Der Hochsommer ist im Anmarsch!

Das zumindest dachte ich grade eben. Als das Prasseln des Dauerregens auf meinem Dachfenster plötzlich so leise wurde nämlich. Und ich die Berge der Alb vor meinem Fenster durch den Regenschleier schon fast wieder ausmachen konnte.
Aber kaum hatte ich den Gedanken zu Ende gedacht, setzte gleichmäßiges Plätschern ein und der Regen kam in gewohnter Heftigkeit zurück.
„Gib mir irgendwas, das bleibt“, summte ich vergnügt und betrat meinen Balkon. Das weiche, grüne Moos fühlte sich angenehm an unter meinen Zehen und das Schilfgras in der Ecke rauschte sacht im Wind. Ich schloss für einen Moment die Augen und lauschte dem Quaken der ersten kleinen Frösche, für die unser Meisenkasten Kinderstube geworden war. Im Garten unter mir blühten die Seerosen und bildeten einen herrlich pastelligen Farbklecks im Dunkelgrün des Wassers. Die kleinen Reispflänzlein in meinen Blumenkästen hatten sich gut entwickelt. Aber was war das? Im Spiegel der Oberfläche sah ich eine Bewegung und schaute auf. Nachbar Schmitt stand seinerseits auf dem Balkon und winkte. In seinem dunklen Neopren hätte ich ihn fast übersehen. „Sie beißen heute schlecht“, brüllte er durch zwei Hände zu mir herüber und zeigte auf die Angel, die von seinem Balkon hing. Ich lachte und hob beide Arme, zum Zeichen, dass man da eben manchmal nicht drinstecke, da hörte ich von Weitem bereits ein leises Tuckern. Schnell lief ich zum Schaltkasten, um die grünen und roten Leuchtsignale einzuschalten, damit das Postboot den Weg sicher durch unsere Gärten fand. „Ich habe heute leider keine BILD für Sie“, rief mir die Postfrau entschuldigend zu und tuckerte rüber zu Schmitt. Das Brummen des Außenbordmotors wurde leiser und ich ging zurück in die Küche. Es würde jetzt so langsam Zeit fürs Mittagessen. Seehecht oder Regenbogenforelle? Auf alle Fälle mit Meerrettich. Und zum Nachtisch Wassermelone. Das Mittagsmahl hatte mich dermaßen geschafft, dass ich meine müden Gräten ins Wasserbett warf. Ich war gerade eingeschlafen, als mich ein völlig absurder Traum heimsuchte. Ich träumte von trockenen, blühenden Wiesen. Von Geranien in Balkonkästen. Von Sonnenschein und blauem Himmel. Schweißgebadet erwachte ich und musste lachen. FRÜHLING! Pfffh… manchmal träumt man vielleicht einen Mist zusammen. Flüssigmist, versteht sich.

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