui, schon vier? Ja, bügeln… aber das reicht auch noch nächste Woche. Halb sieben schon? Naja, die Klausur ist ja erst am Mittwoch. Reicht auch, wenn ich morgen anfange. Morgen aber richtig.

„Morgen“ ist also der Feind aller To-do-lists, die bis heute Abend abgehakt hätten sein sollen. Und das Gemeine dran: Man schafft heute ein ganz ordentliches Pensum und hat dann aber ein schlechtes Gewissen, weil die Bügelwäsche doch liegen geblieben ist.
Ich nehme mir vor, künftig alles morgen zu machen. Dann freue ich mich umso mehr, wenn ich heute schon was erledigt habe. Ist doch mal ein Ansatz, oder?

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