Reif für die Insel? Hier entlang!

Wir sind eine relativ durchschnittliche Familie mit klassischer Rollenverteilung. Mein Mann arbeitet, ich kümmere mich um Kind und Haus. Natürlich suche auch ich mir meine Aufgaben immer noch selbst, schreibe für die Zeitung, blogge mit viel Spaß und freue mich jede Woche auf „meine“ Krabbelgruppe. Und ganz sicher ist unsere Routine oft etwas beruhigend Verlässliches. Wir haben wie vermutliche jede Familie liebgewonnene Rituale und genießen sie auch. Nur zur Zeit ist saisonbedingt einfach eines knapp – Familienzeit. Und damit meine ich nicht die fünf organisatorischen Dinge, die beim schnellen Abendessen geklärt werden und auch nicht die „wie war dein Tag?“-Frage zwischen Tür und Angel. Ich meine, uns fehlt Zeit zu dritt. Ich weiß, das wird wieder anders. Bis dahin müssen wir einfach alles mitnehmen, was geht. Und neulich hatten wir einen dieser tollen Überraschungsmomente, der mich zum diesem Blogpost inspirierte. Als wir auf der Heimfahrt das braune Hinweisschild am Straßenrand sahen und ganz spontan beschlossen, eine als reine Materialnachschub-Besorgungsfahrt geplante Tour zu einem Mini-Ausflug zu machen, führte uns der Zufall auf Schloss Mochental.

Wir bekamen frische Luft, sammelten Walnüsse, begegneten einem unfassbar großen Bernhardiner, bestaunten große Hortensienkübel, aßen herrlich frischen Zwetschgenkuchen mit Sahne, schlürften heiße Schokolade, guckten in einen Kuhstall und freuten uns über die Aussicht vom Schlossberg. Wir bummelten Hand in Hand die kurvige Straße zwischen Parkplatz und Schloss entlang und genossen den Augenblick. Und gleichzeitig spürte ich, wie sich mein Energie-Akku wieder auflud. (Das könnte allerdings auch am Zwetschgenkuchen gelegen haben, wer weiß.)

Was Euch Frau Venus damit sagen möchte? Kleine Inseln im Alltag ansteuern. Oder, wenn der Stress wie eine übermächtige Welle über einem zusammenzuschlagen droht, einfach mal innehalten und sich eine kleine Insel schaffen, wo bislang keine in Sicht war. Und wenn es nur eine simple Tasse Kaffee ist, in Ruhe ausgetrunken. Ein persönlicher Tipp: Etwas Neues anschauen. Meine Seele saugt neue Eindrückte, neue Wege, neue Landschaften, neue Städte/Winkel/Gassen auf, wie ein Schwamm und entspannt sich. Und wenn es DANN noch einen himmlischen Zwetschgenkuchen als Dreingabe gibt… ihr habt’s kapiert, nech? 🙂

Eine Galerie im Schloss beherbergt Werke moderner Künstler, auch die Außenanlagen haben einige zum Teil skurrile Kunstschätze zu bieten, wie zum Beispiel diese überdimensionierten Holzkarotten. Es gibt sogar ein Museum eigens für Besen. Offenbar hat man hier der schwäbischen Kehrwoche ein Denkmal gesetzt. 🙂

 

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